Gymnasium Teil 2

Freitag nun hatte mir Salines Mutter SMSen geschickt, weil meine Tochter  ja kein Einsehen zeige und ihre Tochter daran gehindert habe, sich vor die Klasse zu stellen und zu entschuldigen und Besserung zu geloben. So gehe es ja nicht.

Ich habe ihr darauf zurück geschrieben, das ich froh bin, das sich ihre Tochter, die am Tag vorher ohne Wissen ihrer Mutter in mein Haus gekommen war, sich in Gegenwart eines Besuchers geäußert habe. Und dass ihre Tochter am Vortag darauf hingewiesen worden, dass das Telefon morgens während der Schule nicht zu benutzen sei. Im Übrigen teilte ich ihr mit, das ich die Schulleitung informiert habe, was ich auch getan habe, und man sich um das Problem „Klein E.“ kümmere und bis dahin müssten da alle durch.

Ja, ich hatte in der Schule angerufen und gefragt, ob ich E. abholen soll. Sollte ich nicht.

Nun heute mussten Marlene und E. zum Streitschlichter. Sonst sind das immer Schüler, aber in diesem Fall war es eine Lehrerin.

Marlene hatte eine Prellung am Fuß. Dann schubste sie E., nachdem sie von Marlene gekniffen worden war, und dann war die Prellung schlimmer und Marlene brauchte Krücken.

E. hat sich entschuldigt und Marlene musste versprechen, nicht mehr gegen E. zu hetzen.

Hachja.

Saline war nicht in der Schule.

Schule und Kinder

Als ich Kind war, war klar: DIE macht Gymnasium.

Die ist ja sowas von faul, aber sowas von intelligent. DIE macht Gymnasium. Das ging die ganze Zeit in der Grundschule so.

„Was willste denn mal werden?“ Diese Frage kennt jeder von uns. Und wer nur einfach „Groß!“ antwortete, galt als frech und so suchte man sich irgendeinen Beruf vor dem sonntäglichen Kaffeetrinken bei Omma aus.

„Was willste denn mal werden?“ wurde man da von den alten Frauen, strickend und häkelnd, gefragt.

„Hach, sie kann ja so gut mit Tieren…“ kam dann von mütterlicher Seite.

„Weiß ich nicht.“ kam dann vom Kind

„Na, wennse so gut mit Tieren kann, dann kannse ja Tierarzt…“

Bauer sollte unsereins nicht werden, das waren die Alten schon über Generationen hinweg und fanden das wohl keinen guten Beruf.

Gut, wird ’se Tierarzt. Immerhin hatte sie ja eine Schildkröte. Wenn man mit Schildkröten kann, kann man mit Tieren….

Also war klar: Gymnasium.

Und weil nun ich auf Gymnasium, musste mein Cousin auch.  Man musste ja mithalten in einer Welt aus Schwab-Polyester-Fohlen-Mänteln und schokobraunen Mercedessen bei Becksbier und Würstchen.

Mein Cousin hat gelitten. Und kaum hatte sich meine Tante von der Brücke bei Bokenem gesprungen, verließ er die Schule und ging zur Polizei. Wollte er schon immer hin. Und auch das zeigt, jedes Schlimme hat auch immer was Gutes.

Ich machte weiter. Die is ja klug, die muss ja studieren.

Wenn man als Kind so ein dickes Ding in rosa wie ich war, hatte man beim Kuchen essen viel Zeit, den anderen zu zu hören und sie zu beobachten. Der Mund war ja voll. Da konnte man nix sagen.

Und früh wurde klar, was dieses „Mein Kind soll es mal besser haben als ich.“ für Auswirkungen hatte. Mich ließ das Gefühl nicht los, das da jemand die Träume seiner Eltern erfüllen sollte.

Während der ganzen Zeit auf einem Gymnasium in der Kleinstadt, in der ich groß geworden bin, fühlte ich mich fremd und fehl am Platze. Nein, ich habe keine Vokabeln gelernt, es sei denn, die Klassenarbeit stand an, dann habe ich zwei Tage vorher die Vokabeln des ersten Lehrbuches und die bis dahin, wo wir waren, aus dem zweiten Lehrbuch gelernt. Wozu sollte man etwas auswendig lernen, wenn man doch  wußte, wo es zu finden war? Das reichte immer für ne vier, manchmal auch für ne drei. Je nach dem. Nach was eigentlich?

