Dem Gerhard sein Siebzigster

Den Gerhard hab ich ja noch erlebt, so als Bundeskanzler. Schöne Stimme hatter, schade die nicht immer für ordentliche Worte da ist….Am Anfang hatte der noch die Hiltrud. In der Zeit hatte ich zwei Gänse, die nannte ich Heinz und Hiltrud, genannt Hillu.
Aber Hillu ist Ende September vor Weihnachten in dem Jahr gestorben, also meine Hiltrud, nicht dem Gerhard seine, die ich nicht mochte, weil die aß immer ökologisch. In der Zeit war viel mit ökologisch und diesen Bio-Läden, die immer so unangenehm vor sich hin müffelten. Ich meine, so ein Supermarkt, der stinkt irgendwann nach Fleischtheke und dann wird der modernisiert, aber wonach so ein Bioladen müffelt, das kann ich gar nicht beschreiben. Aber davon ab. Als nun meine Hillu nicht mehr war, das brauchte der Heinzi ´ne Neue und bekam bis zum Schlachten zu Weihnachten Hillu 2. Aber das war nich´mehr so.
Der Gerhard hat ja dann auch seine Hillu getauscht, aber die Neue hieß nicht Hillu2, sondern Doris. Doris Schröder-Köpf oder so. Die war nicht ökologisch wie die Hillu sondern blond. Aber mal sowas von gefärbtem Blond, das hätte für fünf Köppe  gereicht. Ich meine auch, der hat die noch ma dick gemacht, der Gerhard die Doris. Aber das weiß ich nicht mehr genau.
Jedenfalls habe ich die Frage geklärt, was man wird, wenn man als Bundeskanzler arbeitslos wird. Dann wird man nämlich Gas in Rußland.
Soweit so gut. Das war das damals mim Gerhard. Dann guck ich so Fernseh und da wird der Gerhard vor einigen Wochen interviewt. Ich habe nicht das ganze Blabla geschafft, schaff ich beim dem nie, aber ich kann mich erinnern, das er davon erzählte, wie es ist, wenn er zuhause ist und seine Kinder in die Schule schickt und das hinterließ bei mir den Eindruck von Grundschüler mit Hello-Kitty-Trinkflaschen. Und das der ja mim Puttin so ist, aber mal sowas von so. Die sind nicht nur einfach Freunde, näh, die sind schon eher wie Winnetou und Old Shatterhand. Jawoll nämlich.
Damals war ja noch nicht Ukraine. Da dachte ich mir noch: Is ja süß, der Gerhard und der Puttin!
So. Und nun sitz ich nix ahnend heute im Zug und höre Radio und les Zeitung und lese so, das es ein Bild gibt, weil dem Gerhard sein siebzigster nachgefeiert worden ist in Rußland mit denen vom Gas und so und da haben die beiden sich in den Arm genommen. Ich meine, mal ehrlich, die sind ja auch so. Also richtig so. Winnetou und Old Shatterhand ebend.
Winnetou hätte ja nun den Shatterhand auch nicht einfach ausladen können von seiner nachgefeierten Geburtstagsfeier. Wie hätte das denn ausgesehen, wenn da ein Bodyguard gestanden hätte und sich dem Puttin in den Weg gestellt hätte und gesagt hätte: „Du kummst hier ned rein!“
Man muss hier genau unterscheiden, denk ich . Das eine ist Politik. Das mit der Ukraine und den Geiseln. Das Arbeit. Die vom Puttin. Die vom Gerhard is ja Gas. Das andere is ja prívat. Die Winnetou-Old-Shatterhand-Geschichte. Heißt Shatterhand eigentlich wackelnde Hand? Ich muss das mal guhgeln. Und weil das ja privat ist,das mim Geburtstag, da kann man seinen Blutsbruder auch mal in den Arm nehmen. Hat ja Winnetou auch mit Old gemacht, wenn die Hälfte seines Stammes von Old entführt und versklavt worden ist. Hatter bestimmt!

