Vollzeit-Mama mit Leib und Seele

Das lese ich immer öfter in der Sparte Berufsbezeichnung von jungen Müttern. Und DAS kann ich überhaupt nicht ab.

Denn: Entweder bin ich das und dann verliere ich kein Wort drüber, oder aber ich bin es nicht und dann verliere ich normalerweise kein Wort drüber.

Ich bin nix mit Leib und Seele, wollte ich nur mal so sagen.

Familienhilfe

Man erinnere sich, am 29.08.2016  haben wir meine Enkelkinder Selma und Patty in Pflege genommen.

Beim ersten Gespräch war auch die Familienhilfe Frau H. anwesend, die schon länger in der Familie arbeitete.

Meine Idee war, das Frau H. die Kinder durch die kurze Pflegezeit bei uns begleiten und weiterhin in der Herkunft-Familie betreuen sollte. Ein kleiner roter Faden durch diese Zeit.

Frau H. fand einen neuen Job und anfang November kam Frau W. als Ersatz.  Nun kam diese Woche Dienstag Frau W. und brachte Frau L.  mit.

Frau W. hat kurzfristig einen neuen Job und Frau L. soll uns nun betreuen.

Ab heute nenne ich die Familienhilfen von der Diakonie nur noch Frau Diakonie.Diese ganzen Namen und Telefonnummern…..damit ist nun Schluß.

Vogelgrippe 2016

Ich bin dabei. Mittwoch letzter Woche ging es los. Fieber, Abgeschlagenheit,  Halsschmerzen,  Nebenhöhlen -Freitag war es dann so weit, ich brauchte einen stüzenden Arm, um überhaupt den Weg vom Auto zu Bank zu schaffen. Ich konnte Selma und Patty nicht allein aus dem Kindergarten holen…und nachmittags liege ich wieder auf dem Sofa und Selma kommt, stopft mir ihren „Teddy“ -Teddy in den Arm und holt noch den Schneemann Olaf. Und der muss auch zu mir. Und Mini nimmt sie die Nunu -Decke ab.und wer bekommt sie? Ich.

Ich gebe ihr irgendwann Teddy und Olaf zurück; die sind ihr doch wichtig. Aber abends vor dem Schlafengehen wiederholt sich das Spiel und Selma bringt Teddy und Olaf und geht schlafen.

Samstag morgen ist sie ganz leise zu mir gekommen. Und als ich sie bat, mir für sie eine Windel aus der Schublade zu holen, hat sie das gemacht. Selma ist drei Jahre alt.

Und dank Olaf und Teddy und auch einfach Selma geht es mit großen Schritten bergauf.

Update -Pflegeeltern

Wir sind gestern nun überprüft worden und bekommen Bescheid, ob wir Pflege-Eltern sein dürfen.

Nunja, nunja, normalerweise und so, aber egal.

C. äußerste, das ihm jetzt langsam bewußt werde, dass die Kiddies vielleicht bis zur Volljährigtkeit hier bleiben könnten.

„Es kommt so langsam an.“

Und er sei sich nicht sicher, ob er das wolle. Die gläserne Familie. Was, wenn die Kinder auch auf so eine krumme Bahn kommen? Jedesmal die Angst bei einem häuslichen Unfall, was sei, wenn und so….So ein zwei Jahre, das könne er sich vorstellen, aber auf Dauer…

„Dann müssen wir telefonieren. Dann müssen sie eine Pflegefamilie suchen. In ein oder zwei Jahren sollen die dann wieder wechseln? Das geht nicht. Die geben sich selbst die Schuld daran. Es geht nicht. Wenn Du nicht dahinter stehen kannst, dann ist das auch nicht gut für hier.“

Er wisse nicht, er müsse nachdenken. Und er wisse auch nicht, welche Rolle er habe und fragte mich, wie ich meine Rolle sehe.

„Na, Oma bin ich ja auch nicht. Es fühlt sich nicht wie Oma an. Aber es ist auch nicht wichtig, wie man das nennt, wichtig ist, das sie sich geliebt fühlen, gefördert werden, ganz viel Spaß haben, sich wohlfühlen können.“

Wie nennt man sowas?  Keine Ahnung.

