Fleischsalat

Genau daran liegt es.

D. hat eine Ausbildung zum Feischerei-Fachverkäufer begonnen. Bei einem richtigen Schlachter, der seine Tiere noch mit Namen kennt. Aber die Namen schreibt er an die Wurst nicht dran.

Ein Schildchen mit „Sommersalami von Berta“ würde wohl auch verstörend wirken. Auch Bilder unter dem Titel “ Diese Woche in unserer Theke: Hilde, Ernst und Bärbel“ gibt es nicht. Aber alles kommt von hier.

Und D., der an der Quelle sitzt, bekommt immer eine analog Nachricht, also einen Zettel, mit dem was gewünscht wird und ist der häusliche Zwiebelfleisch-Dealer.

Nun gab es schon einmal eine Woche, in der D. den Fleischsalat vergessen hatte. Und die Woche war Mist. Richtig Mist. Ich musste als Notfall zum Arzt und bekam erstmal zwei Packungen zu je 100 Stück Beta-Blocker und kann sie jetzt mit Omma tauschen, weil die kriegt sie von einer anderen Firma.

Mal verschlief im neuen Job, das Ersatzteil für das Auto war nicht lieferbar….. Und Mal und ich waren uns einige: Das liegt alles daran, das es keinen Fleischsalat im Haushalt gab.

Nun zickte D. letzte Woche und ich habe den Salami – und Mortadella auf dem Markt beim Geflügelzüchter aus Hildesheim gedeckt, bei dem, bei dem die Schnitzel irgendwie nicht kleiner werden.

Also bin ich ordnungsgemäß zum Arzt und habe die letzte Woche gestartet. Ich war noch mal bei Fielmann und habe die neue Brille reklamiert, bei der der junge Mitarbeiter den Zylinder verändert hatte, so daß ich Doppelbilder hatte und aus der Bäckerei „Berei“ wurde und auf dem Schild, das Goslars Ortsgrenze markiert, nur noch Glor zu lesen war.

Mittwoch fuhr C. mit unserer Lutz, ein mini-Bkh-Mädchen, allerdings schon sechs Jahre alt zur Tierärztin. Es wurde ein Blutbild gemacht. Ein interessantes Ding. Links rote Kreuze, in der Mitte grüne und rechts rote Kreuze. Ich fand es sehr anschaulich. Links zu wenig, in der Mitte gut, rechts zu viel.

Die Tierärztin habe gesagt, weil Lutz noch so jung sei, würde sie sie nicht einschläfern. Lutz müsse dringend unter Beobachtung, und weil sie gar nicht sagen könne, warum der Körper die roten Blutkörperchen zerstöre, deshalb solle sie in Tierklinik der Medizinischen Hochschule.

Also Kinder eingepackt, Blutbild eingepackt, Katze eingepackt und ab nach Hannover. Weil C. noch warten musste, habe ich mit den Kindern einen Bäcker gesucht. Sah alles echt lecker aus…….schmeckt nur nicht. Nicht mal das Brot, das hatte zu viel Wasser drin. Aber das wußten wir noch nicht. Auf den Rückweg bekleckerten sich die Kinder mit der gekauften Cola und dem Zucker von 22 Quarkbällchen….drei Kinder, ein langer Weg….was will man da.

Nach gut eineinhalb Stunden waren wir wieder an der Klinik und C. war schon beim Arzt gewesen, der erklärt habe, das Blutbild sei zu allgemein und er müsse sich mit einem Kollegen besprechen.

„Haben sie mal geulltraschallt? Die futtert doch immer die roten Bänder von den Müllsäcken und das Lametta.“

„Nein.“ Gesagt habe er das dem Arzt aber schon.

„Haben sie irgendwas gemacht?“

„Nein, nur ein Gespräch und jetzt warte ich.“ Also warteten wir. Mit den Kindern- Spielten Tipp-Tapp mit ihnen, fanden den Automatenraum und das Klo und irgendwann kurz vor halb sieben sprach C. mal eine Schwester an. Mittlerweile waren wir drei Stunden da. C. wollte von mir wissen, was ich tun würde, wenn es Lars getroffen hätte.

„Diagnose “ keine roten Blutkörperchen mehr und der Körper macht sie selbst kaputt“? – Einschläfern.“ Ich bin ja immer völlig sachlich in solchen Sachen.

Kurz nach halb sieben kam der Arzt und erklärte, man wolle die kleine Katze, die von ihren ursprünglichen drei Kilo Körpergewicht 800 gr schon verloren hatte, da behalten. Eine Bluttransfusion kam in Frage, sie hätten da zwei Spender-Katzen mit Blutgruppe A.

„Ich kann noch zwei von Zuhause holen, also so ist das nicht…“

C. fragte nach den Kosten und der Arzt holte eine Ärztin zur Verstärkung, die noch einmal alles erklärte.

Als sie wieder bei der Bluttransfusion war, wollte ich von ihr wissen, ob der Körper, der bis dahin ja die eigenen roten Blutkörperchen vernichtete, die fremden in Ruhe lassen würde…

Wäre ja schon toll, wenn das Immunsystem nach dem Motto „Huch, das sind ja rote Blutkörperchen von einer Perser, die lassen wir mal lieber in Ruhe“ funktionieren würde….