Meine Fresse, Gerhard! Ich weiß schon, warum ich das verschissene Interview nicht bis zum Ende gucken konnte! Meine Güte, Gerhard, ehrlich. Das mit der Körner-Hillu, das hab ich noch verstanden. Ich hoffe, Du hast der Doris ihr Gebiß mittlerweile richten lassen. Aber vllt is die ja auch nich mehr aktuell, aber das echt wurscht. Das mim Gas, das fand ich komisch, aber wegen mir. Aber das jetze hier, mein Bester! Wenn man schon privat feiert, warum muss dann die Presse mit bei sein? Das das eine.  Das andere ist: Du bist überhaupt kein Freund vom Puttin. Du bist bloß so´n Radfahrer! Freunde, die sagen einem nämlich auch mal, was nich in Ordnung is! Die machen da keine Kuschelnummer oder hatter Dir ins Ohr geflüstert beim Kuscheln: „Gerhard, alles, alles  Gute zum Geburtstag, Bruder!“ und dann hamse die Geiseln inner Torte reingebracht. Hatter nich.  Gerhard, ich meine, mit siebzig, gut da lässt die Hirnleistung echt nach, aber sooooooooooo doll?
Mach Dich bloß wieder aus den Medien, ehrlich. Enttäuschung hat einen Namen, nämlich Deinen!

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Dinge, die ich noch nie gesehen habe

und von denen ich glaubte, sowas gibt´s nicht!
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Ich möchte ja nicht unhöflich sein….Also, ähm, das brachte eine Kollegin mit zur Arbeit. Wenn man hinguckt, dann sieht man, das die Dinger nicht nur handsortiert sind, sondern die grünen Blättchen auch noch brav unten am Kistenboden liegen.
Ich mein, ich komm ja vom Land. Also bei uns gibt es die Dinger in Gläsern, in Eimer und im Garten, aber das hier, das ist einfach nur dekadent oder vllt aber doch noch nicht. Dekadent ist es wohl eher, wenn jede Erdbeere einzeln verpackt ist….Die hier sind mir jedenfalls unheimlich. Ich mag die lieber im Eimer, im Glas und im Garten. Wer weiß schon, wo diese Dinger in der Kiste da herkommen….

Das Ende einer Ehe…

ist in den seltentesten Fällen einvernehmlich, harmonisch und schön.  Schön kann es schon sein, für den, der sich entschlossen hat, zu gehen, weil er seine Harmonie mit diesem Entschluß wieder gefunden hat.
„Ein Arbeitsverhältnis ist verlgeichbar mit einer Beziehung – Wenn da ein Anwalt reinkommt und schreibt, dann ist das alles kaputt.“ So sagte mir ein Arbeitsrechtsanwalt. Ich sollte doch noch mal…blablabla. Was er vergessen hat, ist die Tatsache, das wenn einer von beiden eine Anwalt hin zu zieht, das dann das Verhältnis schon richtig gestört ist, also eigentlich kommt der immer dann, wenn die Scheidung kommt.
Nun ist mein Scheidungsantrag gegenüber meiner Förma noch einmal um ein paar Wochen hinausgezogen worden. Aber seit Dienstag brodelte der Entschluß: Ich will die Scheidung! Ist mir egal, was danach kommt, ich will die Scheidung!

Und seit Freitag schlage ich mich mit dem Gedanken: Morgen wird es besser, morgen kannst du da problemlos wieder hin.
Am Ende einer Beziehung sagt man dem Partner in der Regel diese wenigen Worte: „Hör´ma! Is`aus. Das war`s!“ und dann geht oft ein Drama los. Das war´s habe ich schon gesagt und die Kollegen haben mir vorgeschlagen, PC´s mitzunehmen. Aber ich will sie nicht haben und habe drum gebeten, die Kofferräume der Kollegen zu nutzen, die die Dinger auch nicht wollen, nur einen anderen Job.
Wenn wir in der Abteilung mit einer übergeordneten Person im Gespräch stehen, kommt einer der Kollegen, der mal eben nebenbei anmerkt, das die mitsprechenden schlecht über die übergeordnete Person sprechen, auch über die Kollegen, über die Firma, eigentlich über alles….trotzdem hat sich noch niemand unserer erbarmt. Kein Einschreiben im Briefkasten.
Dann kam der Vorschlag, ich könne doch jemanden verprügeln. Allerdings wies ich dann auf den Vorfall in der anderen Abteilung hin, bei dem einer der beiden im Spaß-Schubsen einen komplizierten Handgelenk-Bruch erlitten hat. Wobei…wir schubsen uns ja hier auch immer zum Spaß. Ich mein, mal isses ein Bein, dann der Kopp, ein anderes Mal ist es eben ein Handgelenk…normalste Sache von der Welt.
Ich holte mir Rat von einer Kollegin. Die war sogar so weit gegangen, das sie zu ihrem Teamleiter gegangen ist und sagt:
„Elfie, ich habe keine Lust mehr auf die Arbeit. Ich will nach Hause. Kündige mich!“ Immerhin hatte die Kollegin schon seit Jahren alles versucht. Zu spät zur Arbeit, zu früh wieder weg. Zu wenig gearbeitet, ALLES und alles war fruchtlos.
Aber auch diese Offenheit brachte nichts. Sie bekam nur ein persönliches Gespräch.

