Sehr geehrte Frau Hausärztin,

2017 im Oktober, bevor ich Ihnen unser Omma geschickt habe, da habe ich Sie gefragt, ob Sie Entscheidungen eines Patienten, sich nicht mit allem Drum und Dran behandeln zu lassen, ob Sie das aktzeptieren.

Sie antworteten  mit mit einem klaren „Ja.“.

Das war auf unser Omma bezogen, die ja nun schon Mitte siebzig ist.

Ich bin 52.Warum also gilt das nicht für mich?

Die Schilddrüse, deren Behandlung JETZT dringend angestrebt wird, ist schon mein Leben lang kaputt. Der von Ihnen beschriebene mögliche lebensbedrohliche Zustand, der dank der langen Wartenzeiten auf einen Krankenwagen bzw. Notarzt eher den Anruf beim Bestatter sinnvoll macht, dieser Zustand besteht also schon mein Leben lang.

Ich habe damit zehn Kinder geboren, gearbeitet,  gelacht, geweint, beerdigt, bin weggefahren…..ABER jetzt, jetzt muß…

Ich denke mal „Nein.“.

Vielleicht sollte ich Ihnen erzählen, wie ich vor zwei Jahren in Ihre Praxis gekommen bin. Meine damalige Hausärztin in der Praxis nebenan stellte eben jenen Zustand meiner Schilddrüse fest, ein dem Hausarzt vor dem Umzug 2011 hierher ebenfalls bekanntes Phänomen, und dem davor und dem davor und dem davor. Immerhin bin ich schon ein paar Mal umgezogen. Aber die vor der Hausärztin vor Ihnen, die haben mich in Ruhe gelassen.

Also eben jene Hausärztin nutzte die Gunst der Stunde und sprach C, der mich zum Arzt begleitet hatte, auf die Notwendigkeit der Operation an und machte ihm Angst. Sie werde mich schon bewegen, mir das Ding rausnehmen und von der Luftröhre schälen zu lassen.

Also bin ich mit meinen Kindern zu Ihnen gewechselt.

Auch bestand die Frauenärztin, die nicht meine Frauenärztin in Göttingen war, mich aber notgedrungen wegen der Schwierigkeit der letzten Schwangerschaft durch diese begleitete,  darauf, operativ die Schäden der  vorhergehenden Geburten in meinem Innenleben beheben zu lassen.

Angesichts der Tatsache, daß ihr mitpraktizierender älterer Kollege mich schon 1992 von meinen inneren Fortpflanzungsorganen hatte befreien wollen, antwortete ich ihr:

„Wenn die Verpackung vom Baby bei der Geburt mit raus kommt, dann können wir drüber reden, sonst bleibt das Gedöns da, wo es ist.“ 1992 hatte mir ihr Kollege erklärt, ich werde Probleme bekommen. Hatte er ja auch recht. Acht Stück, um genau zu sein.

So. Nun ist auch noch das Knie kaputt. Und die Skoliose, über Jahrzehnte passend zum X-Bein mit dem kaputten Knie eingeschliefen und die Osteochondrose und was da alles hin ist, das macht Probleme, läßt mich je nach Belastung des vorran gegangenen Tages bis zu 5 mal zwischen 24  und 6 Uhr  aufwachen. Und irgendwie bin ich müde, nicht so leistungsfähig.

Ob innerlich unzufrieden bin, wollten Sie, meine liebe Hausärztin wissen.

„Ja. Bin ich.“

Mehr wollte Sie nicht hören.

Schätzelein! Ich bin müde, wenn ich aufstehe. Der Tag ist lang! Ich  habe „Der junge  Inspektor Morse“ aufgezeichnet, weil ich dabei super einschlafen kann. Und wenn ich Pech habe, und das habe ich  öfter, dann weckt mich der Knochenbau und ich gucke das Ende der Folge.

Ob ich innerlich unruhig bin? war die nächste Frage.

Klar! Hatte ich doch bis zu diesen Fragen zweieinhalb Stunden im Wartezimmer verbracht und die Ärztin war erst kurz nach zwölf ins Behandlungszimmer gekommen, in das ich nur 30 Minuten zuvor gebracht worden war und mußte ich doch noch gute 20 Minuten zurück fahren, um meine Tochter um 10 vor eins aus der Schule zu holen. Doch, ich bin etwas unruhig. Ich muß fahren…..

Sie haben beschlossen, daß ich zum Psychiologen muß. Damit ich besser mit meiner Situation  umgehen kann. Und neue Schmerzmittel brauche ich auch. Die nehme ich gegen die Schmerzen vom Rücken, vom Knie, von der Hüfte. Nebenwirkungen sind lediglich hoher Blutdruck und Kopfschmerzen.  Und was für die Schilddrüse gegen die Überfunktion….damit ich nicht mehr so unruhig bin….