Er könne nicht Papa sein, solange der richtige Papa da ist.

„C., die Mädels habe jetzt zwei Familien. Sie können zwei Mütter, zwei Väter, zig Omas und noch mehr von dem Zeugs haben. Die Beziehungen bestehen nebeneinander. Ihre Mama bleibt ihre Mama und  ihr Papa ihr Papa.“

„Und was bin ich dann?“

„Du bist C., und ich bin Omi und manchmal annneres Omi.“ Und damit haben wir doch die Bezeichnungen, für das was wir sind.

Nein, er weiß nicht, ob er das will.

„Gut, dann überlege Dir das zeitnah. Also jetzt. Die Antwort wäre besser gestern als heute gekommen. Man kann das diesen kleinen Menschen nicht antun.“

Er fragt mich, wie das wäre, wenn es um seinen Neffen ginge. Den hätten wir doch auch nicht aufgenommen.

Erstmal stimme ich zu, aber als ich dann meine Wege mache, stelle ich in der Apotheke fest, das ich dieses Nein ihm und mir sehr übel genommen hätte.  und rufe ihn an und sage es ihm.

und auch folgendes:

„Die Aufnahme der Mädchen ist für mich keine Spielerei. Ich stehe für mich bei den beiden kleinen Menschen im Wort, wie ich bei meinen Kindern im Wort stehe. Ich kann die nicht einfach wegschicken und sich selbst überlassen.“

C. hingegen wünscht sie eine Pflegefamilie mit weniger Kindern- nunja,. er ist bequem. Er kann nun nicht mehr nur einfach nach der Arbeit am Rechner sitzen bis er schlafen geht. ich bin  zuhause und fordere auch von ihm.

 

Ringelreihen

Anruf aus klein E.’S Schule: Die ganze Klasse muss wenigstens morgens zuhause bleiben, weil vier Kinder in ihrer Klasse die Ringelröteln haben. Mit Inkubationszeit konnte die Lehrerin nichts anfangen und auch nicht mit der Tatsache, dass die Kinder sich schon in die bis zu drei Wochen vor Ausbruch der Krankheit fröhlich angesteckt haben und nur, weil da jetzt mal vier von mehreren hundert diesen Ausschlag haben, wird die befürchtete, mögliche Epidemie nicht verhindert- aber was rede ich? Ich bin ja nur eine Viel-Kind-Mutter, der das pädagogische Fachpersonal mal wieder freundlich anbietet, mir Praktikumsverträge näher zu erläutern, weil sie“in Beamtendeutsch“ geschrieben sind. Das nächste biete ich der pädagogischen Fachkraft an, ihr den Vertragsinhalt in Drei-Wort-Sätzen leicht verständlich zu machen, so dass sie ihre Bedenken bezüglich des inhaltlichen Verständnisses nicht mehr haben muss. Ringelröteln, Verträge und „Lehrers“ – da treffen doch irgendwie Welten aufeinander.

Ringelröteln hier, Ringelröteln da.

Es gibt wieder mal eine Welle von Parvovirus-Infektionen, auch Ringelröteln genannt, fifth disease der Kinderkrankheiten und wirklich harmlos. Was sollen wir noch machen, außer das allen Eltern zu sagen, die mit den typischen Pickelchen und Wangenrötungen kommen? Wir telefonieren schon mit den Kindergärten und geben die Info in das städtische Netzwerk: Ringelröteln sind nicht schlimm.

Und trotzdem, mindestens zwei oder dreimal pro Woche:

Panischer Anruf einer Mutter bzw. Dringende Vorstellung ohne Termin bzw. 22 Uhr Vorstellung im Notdienst:
„Mein Kind hat diesen Ausschlag, und im Kindergarten gehen die Ringelröteln rum – da muß man sofort was tun!“

Nein. Muß man nicht. Kann man auch nicht. Passiert auch nichts.