Ich habe keine Lust, mir Häkelzeugs mit in die Firma zu bringen, um die Zeit zwischen den Aufträgen totzuschlagen. Den Arbeitsmangel habe ich versucht darzustellen, in dem ich durch die Abteilung gelaufen bin und Gespräche mit Kollegen angefangen habe. Nix.
Nun bin ich, wie man am Ende einer jeden Beziehung zu dem Schluß kommt, auch zu solchem gekommen: Ich muss ausziehen.
Also lese ich Stellenanzeigen. Und es gibt auch was richtig Interessantes. Bei der Post. Und während ich denke:“ Ja, das würde ich mal gern machen!“, da ist es, wie am Ende einer jeden Beziehung – Vertrauen ist alle. Ich glaub nix mehr.
Wie soll so ein Vorstellungsgespräch laufen? „Sagen Sie nichts, geben Sie mir nur den Vertrag. Nur was schrifltich ist, zähl?“
Also habe ich beschlossen: Ich bewerbe mich bei der Zeitarbeit. Die lügen immer, habe ich im Netz gelesen und im Fernsehen gesehen. Da kann ich mir sicher sein, auf was ich mich einlasse. Und ich muss hoffentlich nicht ein Sodoku mit zur Arbeit bringen, um nicht blöd da zu sitzen.

Fillett (genauso gesprochen wie geschrieben)

Da das gefrorene Fillett genauso viel gekostet hat wie das Rindergulasch, kam C. drauf, man könne es ja mal als Besonderheit zu Ostern probieren.
Okay. Zwei von diesen Delüxe-Dingern von Lidl ab in den Einkaufswagen, Gemüse mit zu und Kartoffeln. Ich mag Kartoffen.
Samstag nach der Arbeit das Fleisch aus dem Frost ab in den Kühlschrank zum Auftauen. Man will ja nix falsch machen, weiß man ja, das das was voll Edles ist, das Fillett. Nich einfach so wie Rindergulasch oder Schinkengullasch, das zur Hälfte eh verkocht….neeeee, mal hier so was richtig Edles: Schweine-Fillet.
So. Sonntagmorgen. Ostern. Ab halb neun sitze ich mit meinem Kaffee vor dem Rechner und lese sämtliche Rezepte, nachdem mir das „Ich schneide es in Scheiben und wickle es dann in Schinken und brate es dann“-Rezept von meinem Kollegen nicht gefallen hat.
Ab zehn war ich inne Küche. Man sollte vorsichtig die Haut da entfernen von dem Fillett und das Fett. Okay, gemacht. Dann sollte man das scharf anbraten So. Und dann ab in Folie und Niedrig-Garen. Also genauso wie im Fernseher in den Kochshows.
Alter Verwalter, war das anstrengend. Das Gemüse vorsichtig gedünstet und natürlich braucht es bei diesem Fleisch bei 80 Grad im Ofen in Alufolien-Schiffchen nicht so lange wie zu Butterfleisch im Schmortopf.
So.
Und dann war das fertig. Und aufgeschnitten sah das genauso aus wie auf den Bildern vom Fernsehkoch im Internet….aber was daran zart sein soll, das hat keiner von uns verstanden und das mit dem Saft,der da rauslief und sich so ekulich mit der Soße vermischte, war ein echter Kochfehler, weil ich aus dem Fernseher weiß, ich hätte das beim Garen mehrfach wenden müssen, damit sich diese rote Brühe im Fleisch verteilt, aber mit Alluschiffchen ist da nix mit wenden…
Also….wir bleiben bei dem Billig-Fleisch, das wird im Schmortopf buttweich und es läuft nicht so ne rote Brühe raus.
Wir sind halt nicht so edel für Lidl-Delüxe und für medium, als nich durch….

Ostern- Here we are!

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Alle! Zu Ostern beim Sohn ! Und irgenwie ist es doch schön, sie alle mal wieder beisammen zu haben, auch wenn die Anhänge fehlen wie Enkelchen und Schwiegertöchter. Mein Speicher auf dem Händieh ist voll, damit wenigstens ein Bild was wird….

