Blödmann

Lieber C.,

Du kannst damit mal aufhören….immer so Sachen zu fragen und zu sagen. Kannste wirklich. Ich bin älter als Du, ich sag die schlauen Sachen….
C. hat sich darüber aufgeregt, daß ich K. vom Brot mitgegeben habe und Käse und Obst….C. sagt, ER stehe immerhin alle zwei Tag da und backe das Brot. Außerdem würde K. arbeiten…..Der solle sich selbst versorgen.
Das waren zwei schlimme Tage für mich, zumal wir ja auch noch K.s Wäsche waschen und und und…..

Zwei Tage drauf sitzt A. mit mir im Auto und wir holen das Kind von der Tagesmutter. A. fragt mich, warum ich denn K. und dem gewordenen Vater immer noch helfe. Bei M. , da würde er das verstehen, der sei ja grad erst ausgezogen und brauche noch Hilfe, aber
die beiden anderen, die wären schon lange raus, die seien groß.

Ich denke über die Fragen nach. Lange und stelle fest, das es das schlechte Gewissen ist, mit dem mich die großen Kinder kriegen.
Weil so vieles nicht optimal, gar gruselig und grausig war…..und, wie sie mir sagen, ich hätte besser machen müssen, womit sie nicht unbedingt unrecht haben.

Und getroffen fühle ich mich, als ich von K. höre, das es ihm nicht so wichtig ist, mir das geborgte Geld der letzten Monate zurück zu geben, sondern sich erstmal ein Tablett zu kaufen, weil er seinen Rechner von der  Polizei noch nicht zurück hat. Auf die Frage, ob er denn rum kommt, antwortet er mir, das er ein gutes Auskommen habe auch mit dem Lohn der Firma, der bei einem Einling zwei Euro unter dem Hartz4-Satz liegt. Wenn es eben nicht lange, dann werde er, K., sich eben von Oma durchfüttern lassen.

C., Du und Deine Fragen, Ihr raubt mir die Illusion….also, lass ma….oder besser nich, sonst habe ich weiter das Gefühl, meine großen Kinder lachen sich über mich tot.

LD

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Töpfe

M. ist ausgezogen und irgendwie verschwindet das Essen in meinen Töpfen, die ich bisher benutzt habe….die Menge sieht einfach völlig verloren aus. Nun haben C. und ich gesprochen und er hat Töpfe bestellt. Nicht von Fissler, wie ich anfangs dachte, sondern von WMF. Teure Sache das…..
Das Paket kam und als ich es aufmachte, da war nicht das Essen verloren, sondern ich ….Die sind so klein. Sechs Liter, 2,5 Liter, 3,5 Liter, 2,0 Liter und eine kleine Stilpfanne, die meine Schwiegertochter Sossentopf nennt. So ein Ding habe ich auch, aber ich habe da immer nur Butter drin geschmolzen oder Milch für Hefeteig war gemacht…..
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Links neben unserem Drei-Pfund-Sauerteig-Weißbrot, ja auch selbst, da steht einer meiner alten Töpfe. Es passen zwei Kilo Reis rein und zwanzig Metallbecher Wasser zu je 300 ml.  Das war einfach, so zu kochen….aber jetzt? Mit sowas?
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Wie kocht man damit? Wenn mich jemand nach Rezepten gefragt hat, musste ich immer sagen: Ein Kilo Fleisch, Curry, Pfeffer, Salz, ein halbes Stück Butter zu anbraten….Oder Kindergemüse. In den Kochsendungen im Fernsehen habe ich gelernt, das mein Kindergemüse „Vichy-Möhren“ heißt.  Früher war das einfach. Für eine Malzeit: zwei Kilo Möhren, klar, Butter, ein halbes Stück und etwa soviel Zucker( mit der Hand zeig) , aber den erst am Schluß, wenn das Wasser aus den Möhren verkocht ist.
Ich weiß, das wir nicht mehr so viel brauchen. Wenn ich kochen würde wie früher, würden wir drei Tage dasselbe essen….
Aber wie soll man in so einem Puppengeschirr kochen? Mein Sossentopf ist wesentlich größer als das kleine Ding…