Nochmal von vorne und zum Mitschreiben und Weitersagen:
Ringelröteln werden durch einen Virus ausgelöst, haben eine Inkubationszeit von einer Woche (bis vierzehn Tage) und sind ansteckend, bevor der Ausschlag kommt. Bedeutet: Du weißt nicht, dass Du RiRö…

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Chaos pur

so ist das im Moment. Unsere Kinderärztin sehe ich dank der Selma und Patty häufiger als je zuvor. Wie alle Kinder gehört in einer so großen Veränderung jeder Infekt ihnen und ich bleibe unbezahlt zuhause, weil die Mutter nicht ansprechbar ist und ich nicht weiß, ob ich die Zettel überhaupt bei der Krankenkasse einreichen kann.

Minis Blutwerte sind im Großen und Ganzen gut, aber ein Gerinnungswert ist schlecht. Eine dauermüde Fünfjährige mit einem Gerinnungsproblem.   Da s muss sich erstmal setzten. Am Schlimmsten ist jedoch die Tatsache, dass wenn die Erkrankung aktenkundig wird, sie zwar längere Pausen in der Schule hat und länger Zeit für Klassenarbeiten, aber wir kein Mitbestimmungsrecht bei der Schulwahl haben. Und welche normale Schule macht sowas schon mit? Eine durch die Medikamente ansonsten normal entwickelte Fünfjährige, bei der jetzt schon klar ist, dass sie auf irgendeiner Förderschule landet. Und dazu braucht mir niemand was erzählen, Ladies und Gentlemen, weil da war schon einer meiner Söhne. Das Desaster kenne ich aus leidvoller Erfahrung.

Mein Arbeitgeber hat im Moment zu weig Arbeit. Aber anstatt mich zu kündigen, wie man es erwarten würde, bleibe ich zuhause. Unbezahlt, versteht sich. Da überträgt jemand das unternehmerische Risiko auf die Mitarbeiter. Die Arge schlägt vor, dass mir mein Arbeitgeber doch einfach für die paar Tage kündigen soll und ich dann arbeitslos gemeldet bin und Arbeitslosengeld beziehe. Wenn mir mein Arbeitgeber jetzt noch mal kündigt, dann war es das letzte Mal. Im November habe ich keinen Lohn verdient, denn in der der einzigen Woche, in der ich hätte tatsächlich arbeiten können, bin ich mit Selma zuhause. Also kein Geld im Dezember.

Auch dem Pflegegeld laufe ich hinterher. Eine sehr unangenehme Situation, sollen wir Pflegeleltern doch unabhängig vom Pflegegeld wirtschaften können. C. sieht das sehr pragmatisch. Immerhin haben wir ja vorher auch ohne Pflegegeld überlebt und nun ist meine Arbeitskraft ja umverteilt, so dass ich sie weniger an der Maschine verbringe.

Ich finde es super nervig, dem Geld hinterher zu laufen. Selma und Patty brauchen jetzt Winterstiefel, jetzt warme Jacken, Handschuhe und Mützen und nicht irgendwann im Dezember oder januar, wenn alle Gespräche gelaufen sind. Ich habe mein Geburtstagsgeld dafür verwendet, sie haben ordentliche Winterstiefel. Sie brauchen jetzt frische Wäsche, die gewaschen  und getrocknet werden muss. Also jetzt fällt mehr Harzenergie an.

Heidelbärtorte

Zum Geburtstag darf man sich was wünschen.

Der Schulschwänzer ist sauer, weil ich mir gewünscht habe, dass er einfach nur zur Schule geht.

C. ist nicht ganz so glücklich und wollte mir gleich mal ein neues Telefon kaufen, aber von dem wünsche ich mir nur Zeit mit ihm alleine.

Omma – Omma schenkt immer Geld. Das stecke ich immer in den Haushalt. Irgendwer braucht ja immer was. Aber diesmal, diesmal habe ich ihr gesagt, ich will kein Geld.

„Mama, ich wünsche mir eine Heidelbeertorte.“

„Was?“

„Ja, eine Heidelbeertorte. Die mit dem Spiegel drauf. Und am liebsten wäre ich dabei, damit du wieder den Satz sagen kannst: „Und am Ende gießt man den Spiegel drauf und stellt sie in den Kühlschrank.““

„Hm?“

„Ja, Mama, als ich Kind war, da hast Du sie mir zum Geburtstag gemacht. Und da kam dieser Spuegel aus dem Saft drauf und Sahnetupfer mit diesen krumpeligen kleinen Heidelbeeren am Rand lang…“ Ich habe nicht gesagt, das diese krumpeligen kleinen Heidelbeeren immer irgendwie ein bischen fäkalisch aussahen.