Sie bestätigte, das die Wahrscheinlichkeit bestehe, das der Körper diese auch gleich wieder kaputt macht, aber man habe auch eine Sauerstoff-Therapie und künstlichen Ernährung vor und eine Nacht in der Klinik kosten 200 Euro, eine Bluttransfusion 300 Euro und wir müssten mit mindestens zwei Wochen rechnen und zusätzlichen Kosten für diverse Untersuchungen….

Und ich fragte mich, wie sie denn den Sauerstoff in die kleine Katze rein kriegen wollten, wenn die roten Blutkörperchen einfach kaputt gehen…intravenös?? Und während sie erklärte, das sie nun erst mal suchen müssten, was mit der kleinen Katze sei, das könne dies und das oder tumorös sein, letzteres würde eh nur zum Einschläfern führen…

„Lass sie gehen.“ sagte ich ganz unvermittelt zu C.. Ich dachte an den Hund, den Frauchen während unserer Wartezeit abholte, dessen Becken in einem Gurt hing, weil er seine Hinterbeine nicht mehr nutzen konnte, wie er zwischen Lachen und Weinen bellte und erst aufhören konnte, als sie endlich die Leine in der Hand hatte. „Lass sie einfach gehen, Crissa.“

Sie ließen uns 10 Minuten Zeit, zu überlegen. Er werde da nicht mit rein gehen, sagte C. . Und er wollte sie tot auch nicht mehr sehen.

*Arschloch!* dachte ich. Die kleine Katze war ihm immer auf die Schultern geklettert, hatte Schranktüren öffnen gelernt, um an die Leckerlies zu kommen und kam immer wie ein Hund, wenn C. von der Arbeit kam. Er wollte sie nicht wieder mit nach Hause nehmen, wenn sie tot war.

Die Ärztin kam.

„Okay, ich mache das. Aber in die Tierkörperverwertung geht sie nicht!“

Ich habe schon einige begleitet und bei Lupus war das auch nicht so nach Lehrbuch, weil das Herz schlug und schlug und schlug. Und Lucy schnurrte bis zum Schluß.. Aber das hier….drei Beine haben sie freirasiert und der Arzt immer wieder versucht einen Zugang zu legen.

„Das ist echt schwierig.“ Und schon wieder entstand eine Blutblase unter der blassen Haut. Und die Katze pinkelte sich ein und als endlich der Zugang lag, war sie in eine Schock-Starre übergegangen.

Sie wollten mir noch ein paar Minuten zur Verabschiedung geben, obwohl ich ihnen gesagt habe, das ich nicht der richtige Mensch für diese Katze und diese Situation bin. Die kleine Katze wollte wieder nur auf die Decke, die C. immer benutzt, in den Katzenkorb. Und ich stand hilflos rum und entschuldigte mich bei ihr.

Und dann kam der Moment. Der kleine Körper mit dem seidigen Fell entspannte sich schlagartig und der Arzt horchte immer wieder ihr Herz ab.

Ich wollte nur weg mit ihr.

„Machen Sie sich keine Sorgen, die kommt nicht gleich unter die Erde. Ich habe immer Angst, das was schief gegangen ist.“ Und packte, als ich durfte, den kleinen Körper in den Katzenkorb und deckte sie mit der Decke, auf der sie auch lag, von oben zu. Und stürzte davon.

Auf der Straße am Auto habe ich heulend und rauchend gemeckert, weil ich so feige war und nach dem zweiten freirasierten Bein nicht „Stopp!“ geschrien habe.

Dann waren wir im Auto….und konnten nicht nach Hause fahren, weil der Lichtschalter am Dacia kaputt ist. Also Oma aus Seesen angerufen, die hat die Kinder, die Katze und das Brot geholt und C. und ich sind mit dem Zug nach Hause gefahren.

Dann kam der Donnerstag und ich fuhr D. nach seiner Mittagspause wieder zur Arbeit. Warum ich den fahre? Weil er noch keinen Führerschein hat und Harzbus soooooooooooooo zuverlässig ist, das es schon einige Zeitungsartikel und Rechtfertigungen und Versprechen dieses Unternehmens gab. Und die Bahn…..ja, die fährt da auch hin, allerdings natürlich entweder so, das er um 20 vor fünf da ist oder aber kurz nach sechs. Wenn man um 5.45 Uhr anfangen muss, ist beides keine Option.

Auf der Fahrt nach Hause rief die Hausarzt -Praxis an. Meine Werte seien so schlecht, das sie sofort einen Facharzt-Termin gemacht haben und zwar für den 2ten November. Naja, so schlimm kann es nicht sein, wenn das noch gut eineinhalb Wochen Zeit hat.

Ich müsse da hin, weil der Hausarzt sonst nicht behandeln werde. Sie hatten irgendwie Panik.