Ich habe auch nicht mehr so viel Wäsche, warum auch immer. Als ich noch sieben Kinder hatte, da habe ich einen Bericht über eine Frau mit 13 Kindern gesehen, die überall Wäscheberge hatte. Die hatte einen Kellerraum, da waren halbmeter Hohe Berge Dreckwäsche auf dem Weg zur Waschmaschine und die mit den zehn Kindern, die hatte die ganze Dreckwäsche in der Wann unter einem Laken versteckt. Die mit den 13 Kindern wusch jeden Tag zwei Maschinen und ich stand da mit meinen sieben Kindern und  wusch jeden Tag sechs sechs Kilo-Maschinen und fragte mich, wie die das macht…..
Jetzt, nachdem es nur noch fünf Kinder sind, da habe ich nur noch zwei Maschinen zu 7 Kilo täglich….ich verstehe es nicht….

Wenn Kollegen Eltern werden…

C. `s Kollege hat geworfen….also nicht er, sondern seine Frau, die er angebrütet hat. So. Er ist jetzt ganz neuer Vater. Fein. Die Geburt war schwer, das Kind musste beatmet werden, war ja auch überfällig, die Geburt. Wahrscheinlich mal wieder einen Tag, da flippen die Ärzte ja immer.
So. Das Kind kam im Dezember und nun tauschen sich C. und sein Kollege immer wieder mal aus, sein Kollege sucht immer wieder das Gespräch.
Nun sprachen sie wohl wieder und der Kollege fragte C., ob der auch immer Tränen in den Augen habe, wenn  er sein Kind im Arm habe.
„Wochenbettdepression…“ sage ich.
Tränen in den Augen haben, wenn man Minimi im Arm hält? ÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄh, nee, eher Tränen in den Augen, wenn sie einem was  an den Kopp wirft….Bauklötze, Nuckel, Autos….
Nun gut. Im Laufe des Gespräches kamen sie wohl darauf, dass Mini noch immer Flaschen mit Soja-Milch bekommt. Das monierte der neue Vater mit dem Dezember-Kind.
Mein Freund, ich will Dir mal eins sagen: Als diese Mädchen geboren worden ist, hat sie 2650 gr gewogen. Sie war ein Kotzkind und brauchte elf Flaschen pro Tag am Anfang. Und die Kinder machten immer wieder den Vorschlag,  dort, wo die Milch auf dem Laminat aufschlug, doch
Markierungen mit Edding zu machen. Seit sie Soja-Milch bekommt, geht es. Besser ging es ihr mit der Chemie-Milch aus der Apotheke, bei der eine Dose mit 300 gr 45 Euros kostet….Also…watt willse, Freund? Milch kann die heute noch nicht dauernd.  Und im Gegensatz zu all meinen anderen Kindern ist die voll mickrig. Ich habe noch nie ein Kind gehabt, das mit drei Jahren Größe 104 trug. Meine aderen bauchten diese Größe zu ihrem ersten Geburtstag….
Ja, und sie suchen jetzt einen Kindergartenplatz für den Dezember -Jungen….ähm, ja….woll´n wir nicht erstmal aussem Wochenbett rauskommen und solche Dinge wie Drei-Monats-Koliken überlben?
C. war so verunsichert, das er erstmal die Tagesmutter fragte, ob das mit Minis Flasche noch okay sei. Sie bekommt sie, weil ich nicht weiß, ob sie mit ihrer Ablehnung gegen Milche und Milchprodukte wirklich Bedarf deckt. Jedenfalls C. fragte unsere Tagesmutter, die sagte, das sei schon okay, sie kenne Kinder, die im Grundsschulalter…..
Aus dem Hintergrund meldete sich der Mann unserer Tagesmutter. “ Machen Sie sich keine Sorgen, ich hänge auch noch an der Flasche….“
Wenn der nicht gewesen wäre, dann hätte ich jetzt jeden Tag Diskussionen….

Das mit den Nachrichten

C. und ich sitzen beim Schungelkämp vorm Fernseher. C. liest nebenbei Nachrichten auf dem Tablet. Ich mach ein Sodoku bei Welt online, was C. wirklich ärgert. Er meint, ich sei nicht so alt, das ich ein ganzes Buch mit den Dingern machen könnte…..ich mach trotzdem weiter….C. liest weiter. „Duhu?! Wie kommt man eigentlich da drauf, zu bleiben, wenn einen alle nicht mehr haben wollen?“ -„Hä?“ -„Ja, hier mit Kiew, dieser Janukowitsch. Den will doch da gar keiner mehr und warum will der unbedingt bleiben?“ -„Machtgeil. Angst vor der Arbeitslosigkeit….Angst vor den Konsequenzen hinterher, wenn  ihn keine Polizeiarmee mehr schützt….Keine Ahnung.“
Schungelkämp läuft weiter.

