Wahrscheinlich fehlt wieder Eisen im Kreislauf…..ich weiß es auch nicht.
Wenn ich jetzt irgendeine Donnermail von einer der Schulen bekomme, dann schlafe ich vor dem Schreiben der Antwort immer eine Nacht drüber. Ich mag nicht antworten. In der Spätpubertät derart emotional….Neee. Das gibt keine Basis.
Das Blöde daran ist bloß, das ich am nächsten Tag in ruhiger Form denke: Was ein Schwachsinn! und immer noch nicht antworte.
Und in einer Woche ist es mir so egal, weil ich es absolut albern finde, die Forderung, das ich als Elter eines 14jährigen permanent telefonisch erreichbar sein muss.
Ich denk mal, ich werde mal wieder gar nicht anworten….Aber das wiederum ist auch nicht gut.
Ich wohne auch hier.
Ich finde es schön, in andere Kulturen zu gucken, wie man das so vorsichtig nennt. Der Vorteil daran ist, die haben alle selbst schon gute und schlechte Erfahrungen gemacht, daraus Konsequenzen gezogen und das Coole daran ist, ich kann mir aus allem für mein Leben das Beste daraus aussuchen. Und es ihm Rahmen unserer Gesellschaft leben.
DAS empfinde ich als wirkliche Freiheit, auch wenn Janis Joplin gesungen hat: „Freedom ist just another word for nothing left to loose.“.
Mir ist auch klar, das in unserer Gesellschaft viel krankt, wie in anderen Gesellschaften auch, und ich bin auch der festen Überzeugung, das Bestechung nicht nur in Russland ein Thema ist und andere Dinge, die anderswo passieren, passieren hier garantiert auch. Kommt nur drauf an, wer bei der Entdeckung welche Glocke läutet. Die Große, dann wissen wir es alle, die ganz kleine, dann ist es beim Haufen unter dem Teppich.
Nun sitze ich also gestern im Zug und finde eine zerfledderte aktuelle Frankfurter Allgemeine auf dem Sitz und klar lese ich die. Und was steht drin? Da prügeln sich diverse Volksgruppen in Hamburg ( wußte ich ja schon) und auch in Celle. ÄH,hallo? Wir sind tiefste Provinz.
Sind die bescheuert? Hallo?? Am liebsten würde ich diese Leute schütteln. ICH lebe auch hier. Das in großen Städten so welche wohnen, die sich mal eben gegenseitig anstechen, verkloppen und so, das weiß ich ja, aber hier?
Und dann vor allem wegen so einem Glaubenskrieg! Sind jetzt hier alle bescheuert?? In meinem Land kann ich bei Vollmond um ´ne Kerze tanzen, wenn ich das will und es Religion nennen und keiner erschießt mich, schlägt mir den Kopf ab. Gut, wenn ich dabei laut jöhle und jeden Vollmond die Nachbarn störe, könnte man mich durchaus auf meinen Geisteszustand überprüfen lassen….
Was soll also dieser Scheiss?
Ich mag im Übrigen den Propheten. Ich mag den, seit ich eine Reportage über den gesehen habe. Der hat eine viel ältere Frau geheiratet, die Witwe war und angsehene Händlerin. Die hat ihm auch Türen geöffnet. Und Unglücklich war er mit der wohl auch nicht, immerhin hatte er sieben Kinder mit ihr.
Ich finde, das schon allein diese Tatsache zeigt, welche von denen, die seine Religion preisen, predigen , welche von denen nix kapiert haben und echte Spinner sind.
Die Frau von dem, die kann nämlich nicht ungebildet gewesen sein, sonst wäre nämlich nix mit Händlerin gewesen. Und komisch, das sie als Witwe arbeiten durfte( Schöne Grüße nach Afghanistan!).
Auf der Arbeit sind wir jedenfalls zu dem Schluß gekommen, Gleichberechtigung für alle. Wir bedauerten gemeinschaftlich, Evangelen zu sein und philosophierten darüber, das wir ja nun auch endlich mal dran wären mit brennenden Holzhaufen und jöhlend ,in Ermangelung von Mistforken, Grabegabeln für 9,95 Euro aussem Obi schwingend, marodierend durch die Strassen zu ziehen, kamen jedoch überein, das man auch sehr schön grillen kann, ohne ´ne halbe Völkerwanderung mit lautstarker Untermalung zu machen und beschlossen, es zu lassen, wie es ist. Wir grillen weiter ohne Mord und Totoschlag.
Aber eins will ich den marodierenden Volksgruppen mal sagen: ICH wohne auch hier! HIER wird sich nicht geprügelt, angestochen, maltretiert, schikaniert und was auch immer!