Aber das Rezept für die Krankengymnastik, die mir mal alles wieder einrenkt, was ich durch das Laufen mit der Orthese immer aushebele, das bekomme icht nicht….

So. Nun habe ich bald wieder einen Termin bei Ihnen und werde jetzt erstmal ausrechnen, wieviele Tabletten ich theoretisch noch habe für das neue Rezept….

Das mußte mal gesagt werden…

in diesem Sinne

 

 

 

Advertisements

Carina und ich….

Lange Monate habe ich mit mir und dem Material gekämpft und dank  Viktoria kam ich zu dem Schluß, daß ich mit wachsendem Alter einfach zu doof werde.

Mit Viktoria nähte ich mühselig die Vorhänge, eine Arbeit, die man normalerweise in wenigen Stunden erledigt, aber mit der Viktoria aus den frühen siebzigern…..Und dann ging irgendwas im Pedal kaputt, so daß sie dauerhaft nähte und erst aufhörte mit dem Rattern als ich den Netzstecker zog. C. reparierte sie.  Und trotzdem wurden Viktoria und ich keine Freunde. Sie zog den Stoff immer zur Spulenkapsel und brachte alle Fäden zum Reißen und Knoten, so daß ich manchmal den Eindruck hatte, sie würde auf ihre alten Tage lieber was anderes machen als Haushaltssachen zu nähen…

Ich klagte Omma mein Leid und sie hatte die Lösung: Sie schenkte mir ihre Pfaff aus den 80ern des letzten Jahrhunderts. DAS klingt wirklich historisch, wobei man schon auch sagen könnte, sie stammt aus dem letzten Jahrtausend, aber das erinnert irgendwie an Kreuzüge.

Ich freute mich auf die Pfaff. Immerhin war sie zum Zeitpunkt ihrer Anschaffung ein echtes High-End-Produkt, für dessen Anschaffung ich gesorgt hatte.

In jungen Jahren, wie sich das nun wieder anhört, also in jugen Jahren, kurz vor der Volljährigkeit, was man mit 15,16 Jahren noch nicht so sieht, also das es kurz davor ist, hatte ich das Nähen entdeckt und die Nähmaschine meiner Mutter, die ursprünglich mal in so einem Nähmaschinenschrank untergebracht war und wahrscheinlich aus den späten 50ern, frühen  60ern des letzten Jahrhunderts stammte, durfte ich zwar nutzen, mußte sie aber immer nach Benutzung in ihren Transportkoffer verpackt wieder in die erste Etage ins Schlafzimmer meiner Mutter stellen.

Das Ding war schwer und so unterstütze ich den Trage vorgang, in dem ich das Ding beim Laufen auf der Treppe im Treppenhaus gleichzeitig auf meinem Bein lagerte…Das war doof und der Koffer ging auf und die Nähmaschine polterte auf  der Treppe hinunter. Zwar war sie jetzt im Erdgeschoß, aber…

Dabei schlug sie ein großes Stück aus einer der Marmorstufen und war dann tatsächlich kaputt, als sie unten ankam. Als ich darüber nachdachte, fiel mir ein, daß es auch eine Art von Receycling wäre, Elektroschrott militärisch zu nutzen, was sicherlich auch die Rüstungsausgaben senken würde….Ladeklappe Flugzeug auf, Waschmaschine, Nähmaschine, Geschirrspüler und Fernseher raus. Das hat mit Sicherheit auch Durchschlagskraft….

Jedenfalls  war der Sturz der Maschine das Ende meiner Näherei. Die Stufe wurde repariert und meine Mutter kaufte die Pfaff. Für die galt: Nur angucken, nicht anfassen.

Was wohl aus mir geworden wäre, hätte ich weiterhin….hm. Auch nix anneres als jetzt.

Also: Die Pfaff kam, aber das ehemalige High-End-Produkt wurde dem Klang seines Firmennamens gerecht. Der Spulenkapsel fehlte eine Schraube, also neue Spulenkapsel.

Die Fadenspannung stellte sich automatisch um, obwohl das kein Feature bei Auslieferung der Maschine war. Also habe ich sie auseinander genommen, sauber gemacht, W40 verwendet und dachte: „Aba jetze…“ Nix jetze. Fadenspannung richtig eingestellt, zwei Stiche nähen, Fadenspannung automatisch anders eingestellt. Und der Stoff suchte eine Rundfahrt auf der Spulenkapsel. Immerhin war das Auftrennen einfach, man mußte nur einen Faden anfassen und ziehen…

Und da kam ich zum dem Schluß: Wenn man alt wird, wird man mehr doof als früher und verlernt Fähigkeiten. Und so standen die Maschinen rum und angefangene Projekte wanderten in Kisten oder in „Geht eh nich, bin zu alt dazu.“, fanden also überhaupt keinen Anfang.