So. Und weil ich jetze so langsam die Nase voll habe:

Mein lieber Herr Janukowitsch,

ich finde, irgendwann ist mal genug. Die ganze Zeit stehen da Unmengen von Leuten auf diesem Platz. Und die stehen da und sagen immer dasselbe: “ Such dir nen anderen Job.“.
Ich glaube, mein Lieber, da versteht jemand das Wort Staatschef falsch. Sicherlich lässt diese Wortwahl Doppeldeutungen zu, ABER: Der Staatschef ist nicht der Bestimmer in der Sandkiste Land. Dann wäre der König, Kaiser oder Diktator….Da gibt´s Extra-Wörter für. Aber Staatschef ist einfach ein gewählter Volksvertreter. So. Und wenn das Volk nun sagt: “ Mach Dich fort!“?  Naaahaaa? Was heißt das? Richtig. Das ist quasi ne mündliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses und hat genauso Gültigkeit wie ne schriftliche. Sind ja nun nicht vier Leute, die da rumstehen und das sagen……sind ja ne Menge mehr.
Bewerbungen schreiben ist angesagt! Maaaaaan man man….
Jetzt ist aber mal Schluß da und diesen Platz bringst Du auch ruckzuck wieder in Ordnung. Hättest Du nicht Schießbefehle gegeben, hätten die die Steine nicht ausgebuddelt. Bis Du den wieder in Ordnung hast….also, da hast Du doch keine Langeweile, da hast Du lange dran zu tun….

In diesem Sinne und sieh ´ zu! Oder ich ruf Deine Mutter an!

Bußgeldbescheid

M. ist ja nun ausgezogen und schwänzt weiterhin fröhlich Schule. Im Moment wohl eher nicht; er hatte eine Gerichtsverhandlung und kommt in Haft, wenn er nicht regelmässig über vier Wochen zur Schule geht.
Nun heute habe ich einen Bußgeldbescheid bekommen. Ich soll über hundert Euronen bezahlen, weil mein lieber Herr Sohn im letzten Jahr elf Tage nicht in der Schule war. Und zwar in der Zeit von Juni bis August.
Ich hätte nicht genügend unternommen, um ihn in die Schule zu bringen.
Wecken und meckern und schikanieren, weil Schule geschwänzt, reicht wohl offensichtlich nicht. Ich hätte ihn bei der Hand nehmen müssen und hinbringen und dann dafür Sorge tragen, das er in der Schule bleibt. Ob man dafür von der Arbeit  freigestellt wird?
Vor allem möchte ich daran erinnern, das ich es war, die im Dezember des Vorjahres in seiner alten Schule angerufen hat und gefragt hat, warum denen eigentlich nicht auffällt, das er nicht in die Schule geht.

Schnee

Völlig überraschend, wie jedes Jahr wieder ist er da: Der Schnee. Nein, keiner aus Tschechien oder Kolumbien, sondern der, der einfach mal vom Himmel fällt….
Vorher hatten wir Frost. Richtingen, solcher, der Bäume und Straßen weiß zaubert. Wie Zuckerguß. Und weil es so kalt war, habe ich sweet Mini den Schneeanzug aus dem letzten Jahr rausgeholt aus dem Schrank. Das Ding war letztes jahr nicht nur zu groß, sondern auch echt teuer. Gut, auch in diesem Jahr hängt der Hinterstoff der Größe 98 immer noch knapp über den Knien und Mini hat noch richtig Platz drin, obowhl sie bei den Billig-Anbietern schon 104 trägt,. aber das ist ja letztendlich erstmal wumpe.
Mini also in dem Anzug. Und ich wundere mich, warum sie auf dem Weg zum Auto nur über die Reif-Flächen läuft. Okay, sie denkt, es wäre Schnee, das erklärt sie mir morgens.  Abends holen mich Mini und C. vom Zug ab. Wir gehen den Weg hoch zum Haus und Mini weigert sich wieder, aus der eingefrorenen Rabatte zu kommen. Dann will sie sogar die Treppe runter über die Wiese.
„Komm, Mini, lass das! Komm her, da ist glatt!“
„Schnee!“ Sie zeigt auf ihren Anzug. Aha. Mit Schneeanzug kann man also nur durch Schnee gehen. Mitllerweile erkläre ich ihr morgens, das man mit einem Schneeanzug auch über Flächen ohne Schnee gehen kann. Gibt keinen Ärger, geht nix kaputt. Und: Wird…