Bei meinen Kindern habe ich das letztendlich so gehandhabt:
Wer sich prügelt, soll das tun, wenn er meint, auf rudimentäre Verhaltensweisen zurück greifen zu müssen. Aber dann geht der RAUS! In meiner Hütte nicht.
Auf der Arbeit
frage ich nach Kollegen, von denen ich nichts weiß, die aber gar nie wieder auftauchen. Unter anderem nach Ben. Irgendwas war in den Wochen dort mit Ben passiert.
Ja, er wäre nicht mehr da, nachdem er während der Telefonate derart lautstark versucht habe, die Kunden zu seinem Gott zu bekehren, das die übrigen Mitarbeiter gar nicht mehr arbeiten konnten.
Als ich Ben das erste Mal sah, war er mir als Fundamentalist(War er das wirklich? Ich hatte mich nicht getraut zu fragen.) ein bischen unheimlich, aber er stellte sich als freundlich, hilfsbereit und lieb heraus, gar nicht angsteinflössend. In den Wochen, die ich in diesem Sommer krank zuhause verbrachte und es waren einige am Stück soll sich Ben verändert haben. Hatte man schon vorher mitbekommen, das er philosophische Diskussionen mit den Kunden begann, soll dies wohl immer schlimmer geworden sein.
Jedenfalls hatte er wohl noch, bevor er er aus der Abteilung hinaus komplementiert worden ist, erklärt, wir alle sollten auf den 6. September warten, denn da beginne der dritte Weltkrieg.
Meine Kollegin Katja war der Meinung, in seinem Kopf wäre irgendwas nicht Gutes passiert. Und meine schwangere Kollegin erzählte, das er plötzlich freitags nach einer Schicht, als sie in ihrem Auto saß und losfahren wollte, die Tür der Beifahrerseite aufriß, sich auf den Sitz fallen ließ und erklärte, sie habe ihn jetzt zur Moschee zu fahren.
Das wiederum ist nun doch wieder angsteinflößend.
Jedenfalls: Heute gucke ich Nachrichten und denke immer nur „Oh Gottogott!“. Und während eines Berichtes über die Kampfhandlungen an der Grenze zur Türkei kommt mir Ben in den Kopf mit seinem 6. September und denke: „Der dritte Weltkrieg ist doch schon da! Und weit weg ist er auch nicht!“, was wiederum bestätigt wird, als ich den Bericht über Hamburg sehe.
Ich weiß nicht, woran es liegt, aber ich komme mir oft durch die Schichten und die Wochenendarbeit und die Arbeit hier, als ob ich hinter dem Mond lebe!
Bahnstreik
Ja, ich war dabei. Mein Zug nach der Spätschicht nach Hause fiel aus und ein Kollege hat mich mitgenommen bis zur Mitte der Strecke und C. hat mich nicht gefunden, aber der Kollege ihn dann schon und so bin ich doch heimgekommen.
Find ich es gut?
Ja. Finde ich. Ich glaube nicht das Lokomotiv-Führer und Schaffner und Fahrkartenkontrolleure und Bedienungen in Boardrestaurants sich eine goldene Nase verdienen und glorreiche Arbeitszeiten haben.
Es muss irgendwie alles anders gehen, finde ich.
Überfordert
Es ist mein Job, das weiß ich schon. C. sagt, ich kann keinen Small-Talk. Und deswegen…
Es klingelt. Vor der Tür stehen ältere Leute, als ich mit wilden Haaren und lackbeschmierten Klamotten aufmache. Ich bin nur zur Tür, weil ich dachte, groß E. käme. War aber nicht so.
Sie stellen sich als die Erben der Haushälfte nebenan vor und teilen mit, das die Frau jetzt eine Woche im Monat in dem Haus ihrer Schwiegermutter verbringen wird und sie in ein paar Jahren ganz von Heidelberg herziehen werden.
Minimi guckt mich an. „Hol mal Papa“, sage ich, während ich versuche, die drei Stufen vor der Haustür hinunter zu kommen, ohne die beiden zu bedrängen, was mir jedoch nicht gelingt. Es gehört sich nicht, von oben auf Leute zu gucken. Die Situation ist mir unangenehm. Mini geht nicht .
Dafür kommt klein E. und ich sage: „Sag Papa, er soll jetzt mal kommen.“. Es ist nicht das erste Mal. Wirklich nicht und er bewegt sich mal wieder nicht.
Die beiden sind fast erschrocken, als C. in der Tür steht.
Mit so jungen Leuten hätten sie ja nicht gerechnet……nunja, wohl eher nicht mit einem so jungen Mann zu der ollen Frau….aber, wir wollen nicht so sein. Ich weiß es ja selbst.