Die Geschichten in den Deutschbüchern, die wir besprechen mussten, fand ich doof. Ich habe,nachdem ich ziemlich schnell über Bille und Zottel raus war, die Büchersammlung meiner Mutter durchgelesen. Bücher von Jaque Costeau fand ich doof. Da waren nur die Bilder schön, aber  Bücher von Robert Kennedy fand ich klasse, und Shakespeare aus der Stadtbibliothek, die auch Brecht auf Lager hatte. Kommt nicht so gut mit 12, 13, 14.

Herr Weißensee, unser Physiklehrer ,sagte klar im Unterricht: „Das ist nicht für die Damen in der letzten Bank, die brauchen das nicht.“ und sowas nimmt man gern. Also war ich in Physik eine Niete. Vier reicht.

Chemie fand ich doof und als Uta neben mir nicht weiter kam mit ihrem Spickzettel, habe ich ihr die Antwort aus dem Buch auf meinem Schoß abgeschrieben und gegeben. Und bin dann zuhause in irgendwelchen Büchern aus den Regalen der Bibliothek verschwunden.

In Mathematik war ich eh immer eine Niete. Da war ich mit ner fünf zufrieden, aber ich konnte keinen Lehrer wirklich überzeugen, das ich diese Sache mit den Arbeiten lassen kann, weil wir könnten die Note vorher festlegen. Kommt eh nix bei raus. Also habe ich die Stunden sinnvoll genutzt und habe die Latein und Englisch-Hausaufgaben gemacht.

Musik war auch nicht meins, beim Chorsingen war ich kläglich gescheitert. Kein Taktgefühl. Wie im richtigen Leben, jeder Fettnapf ist meins.

Später habe ich dann bei dem zwar in zwei Chören gesungen, aber macht ja nix.

Sport musste ich über Jahre nicht machen, weil ich eine Blockwirbelbildung im Genick hatte, eigentlich verwächst sie sich nicht, aber meine angeblich schon. Jedenfalls hatte ich die, was sich rausstellte, als das Mädchen in Rosa mit Kuchen im Bauch bei einer Rolle rückwärts erbärmlich scheiterte und dann in der Englischarbeit eine sechs schrieb, sie konnte den Kopf nicht mehr bewegen und durfte auch nicht nach Hause. Das war das einzige Mal, das meine Mutter in der Schule aufgeschlagen ist mit dem Attest vom Krankenhaus und mir mit Halskrause im Schlepptau.

Kunst war ich nicht so. Mein Kunstlehrer erklärte mir, ich könne eh nicht malen und in den höheren Stufen kam moderne Kunst dran und da lernte ich: schmeiss allen Müll zusammen, gib ne gute Begründung und zack , haste 15 Punkte.

Und Uta lernte und lernte und lernte. Und ich las Bücher, besuchte von meinem Taschengeld unser Museum und die Kirchen und alles, was man sich angucken kann, und Uta lernte und lernte und war jetzt nicht so der Oberburner in der Schule.

Ich kann mich anne Mathestunde erinnern, da hatten wir irgendwas mit Bruchkürzereien. Und sie häckselte die ganzen Zahlen in den Taschenrechner und das war mir zu blöd, weil, das dauerte mir zu lange. ich war im Kopp schneller. Nein, ich habe nicht erster geschrien. Sondern nur voll asselich gefragt: „Biste fertig?“

Meine Mutter hat es mit allem probiert. Wirklich allem. Von den Ohrfeigen flogen meine Brillen durch den Flur, mit Hausarrest und sechs Wochen kein Fernsehen über die ganzen Sommerferien, mit gut zu reden und Versprechungen, was ich alles bekomme, wenn…, kein Taschengeld,wirklich alles.Nix. Es war nix zu wollen.

Ich kann nicht erklären, warum ich die alle nicht ernst genommen habe. Ich nehme die auch heute noch nicht ernst. Und als ich vor vielen Jahren mal meinen Mitschülern auf nem Klassentreffen begegnet bin, da war es immer noch da, dieses komische Gefühl und der bittere Geschmack im Mund und ernst nehmen mit ihren Berichten ihrer Großartigkeit konnte ich die wieder nicht. Ich war nur froh, das ich da weg war, das war alles so unwirklich.