Call-Center-Agent

Ein Wort, das irgendwie einen schlechten Ruf vermittelt. Ich bin Call-Center-Agent bei einem Subunternehmer, der für einen der weltgrößten Kommunikationsdienstleister arbeitet. Eingestellt worden bin ich für den technischen Support.
Anfangs war ich völlig stolz. Mittlerweile habe ich gelernt, das ich weder flexibel nocht stressresitent bin.
Am Anfang hörte sich alles fürchterlich gut an. Flexible Arbeitszeiten. Damit war nicht gemeint, das ich Hoppchen mache, sondern dass auch Hobbies wie „Einmal in der Woche Sport “ im Dienstplan mit eingeplant werden könnten. 5-Tage-Woche mit Schichtschema. Eine Woche früh, eine spät.
Worst Case waren bei mir einmal 11 Tage am Stück, mittlerweile lebe ich mit 6-Tage-Wochen. Ursprünglich sollte ich in der Frühschicht sechs Tage machen, in der Spätschicht fünf. Das klappte auch ganz gut. Drei Wochen ohne Probleme und von dann an immer wieder hin zum direkten Vorgesetzten, um das Schichtschema wieder in Ordnung zu bringen.
Bei der Einstellung hieß es, sonntags werde nur freiwillig gearbeitet. Aber mittlerweile ist der Sonntag ein normaler Arbeitstag ohne Zuschläge. Genauso die Spätschicht. Keine Zuschläge. In den neuen Verträgen sind die nicht mehr drin. In meinem auch nicht. Wenn man eh die Ansage hat, das da nur freiwillig gearbeitet wird, dann hat das auch keine Relefvanz.
Da guckst Du in Deinen Dienstplan und stellst fest, das Du samstag um 16:30 Uhr kommen sollst. Bist früher da, eine halbe Stunde, um genau zu sein. Meldest Dich also früher im System an und bekommst die Rückmeldung, Du seist zu spät, um drei Minuten, um genau zu sein, weil jemand, als Du Freitag frei hattest, mal eben Deinen Dienstplan geändert hat. Nein, von außen drauf zu greifen, also außerhalb der Firma, das geht nicht.
Bevor Lissabon gebucht worden ist, habe ich gefragt, ob ich da Urlaub nehmen kann. Ich brauchte eine verbindliche Zusage. Und dann stellte ich am Ende des alten Jahres fest, das ich keinen Urlaub hatte, sondern Spätschicht. Ja, ich hab geweint. Wollte ich nicht, aber ich habs. Bevor ich nach Lissabon gefahren bin, habe ich den  Samstag vor dem Abllug noch genutzt und wollte meine Schicht für nach Lissabon klären. Schichtschema: Spätschicht. Kein Ja, kein Nein. Also keine Antwort, also Spätschicht. Sonntags nach der Reise rufe ich an und will fragen, ob ich eine Stunde früher oder später anfangen soll und erfahre, daß ich Frühschicht habe.
Dann drucke ich mir mein Jahresarbeitszeitkonto aus und stelle fest, das der Schulungskurs  am Beginn meiner Arbeit dort als Minusstunden eingetragen worden ist und ich -1 Urlaubstage habe und mir somit nicht nur nicht möglich ist, mich wie alle anderen in der Urlaubsplanung einzutragen, sondern mein Lissabon auch noch von meinem Jahresarbeitszeitkonto abgezogen worden ist. Und weiter erfahre ich, dass Änderungen im Jahresarbeitszeitkonto nur noch bis zum 10. eines Monats vorgenommen werden können, was wiederrum heißt, das diese Minusstunden bleiben.
Noch ein Beispiel: Minimi war krank. Ihr platzte ein Trommelfell. Ich also zum Doc. Das Kind sollte nach drei Wochen kommen und einen Hörtest machen. Ich vorn an den Thresen  des Kinderartztes mit den Damen, meine Schicht ausgerechnet und Termin gemacht. Und was sagte mein Dienstplan für die Woche? Genau die Gegenschicht eingetragen.  Ich habe das also ändern lassen. Und hatte nach der nagelneuen Planung am Sonntag vor Beginn der betreffenden Woche dann den kommenden Montag frei. Soweit so gut. Ich ausgedruckt. Eigentlich sollte ich morgens anrufen, ob ich kommen solle, aber ich dachte mir: Nö. Steht frei drin, nehm ich frei. Dienstag komme ich zur Arbeiit und für Montag steht „Fehlt unentschuldigt.“.
Nach dem Urlaub zwei sechs Tage Wochen. Ein freier Tag in der Woche. Das ist dann mein Haushaltstag und reicht mir nicht zu Erholung.
Ein Kollege von mir druckte sich seinen Dienstplan für die nächste Woche aus und hatte danach freitag frei. Abends ging er nach Hause und machte für den Freitag Termine. Am nächsten Tag guckte er in seinen Dienstplan und hatte Freitag nicht mehr frei. Er ging zum Vorgesetzten, der teilte das der Dienstplanung mit und zack, bekam der Kollege einen freien Donnerstag. Passt doch, oder? Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es komisch.
Ich habe gerlernt, warum der Arbeitgeber elf Stunden zwischen zwei Schichten eingeplant hat. Ich bin mal früher los, 10,5  Stunden lagen dazwischen…..von Spät auf Früh. Ich war sowas von im Arsch…..
Schlimm fand ich den Satz, den ich dort auch hörte, als ich auf den Arbeitsvertrag verwies: “ Ist doch nur der Vertrag, das sagt doch gar nichts.“