Wir machen blabla und es nervt mich und ich weiß nicht, bittet man diese Leute herein oder wie ist das so? Ich will die nicht reinbitten. Ich weiß halt auch nicht. Da, wo ich vorher gewohnt hab, das war das einfach. Sie wiederholen dauernd denselben Text und ich frage mich, wie beendet man so ein Gespräch? Er redet von Gartenparty und im Haus sage ich zu C:: „DA gehst du dann hin…ich habe Spätschicht. Ich habe NUR Spätschicht!“
„Guten Tag.“ Wenn man jemanden aus dem Haus gesehen hat. Manchmal kam eins zurück, meistens nicht, aber egal.
Meine Mutter kann ich nicht fragen, ob man die hereinbittet. Die sagt eh : „AUF GAR KEINEN Fall!“
Ob das nun gesellschaftlich richtig ist, oder nicht, das ihr egal. Wenn sie sagt, das ist richtig, dann ist das richtig.
C. sagt auf die Frage aber genau dasselbe. Also bin ich erleichtert und froh, das ich nicht mit meiner bunten Tassensammlung oder den Stückelgläsern irgendwas zu trinken anbieten muss, wobei die Auswahl doch eher eingeschränkt aus Kaffee, Tee ( Kamille und Pfefferminze), Wasser mit Sprudel, Wasser aus der Leitung und Wasser ohne Sprudel besteht….einfach überfordert. Wirklich.
Sehr geehrter Doktor Eisenbart,
vor zwei Wochen habe ich bei Ihnen angerufen, weil Minimi, in der Folge das Kind genannt, an einem Wochenende dreimal die Treppe herunter gefallen ist.
Das war zu der Zeit, als wir das erste Mal die von Ihnen verordnete volle Dosis Petnidan-Saft gegeben haben.
Das Kind verweigerte die Einnahme, es war ihr zuviel. Kleinere Mengen war sie bereit zu nehmen, aber keinesfalls die verordneten 10ml täglich. Wir haben mit allen Tricks gearbeitet. In Wasser versteckt, gebettelt, gebeten, kleine Plastiktiere als Belohnung nach der Einnahme und jetzt lassen wir das ganze in Cola „verschwinden“ und auch jetzt wurgst sie manchmal noch. Sie mag nichts Süsses mehr essen und auch bei Eis sucht sie das erste Mal süss-saure Sorten und will es nur selten.e
Seit das Kind die volle Dosis bekommt, schläft sie keine Nacht mehr allein und schon gar nicht durch; Anfälle hat sie weiterhin, genauso viele wie bei der Hälfte der Dosis. Sie verlaufen auch genauso schwach wie bei der Hälfte der Dosis. Nur konnte sie da noch durchschlafen. Ich baue ihr jeden Abend ihr Tippie auf, in das sie sich zum Schlafen zurück zieht, um dann nach einer Stunde schreiend und kaum beruhigbar ins elterliche Bett zu wechseln und dort unruhiger als je zu schlafen.
Sie hat sich verändert. Mir fehlt ihre bestechende Logik, mit der sie Dinge auf den Punkt brachte. Ihr Stimme ist auch wieder höher geworden. Das Kind ist nun ein brabbelndes dreijähriges Mädchen, das in der Trotzphase wie jedes andere Kind nur noch hysterisch schreiend ihre Unmut äußert.
Nach den Anfällen, die sie auch im Spiel überraschen, schlägt dieser sonst friedliche Mensch plötzlich seine Geschwister, so als wären sie die Ursache das eben Erlebte.
Aus diesen Beobachtungen heraus sind Fragen entstanden.
1. Was passiert in dem kleinen Menschen, wenn so ein Anfall kommt? Wie erlebt er ihn? Fühlt er ihn? Schaltet das
Hirn tatsächlich aus? Das Kind hat immer gemerkt, das da was war, das habe ich an ihren Reaktionen gesehen,
aber wie hat sie es gemerkt, wenn nur noch das Limbische System gearbeitet hat? Das muss ja gearbeitet haben,
denn automatisierte Handlungen sind ja weiter gelaufen.
2. Wie verändert sich die Wahrnehmung unter der Medikamenteneinnahme? Die tägliche und die der Anfälle?
Das Kind hatte von je her eine Milchallergie und hat klug, wie es war, Milchprodukte gemieden. Sie hat nur Dinge gegessen, die bei ihr keine Bauchschmerzen auslösten und im Gegesatz zu meinem gesamten übrigen Nachwuchs vorher niemals eine ganze Schokolade oder eine ganze Tüte Gummibären gegessen, sondern hatte immer einen Bunker mit den Resten der süssen Geschenke.