Sigmar Gabriel und Professor Andi

Sigmar Gabriel wurde in einer Talkshow angekündigt.
„Der ist aber auch immer überall dabei!“ meint C. Ob ich denn wisse, das der in Hahndorf wohnen würde.
„Bis Du es gesags hast, wußte ich es nicht. Aber der Prof wohnt da.“
Hahndorf ist, wie der Name schon sagt, ein Dorf. Da fahre ich höchstens durch, denn ich mag es nicht. Auch wenn ich bisher immer nur über die Hauptstrasse durchgefahren bin, ich kann es nicht leiden. Es sind die Bänke, die am Straßenrand stehen und mir das Dorf völlig unsympathisch machen.  Die Bänke bestehen nämlich aus zwei aus Beton geschnittenen Hähnen, das platte Profil in Silo grau, als Armlehnen und in der Mitte Holz. Und wann immer ich die Hahnekämme dieser originell hässlichen Dinger sehe, habe ich vor dem inneren Auge ein rumhempeldes Kind, das abschmiert und sich eins A das Gesicht an so einem Armlehnen-Hahnekamm zerlegt. Und frage mich immer, wieviele Kindergesichter diese Dinger schon gekostet haben mögen. Aber ich scheine mit dieser Vorstellung nicht allein zu sein, denn wann immer wir da durchfahren, und, ich betone, es wird dort NICHT angehalten, egal was passiert, also wann immer wir dort durchfahren, sitzt niemand auf den Bänken, so als hätte jemand die Dorfbevölkerung vorgewarnt, das wir da jetzt durchfahren.
Aber da ich nun weiß, dass außer einem Professor auch noch der Sigmar Gabriel da wohnt, da ist mir das mit den Bänken nun klar. Ich meine, das liegt doch nun auf der Hand….
C. und ich hängen den Gedanken nach.
„Meinst Du, die grillen auch mal zusammen?“
Und es entstehen Bilder in meinem Kopf. „Ja“, sage ich. „Wenn die nebeneinander wohnen, warum nicht? Beide sind viel unterwegs, im Rampenlicht, dahinter und im ganz Geheimen und wenn die dann mal zuhause sind…..“
Ich sehe Sigmar Gabriel im Feinripp -Unterhemd an so einem Maschendrahtzaun in arroganten Grünplastik stehen mit so einer dieser kleinen Flaschen Bier in der Hand, von denen man größere Kästen bekommt, und über den Zaun rufen:
„Moin, Andi! Kommste rum auf ´nen Bier!“ Und Andi, der das ordnungsgemässe, gleichmässige Hüpfen seiner Kinder auf einem dieser Riesentrampoline bisher beobachtet hat, dreht sich zu Sigmar um: „Jo, Siggie! Kommste rüber mit, ich mach gleich Bratwurst!“ Und Andis Frau und Siggie seine, die hören auf mim Blumenbuddeln und setzen sich mit den beiden Größen der Gesellschaft  auf die Terrasse, während die Kinder weiterhin im braven Rythmus auf dem Trampolin hopsen.
Ob die beiden Damen auch gemeinsam den Klöppelclub mit Frau Bürgermeister besuchen und im Schulelternrat der Grundschule sind?
Diese Vorstellung von zwei öffentlichen Größen auf einer Terrasse mit hellem Stein, alles unter einer Pergula, ein mülmender Grill mit verbrennendem Fleisch und im Hintergrund diese Trampolinkinder, die die ganze Zeit boing-boing-boing….und dann tauschen sich die Herren über ihr großen und kleinen Aktivitäten aus, während die Damen tüsternd den Salat zurecht rücken und engagiert über den Bastelkurs in der Kirchengemeinde diskutieren….boah! Kopfkino!Kopfkino!Kopfkino!
Siggie und Andie, die neue Doku-Soap bei RTLII.