„Die ist doch schon kaputt, seit ich dreißig bin.“

„Jaaa, aber war der TSH-Wert schon immer 0,001??“

„Weiss ich nicht….Aber Mist waren die schon immer…“ Also erklärte ich mich bereit, da erneut hin zu gehen, der auch wieder nur an mir rumschneiden will, was wiederum heißt, das ich langsam Mitgefühl für eine Salami bekomme. Aber das war jetzt kein Tag, an dem man mit mir noch diskutieren konnte, ich ließ der jungen Dame am Telefon da, das sie doch nicht einfach für mich Termine machen könne. Immerhin bin ich Kalender-abhängig.

Gott sei Dank brachte D. endlich Fleischsalat mit. Und Freitag rief die Hausarztpraxis wieder an. Ob ich Tabletten für die Schilddrüse nehme.

„Nein, aber das steht doch in der Patienten-Akte……“

„Beta-Blocker lösen Depressionen aus.“ Das war unser Omma ihre Aussage. Und weil ich gleich mal drei Kilo in drei Wochen zugenommen habe, aber mein neues Knie nicht für 120 Kilo ausgelegt ist, habe ich die erstmal abgesetzt.

So. Da das Klopapier mal wieder rationiert ist, werde ich mich auf die Suche nach Mehl, Zucker und Dosen-Gemüse machen……. und sitze auch ohne Apotheker-Müsli aus bald drei Sorten Tabletten in eine Loch, weil ich jetzt schon zig Mal meine Beraterin vom Arbeitsamt versucht habe zu kontaktieren, um irgendwie mal wieder Zukunftsperspektive zu haben und die sich einfach nicht zurück meldet.

ich war auch schon da, aber da kommst du nicht rein. Die Tür ist zu. Und dann habe ich versucht über das Wohnheim dort hin zu kommen, über den Fahrstuhl dort, aber auch da ist die Tür zu. In unserem Arbeitsamt haben sie sich eingeschlossen und du kannst durch die Türscheibe gucken und zusehen, wie sie von einem Büro ins andere laufen.

Mir graut vor dem Home-Schooling.

Reha und MS

„Ich komme wieder.“

Das sagst Du mir.

„Ich komme wieder und dann trinken wir Kaffee.“

In den letzten drei Wochen warst du zwei mal im Krankenhaus und sie wussten nicht, was sie Dir sagen sollten, was es ist.

Beim zweiten Mal sagten sie Dir: „MS.“ Und du warst erleichtert, das das Kind einen Namen hat und voller Sorge, weil Du Deinem Sohn ein wichtiges Versprechen gegeben hast.

„Nimm nix, was das Immunsystem anschiebt. Nimm sowas bloß nich.“

Sie kriegen das Ding in deinem Kopf nicht in den Griff und auch das Taubheitsgefühl nicht. Es ist noch hier und da da und du bist froh, das es nicht mehr die ganzen Körperhälfte trifft.

Aber nächste Woche geht es in die Reha. Du hoffst, wieder zu kommen und es ist alles wieder wie früher.

Es wird nix wie früher, denke ich. Das ist immer so. Nix wird wie früher, aber das sage ich nicht.

Ich google. Höxter. Reha-Kliniken und Sterne-Bewertungen. Wie ist das Essen? Wie ist der Speisesaal? Wie ist das Personal? Sauberkeit?

Man muss ja wissen, was man schicken muss. Gibt es Wlan und wenn ja, funktioniert das auch?

Und nun weiß ich auch, was geschickt werden muß. Klopapier, Essen sowieso, das ist ja immer so, Desinfektionsmittel für das Bad und eigentlich muß jemand am Wochenende hin, um Kaffee zu bringen, weil niemand in seinem Zimmer einen Wasserkocher aufstellen darf. Und ganz klar die kleinen Danke-Schöns für die Putzfrauen und das Pflegepersonal. So für zwischendrin. Putzfrauen muss man immer bestechen, die können in der Regel super mit dem Hausmeister und der Küche.

Okay, und die Kritik mit dem Wasserhahn sind Peanuts.

Dann hin da und komm bloß zurück.

Einschulung

Das letzte Kind hier ist eingeschult worden und es war die beschissenste Einschulung, die ich je erlebt habe. Also nicht wegen der Schule, oder dem Kind. Schule und wir haben es geschafft, das Kind absolut glücklich zu machen.

Aber der Vorlauf, der hatte es in sich.

Selma und Mini gehen mit Ausnahme-Genehmigung auf die kleine Schiller-Schule hier im Ort. Die für uns zuständige Grundschule in Jürgenohl probiert ein pädagogisches Konzept, das in Berlin längst wieder abgeschafft wird. Wir sagen hier immer: „Was woanders schon gescheitert ist, das muß im Harz noch mal probiert werden.“

Ich habe mich mit dem Konzept sehr genau auseinander gesetzt und musste feststellen: „Für die Kinder hier isses nix.“ Also Ausnahme-Anträge gestellt.Zwei Kinder gehen in die kleine Regelschule.

Nun habe ich für das dritte Kind aus diesem Haushalt den entsprechenden Antrag gestellt. Lauter Bescheinigungen und Atteste besorgt und darauf hingewiesen, das die Geschwister schon auf die Schule gehen.

Die Schiller-Schule ist schon seit vielen Jahren zu klein; es gibt keine Fachräume, keine Mensa. Das ist schon seit mehr als einem Jahrzehnt so, aber allem zum Trotz, die pädagogische Arbeit ist klasse.