Nun zeigt mir das Kind, das die Dosierung nicht richtig ist. Und ich bin genötigt, ihr genau diese Überhöhe an Medizin zu geben. Sie schläft also nicht mehr richtig, was mich zu Punkt 4 bringt:
Wenn also vorher die Absencen das Hirn ausgeschaltet haben und das ja offensichtlich auch im Schlaf und das Mittel dieses Ausschalten verhindert oder aber so abschwächt, das sie den Gesprächsfaden nicht mehr verliert, dann tut das doch auch im Schlaf. Kann also das Kind wirklich noch schlafen, also richtig schlafen? Es gibt so viele Tage, an denen sie einfach nur versoffen aussieht und müde ist….
Ich wäre froh, wenn ich Erfahrungberichte jugendlicher oder erwachsener Betroffener bekommen könnte, um zu verstehen, was da pssiert. Ich fische derart im Trüben, und diese Ungewissheit wird auch für uns als Eltern eine wirkliche Belastung.
Mit freundlichen Grüßen,
Frau Safe
Kinder ohne Zukunft
Lange habe ich über einen Kommentar zu der Geburt von Enkelkind zwei nachgedacht. Kind ohne Zukunftsaussichten. Und dann hatte ich gestern ein Gespräch mit meiner Arbeitskollegin T.. T. ist schwanger und wie viele Beziehungen ist ihre nun auch nicht ohne Hürden, um es mal wertneutral auszudrücken.
T. hat schon eine Tochter, die witzigerweise genauso im realen Leben heißt wie Minimi und beide werden auch noch gleich geschrieben und sind lediglich ein Jahr auseinander. Nun ja, da saßen wir so im Büro und sprachen zwischen den Gesprächen und sie erzählte….
Sie ist mit acht Jahren ins Heim gekommen. Also auch ein Kind mit misereablen Zukunftssaussichten. Sie sagte fast verschämt: „Ja, ich bin zehn Jahre von Nonnen erzogen worden….“ Aber: Sie hat eine Ausbldung zur Arzthelferin gemacht. Dann wurde sie schwanger und seit der Elternzeit wird jede ihrer Bewerbungen mit der Begründung abgelehnt, sie sei zu lange aus dem Beruf. Sie ist jetzt 28 Jahre alt. Sie war vor der Geburt ihrer Tochter nicht arbeitslos, aber nach der Elternzeit und so kam sie in meine Firma, in der sie nun auch schon wieder Jahre arbeitet. Der Vater ihrer ersten Tochter bezahlt keinen Unterhalt. Er könnte es sich leisten, aber er will nicht. Anwalt hin, Jugendamt her…nix kommt. Ja, sie wird vom Jobcenter bezuschusst, weil unsere Löhne so niedrig sind, das ein Alleinstehender mit einer vierzig Stunden Woche netto 1,20 Euro weniger verdient als es für´s Zuhause bleiben vom Hartz4 gibt.
Und nun bekommt sie ihr zweites Kind. Sie ist zusammen mit einer Arbeitskollegin, mit der sie befreundet ist, alle Optionen durchgegangen und hat sich dafür entschieden. Der Erzeuger hat nicht „Jippieh“ geschriehen. Aber T. weiß, wie der Worst Case aussieht. Ich finde sie mutig, andere würden sagen….
Wie bin ich großgeworden? Meine Eltern waren beide im öffentlichen Dienst. Höhere Schulbildung, also Abitur. Privaten Musikunterricht Orgel und Querflöte. Schwimmen im Verein. Also ein dickes Kind mit guten Zukunftsaussichten….Und jetzt bin ich asoziale Vollschlampe ( Zehn-Kind-Mutter) und arbeite als Ungelernte in Wechselschicht und am Wochenende zu einem Lohn, der nicht mal den Satz des Hartz4`s deckt. Wie ehemalige Systemadministratoren in meiner Abteilung, Mathematiker, Magister der Politologie,…Wie das Leben so spielt, man kann´s nicht wirklich vorher sagen, finde ich.
"Mama, ich war´s nicht!"
