Unser Omma is knallhart!

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Heute abend komm ich auf meinen Balkon und da brennt neben meinem Ascher dieses Lichtlein. C. hatte es im Penny in der Hand und fragte, ob wir eins mitnehmen wollten. Ich habe es für einen Joke gehalten. Aber dann stand es da und brannte. Ich habe fast die Kippe verschluckt und bin gleich mal zu C..
„Schatzilein, hast du die Kerze auf dem Balkon angemacht?“
„Ja.“
„Für wen?“
Ich mache solche immer an, wenn ich in aussichtslosen Situationen, in denen ich wirklich nichts machen kann, wenn ich jemanden nach Hause rufen will.
„Für Lupus und Elke.“
„Na“, sag ich, „Lupus wollen wir nicht nach Hause rufen. Der ist tot. Wenn ich Friedhof der Kuscheltiere haben will, dann schaffen wir einen Golden Retriever an!“ Die hat der gehaßt. Der käme da aber ruckizucki aus seinem Grab, nachdem der da rotiert wäre  wie ein Mixer auf höchster Stufe.
„Dann eben für Elke“, sagt C. kleinlaut.

Wie ist das Zustande gekommen?
Omma und ich haben am Vortag telefoniert und klar hat sie nach Elke gefragt und ich habe ihr das von den Luchsen erzählt.
Und ich fragte dann auch eher vorwurfsvoll rethorisch, wie denn die Dinger über freies Land aus dem Harz nach Wulften kommen.
Und Omma genauso vorwurfsvoll rethorisch zurück: „Na zu Fuß! Wie denn sonst?! Aber…irgendwie sei das ja schon richtig! Die Luchse habe ja jetzt Junge, da bräuchten sie ja viel Futter….“
C. kann diese Theorie irgendwie nicht so ab, auch wenn es ein bißchen buddisthisch anmutet: Wiedergeburt, auch wenn man sie sich seltsam anders vorstellt.

Nunja, jetzt leuchtet da ein Licht und wir vertreiben den Erfeind, in dem wir immer „Luchs! Happie-happpie-happie !“ rufen, weil es echt frech ist, das die schwarzweiße Katze unsere knurrenden Katzenlady anflirtet und einfach mal eben so am Balkon lang streicht! Da kommt dann der Wassersprüher für das Brot ins Spiel. So ja nun nich!

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Reise nach Jerusalem

Ich bin krank und auch geschrieben. Mir tut die Hüfte weh. Und laufen ging gar nicht mehr, also schon, aber ……da hätte auch kein Rollator mehr geholfen.
C. steht auf und erklärt mir morgens, er fahre mich jetzt zum Arzt.  Ich weiß, dann reicht das dem. Ich entschließe mich zu Krankenhaus, weil die haben alles da. C. fährt mich in Krankenhaus. Ob er mit soll. Nee. Kann ich allein.
Mutig vorran ich da rein und erstmal Toilette. Zack, alles weg. Nur noch ein Taubheitsgefühl im Bein, aber damit kann ich leben.
Ich rufe C, an, Er glaube nicht, das alles weg sei, aber er werde mich abholen. Im Auto ist auch gar nichts weg, also ich zu meinem Hausarzt. Der hat nicht alles da. Gott sei Dank.
Bei dem bekomme ich das normale Programm:Schmerzmittel, zwei Überweisungen und den Arbeitsauftrag, rumzutelefonieren in Regionen, in denen die Dichte der Orthopäden höher ist als hier. Ähm….ich habe am 16. einen Orthopäden-Termine? Nee, der ist zu spät.
Soweit so gut. Ich bin endlich zuhause, da wird mir Minimi geliefert, die kotzt.Tolles Ei. Freitag konnte ich dann zum Röntgen.
Ich rein in Krankenhaus, fünf Minuten, mit CD und ohne Bericht wieder raus. Also Montag Internet auf, Orthopäden raussuchen. Nummer eins gleich ein Volltreffer, der hat jemanden, der ihm vom Termin abgesprungen ist.
C. fährt mich, ich hätte das nie gefunden. Eine dreiviertel Stunde hin. Ich rein zu Doktor, fünf Minuten, mit neuer Überweisung und Liste von Radiologen wieder raus…..
Wieder für 5 Mnuten? Und wieder irgendwo in Niedersachsen?  Und der bisher schnellste Termin vor Ort dauert ist in 14 Tagen!! Was ist denn das für ´ne ärztliche Grundversorgung? Gut, das die immer Listen haben mit mindestens 16 Einträgen. Und gut, das ich ´ne Flatrate habe, damit ich einen neuen fünf Minuten-Termin machen kann mit 4 Stunden Wartezeit, wenn ich Pech hab. In diesem Land darfst Du nix anderes haben als Grippe und nicht mal das können alle Weißkittel!