Die Stadt Goslar und die Direktorin der Grundschule Jürgenohl lehnten ab. Die Stadt mit der Begründung, die neue Direktorin klage ja dauerhaft über Platzmangel und deshalb lehne man erstmal jeden Antrag ab.

Also habe ich mit denen telefoniert und sie stimmten zu und versuchten die Direktorin der Grundschule Jürgenohl zu überzeugen, aber sie ließ sich nicht überzeugen. Die Schiller-Schule hatte zugestimmt, denn wie sollte es gehen? Ein Kind auf dieser Schule und zwei auf einer anderen? Wer wäre bestraft?

Also habe ich mit dem Schulpsychiologen in dieser Angelegenheit gesprochen, mit dem schulpsychiologischen Dienst in Göttingen und dann kam Post von der Landeschulbehörde bekommen. Alle Belege waren abgelehnt, das ärztliche Attest zählte nicht und ich hatte sechs Tag Zeit, ein Facharzt -Attest nach zu reichen. Also habe ich mit dem Vorzimmer des Amtsleiters telefoniert und auf Anraten der Vorzimmerdame(keine Ahnung, wie man das heutzutage richtig nennt) eine Email geschrieben und um Fristverlängerung gebeten, weil ich ja nun wußte, das die gesetzte Frist nicht mal für den Postlauf im Haus reichte.

Am Wochenende schrieb ich dann eine Email an das Kultursministerium und setzte den NDR mit in cc.

Prompt bekam ich Post mit einer annehmbaren Frist, die allerdings angesichts der Sommerferien auch nicht reichte. Also erbat ich eine neue und bekam diese auch und zusätzlich die Erlaubnis, gefordertes Facharzt -Attest persönlich abzugeben.

Also bin nach Braunschweig gefahren, habe das passende Büro-Haus gefunden, weil wegen Corona sind die Büros mittlerweile verteilt, habe auf der KLingelanlage den Mitarbeiternahmen rausgesucht und klingelte und wurde immer wieder weggedrückt.

Dann wollte in Mann das Haus verlassen und ließ mich rein. Allerdings stürzte die zuständige Sachbearbeiterin an mir vorbei aus dem Büro und verschwand in einem anderen, was ich allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nicht wußte. Ihre Kollegin nahm das Attest entgegen und erklärte, ich könne erst Montag( es war gerade mal Donnerstag und genau eine Woche vor Schulbeginn) anrufen.

Da habe ich dann endlich erfahren, das Patty auch auf die Schiller-Schule darf. Das Verfahren zog sich von Mai bis August. Das nur nebenbei.

Dann konnten sich die Eltern nicht einigen, wer die Schultüte macht, also musste ich noch zwei kaufen für die beiden anderen, denn die hatten ja nur eine bekommen. Und Selma war so sauer, das Mini ihr in der Schule eine kleine Tüte bastelte, die wir dann noch befüllten. Damit sie nicht so traurig ist.

Emm und ihr Freund, eine andere stressige Geschichte, holten die 45 vorbestellten belegten Brötchen am Einschulungstag ab, während unser Omma, Mini, Selma und ich des kleinen Bruder von Patty und Selma hüteten, während die Mutter, der Vater und C. mit Patty auf der Einschulungsveranstaltung waren. Es durften nur drei hin und ich bin wirklich lieber in der Küche. Also kochte ich Kaffee und begann mit zu ärgern, weil man dieses kleine Kind genauso einfach bei völlig Fremden absetzen konnte, wie vor Jahren Patty und Selma. Und dabei hatten die pädagogischen Fachkräfte doch versprochen, das bei diesem Kind nach den Vorerfahrungen alles anders werden sollte.

Wir fuhren mit Kaffee, Saft, den Kindern, den Eltern und unser Omma auf den Spielplatz am Steinberg, ja, da in der Nähe wird der Immenhof -Kram gedreht. Naja, jedenfalls fuhr dauernd irgendein Auto über den Feldweg in der Mitte des Spielplatzes und der fast zwei Jahre alte Junge, der genau wie seine ältere Schwester nur „Mama“ sagt, lief allein über diesen Spielplatz. Und wenn ein Auto kam, rief seine Mutter nur: „Olli, Vorsicht!“

Ich war froh, als alles rum war und die Kinder nur die ganzen Süßigkeiten im Haus verteilten….

Geburtstagskaffe

Das Kind wird 16. Das war am Freitag und unser Omma kommt. Jo, sie jibbet noch.

Ich habe Prinzessinnentorte aus dem Real besorgt, so eine kleine rosnane und Kerzen, weil das Kind immer jammert, das sie so was schon IMMER gewollt hat, und einen Strauß mit 16 Rosen.

Und Kaffee, ist klar.

Unser Omma bringt die Zeitung mit. Ich bekomme die gesammelten Werke normalerweise einmal pro Woche im Sammelpack und kann dann die Artikel, die ich online nur gegen irgendwelche Abo-Geschichten lesen könnte, nochmal nach lesen kann.

