Medizin für Minimi

Am Anfang nach dem Urteil habe C. und ich viel gestritten. Richtig viel. Und er hat abends nur noch gezockt und ich nur noch geputzt.
Mini nahm derweil ihre Medizin und ich traute mich nicht, meine Beobachtungen auch nur anzudeuten, weil ich es einmal gemacht hatte und gesagt habe, das es weniger werde.
„Nein, das kann gar nicht sein!“ C. war sowas von überzeugt.
Aber Mini blinzelte weniger, hörte auf zu Lautieren und zu Schmatzen und wankte auch nicht mehr.
Irgendwann sprach ich mit ihrer Tagesmutter und wir verglichen unsere Beobachtungen. Schon während der ersten Woche machten wir weniger Striche auf die Liste, die wir führen sollen und ich hasse die wirklich. Bevor die Dosis verdoppelt wurde,  kamen manchmal Anfälle, die aber sofort wieder aufhörten
Jetzt, am Ende der zweiten Woche kann ich sagen: Ja, es sind wesentlich weniger. Sechs beobachtete, höchstens zehn. Ihre Augen sind wie geschwollen, ihr Stimme ist tiefer, sie quietscht nicht mehr so. Aber sonst ist sie einfach lieb, kuschelig und die Ängste, das sie völlig anders würde, sind erstmal unbegründet. Sie lernt einfrig. Und abends muss immer verhandelt werden, das sie ihre Medizin nimmt.
Aber wenn das alles weg ist, dann bekommt sie ihren Helm und das kleine blaue Fahrrad, das für sie in der Garage steht und das will sie unbedingt.

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