Torten und ihre Dekoration

Bisher habe ich bei Torten und deren Dekoration immer so Sachen benutzt wie Marzipan, Schokolade, Sahne, Früchte, Zuckerkrams….also so Zeugs, das man mehr oder weniger gut essen kann.

Dann kam Facebook und eine Gruppe. Und zwar Backen und Dekorieren von Torten und auch da fand man nicht nur manche nette oder aber geschmacklose Tortendekoration, sondern auch Links, um so Zeugs wie Blütenpaste her zu stellen. Blütenpaste.
Aha. Hatte ich noch nie was von gehört, Fondant schon, habe ich noch nie genutzt, weil is nicht so in meiner „Boah-Wie-Lecker“-Gruppe der Grundnahrungsmittel.
Soweit so gut. Ich also dem Link gefolgt, wie man Blütenpaste herstellt und da war dann natürlich gleich noch eine Anleitung, wie man Blumen aus Blütenpaste herstellt.  Lebenmittelkrams, wie Einschnee und Zucker, klar. Cmc* , was auch immer das sein soll, die Fußnote war nicht zu finden. So. Und dann noch Blumendraht und eine kleine Styroporkugel für die Mittel der Blüte.
Hä? Blumendraht und ne Styroporkugel? Blumendraht, ja kenn ich. Repariert man Eins A Auspufflöcher mit , zusammen mit einer Cola-Dose, zwei Gartenschellen und jeder Menge Gum-Gum. Oder man kann auf die Schnelle provisorisch ein verlorenes Gummi am Auspuff mit ersetzen. Styropor klebt man an Häuserwände. Was hat das alles  auf Torte zu suchen?

Heute morgen mache ich Facebook auf. Und gleich der erste Eintrag ist von der Tortenschmück-Gruppe. Und diesmal ist es Gebißreiniger. Kukident, um genau zu sein und die Frage, ob der abgebildete nicht der Falsche sei zum Aufkleben.
Dann die netten Diskussionen und am Ende ein Bild vom Haftpulver derselben Firma…..

Angesichts des Umstandes, das ich bisher keinerlei Bedenken hatte, Torten zu essen, die hübsch, schön und nicht immer unbedingt mein Geschmack waren, werde ich das jetzt lassen. Ich habe mal gelernt, das man das, was man auf dem Teller hat aufißt, auch wenn es vllt nicht schmeckt. Und Blumendraht und Styropor, da hätte ich doch Probleme, den runterzuwürgen. Im Übrigen kommt der Gebißreiniger-Geschmack früh genug.

Luchse

So. Samstag ist der D-Day oder auch Reichsparteitag, oder wie auch immer. Da C.  nun zu dem Schluß kam, wir sollten einen Ersatzmäuse-Fänger besorgen, damit der Arsch wieder nach Hause kommt, habe ich lieber vorsorglich noch mal beim Ordnungsamt angerufen.  Die fragte dann, ob ich denn auch bei der Polizei nachgefragt habe. Näh. Hatte ich nicht. Habe ich heute. Als ich dem netten Beamten sage, wo ich denn wohne, nachdem ich ihm gesagt habe, worum es denn geht, da sagt der doch glatt: „Na, vllt hat der Kater ja Bekanntschaft mit ´nem Luchs oder ´nem Fuchs gemacht!“ Ich konnte das ja nicht glauben.