Sie legt mir die Zeitungen auf den Kaffee-Tisch. Und auf der ersten Seite der Goslarschen Zeitung ist zu lesen „VW-Abhöraffaire: Verdächtiger tot in Auto aufgefunden“( Zeitung vom Donnerstag, dem 13. August 2020).

Es hört sich an, wie eine Schlagzeile der Bildzeitung. Aus dem Artikel geht hervor, das man nun ein brennendes Auto gefunden habe, auf einem Feldweg im tatsächlichen nirgendwo irgendwo in Niedersachsen. Und man vermute, das es sich um den von VW freigestellten Mitarbeiter, den man dort im Hause als Abhörer vermutet, handelt, wobei VW dennoch eine Anzeige gegen unbekannt wegen der Abhörerei gestellt hat. Und erschwerend kommt noch hinzu, das wenige Wochen vorher das Haus eben jenes Mitarbeiters gebrannt hat. Er hatte den Anschlag damals überlebt; er war nicht zuhause.

„DAS ist wie im Film!“ sage ich und lese Mal und Omma und C. den Artikel vor. Das Geburtstagskind ist schon weg, die kleinen spielen.

„Das kriegen die schon raus das mit dem Tod!“ ruft Omma, 140 Jahre im Dienst der Polizei gewesen, aufgebracht.

„Die kriegen da gar nix raus!“ sage ich.

„Ja“, meint Mal. „Is wie im Film…“

„Oder der Mafia oder im Clan…“ sagt Omma. „Aber die kriegen das schon raus.“

„Die werden da nen Selbstmord draus machen, Mama…“ Es kotzt mich an, das es in diesem Land sowas gibt.

Omma starrt mich an. Wie ich sowas sagen kann??

„Mama, ich habe das in Göttingen schon erlebt. Da hat sich Indi angeblich selbst umgebracht, in dem er sich die Kehle aufgeschnitten hat. Und der blöde Russe hat Punne an der Bushalte erzählt, er sei der Täter. Das hat keinen interessiert, wie es wirklich war.“

„Jaja“, sagt sie. „Die kriegen das schon raus, ob das Selbstmord war…Ihr hättet mal dabei sein sollen, an den Tatorten! Die kriegen das schon raus! Das sieht man ganz genau!…..“ Sie ist sauer. Wie wir sowas sagen können!

„Das stimmt schon, aber es wird trotzdem keiner was sagen, wie es wirklich war!“ Mal nimmt sich Kaffee.

„Mama, ist doch ganz einfach; Der hat sich erst umgebracht mim Abgas und dann mit Benzin überschüttet und angezündet….“

Sie überlegt.

„Ja!“ Mal stimmt mir zu. „Genauso war das!“

C. verlässt den Raum. Auf sowas hat er keine Lust.

„Du gehst auf gar keinen Fall zu VW! AUF GAR KEINEN FALL! „

Omma:“Warum nicht?“

„Die haben eine eigenwillige Art, sich von Mitarbeitern zu trennen!“

Wir wechseln das Thema.

Die Weinbergschnecke und der Löwenzahn

Wir sind also in Niedersachsen. Und die Kinder haben Sachkunde. Selma ist, wie ihr wißt, Klasse 1 und wird vielleicht noch in diesem Jahr die Weinbergschnecke besprechen. Mini, in Klasse 3, musste das mit mir machen und den Löwenzahn.

Ich telefonierte mit einer Freundin und regte mich darüber auf, warum in Klasse drei denn wieder das blöde Vieh dran kommt und dieser Löwenzahnkram.

Sie informierte mich, das ihre Tochter, die auch Selma heißt und in der zweiten Klasse ist, in ihrem Sachkunde-Unterricht auch …….*trommelwirbel* ……..die Weinbergschnecke und den Löwenzahn hat.

Uns beiden wurde klar, was in unseren schlecht gelaufenen Vorstellungsgesprächen schief gelaufen war. Es fehlten die Grundlagen. Unser Gegenüber hatte uns angesehen, das wir nichts über die Weinbergschnecke und den Löwenzahn hätten sagen können und hatte dementsprechend nicht gefragt! Wir sind jetzt jedenfalls in der Lage, dank Corona, im nächsten Vorstellungsgespräch einen Zettel und einen Stift zu zücken und ungefragt nicht nur den Löwenzahn bildlich darzustellen und zu benennen, sondern auch die Weinbergschnecke! Na, wenn das nix wird, dann weiß ich das auch nicht. Ich muß ja wieder Bewerbungen schreiben und werde in besondere Kenntnisse folgendes eintragen:

Grundkenntnisse Englisch

Fahrerlaubnis alt Klasse 3

Hauswirtschaft

Weinbergschnecke

Löwenzahn

Na, wenn ich da nicht genommen werde, dann weiß ich das auch nicht.

Typisch

Patty und Selma sind ja eigentlich unsere Pflegekinder, aber auch irgendwie nicht, weil sie sind nun bald vier Jahre hier.

Nun war Corona und endlich wieder der erste Kontakt mit Mama. Es sind begleitete Umgänge.