Ich soll jetzt mit Verträge verkaufen. Ich bin da nicht gut, aber die Kontrolle zeigt es auch. Wenn wir Kollegen über einem Bildschirm gemeinsam Messungen auswerten oder bestimmte technische Auffälligkeiten  besprechen, kann man sich sicher sein, es kommt ein Vorgesetzter, der das Gespräch unterbricht und fragt, worüber wir reden und uns dann einen Vortrag über den technischen Hintergrund hält.
Nun habe ich die Möglichkeit bekommen, in einem neuen Projekt mitzuarbeiten. Im Akkord Anrufe, aber dafür die Wochenenden frei. Ich woltle das gern mit zuhause besprechen, das kam nicht gut an. Wir alle mussten das sofort entscheiden.
Wie gesagt, ich bin weder flexibel noch stressresistent….Und ich bin mal gespannt auf meine Zahlen, denn uns wird jetzt die Produktivität ausgerechnet. Da kriegt man dann Zahlen vorgelegt. Die dazugehörige Formel fehlt. Eine Kollegin,die nicht produktiv genug ist, musste einen Tag zwischen drei Vorgesetzten sitzen und alles aufschreiben, was sie den ganzen Tag tat. Wir hatten uns schon darauf geneinigt, uns am nächsten Tag dort auch hin zu setzen, in die Eselecke. Und auch alles minutengenau aufzuschreiben: 10:02 -10:06 Toilette _ Kacken bei guter Konsistenz. Aber man hat sich entschieden, es wohl doch bei einem Tag zu belassen.

Ich möchte mal Jerry Lewis zitieren:
„Wie soll jemand mehr von einem halten als man selbst von sich hält. Wo man sich selber doch schon so lange kennt….“ Und wie man sieht: Es ist nicht die Arbeit an sich, die den Stress macht, es ist das drum rum. Wir haben keine Bildschirmplatzgesetz_Pausen, weil wir arbeiten nur den ganzen Tag am Computer, nicht an einem Bildschirm. Außerdem können wir ja zwischendrin aus dem Fenster gucken, die gibt es ja bei uns auch. ( Das ist O-Ton.)
Selbst im horizontalen Gewerbe kann man nur eine gewisse Zeit über die Damen und Herren frei verfügen und auch da muss man vorher Bescheid sagen, wenn ich so frei verfügbar sein wollte, dann würde ich garantiert mehr als 7,50 Euro brutto nehmen. Im Übrigen ist uns schon mitgeteilt worden, das das Unternehmen den Mindestlohn derzeit nicht zahlen kann und darüber nachgedacht wird, die Arbeit ins Ausland zu verlagern. Rumänien, die Türkei und auch so ne Insel is im Gespräch. Aber eins sag ich Euch: Ich fahr nich jeden Tag nache Türkei und zürück für zum Arbeiten.