Der nette Beamte meldete sich später noch einmal und ich fragte ihn, ob denn diese Luchse tatsächlich bis an den Stadtrand kommen und er erzählte mir von Sichtungen in etwa 3 Kilometer Entfernung. Nun habe ich im Kartenwerk des Forschungsprojektes nachgeguckt und eins muss ich mal sagen: Nächsten Winter habe ich einen Pelzmante, ach, was sag ich, eine Pelzmanten und zwölf Mützen ……und alles auch Luchs!  Den Luchsus gönne ich mir!

Die Dinger kommen tatsächlich bis an die Häuser! Ja, bin ich denn bescheuert?  Das sind doch keine Streichelmiezen! Gut, das Babys nicht weit laufen, und in der Regel nicht allein im Wald unterwegs sind. Aber mal ehrlich, die Dinger sollen menschenscheu sein, was machen die dann bitte in den Randbesiedelungen einer Stadt?
Gut, das ich mit dem Hund nicht so tief im Wald unterwegs war und der Hund eine gewisse Größe hatte. Das muss man sich mal vorstellen! Mit ner Fußhupe kann man hier gar nicht durch den Wald. Klein und rund, mit einem Haps sind die im Mund.

Hoffentlich kommt keiner auf die Idee, Bären im Harz auszusiedeln oder Elefanten….Bisher fand ich das Luchs-Projekt ja interessant, auch wenn es mir vor Jahren schon n icht geheuer war, das die Dinger aus dem Harz abgehauen sein sollten in den 20 km entfernten Westerhöver Wald. Wo die doch laut Wissenschaft nicht über freies Feld laufen….Ursprünglich sollten die ja einfach nur im Naturpark Harz sein. War wohl mal wieder ein Satz mi x, war wohl nix!