So. Neuer Termin, bitte. Immerhin geht die Schule auch für Selma wieder los, so das ich in der einen Woche montags, mittwochs und freitags morgens um acht Selma in der ersten Klasse abgebe, um zehn Mini in der dritten und um halb elf Selma wieder abhole. Was ich dann mit Patty, dem Kita-Kind, mache, weiß ich noch nicht. Um eins hole ich jedenfalls Mini wieder ab. Das ganze Spiel wiederholt sich in der Woche drauf Dienstag und Donnerstag und dann wieder drei Tage, dann zwei, dann drei….An den freien Tagen startet hier das Home-Schooling um halb zehn bis um eins mit der kleinen Schoko-Pause und der Bewegungspause. Bewegung muß zwischendrin sein.

Ich habe sämtliche Termine, die ich sonst so habe, auf den Nachmittag gelegt, denn der Versuch, um so einen Termin herum mit den Kindern Aufgaben zu bearbeiten, war gescheitert. Das wird nix. Und es ist schon wenig genug Unterricht.

Also sagte ich Frau Umgangsbegleitung, das ich vormittags nicht kann, auch wenn Patty nicht in die Kita kann.

Sie erklärte mir, das sie nach einem Termin suchen werde: „Am besten vormittags.“

Bliebt gesund!

Home-Schuling

Zuhause-Schulen….in aller Munde. Überall in den Medien und überall hört man nur:“Boah, ich bin froh, wenn die Schule wieder richtig los geht…“

Geht sie aber nicht, haben sie schon wieder und wieder in den Medien bekannt gegeben. Jedenfalls nicht in Niedersachsen und auch nicht im Harz, also dem niedersächsischen Teil davon.

Sechs Tage die Woche drei Stunden am Tag rechne ich 5+7 und erkläre, wie Zahlen geschrieben werden und warum Schwungübungen gemacht werden müssen, ich setze mich mit Wortstämmen rum und verzweifle auch an unerklärbaren Deutsch-Aufgaben, bei denen man über eine halbe Seite Wörter in irgendwelche Teile aufteilen soll.

Textaufgaben, Sachaufgaben, Prozentrechnung und der 1. Weltkrieg samt der Weimarer Republik. Nachdem ich in der Schule von E. angerufen habe und nach den Themen in Geschichte gefragt habe, weil das Fach ja ausfällt, und auch noch erklärt habe, das ja nicht mal ohne den geschichtlichen Hintergrund unserer Grundgesetz verstehbar ist, hat E.s Klasse nun doch keine Politik, sondern Geschichte. Die Lehrpläne für die Schulen in Niedersachsen habe ich auch schon gefunden.

Ich lasse es nicht zu, das meine Kinder hier verblöden, nur damit alle Bescheid wissen. Diese Einmalzahlung des Bundes habe ich längst ausgegeben. Investiert in ein Laptop von E., sonst hätte sie keine Aufgaben lösen können, die über die App kamen, in diverse Grammatik, Leseübungs-, Mathebücher für die Grundschule, Englisch ist auf dem Weg.

Das Kind könnte für zwei Stunden donnerstags in die Vorschule mit zehn weiteren Kindern. Um zehn muss ich aber die Drittklässlerin in der Schule abgeben, um dann eine halbe Stunde dort zu warten, weil die Erstklässlerin, die um acht beginnt, um halb elf Schluss hat. Die Kinder haben unter drei Stunden Schule am Tag, eine Woche 9 Stunden, eine Woche sechs.

Schlimm ist die Feststellung, das das defizitäre Kind doch Dinge lernen kann, die bisher auf ihre Teilleistungsschwäche abgewälzt worden sind….und das Kind meiner Freundin, das knapp vor der Lese-Rechtschreibschwäche stand, kann fehlerfrei ab. Wir haben erklärt, uns über Methoden ausgetauscht. So lernt der Sohn einer anderen Freundin die Silben mit um den Tisch laufen und Schritte zählen, weil er mit dem Klatschen nicht hin kommt…..

Freitags bin ich müde und samstags stehen noch die Zeitungen mit den Großen an, ich fahre das und packe die Pakete nach vorn und die beiden bringen die Dinger in die Briefkästen. Es ist Zeit zu quatschen und zu hören….

Home-Schooling. Vier Klassen, davon in der Regel drei gleichzeitig, das fordert den Kopf, gleichzeitig Reimwörter zu beantworten und Mathe-Ergebnisse kontrollieren und Wortstämme in Wörter verwandeln…..

Ich kann wieder folgen!

Ich kann wieder folgen! Stöbern, lesen, mich inspirieren lassen, oder, wie man platt auch sagt, nachmachen…..

Monatelang ging das nun nicht. Immer wieder blogs von Hand suchen und zack, beim Folgen, da ging mal gar nix.

Support angeschrieben, wie angeraten, sämtliche Software überprüft, den Browser zurück gesetzt, mir neue Passwörter für alles mögliche ausgedacht, weil die auch weg waren und das war das, was mich echt sauer machte, als auch Opera und Arora nicht funktionierten.

Ich glaube, das konnte man in meiner Mail auch lesen. Aber jetzt: Es geht. Ich kann wieder verfolgen!

Und es gibt einen Gott!

Es gibt ihn sehr wohl und er ist gerecht.