Und auch heute ist es noch so: Dinge, die mich interessieren, die sind sofort im Kopf. Dinge, die ich langweilig finde, Ladies, mim Auswendiglernen hab ich ’s nicht so. Ich muss es verstehen. Dann ist gut. Aber mit „isso“ und ab in den Kopf, geht nicht.

Ich weiß nicht, wie Eure Schulzeit war. Aber ich weiß, dass es sinnlos ist, aus einem Menschen einen anderen machen zu wollen als der, der er ist. Und ich habe mir nie Gedanken gemacht, was aus meinen Kindern anderes wird als „Groß und glücklich.“. Vielleicht ist das auch der Fehler, aber ich habe  durch meine Schulerfahrung begriffen, das Kindheit und Schulzeit nicht so einen komischen Geschmack im Mund und ein seltsames Gefühl im Bauch haben müssen. Kindheit gibt es nur eine, Schulen ganz viele.

Schule

Never ending story. Heute war ich in A.`s Schule.
Hatte ich noch vorgestern mit der Sekretärin gesprochen und ihr mein Kommen angekündigt, stand ich heute vor verschlossenen Türen. Sie waren alle zu und es ging auch niemand ans Telefon.
Sauer, ich.
Am 13. Juli hatte ich einen formlosen Antrag gestellt, A. die Schule wechseln zu lassen – bis heute keine Antwort.
Dann habe ich noch einmal eine Mail geschrieben. Die Sekretärin hat mir den Eingang bestätigt und mir erklärt, sie habe diese ausgedruckt und dem Direktor auf den Tisch gelegt. Immer noch keine Antwort.
Und heute sollte ich vorbeikommen, um ihn einfach dort abzumelden.
Morgen ist Freitag, da ist niemand im Büro. Toll. Und heute war niemand da. Auch toll. Und Montag muss ich ihn an der anderen Schule anmelden. Vor der Spätschicht, da ist nie viel Zeit.

Ich war stinksauer und bin zu dem Schluß gekommen, das ich A. formlos abmelde und schriftlich per Post mit Einwurfeinschreiben und eine Kopie geht an den leitenden Schuldirektor des Schulaufsichtsamtes. Fertig.

Sie haben Post!

Gut, das diese Funktion auf allen Rechner außer Betrieb ist.
Email, zwei Stück. Aus A.´s Schule.
Man erinnere sich: A. soll ja gemäß Schulanweisung Mittag essen. Auch wenn er keinen Hunger mittags um zwölf hat, sondern eher um elf oder aber auch mal erst um halb drei, hier geht es um……um……um….

In diesem Zusammenhang erreichte mich eine Email. Da A. nun nicht immer Brot einpacken will, will er einfach nicht und in dem Alter mußte ich auch kein Schulbrot mehr mitnehmen, weil das war uncool, also weil er es einfach nicht will, soll er immer mal Geld bekommen um sich beim Bäcker was zu kaufen. Normalerweise müsste ihm das die Schule geben, die wollen ja auch den Bäcker subventionieren.
Also, die Email Nummer eins:

Hallo Frau Safa,
ich möchte Sie kurz darüber informieren, dass das Mittagessen von A. heute aus einer Tafel weißer Schokolade, einer Tüte Chips und einer Flasche Cola, die er sich wohl mit  G teilen wollte bestand. Ich habe die Tüte Chips und die Cola eingesammelt und werde sie ihm nach Unterrichtsschluss wiedergeben.
Ich denke nicht, dass es so gemeint gewesen war, als wir uns darauf einigten, dass A. in der Mensa Mittagessen soll!
Die Süßigkeiten hat er sich von einem Mitschüler, v
om Supermarkt bringen lassen. Dieser Schüler hatte bereits frei.
Liebe Grüße
Lehrerin von A.

Kurz drauf erreichte mich folgende Email:

Sehr geehrte Frau Safa,

X, A. und Y. stritten sich über ihre Lieblingsfußballmanschaften. Daraufhin schubsten X und A. Y. Dieser legte sich, aus Angst, auf den Fußboden. A. täuschte Tritte vor und X rollte den Körper von Y mit dem Fuß hin und her.
Auch wenn es sich nicht als tätlicher Angriff gegen Y herausstellte, ist die Tatsache, dass zwei Schüler gegen einen am Boden liegenden Schüler vorgehen meines Erachtens keine Lappalie. Ich habe dies hier im Hause  besprochen und als Maßnahme für diese Woche entschieden, dass A in den ersten großen Pausen und X in den zweiten großen Pausen im Klassenraum bleiben muss.
Ein Bericht über diesen Vorfall werde ich in die Schülerakte legen.