„War die mit Baisers?“

„Nee, Mama.“ Omma hat aufgehört, ihre Koch- und Backbücher zu zählen, als sie an die 500 kam.“ Nee, ich meine die, bei der dir mal der Spiegel abgehauen ist, als Du den Ring gelöst hast.“ Ja, war auch mein Geburtstag. Aber an Katastrophen und Peinlichkeiten erinnert man sich komischerweise immer.

„Ach, die! Ist aber mit Wildheidelbeeren.“

„Ja, kuhl.So eine bitte. Bitte bitte bitte…“

Ich habe die weltbeste Mutter – ich bekomme Heidelbärtorte zum Geburtstag.

„Du, ich schneide die dann in 16 Stücke.“

„Nee, Mama, lass die man ganz. Ich kann ja an einer Ecke anfangen….“

„Und die anderen?“

„Die haben Zuckerkuchen.“

Omma lacht. Wir stellen uns gemeinsam die Gesichter vor. Zuckerkuchen und Butterkekse für alle anderen und ich vor Torte.

„Gut, dann mache ich zwölf. “

Einladungen habe ich folgendermaßen ausgesprochen:

„Hier, Mutta hat Geburtstag…“

„Ja, ich weiß.“

„Mutta ist alt.“!

„Ja, ich weiß.“

„Kommse rum, Omma macht Heidelbärtorte.“

„Was?“

„Heidelbärtorte, man! Die kleinen dunklen Dinger in Torte. Omma macht das.“

„Gut, wann sollen wir da sein?“

„Um drei.“

 

 

Organizer verloren

Ich bin am Arsch, aber richtig. Noch immer frage ich mich, auf wen ich sauer sein soll, aber am ehesten bin ich es auf mich. Was ein Idiot ich bin!

Ich war mit einer Kollegin verabredet. Sie war schön öfter bei uns . Wir wollten Essen gehen.

Sie geht mit meiner Tochter vor, ich verabschiede mich von meinen Söhnen, da kommt MIni zurück.

Olaf ist rausgelaufen. Das war die Message meiner Mini. Und meine Kollegin wackelte auf ihren hohen Schuhen hinterher, als ich zur Tür kam.

„Rein!“

Sie guckte mich an. Alle anderen kannten das schon.

„Rein!“ Sie wackelt weiter auf die Strasse zu.

„Verdamm mich noch eins, so spielt er mit dir kriegen!“

Immer noch nix.

„Komm rein!“

Dann bin ich gucken gegangen und habe den Verkehr aufgehalten.

Olaf markierte im  Gestrüpp, lief mir einermal davon und bei einer Ruck-Zuck-Bewegung ist mir das Telefon aus der Jackentasche gefallen.

Erst mehr als eine Stunde später stellte ich den Verlust fest, als ich eine Freundin, die ich seit gut acht Jahren nicht mehr gesehen habe, auf dem Penny-Parkplatz traf. Und da dachte ich noch, ich hätte es zuhause liegen lassen.

War nicht so. Jetzt sind alle Daten weg. Der Chat-Verlauf mit der Mutter, die mir erklärt, das sie dies oder das nicht kann, das Bild von der Prellmarke, mit der Selma von der Besuchsregelung zurück kam und das Gespräch hinterher über What’s -App, in dem sie mir mitteilt, die Prellmarke am Jochbein  davon käme, dass sich Selma im Kreis gedreht habe und dann an einen Wäscheständer gestoßen sei.

Alles weg und das nur wegen einem Mittagessen beim Chinesen. Mache ich nie wieder.

Keine Zeit läuft rückwärts

Gestern war Minis großer Termin beim Doc. Dieser Viertel-Jahres-Termin.

Ich fasse das mal kurz zusammen:

Die Absencen sind im Griff. Der Grand -Mal vom 26.09. ist kein Fieberkrampf, sondern ein durch Fieber ausgelöster epileptischer Anfall.

Heißt im Klartext: Mini hat Epilepsie.

Danke, Schicksal, da sage ich doch mal ganz doll: Danke.