Heute vormittag bin ich zu C. ins Zimmer und sagte ihm, das Minis beste Freundin samt Schwester und Mutter zu Besuch kommt.

Und dann machte ich weiter Hausarbeit. Als ich gegen eins in die Küche zurück kam, hatte er den Einbauschrank, der irgendwann mal vor die Rohre, die durch das Haus laufen, gebaut worden ist, leer geräumt. Die ganze Küche stand voll mit Putzmitteln, dem unnützen Fensterputzding mit Wassersauger, Staubsaugerbeuteln des Baustaubsaugers, alles stand voll.

C. hatte auch die Einlegebögen rausgenommen. Er hantierte mir Schmirgelpapier…

„Du macht JETZT diesen Schrank?“ Der Schrank ist seit Wochen ohne Tür, die Tür zum Esszimmer seit Wochen abgeschliffen und genau heute mußte es weiter gehen.

„Es muß ja mal fertig werden!“

Ich war sauer. Ich wußte genau, was uns erwarten würde. Davon ab, daß wir uns kaum würden unterhalten können, die Mama und ich, weil C. seine Männerwerkzeuge von Bohren bis Schleifen, ggf. auch Sägen nutzen würde.

Also sagte ich eineinhalb Stunden vor dem Treffen ab. Ich war so sauer! Und ich kann richtig laut schweigen ohne Türen zu werfen.

Im Laufe des Nachmittags hörte ich den Schleifer, Handschleifen und irgendwelches Gewerkel, das in einem „Auauauauauaua!“ endet. Warum auch immer hatte der Schraubenzieher fies über C.’s Bauch geschrammt.

Das wiederholte sich noch einmal und C. beschloß, in den Baumarkt zu fahren.

Ob ich noch was zum Pflanzen bräuchte.

Nö. Ich habe mich dieses Jahr für Kartoffeln entschieden. Wunderschönes grün und dann hübsche Blüten…..

Als er aus dem Baumarkt kam, hat er erstmal in das Stromkabel der Steckdose neben diesem Wandschrank gebohrt und das Haus war stromlos.

Wow. Ich wußte, es gab zwei Möglichkeiten. Entweder C. schließt wieder die Steckdose an, ich guckte auf die Uhr -Abendbrotzeit, oder aber er klemmte das Ding ab. Letzteres würde wesentlich schneller gehen und uns noch ein normales Abendbrot sichern….

„Du, hör mal, ich brauch die Steckdose nicht. Die ist eh lose und kommt immer mit dem Stecker raus und deshalb mag ich die nicht und nutze die nicht. Klemm sie doch einfach ab und mach das Loch zur. Bißchen Rauhfaser drüber und Farbe und keiner sieht das.“ Mauscheln kann ich.

„Ja, das Loch für die Steckdose ist zu klein, die passt da nicht rein. Deshalb fällt sie raus. Wer hat denn bloß das Loch für das Ding gemacht?“

Also eigentlich hat ja C. diese Stromgeschichte in der Küche neu gemacht, als er die Küche gebaut hat….

Ich: „Keine Ahnung, wer das gemacht hat. Ich nicht. Das kann ich dir versichern. Aber klemm sie einfach ab.“

Dann kam die Schwelle unter der Tür zum Esszimmer dran. Er wollte sie abbeizen.

Okay.

Also trug er diese Beize auf und die Stufe wurde Lila. Als es abtrocknete, war das Holz megadunkel und hat so einen schönen blaulila Stich.

Hätte er uns man nur diesen Kindertag machen lassen, einfach nur den Raum gelassen, die Kinder spielen zu lassen…..Hätte er sich den Strom und die Schramme am Bauch gespart. Und die Stufe wäre auch nicht blaulila.

Der Schrank und die Tür sind natürlich nicht fertig.

Hätte er uns man den Kindertag machen lassen. Hätte er man…..

In diesem Sinne: Bleibt gesund.

Kaffee-Mühle

In Corona-Zeiten sollte man nicht krank werden. Da haben wir am Dienstag letzter Woche noch für die beste Freundin von Mini Stockbrot im Garten zum Geburtstag gemacht und zack! Zwei Tage später lag es flach, das alte Flagschiff hier.

Und was hörte es da aus eineinhalb Meter Abstand??? „Corona!“ Keine wohlwollende Umarmung und nur der Gang liegende Hund verhinderte, das Eis und Saft mit einer Poolreinigungsstange rüber geschoben wurden.

Und nein, ich habe mich nicht getraut, irgendjemandem irgendwas zu sagen, weil : „Corona!!“

Also, für den Fall, das es Corona war, hier das ultimative Rezept:

3 mal täglich 400mg Ibuprofen über vier Tage.

Ferrum phosphoricum von Schüssler 200 Stück-Packungsgröße, immer mal eine Handvoll, bis diese sich im Mund nicht mehr auflösen. Etwa über vier Tage.

Erste Nacht: eine Flasche Traubensaft Monet plus 1,5 Liter Vittel

2ter Tag: 1 Fruchteis.