Stellenangebot

Wir suchen für unser Familienunternehmen einen Begleiter der Rasse EKH.
Anforderungen:
Sie sollten nicht nur Türen öffnen können, sondern auch die Königsdisziplin Kühlschranktür sollte für Sie kein Problem darstellen. Immerhin wird nach dem Umzug Ihres neuen Universums ins eigene Haus ein vierbeiniger Vertreter der Gattung Hund in Ihrem Lebensraum bemüht sein, zu leben, und Sie sollten spontan in der Lage sein, ihn mit unerlaubten Lebensmitteln zu versorgen. Hunde sollten Ihnen kein Graus sein, Sie sollten sich Ihrer Verantwortung bewußt sein. Sollte also der Hund vom Dosenöffner gemaßregelt werden, wird natürlich erwartet, daß Sie der Aufforderung des Haushaltsgerätes Nachdruck verleihen, in dem Sie dem Hund Ihre Krallen zeigen. Auch sollte Ihnen klar sein, das von Ihnen erwartet wird, dass Sie wissen, das der Hund gern seinen Platz mit Ihnen teilt. Sie werden es im durchaus verständliche machen. Weiterhin sollten Sie ihm behilflich sein, seine Futterration nach Ihrem Gutdünken zu erhöhen, indem Sie erstens nicht nur sein Futter mitfressen, zweitens Katzenfutter anfordern, daß Sie ihm nach einem kurzen Blick in den Napf anlecklos überlassen und drittens verschlossene Futtersäcke nicht nur mit Hilfe ihrer Schweißkanten zum Reinigen Ihrer Zähne nutzen, sondern dem Hund auch adäquate Löcher hineinbeißen. Öffnen von Kompostmülleimern mit Klappdeckeln gehört auch zu Ihren Aufgabengebieten.
Sie sollten in der Lage sein, Trockenfutter zu inhalieren und dauerhaft auf Ihren Hüften einzulagern.
Der Umgang mit den hausüblichen Menschen gestaltet sich problemlos, so Sie in der Lage sind, einige Eigenheiten dieser in Ihrem Verhalten zu berücksichtigen. Natürlich ist Ihnen klar, daß die Betten den Menschen vorbehalten sind, aber Sie werden selbstverständlich dem Bettelbedürfnis derselben gerecht, in dem Sie zielstrebig auf das Bett den Hausherren zustreben, über alle dort Schlafenden zügig mit viel Gewicht herüber zu trampeln, um sich dann einen Schlafplatz am Kopf zu nehmen oder aber auf dem Körper der Schlafenden, am liebsten auf Brust oder Halshöhe. Sollten Sie doch einmal Ihre Schlafpostion zu wechseln wünschen, sollte Sie so zwischen den Schlafenden angelegt sein, das wenigstens einer von Ihnen aus dem Bett fällt, besser noch alle. Sie wissen, dass Sie alles richtig gemacht haben, wenn Sie ein verschlafenes „Bitte, BITTE NICHT!“ hören.
Die hier lebende Kätzin benötigt besondere Aufmerksamkeit durch Sie. Natürlich möchte sie nicht von Ihnen bekuschelt werden oder aber rustikal abgeleckt werden, allerdings gehört auch das in Ihren Aufgabenbereich, ebenso, wie sie abends um 22 Uhr einmal durch die ganze Wohnung zu jagen, ohne dabei zu vergessen, das Sie und die Dame mit aufgefahrenen Krallen über die auf dem Sofa Sitzenden zu laufen haben. EGAL, wer dort sitzt, liegt oder rollt und was immer er auch macht.
Klar ist weiterhin, dass Ihnen bekannt ist, das auf den Arbeitsflächen in der Küche abkühlenden Kuchen sofort angefressen werden müssen, sobald die Temperatur der Backware einen Genuß-Punkt erreicht hat.
Offen stehende Futterdosen, Wurst und Butterstücke, werden sichtbar angelutscht, runtergeworfen oder, entsprechende der Größe des genießbaren Inhalts, aufgefressen.
Mit dem Katzenfutter sind dauerklebende Flugmuster an die Tapete in der Küche zu zaubern.
Von den Grünpflanzen werden nur die angefressen, die garantiert ungesund sind, um die Sammlung der mit Ihnen lebenden Menschen auf kleine hässliche, unscheinbare Pflanzen zu begrenzen, so daß Ihnen dieses Zeugs nicht die Show stehlen kann.
Sollte Sie jemand aus dem Universum Ärgern, explizit einer der Zweibeiner, sollten Sie sich Maßnahmen überlegen, die eine Wiederholung der Handlung unterbinden, z.B. in die Schuhe pinkeln o.ä..
Akkupunktur, insbesondere nachts, ist für Sie ein Leichtes. Sollte also einer der Zweibeiner mitten in der Nacht den Weg auf die Toilette oder in die Küche wagen und vergessen, IHRE Futterschüssel zu füllen, sollten Sie kurz und schmerzhaft Ihre Krallen in die Waden des Subjekts schlagen. Ihr Hunger spielt für diese Handlung keine Rolle, es geht hier um´s Prinzip und das auch nachts um drei.
Katzenspielzeug sollte bei Ihnen ein müdes Lächeln erzeugen. Bei dem Versuch, Sie mit einem Laserpointer zu bespielen, sollten Sie beleidigt den Raum verlassen und in Ihren Kleiderschrank gehen. Kratzbäume halten Sie für unnötig; es gibt doch Sofas.
Fühlen Sie sich angesprochen? Sind Sie in der Lage, sieben Mäuse in einer Nacht zu fangen und rund um das Auto zu legen? Sind Sie in der Lage, Mäuse lebend ins Haus zu schleppen und dort wieder laufen zu lassen?
DANN sind SIE der/die Richtige, um hier den AVD (Arsch Vom Dienst) zu geben. Melden Sie sich bei uns und freuen sich auf das „IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH“, „AAAAAAAAAAAAAAH“ und „AU!“.