Mit freundlichen Grüßen,
Lehrerin von A.

Ich kann darauf nix antworten. Kann ich nicht. Ich bin nur froh, dass zu meiner Zeit erstens Winnetou nachspielen und sterben normal war und das zweitens keiner von mir verlangte, das ich Mittags was aß und mir drittens das auch kein Lehrer vorgeschrieben hat.

Post vonne Schule.

Wichtige Post, eine Einladung zum Gespräch im Schulranzen mitgeschickt….
Oben steht dick: Ordnungsmaßnahmen-Anhörung der Erziehungsberechtigten, dann mein Name samt vollständiger Adresse und rechts unter dem Namen des Kindes der Name des ermittelnden Lehrers.
Man lasse sich das auf der Zunge zergehen. Ermittelnde Lehrer. Unter Ermittlern stelle ich mir solche in weißen Anzügen vor mit der hässlichen Kapuze und dem mülmenden Pinsel, die alles mit schwarzem Zeuchs einsauen….naja…die gibt es ja auch im Anzug und im schnellen Auto, nur hießen die früher Miami vice. Würde nur nix nutzen, wenn die hier vorbei kämen….
Dann entnehme ich dem Schreiben, das gegen meine neun( in Zahlen:9)-jährige Tochter ein Ermittlungsverfahren läuft. HÄ?????
Ja, Ein Ermittlungsverfahren wegen Ordnungsmaßnahmen gemß § 61 Niedersächsisches Schulgesetz (NSCHG). Die Abkürzung steht echt dahinter.
So. Und nun müsste ja, wie in jedem Ermittlungsverfahren bei der Einladung zur Aussage der Vorwurf stehen, denk ich so…steht aber nicht, sondern nur, das sie im Verdacht steht,  Ihre Pflichten in der Schule grob verletzt zu haben.

Jaja….fragt nur. ICH weiß es auch nicht. C. weiß  es nicht und der Mann vom Jugendamt weiß auch nicht, welche Pflichten sie da grob verletzt hat. Vllt pinkelt sie beim Laufen auf den Hof? Doch, wir haben doch schon letzte Woche die Ankündigung der Klassenkonferenz bekommen…..immerhin schon ein Fortschritt, von der letzten haben wir hinterher per Bescheid erfahren….da  waren die Konsequenzen  auch fast schon wieder rum.

In dem Schreiben, das die Neunjährige von jetzt auf gleich, also heute erklärt und heute durchgeführt, aus dem Nachmittagsunterricht verdammte, waren auch nur schwammige Erklärungen wie: sie beschimpft ihre Mitschüler, bedroht sie( die Eiersache, Ihr erinnert Euch) und so einen schwammigen Lari-Fari-Kram, der einfach nur den Eindruck hinterließ: Hier ist jemand aber so richtig von überfordert….

ich möchte jetzt mal alles schriftlich haben, kein blabla mehr. Also werde ich unseren Strafrechtsanwalt kontaktieren. Der ist für Ermittlungssachen zuständig.  Und was hat mir klein E.´s Vater beigebracht: Bei den Bullen sagt man nix. NIEMALS. Die schreiben sonst irgendeinen Schrott. Man spricht nur mit dem Richter in der Verhandlung. Ich denke mal, wenn das hier schon ein Ermittlungsverfahren mit einem ermittelnden Lehrer ist, wobei, da fällt mir ein: Könnte man die dann nicht auch bei der Polizei einsetzen, wenn ermittelnde Beamte fehlen? Beamter ist doch Beamter, oder?

Kann ich mal waas sagen? Die ist neun  Jahre alt. Die kann man anleiten und führen…..und natürlich zickt die …die ist in der Vorpubertät. Mit Kindern wird das nie schön, da wechselt nur eine Phase die andere ab. Woran erkennt man, das die Vorpubertät rum ist? Man denkt, man hat es. Die sind ein halbes Jahr nett und man denkt, man hat alles richtig gemacht, aber das, das ist nur die Erholungspause, das Auge des Sturm quasi, denn danach kommt sie, diese ganze Hormonscheisse.