Zweite Nacht: eine Flasche Granatapfelsaft (Bäh!!) plus 1,5 Liter Vittel

Dritter Tag: 2 Fruchteis und ein in Kaffee eingeweichtes Brötchen. Eine Viertel Tasse Hühnerbrühe selbst gemacht.

Dritte Nacht: 2 Flaschen Orangensaft von Lidl aus dem Kühlregal.

Vierter Tag: Zwei Teller Hühnerbrühe mit Muschelnudeln und immer dran denken, bei jedem Bissen mit Wasser nach spülen, sonst hängen die Nudeln nicht nur im Hals sondern auch im oberen Rachen.

Fünfter Tag: Kaffee und Wasser. Die Schwellung im Hals und im oberen Rachenraum lässt sich gut mit Mukosulvan für Kinder und Meerwassernasenspray bekämpfen.

Ab dem 5ten Tag nur noch 3 mal 200 mg Ibuprofen.

Nudelsuppe vom Vortag und immer an das Wasser denken. Kommt sonst zu unschönen Szenen am Tisch, die den anderen den Appetit verderben.

Weiterhin Mukosolvan und Nasenspray und Vittel und Kaffee.

Tag sechs: 1 Liter Orangensaft aus dem Biomarkt. Der ist sooooooooo lecker!

Weiter mit Ibuprofen, Mukosolvan, Nasenspray, Vittel und Kaffee.

Es war eine klassische Mandelentzündung, ich bin nicht so für Neues.

Warum war ich nicht beim Arzt? Weil man da vorher anrufen muß und entweder ist da besetzt oder aber es klingelt durch.

Aber weiter. Nun war es Mittwoch dieser Woche.

Erst schrieb mir eine Freundin, das sie nun in der Mühle in Langelsheim gewesen sei und ein Pfund Trockenhefe besitze und 5 kg Mehrl geholt habe, aber das sei ja nicht viel, weil sie schon erstmal Laugengebäck, Brot gebacken und für den folgenden Vatertag einen Kräuterzopf backen muß. Sie war echt lieb und bot mir mit meinem Frische-Hefe-Vorrat, die die Reste der Frischhefeherstellung, also Trockenhefe, nicht nutzt, gleich mal welche an.

Okay. Mir geht es da immer so wie C.. Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll.

Mittags bin ich mit D. dann zum Einkauf aufgebrochen. Einfach war das nicht. Noch ein wenig wackelig und dann doch sehr mutig forderte ich D. auf, mit mir noch in den Media-Markt zu fahren, um eine neue Kaffee-Mühle zu kaufen.

Also mit Masken und Stöckern da rein. Ich die Stöcker. Da standen wir also vor dem Regal mit Mühlen.

„Und wie fein ist nun der feinste Mahlgrad?“

Da Nachfolge-Modell meiner 5-Jahre alten Mühle gab es auch, aber ich durfte die Sonntags nicht in der Küche benutzen, sie hat alle immer geweckt, weil ich früher auf war.

Die Feinheit des Mahlgrades ?

D. entschied sich, den Verkäufer zu kontaktieren.

Da gab es welche mit Auffangbehältern, Tasseneinstellungen und großen und kleinen Borstenpinseln und eben das Nachfolgemodell.

„Wie fein ist denn nun der feinste Malgrad bei den Maschinen?“ wollte ich vom Verkäufer wissen.

„Sie müssen hier einfach drehen auf ganz fein….“

Er hat meine Frage nicht verstanden und so entschied ich mich zum Nachfolgemodell. Und was soll ich sagen? Der kleine Becher mit den Messern hat jetzt einen Deckel, was die Angelegenheit wesentlich sauberer gestaltet. Und: Sie ist NOCH lauter! Aber das habe ich erst zuhause gemerkt. Wecken leicht gemacht.

Nun standen wir also dort am Tresen. Ihr kennt das, man kriegt so ein ausgedrucktes Ding und eigentlich sein Gerät unten an der Info.

Und während er da so tippselte, erzählte er, das er ja in der Mühle in Langelsheim war und das man dort jetzt 500 gr Trockenhefe kaufen könne und das habe er gemacht. Und auch gleich ganz viel Mehr. 2,5 kg. Und er backt ja jetzt Brot und seine Freundin, die mag das so sehr, das er ihr, kaum, das es auf dem Ofen kommt, gleich erstmal den Knust geben muß….

Ooookay. Ich weiß immer noch nicht, was ich dazu sagen soll.

„Oh, ehrlich! Wow! Toll!“? D. war auch nicht hilfreich. Der, der nach den Backorgien seit meinem kaputten Knie immer mal den Backofen säubern muß und meinen Backstein für seine Pizza zu nutzen weiß, der guckte genauso blöd wie ich.

Vielleicht sollte ich auch mal in die Mühle nach Langelsheim und mir ein Pfund Trockenhefe kaufen. Vielleicht kann ich dann das Hochgefühl verstehen.

Wahrscheinlich liegt es an meiner mangelnden Sozialkompetenz. C. und ich sind zu dem Schluß gekommen, das das unser Manko ist. Wir haben es nicht so mit Menschen, er eher mit Rechnern und ich eher mit Viechern. Wir sind also den Kindern kein gutes Vorbild.

In diesem Sinne:

Bleibt gesund.