Boah, was bin ich froh,

wenn Montag ist!
Sonntag ist Kaffe-Tach beim Großen. Wir sind eingeladen. Nein, ich wollte nicht hin. Es ist alles nicht so meins.
Nunja, heute telefoniere ich mit Omma. Sie hat schon mit dem Großen telefoniert. Und gefragt, ob sie Kuchen machen soll. Die Schwiegertochter backt ja.  Einmal die Backmischungen rauf und runter. Kann ich nicht essen. Hat bei mir immer durchschlagenden Erfolg, auch noch am nächsten Tag. Und Omma backt. Völlig klassisch, sagt sie. Und erzählt mir von Regine Hildebrand, die ich ja nicht mehr kennen würden -„Muttern, ich bin schon was älter.“ – und deren Rezept für …tatatatataaaaaa….Frankfurter Kranz. Nicht nur, das ich das auch wieder nicht ohne durchschlagenden Erfolg essen kann, nein, ich habe schon als Kind Buttercreme gehaßt und Ommas Rezepte dazu. So. Was erwatet mich also? Ein Tisch mit Kuchen, den ich nicht essen kann, belangloses Blabla, das Gefühl der absoluten Minderwertigkeit, weil, wann immer ich etwas sage, mir von irgendwem wieder erklärt werden wird, wie er es machen würde, um es besser zu machen, und Kaffee in Teebeuteln. Nicht mal richtiger Kaffee! Letztendlich ist es völlig egal, ob ich da bin oder nicht, weil immerhin geht es meiner Mutter, wie sie desöfteren schon hat verlauten lassen, ja eh darum, mal meine Kinder zu sehen.
Bloß, wenn ich nicht da bin, dann können sie sich wahrscheinlich nicht alle so dicke fühlen…. Ich muss morgen und übermorgen eh arbeiten; ich glaube , ich frag mal nach, ob ich bei unserem hohen Krankstand nicht für ein paar Stunden aushelfen kann…
Manchmal würde ich gern weit weg ziehen. So nach Ganz-voll-weit-weg. Dann könnte ich zu solchen Anlässen immer behaupten, das in Ganz-voll-weit-weg zu allen Christlichen, buddhistischen, hinduistischen, muslimischen und atheistischen Feiertagen ein absolutes Autofahrverbot herrscht und natürlich auch keine öffentlichen Verkehrsmittel fahren. Könnte ja eh keiner kontrollieren.

Familienspiele im Internet

Sie sind bunt, sie grell, haben hässliche Musik und wirklich vorran kommt man nur, wenn man Geld investiert. Aber mit den bösen Monstern, die da aus Pilzen, Fledermäusen und lustigen lila Kugeldingern, Schleime genannt bestehen, da kann man doch nix falsch machen, bedenkt man noch, das man Reittiere hat, die über keinerlei Waffen und Gruselfaktor verfügen, es sei denn, man kann Waschbören oder Steckenpferde nicht leiden….
Groß E. verbrachte nun fröhlich den Sonntag vor dem Rechner im Kinderzimmer. Klar existiert ein Wartungszugriff von einem Erwachsenenrechner. Die Kinder sind eben noch Kinder.
Das Arschloch in dem Spiel ist nicht Daisy, der Drache, oder die Piraten oder die Schnappschildkröten, das Arschloch in dem Spiel hat einen Ingame-Namen, nämlich Mercutio.
Groß E. schrieb im persönlichen Chat mit Mercutio und das über Stunden. Da E. das Talent ihrer Mutter geerbt hat, blind und im Dunkeln komische Leute überall zu finden, kam der Wartungszugriff zum Eingriff. Und das zu Recht.
C. kam irgendwann, während ich Rüben und Kartoffeln schälte und meinte, ich solle SOFORT kommen. Mercutio wollte Intimitäten von E. wissen. Ob sie sich zwischen den Beinen spielen würde, oder sie schon feucht sei.
„Mach Screenshots!“
Ich gin zu E.. Die saß einfach vor dem Rechner und schaltete die Unterhaltung weg. Ich fragte sie, welches Level sie erreicht habe und warum sie die Unterhaltung wegschalte. Sie zeigte es mir.
Recht unbeholfen nahm ich ihr, nachdem sie mir gesagt hatte, sie verarsche die nur, denn Mercutio habe sich als Mädel vorgestellt, das Versprechen ab, sie NIEMALS mit so jemandem zu treffen. Und sie würde sie eben einfach nur verarschen und lachte drüber.
Das Essen kochte, die Unterhaltung ging weiter. C. holte mich wieder. Er hatte sich, nachdem Mercutio E. nach Fotos von E.s Intimbereichs gefragt hatte, einen eigenen Charakter erstellt , Mercutio angeschrieben und ihm geschrieben: „Noch ein Wort zu ihr und Du sitzt morgen in U-Haft.“ Daraufhin hatte Mercutio geschrieben: „ok ok“ und sich sofort ausgeloggt.
C. nannte die Reaktion selbstredend.
Und ich lade mir nun dieses Familienspiel herunter und passe nun auch noch online auf meine Kinder auf.
Außerdem war ich Sonntag abend doch sehr froh, das man nicht einfach die Adresse eines solchen Menschen herausfinden kann, weil ich sonst zwei neue Ohrringe gehabt hätte.