Seit gestern ist es da, das kleine Mädchen. Und ich habe ein Bild gesehen und kann nur sagen: „Junge, es hat Dein Gesicht. Hoffentlich verwächst sich das noch…..“
Der junge Vater ist also gestern zum zweiten Mal Vater geworden und wir ulkten die ganze Zeit herum…“Ich war´s nicht!“-„Ja, was denkst Du, Junge??? Ich erst recht nicht!“
Als ich ihn bei sich zuhause absetzte, meinte er nur:
„Naja, bei der ersten….da war ich mir ja unsicher, ob ich der Vater bin. Aber das ist jetzt echt egal, ich will das auch nicht wissen, ist meine Tochter. Aber die jetzt, die Neue, die werde ich abstreiten….“
„Jo, genau! Mit dem Gesicht! Wollteste als nächstes annen Bus laufen oder Flugzeugabsturz, damit das Ganze glaubwürdiger ist….“
Ob ich denn nicht mit in Krankenhaus könnte? Junge, du konntest das alleine machen, kannste auch alleine ins Zimmer gehen.
Ich habe ihn hingefahren und auf die Station gebracht….Altär…..Kinner inne Welt setzen, das geht, aber wenn´s dann um´s Angucken geht, dann ist alles wieder ganz anders.
Ob ich denn nicht mitkommen könnten. Nö. Man, die hat grad geworfen, nun lass die man mal. Ist noch genügend Zeit, das Ding kennen zu lernen.
Also: Ich mal wieder Omma. Jo, wieder vom eh-schon-Vater.
Medizin für Minimi
Am Anfang nach dem Urteil habe C. und ich viel gestritten. Richtig viel. Und er hat abends nur noch gezockt und ich nur noch geputzt.
Mini nahm derweil ihre Medizin und ich traute mich nicht, meine Beobachtungen auch nur anzudeuten, weil ich es einmal gemacht hatte und gesagt habe, das es weniger werde.
„Nein, das kann gar nicht sein!“ C. war sowas von überzeugt.
Aber Mini blinzelte weniger, hörte auf zu Lautieren und zu Schmatzen und wankte auch nicht mehr.
Irgendwann sprach ich mit ihrer Tagesmutter und wir verglichen unsere Beobachtungen. Schon während der ersten Woche machten wir weniger Striche auf die Liste, die wir führen sollen und ich hasse die wirklich. Bevor die Dosis verdoppelt wurde, kamen manchmal Anfälle, die aber sofort wieder aufhörten
Jetzt, am Ende der zweiten Woche kann ich sagen: Ja, es sind wesentlich weniger. Sechs beobachtete, höchstens zehn. Ihre Augen sind wie geschwollen, ihr Stimme ist tiefer, sie quietscht nicht mehr so. Aber sonst ist sie einfach lieb, kuschelig und die Ängste, das sie völlig anders würde, sind erstmal unbegründet. Sie lernt einfrig. Und abends muss immer verhandelt werden, das sie ihre Medizin nimmt.
Aber wenn das alles weg ist, dann bekommt sie ihren Helm und das kleine blaue Fahrrad, das für sie in der Garage steht und das will sie unbedingt.
Die kennt halt Helga nicht!
Gestern abend wackele ich mit Olaf so durch die Gegend, als das Frauchen von der Schilddrüse mit Futtermittelallergie ihren Hund vor dem Schlafen noch einmal rauslässt. Tür auf und kurz auf die Wiese.
Klar, Welpe und schon stehen wir im Regen und labern. Ich versuche, heraus zu bekommen, welche Hundeschule eine Gute ist, nachdem ich nun festgestellt habe, das die Begleithundeprüfung aus Normalitäten besteht wie „Geh bei mir.“, „Leg Dich ab.“, „Warte.“ und „Sitz“.
Frauchen erzählt mir, das es ihrer Hündin ja überhaupt keinen Spaß gemacht hat dort bei der Begleithundeprüfung. Und das sie ihren Hund ja auspowert. Er komme zweimal am Tag raus und einmal davon spielen sie ja nur Ball, NUR, weil reines Spazierengehen ist dem Hund zu langweilig. Okay.
Wir kommen auf dieses und jenes, irgendwann kommt sie auf Höltys. Sie findet die ja Quälerei, sowas braucht man nicht, wenn man einen Hund auslastet.
Und ich dachte an Helga, eine der ersten Kampfhundmischlinge, die man der Behörde als Labrador-Mixe verkaufte, ihr erinnert Euch. Und an die drei Huskys in unserem Haushalt. Letztere waren nach 25 km neben dem Fahrrad erst richtig warm gelaufen und Helga, der Flummi-Hund hielt mit.
Ich meine, Huskys sind dazu gezüchtet worden, irgendwann in diesen in eigenen Trab zu verfallen, aber so ein Flummi-Hund?
Nach all diesen Vorträgen bin ich heute in den Baumarkt für die Tiere gefahren, habe mir eine ordentliche Leine gekauft, die gut in der Hand liegt und ein Halsband.
JETZT ist echt gut, ehrlich!