Könnte uns jetzt bitte endlich mal jemand auf klären, was da jetzt eigentlich los ist in der Schule???  Was macht das Mädel denn da? Wenn sie tatsächlich den Unterricht stört und dennoch ein Zeugnis mit zweien und dreien bringt, keine vier, keine fünf, keine sechs, dann ist sie echt falsch da an der Schule, weil dann ist sie heillos unterfordert.

Wie heißt Groß E´s Klassenlehrerin?"

will C. wissen. Ich schäme mich. „Keine Ahnung.“  sage ich kleinlaut und fühle mich wieder wie eine schlechte Mutter.
„Und wie heißen die von den anderen Kindern?“  Ich zähle sie als Pärchen Kindername-Klassenlehrer auf.
„Siehst Du?!“ sagt er ernst. „Ich habe doch gesagt, daß Groß E´s Schule gut ist. Oder meinst Du ernsthaft, die ist lieber als die anderen?“
Ich denke kurz nach und verneine.
„Die lösen halt ihre Probleme in der Schule“, sagt er und geht an seinen Rechner.
Es hat wieder Post gegeben. Das die von der IGS kommen würde, das war mir schon klar.  A. hatte mir nämlich von dauernden Konflikten mit der neuen Tutorin erzählt. Für mich ist die  nicht neu. Als D. dort an die Schule ging, war sie seine Tutorin. Das war eine schlimme Zeit, weil ich dauernd in die Schule bestellt wurde. Nach den Weihnachtsferien verschwand die Dame und D. sprach mich an. Er hatte ein schlechtes Gewissen, weil die Tutorin ging. Sie war irgendwie krank. Ich sprach es dann im Sekretariat an und offensichtlich gab es ein Gespräch, weil er tags drauf kam und mir erklärte, er und seine Klasse, die seien ja gar nicht Schuld an der Erkrankung der  Lehrerin, sondern die Parallelklasse, weil die immer so laut sei.
Soweit so gut oder auch nicht.  Die Dame kam jedenfalls wieder. Und A. liegt mit ihr im Klinsch. Sie will, das er in der Mensa den gelieferten Müll futtert und er will natürlich nicht. Er soll sich Brot mit bringen. Er will aber kein Brot mitbringen, auch keinen Apfel, kein Mineralwasser. Er wird 13. Er will ab und zu Geld für nen Schokoriegel, ne Cola und ne Tüte Chipse.  Da sein BMI in Ordnung ist, er also weder zu fett noch  zu dürr ist….: Lass den man.
Nun kam also wieder von Post  von der IGS. Er war nicht nett, es wurde bemängelt, das er diskutiert. Aha. Und er würde einfache Anordnungen nicht umsetzen. Ne, macht er auch nicht, wenn er den Sinn nicht fassen kann und es entzieht sich seinem Sinn, in der Mensa essen zu sollen oder aber den anderen beim Essen zugucken zu sollen.
Und warum kann er diskutieren? Weil er genau weiß, dass Mama den Namen seiner Klassenlehrerin kennt.
Und warum ist er nur, wenn er Hunger hat? Weil er es so gewohnt ist. Ich sage mal so: Was schützt vor dem Fettwerden? Das Hungergefühl zu erkennen. Ist Körpergefühl.
Post  zwei von Schule zwei.  Die Schule von klein E. hat wieder geschrieben. E. hat böse Wörter gebraucht. UUUUUUUUUUUUUUUUUUI. Welche?  Steht nicht drin. Da steht nur, das eine Klassenkonferenz kommt. Wann? Steht da nicht. Vllt wie die letze. Kommt hinterher der Beschluß. Warum hatte sie die letzte? Genau dasselbe. DAS böse böse Mädchen hat doch tatsächlich eine Gruppe von sechs Jungs in Angst und schrecken versetzt, weil sie einem androhte, sie würde ihn gleich in die Eier treten….DAS brachte die Lehrer auf die Palme und in Zugzwang…… Sie hat nicht getreten.
Die Schule hat ihrem Schreiben Gesetzestexte zu den Aufgaben der Eltern dazu gelegt, deren Causal-Zusammenhang zum Schreiben irgendwie fehlerhaft ist….weiß irgendwie keiner, was dieses Zeichen jetzt heißen soll.