Jugendamt 7.0.0.8.1

Donnerstag bin ich früher von der Arbeit heim. Das Jugendamt hatte auf dem Handy angerufen.
Und da ich einen neuen Sachbearbeiter habe, rief ich dringelich zurück. Aber da ging nur eine Kollegin dran. Sie erklärte mir, das die Anrufende jetzt nicht mehr im Zimmer sei. Und sie auch nicht wisse, wann sie wieder da sei.
Auf mein Argument hin, ich sei auf Arbeit und könne nicht dauernd telefonieren, meinte sie, das sei Pech.
Aber ich könne ja eine Nachricht hinterlassen. Wann ich denn Mittagspause habe. Ich  sagte es ihr. Aber das Gespräch war so blöd, das ich dachte: Du musst Präsenz zeigen, zumal ich noch in der Schule angerufen habe bei A.. A. ist 13. Da braucht man nix weiter zusagen.  Da man nicht notschlachten kann, muss man einfach Geduld und Spucke haben und warten,  bis der Bart wächst, dann wird besser.

Also ich weg von der Arbeit, ab in den Zug. Wenn ich die um Eins anrufen soll, dann ist die auch da, da kann ich dann auch selber hin. Macht mehr Eindruck.
Ich also um eins da. Die Tür ist zu. Von zwölf bis vierzehn Uhr kommt man da nicht rein. Ich also angerufen und laufe auf den Anrufbeantworter. Aha.
Auf dem Schild dort lese ich, das  ab vierzehn Uhr wieder offen ist. Gut, warte ich halt eine Stunde.
Und  setze mich in ein Cafe. Dort sitzt Herr Neumann neben mir  am Tisch und irgenwann kommen wir wegen meiner beschlappten Füsse ins Gespräch. Ob mir nicht zu kalt sei? Nee. Er hätte da einen Kollegen, der hätte schon seit zwanzig Jahren keine Schuhe mehr getragen, aber der sei Banker, nicht wie er, selbstständiger Maurer. Und wir reden hier und da und dort, irgendwann kommt seine Frau dazu…Und wir reden über Kinder und Stiefkinder und Ämter und und und.
Um zwei wackele ich wieder über die Strasse hin zum Amt.
Ich stehe zusammen mit einer Frau samt deren Tochter auf dem Flur und alle Türen zu bis auf eine. Dahinter sitzt eine Verwaltungsfachkraft und zwei bunte Frauen, formschön gestylt und farblich passend angezogen, ja, auch hochbehackt, sitzen mit der Schreibtischsitzerin im Gespräch.
An Zimmer 137 hängt ein Schildchen, man solle sich doch in Zimmer 136 melden und während ich so suche, begegne ich dem Mann aus Zimmer 136, der gerade dabei ist, sein Büro abzuschließen und ein Schildchen an seinem Namensschild anzubringen, auf dem zu lesen steht, man möge sich bitte in Zimmer 137 melden.
Die Mutter mit Tochter und ich gehen auf die lustige Gesprächsrunde im Büro der Verwaltungsfachangestellten los.
Die Mutter will wissen, ob die zuständige Sachbearbeiterin im Hause sei. Das könne ihr niemand sagen, aber aus dem Hintergrund im Frauenkreis-Zimmer  ertönt eine Stimme, ob denn die Kollegin, die grade die Frage der Mutter beantwortet hat, ob die denn schon mal im Terminkalender der abwesenden Kollegin geguckt habe. Nein, habe sie nicht, also sperrt sie das Büro auf und stürzt sich auf den Schreibtisch.
Währenddessen merkt die Mutter an, das sie schon letzte Woche mit ihrer Tochter hier vor Ort gewesen sei.
„Ja,“, sagt die Kollegin, die im Terminkalender der anderen wühlt.“ Nur weil es Öffnungszeiten gibt, gibt es ja keine Garantie, das man den Sachbearbeitzer auch antreffe. Sie sollen doch vorher anrufen….“
Dieser Satz entlockt der Mutter und mir ein müdes „Mhm.“. Wenn man morgens um halb neun anruft, läuft man auf den Anrufbeantworter. Viertel nach neun könnte eine Chance bestehen, aber ab dann klingelt es nur noch und klingelt und klingelt und klingelt…..
„Die Kollegin ist heute bei Gericht.“ Ich denke mir, das ich hoffe, das das nicht SpaBoSa( Spaghetti-Blognese-mit-Salat) heißt. Und höre wie die Mutter freundlich sagt, sie hätte da ja nur eine Frage, vllt könne ja die Terminkalender-Guckerin ihr helfen. Die Mutter ist langsam verzweifelt. „Meine Tochter ist vierzehn und schwanger….“ Super-Gau! Ich stürze auf die Tippse zu, ich will nix mehr hören.
Wer denn jetzt zuständig sei, will ich wissen. Frau D.. Ich erkläre, das mich jemand auf der Arbeit angerufen habe unter der alten Telefonnummer des Herrn R.. Und ich möchte wissen, was denn los sei. Ja, sie könne mir das nicht sagen,  sie habe keinen Zugriff auf die Akten der Frau D.. Sie soll ja auch nicht auf DIE Akten zugreifen, sondern nur auf meine. Also erkläre ich ihr, das das aber nicht sein könne, das mich zwar die Dame einmal anruft, mir aber niemand sagen könne, worum es eigentlich geht. Und das Argument“Ich solle doch anrufen.“ hebele ich gleich damit aus, dass ich ihr erkläre, wie es war: Ich habe angerufen, schon weil es den Mitarbeiter-WEchsel gab und Frau D. und ich noch keine Festlegung der Kommunikation haben  und wir uns als Familie gerne vorstellen wollen, weil mit vielen Kindern aus verschiedenen Beziehungen, wenig Geld,  und noch ein paar anderen Punkten erfülle ich ja die Risiko-Kriterien. Die Sekretärin: „Hä?“! Und die letzte im Büro verbliebene gut gestylte Sachbearbeiterin in einem lavendel-farbenen Long-Shirt zuckt zusammen uns starrt mich an.
„Ja“, sage ich. „Die Kriterien, wonach alles schief gehen kann mit den Kindern. Ich erfülle sie ja alle. Und Sie tragen ja auch die Verantwortung mit. Wenn was schiefgeht, steht man ja auch bei Ihnen. Und deshalb möchte ich gern, dass Frau D. und ich ein ordentliches Arbeitsverhältnis bekommen und sie wie Herr R. jederzeit vorbekommen kann und wir eine Art der Kommunikation finden, z.b. über Emails. Wenn Herr R mich angerufen hat, dann wußte ich: Ich muss mich einfach nur mal melden bzw. ich finde eine Email im Postfach.“ Ich bitte also darum, das Frau D. sich wenigstens per Mail meldet und wir mal einen Kennenlern-Termin ausmachen. Ich meine, wenn man schon sowas, wie uns in seinem Bezirk hat, dann sollte man sich auch ein Bild machen können. Und hinterlasse für den Notfall C.´s Nummer. Zusätlich zu meiner.

