„Glaub nicht alles, was in Büchern steht!“
Seit dem Ende meiner Ausbildung habe ich so ein Firmen-Hopping hinter mir.
In der ersten Firma bewachte ich nachmittags ein Nicht-Klingelndes Telefon. Ja, nur das, in der Regel. Und es gab die, deren Namen ich nicht aussprechen durfte. Waldemort. Und wenn sie meinte, ich hätte ihren Namen ausgesprochen, halfen auch die Aussagen der Kollegin, die erklärten, das ich den Namen gar nicht ausgesprochen hatte.
4 Monate habe ich das geschafft.
Dann nach vier Wochen krank in die nächste Firma. Ab an den Tresen, vor dem Bearbeiten die Emails ausdrucken, um sie zu bearbeiten und dann weg zu werfen. Am 23. Dezember von 08:00 bis 19:00 Uhr arbeiten – auf keinen Fall. Die Frau, die mir die schlecht mit mir umgegegangen ist, hat sich mal bei mir weinend entschuldigt. Ich war dennoch sprachlos. Und jetzt. nach knapp einem halben Jahr, bauen wir eine Freundschaft auf. Ich mag sie. Sie ist wundervoll. Eine Lady. Ich liebe die Gespräche mit ihr. Sie ist klug.
Aus diesem Job bin ich raus, als ich wohl die letzte auf der Liste war, die angerufen wurde, um die Stelle einer Reno, gefordert war einen Bürokauffrau, besetzen.
Und Anfangs …ja anfangs. Und jetzt sind wir hier am Ende. Das ist nicht mein Platz.
Also Bewerbungen schreiben. In meinem Alter. Mit meinem Bruch im Lebenslauf.
Ich brauche eine Idee. Dringend. Ich muss mich abheben, ein Einzelstellungsmerkmal. Also lese ich. Und lande am Ende bei zwei Büchern mit Initiativ-Bewerbungen. Eins von Haufe, ist noch in der Post, also noch nicht da. Und dem Haufe-Verlag, dem konservativen, dem vertraue ich schon, weil ich dort viele rechtliche Sachen gefunden habe, die für meine Ausbildung wichtig waren. Und ich brauchte die rechtssicher.
Okay. Nach dem Crash war erstmal wichtig, eine eigene Entscheidung zu treffen. Was will ich? Und dann habe ich entschieden. Auch das ist nicht mein Platz.
„Schreib Bewerbungen!“ C. forderte mich immer wieder auf und überprüfte, ob ich zumindest eine fertig hatte. Das war ein tagelanger Kampf und ich erwarte nichts, weil die nicht gut sind. Das ist.
Also gelesen und gelesen. Das erste Buch ist da, ich lese und finde die Aussagen logisch.
„Wer vom Arbeitsamt kommt, gehört zu Rudis Resterampe.“ Das hatte ich schon in der Umschulung gehört und las es nun wieder. Und wenn man bedenkt, dass es auf dem Wohnungsmarkt auch so ist, dass viele Wohnungen gar nicht im Netz, den Zeitungen und wo auch immer auftauchen, dann….dann…..Zumal mir jemand vom Arbeitsamt gesagt hat, das die guten Arbeitgeber nicht inserieren müssen. Da gehen die Leute nicht weg.
Also rumpele ich die Treppe rauf unter das Dach, C. sitzt vor dem Fernseher. Ich erzähle ihm von meinem neuen Plan, mir ein Alleinstellungsmerkmal zu schaffen…..
„Glaub nicht alles, was in Büchern steht.“
„Tu ich doch gar nicht!“ Ich erzähle ihm, wie inspirierend ich die Ideen in dem Buch finde, wie schwer ich die Fragen finde, mir meinen Traumjob genau vor zu stellen und ich doch einfach mal auf die klassische Papier-Bewerbung zurück greifen will….
„Ja, das hatte mich der Recruiter auch gefragt. Wie mein perfektes Büro sein muss. Ein Tisch, ein Stuhl und ein Rechner. Das hab ich geantwortet. Und als ich in der Firma war, da habe ich die Frage verstanden. Es war furchtbar….“
Wir schweigen kurz.
„Glaub nicht alles, was in Büchern steht.“ Und er erklärt mir, dass viele Fragen in Vorstellungsgesprächen nicht vorkommen, weil die schon in Büchern gestanden haben und ich soll auf das Erscheinungsdatum gucken, weil dann ist das auch wieder keine gute Idee.
„Ich glaub nicht alles, was in Büchern steht. Oder hälst Du mich für dumm?“
„Jaahaa…“
Ich zeige ihm den Mittelfinger und verlasse das Zimmer. „Fick Dich, Motherfucker!“
Ich würde ChatGPT fragen, wie du dich am besten bewerben kannst ( und deine Lücke gut verkaufen kannst). Manche Vorschläge sind wirklich gut. Und Jobs über LinkedIn suchen. Niemals über das Arbeitsamt.
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LinkedIn Jobsuche meinte ich
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ChatGPT ist eh mein Highlight. LinkedIn kommt auch noch dran.
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