Un so lebte mein Sofa-Selbstbau monatelang ohne Kissen.

Bis Carina kam:

sofa

Nun haben Olaf, Elke, Lutzi, die Kinder und ich DIE Ecke zum rumlümmeln. Die Strickkissen habe ich nur aus Verzweiflung gemacht, weil die Maschinen nicht die Jute nähen wollten.

 

Weihnachten 2018 – wer war die Prinzessin?

Ich. Es war ein eindrucksvoller Heiligabend. Wirklich wirklich der Hammer.

Morgens ging es zum Misten der Pferdeboxen mit Klein E. und Mini auf den Reiterhof.

Die kleinen Mädchen hatten mir Schnee geschenkt. Ja, da könnt ihr drüber lachen, aber ich glaube daran, daß die Zeit des Wünschens in der Kindheit liegt. Das ist mir nicht das erste Mal passiert, daß kleine Kinder in meinem Haushalt wünschten und es wahr wurde.

Jedenfalls hatte ich sie gebeten, sich Schnee zu Weihnachten zu wünschen. Und es flockte. Es blieb zwar hier nicht liegen, aber ich konnte die gepuderten Berge des Harzes von meinem Kaffeetisch-Sitzplatz aus sehen.

Das war mein erstes Geschenk.

Das zweite Geschenk war eine Kaffee-Einladung meiner ehemaligen Chefin. Ich habe sie sehr gemocht und dann hat sie gekündigt. Und wir waren eigentlich im letzten Jahr schon verabredet und wie es so ist, es wurde nix draus…die Zeit lief drüber hin und ich mochte nicht zur Last fallen und dann kam die Einladung zu Heilig Abend.

Das war mein zweites Geschenk.

Und dann kam die Nachricht, daß Angus am ersten Weihnachtstag zum Essen kommen würde.

Das war Nummer drei.

DAS, liebes Leben, das vergeß ich Dir nicht.   Das nicht. Auch wenn der Schnee schon am nächsten Tag wieder weg war….egal. Das war mein persönliches Wintermärchen.

Frohe Neues und so….2019

Japp, ich muß mich entschuldigen, aber ich bin zu spät. Besser spät als nie? Ich hoffe auf Vergebung, aber der Grund ist das hier:

Mütze

Für Selma und Patty, für Mini und für Angus, der uns zu Weihnachten besuchte und weil ich in der Woche vor Weihnachten krank lag, da mußte alles ab Weihnachten fertig werden. Die Handschuhe fehlen noch und müssen noch, aber damit können wir uns morgen erstmal behelfen.

Die ganz bunte Wolle hat Mini ausgesucht und die Hälfte ihres Schals selbst gestrickt. Ich hatte ihr versprochen, ihr eine Mütze zu stricken, wenn sie ihren Schal fertig bekommen würde. Als sie ihn vor ihrem Hals zusammen halten konnte, da sagte sie: „Der ist fertig, Mama!“

„Nee, der ist doch noch ganz kurz.“

Also schlang sie sich das Stück Schal um den Hals und hielt es zusammen und sagte sehr eindrignlich und ernst:

„Doch. Fertig. Guck. Der geht schon  rum.“

Okay….Und Angus gefiel die Wolle und ich strickte eine zweite Mütze in knallbunt.

Und Patty und Selma. Die Kindermützen. Ja, niedlich. Aber immer auch ein bischen dumm. Niedliche dumme Kinder und damit ist es nun letztendlich vorbei. Ich wollte was Warmes und Schönes und so habe ich Schurwolle aus Australien gekauft und geklöppelt und es mußte fertig werden, weil morgen die Kita wieder los geht. Und endlich stülpen sie keine Mützen mit Tiergesichtern und Ohren und Bommeln an den wildesten stellen mehr über, die dringendst eine ‚Fleece-Einlage brauchen, damit der Kopf wenigstens ein bischen warm bleibt….

Selma braucht einen Mantel. Einen aus schlichtem Wollstoff und noch die passenden rosa Handschuhe, aber bitte als Fäustlinge, damit die Finger warm bleiben….eine kleine Grand-Dame….raus aus den lieblichen Blumenmotiven mit Glitter. Ich habe eine Nähmaschine bestellt und hoffe, daß ich eine mit den guten Kritiken erwischt habe.

Also: In diesem Sinne, frohes Neues und allzeit warme Füße, Hände und Kopp. Der Schnee soll ja kommen…