Sie hat sich nicht gemeldet.
Wahrscheinlich kommt sie gar nicht mehr ins Büro oder aber sie hat gemerkt: Da is nix mehr zu holen, austherapiert.

Elke 2.0

Wir haben drüber gesprochen, der C. und ich. Es wird auch wieder ein Arsch-Kater einziehen. Einer, der C. so sehr liebt, das er ins  Bett kriecht und sich auf seinen Kopf legt.
Blöd ist nur, wenn Elke dann nach Hause kommt.
„Moin Elke, das hier ist 2.0. Tja, Pech gehabt!“

Aber soweit ist es längst noch nicht. Heute kaufen mir Katzenklos mit Deckel und Klappe. Elke war zu fett für sowas. Selber Schuld, Alter, wenn Du meinst, Dich vom Acker zu machen. Und Lucy frisst das Zeugs aus diesen kleinen Oma-Alu-Futterschachteln…..nur damit Du´s weißt.

Und ein Hund kommt nach dem Umzug, der diesen Sommer ansteht. C. hat ein Haus gekauft, eins für uns alle. Es wird ein Bloodhound. Ich habe ihm nämlich gesagt, das die Dinger ganz praktisch sind. Die können nämlich Spuren suchen und wenn eins der Kinder auf Trebe ist oder aber auch ´ne Katze , Zack, das Jabbel-Ding anne Leine und hinterher.