Zurück…

und das Chaos ist gleich wieder riesengroß.
Wir waren wie immer viel zu früh auf dem Flughafen in Lissabon. Richtig. Ich musste wieder zur Einzelkontrolle….liegt wahrscheins doch an den Kronen.
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Mini wartet auf den „Hubsrauber nach Hause“.
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Immer noch nicht Mini`s „Hubsrauber“.
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Also haben wir weiter beobachtet…..

Aber fangen wir mit dem Rückflug an….unsere Maschine flog später ab. Der Kapitän entschuldigte sich freundlich mit den Worten: “ Ein Triebwerk habe den Geist auf gegeben und musste getauscht werden….“ Ich rechnete C. die Wahrscheinlichkeit aus, mit der das nicht getauschte als nächstes den Geist aufgeben könnte. C. widerum meinte, das so ein Airbus auch mit einem Triebwerk fliegen könne und ich stellte es mir vor , wie das Flugzeug mit einem funktionierenden Triebwerk nicht mehr quer zum Horizont flog, sondern senkrecht und meinte, das das dann aber ziemlich beschissen aussähe und ich doch lieber aussteigen wollte…..aber da rollte das Ding schon.
Ich könne nicht mehr raus, meinte C. Aber ich sagte ihm, er wisse gar nicht, was ich so alles könne.
So, und jetzt ein paar Bilder, die C. während des Fluges gemacht hat:
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C. teilte mir irgendwann während des Fluges mit, das er keine Strukturen unter uns erkennen könne, wir also über Wasser fliegen müssten…..Ich kann in Null-Komma-Nix die Schwimmweste im Flugzeug unter dem Sitz hervorzaubern….
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Dann waren die letzten Batterien der Kamera leer….Handy musste ja aus sein.
In Frankfurt war die Landung flott. Gut, das der fliegt, der Flugzeuglenker. Wäre der Taxi- oder Busfahrer, näh. Ich habe dann mit dem chinesischen Mitbürger auf dem Platz neben dem Gang mich nicht nur zeitgleich am Vordersitz bei der Landung abgestützt, wir waren uns auch einig: „Datt übt der aba noch ma, der Pilot!“
Immerhin hat er die verlorene Zeit wieder eingeflogen.
Dann, im Zug von Frankfurt nach Göttingen- fataler Fehler: Ich meine Emails gelesen. Ein inhaltsloses Ding, das am Dienst um 10:05 Uhr  in meinem Postfach ankam, von der Schule war. Ich wurde gebeten mich um elf dort zu melden. Aha.
Zuhause habe ich dann erfahren,  dass klein E. nicht mehr an der Hausaufgabenbetreuung teilnehmen darf, wenn die anderen Mittag essen, sich dazu setzen soll und danach während der Hausaufgabenbetreeuung nach Hause gehen soll, um dann wieder zu den AGs zu gehen. Aha.
Außerdem soll sie in die Klasse 3 b für drei Wochen, dann einen Tag  in ihre alte Klasse. Wenn sie Mona dann noch einmal ärgert, dann bleibt sie in der 3 b. Aha.
Ich habe nichts schriftliches vorgefunden. Ich bin auch die Anrufliste meines Haustelefons durch gegangen: Ein Anruf von der Schule, sonst nur Handy-Nummern.
Gestern, am Sonntag abend, da rief mich die Klassenlehrerin an, um mir das noch einmal zu sagen. Als ich ihr sagte, das ich die Kinderbetreeung brauche, weil ich arbeite und sonst kündigen müsste, sagte sie, es täte ihr leid. Ich habe ihr dann gesagt, das es mir das auch tut, sie aufgefordert, das ich das schriftlich bekomme, aber die Klassenkonferenz, die diese Sanktionen festsetzt, die kommt noch, also soll ich warten. Beschlossen hat das nämlich die Direktorin…darauf hin habe ich ihr einen schönen Abend gewünscht und aufgelegt. Schon den Einleitungssatz von ihr: „Schön, das ich Sie endlich mal erreiche!“ fand ich eine Frechheit. Montag hat die Schule begonnen, seit Dienstag laufen Sanktionen gegen das Mädel und ich war genau 5 Tage nicht da. 5 Tage in zwanzig Jahren…… Vor allem ist mir völlig unklar, was denn jetzt das Fass zum Überlaufen gebracht hat, denn immerhin war klein E. die letzten 14 Tage vor den Ferien nicht in der Schule wegen der Läuse dort…und weil sie welche mitgebracht hatte. Naja….kriegen wir hin. Arbeiten höre ich nicht auf. Auf gar keinen Fall.