Betriebsrat

So. Es ist soweit. Bei uns wird ein Betriebsrat gewählt. Und als die Firmenleitung in unserem Ethernet dazu aufrief, es mögen sie drei Leute melden, die zur Betriebsversammlung einladen, da habe ich mich gemeldet. Und dann ging´s los und ich dachte: Boah, was bin ich ein Idiot.

Aber mittlerweile bin ich ganz froh drüber. Es hat mich nicht nur eine Menge über meine Kollegen gelehrt, sondern auch über mich selbst.
Dauernd muss ich von der Arbeit weg, weil es für uns als Einladende irgendwas zu besprechen gibt. Ich nenne das Blabla.
Und es sind immer Dinge, die ich normalerweise gewohnt bin, schnell über Rundmails zu klären. Oder Skype, aber die haben lieber What´s app und so einen Dreck hab ich nicht.

Jedenfalls komme ich nach Hause und werde von C. abgeholt und hatte wieder zwei Stunden Blabla. Und ich sage ihm, das mich das annervt. Zumal die Gewerkschaftler ziemlich blöd sind im Moment mit mir zumindest und dabei bin ich selbst in diesem Kaninchenzüchter -Verein. Ständig höre ich, das ich mich nicht einlullen lassen soll. Und das einzige, was ich feststelle, ist , das sie versuchen, mich einzulullen. Und das kann ich nicht leiden. Und ich soll doch Verständnis für sie haben, weil sie immerhin so lange dafür gekämpft haben, das sie jetzt das Ding am liebsten unter totaler Kontrolle haben wollen. Erinnert mich die ganze Zeit an Animal Farm und wird auch nicht besser, zumal die, die im Wahlvorstand sind, auch Betriebsrat werden wollen….und DAS widerstrebt meinem Demokratie-Gefühl völlig, auch wenn es gesetzlich möglich ist. Wird halt „Manche Schweine sind gleicher als andere“.

Dann sagte mir C., dass ich als Bachelor Informatik auch dauernd in solchen Blablas sitzen muss. Er hat ja in der Software-Entwicklung auch dauernd welche.
„Ja, aber was zur Hölle wird denn da dauernd besprochen??“ will ich wissen.  Wozu das gut, was das da denn für Ergebnisse rauskommen?
C. erklärt mir,das das Ergebnis solcher Besprechungen oft lautet : „Wir haben einen Weg gefunden.“ oder “ Wir machen einen neuen Termin.“ Ähm, ja, äh, näh!
Das nicht meins. Da hab ich ja mal sowas von keinen Bock drauf! Altär, geh nach Hause mit!

Tierheimwebseiten

Ich kenne sie nun alle. Wirklich alle in meinem Postleitzahlbereich. Und ich habe mir wirklich jede Katze angesehen, auch wenn ich mich fragte, wie Elke denn 100 km weit weg in ein Tierheim dort kommen könnte…Naja, wir wohnen an einer Bahnlinie.
Jeden Abend nehme ich mir vor, früher schlafen zu gehen und dank denke ich bis halb drei immer:
„Hm, ich geh jetzt noch auf den Balkon und rauche noch eine….“ und mache die albernen Lockgeräusche. Die Katze, die die eben einfach Katze ist, kommt immer mit raus und hört immer noch nicht auf dieses „Komm rein.“.
Ja, ich habe nun auch schon Geschichten gelesen, da sind Katzen nach 1,5 Jahren in ihre Familien zurück gekehrt…..aber….ich würde gern wieder normal schlafen gehen. WEniger auf dem Balkon rauchen und nicht mehr dauernd dort rumstarren müssen. Meine Nachbarn müssen mich mittlerweile für einen Psychopathen halten.
Auch zwinge ich C., unser Viertel abzufahren. Mein Gott, gibt es viele Katzen….die sitzen auf Bürgersteigen, Fensterbrettern, vor Haustüren und Garagen und auf Balkonbrüstungen….nur der Elke ist nicht dabei.