So. Den Rest der Reise , der kommt in den nächsten Tagen. Es sind doch mehr als 500 Fotos geworden, da dauert das sortieren ein bischen.

gefliegt und niht gefallt

So. Morgens um 6.32 ging es los. Erst nach Kreiensen, dann nach Göttingen, dann nach Frankfurt und, weil man gut 12 Minuten mit dem ICE vom Hauptbahnhof zum Flughafen fährt, dachte ich so bei mir: „Frankfurt ist man doch was groß.“
Dann waren wir am Flughafen. Koffer weg. Mini streikte. Zoll war klasse. Wer wurde rausgezogen? Richtig. Nach knapp fünf Stunden in den Schuhen sollte ich, die von dem Geschleppe mit Kinderkarre, drei Koffern und Handgepäck mockte, wie wenn ich vier in der Mukki-Bude verbracht hätte, meine Schuhe ausziehen. Schön ist annerste!Warum ich gepiept habe, ob es an dem Gürtel, den Kronen auf den Zähnen oder den Ringen lag…wer kann das schon sagen. Und dann haben wir auf den „Hubschrauber“ gewartet.
Und Gerd kam dann. Das hier ist Gerd:
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Auf dem Bild sind wir schon wieder raus aus Gerd und in Lissabon. Fliegen ist gar nicht so schlimm. Der Start ist witzig, erinnert an den Zug von Bad Harzburg nach Hannover mit Neigewagentechnik. Wenn der akkerat in die Kurve geht, ist das auch wie Achterbahn fahren. Der Flug selber ist eher doof. Wesentlich lauter als Zug fahren und, weil man über den Wolken fliegt, hat man das Gefühl, es geht gar nicht voran. Mini hat während der Starts und der Landung eine Schreiattacke hingelegt. Vom Feinsten sag ich mal. Essen gab es auch. Irgendwas, was an Kartoffelbrei erinnerte mit was rotem drin und irgendwelchen Scheiben drunter. Das ganze kam in einer Alu-Schachtel, in der bei uns das teure Hundefutter für den Kindersatz verkauft wird.
Aber: Die haben hier Palmen. RICHTIGE echte Palmen.
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Die Bilder sind vor dem Bahnhof. Auf Taxi hatten wir keine Lust. Deshalb guckte C. bei den Bussen und dann sprach uns eine junge Dame an und setzte uns in den Bus, der uns zum Hotel brachte. Und dem Fahrer sagte sie, wo wir raus mussten. Hab ich sonst noch nirgendwo erlebt.
Das Hotel ist….irgendwie….sowas habe ich bisher nur auf Bilder gesehen. Das Bett ist größer als meins Zuhause. Lauter so Schnicki-Schnacki im Bad, vom Radio, über Seife bis hin zu echt fetten Handtüchern, und sogar jemand, der Dir die Koffer auf das Zimmer bringt…Fußboden glänzt, wird aber offensichtlich dauernd gewischt da unten in der Eingangshalle denn als wir ankamen, fing es an zu regnen und da ist keine Spur unten.
Zum Essen sind wir zu Mäkkes und das ist hier echt billiger als bei uns, auch wenn der Schickenbörger eher lieblich als feuerheiß schmeckt, aber….ich habe da zum ersten Mal bei Mäkkes meinen Kaffee in der Tasse bekommen und geschmeckt hat der auch noch.
Dann folgte auf der Suche nach einem Supermarkt die erste Stadtbesichtigung, aber davon morgen mehr.

Noch ein So!

Die  Koffer sind gepackt, gewogen, voll und fertich. Es gibt kein Taxi-Unternehmen, das uns mit Mini zum Bahnhof fahren kann, weil Mini für die Sitzerhöhung noch zu klein ist.
Omma ist da, die Papiere gepackt, die Cents aus dem Geldbeutel, um Gewicht zu sparen.  Um fünf morgen geht´s los…..ich will nach Hause.