Die IGS hat eh dem Jugendamt geschrieben. Die möchten so gerne, das ich eine Familienhilfe nehme, weil sie sich ja mit ihren eigenen zwei Kindern oft überfordert fühlen….Doch, sie haben vorher angerufen, allerdings war ich da auf Arbeit und als ich zurück gerufen habe, da war natürlich keiner mehr in der Schule. Die IGS schließt nämlich gerne Kinder vom Nachmittagsunterricht aus. Und zwar sofort. Von gleich auf gleich und die Eltern sollen die  Kinder dann abholen kommen….
Das nehme ich mir einfach mal zum Beispiel. Wenn meine Kinder nicht hören, schicke ich sie in den Wald und rufe den Förster an, er soll sie sofort abholen….
Nun soll der MAnn vom Jugendamt mit zu diesen schwammigen Vorwürfen  auf der Klassenkonferenz…Und C.. C. bekommt eine Vollmacht, der Mann vom Jugendamt bestätigt die Vollmacht und C. regelt den Kram. Ich bin da langsam nicht mehr sachlich.

Ich möchte hier mal was sagen: Es kann nicht jeder Lehrer sein, nur weil die Noten nicht für ein technisches Studium reichen….schon gar niemand, der schon mit zwei Kindern überfordert ist. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Die lernen das noch. Deshalb sind die auch erst mit 18 volljährig, das hat schon seinen Sinn.
Also, nicht jeder kann Lehrer sein. Und bei wem sich rausstellt, das er mit der Nummer überfordert ist, und das sind für mich diejenigen, die die Meßleiste unendlich hoch legen und Kinder nicht dort abholen, wo sie stehen, die sich über Essen und  Schimpfereien aufregen, aber NIEMALS, wirklich NIEMALs dann da sind, wenn es eskaliert. Jemand , der mit einem Burn out aus dem Lehrerberuf geht….vllt wäre es doch wünschenswert, das sie sich so jemand anderweitig umschaut, statt in den Schuldienst zurück zu kehren…Die Kinder von vorher sind nämlich keine anderen, sie sind nur älter. Und, was immer ganz fatal ist: Es spricht sich unter ihnen rum und das ist niemals gut.

Boah, Schule ! Nach dem Motto: Nicht schon wieder!

Groß E. kommt auf die weiterführende Schule. Auf den Papieren, die sie mitbrachte stand: Wenn Sie ihr Kind nicht bis zum soundsovielten anmelden, dann wird es automatisch an der und der Schule angemeldet.
Da groß E. sowieso auf die  der -und -der -Schule gehen wollte, eine Realschule ungemerkt, haben wir den innerschulischen Service genutzt
Dann kam: Die wollen noch das Zeugnis sehen. Kein Thema, C. sollte es rumbringen, wenn Zeit ist, weil es bei mir ja ans Arbeiten ging.
Mein erster Arbeitstag:
Mein Händie klingelt, zeigt eine Nummer direkt aus meinem heimatlichen Vorwahlbereich an.
Am anderen Ende die Schulsekretärin der Goldenen der- und -der -Schule.
In einem Ton, der in meiner Firma die Kündigung nachziehen würde, forderte sie mich bösartig auf, ich solle vorbeikommen, ich müsse noch Unterlagen unterschreiben.
Ich weise daraufhin, daß ich gerade meinen ersten Arbeitstag habe und in dieser Woche nicht vorbeikommen kann.
Daraufhin erklärt sie, ich solle mir dann eben gefälligst einen Tag frei nehmen. Am Ende sage ich lieber nur einfach „Ja.“ , weil sie derart massiv ist, dass die Teilnehmer im Raum hinter mir( die Tür steht offen, wir haben gerade Pause) schon gucken.

Ich erzähle es C. und wir sprechen ab, dass ich ihn bevollmächtige.
Wir bekommen wohlwollende Post von der Direktorin, die freundlich darauf hinweist, dass alle nötigen Unterlagen auch auf der Website der Goldenen Der-und-Der-Schule zu finden sind.
Arbeitsreiches Wochenende. Wir drucken aus und machen fertig. C. fährt in der Schule vorbei.
Die Sekretärin lässt mir ausrichten, ich solle mir keine Kinder anschaffen, wenn ich keine Zeit für diese habe. Wenn ich morgen nicht den aktuellen Bescheid abgäbe, dann müsse ich die Schulbücher bezahlen. Sie bemängelt weiter, das ich meine alte Universitäts-Email-Adresse angegeben habe. Warum ich die angebe, wenn ich doch arbeite? Weil ich es kann?
Außerdem wollte sie meine Telefonnummer von der Arbeit: Gut, wenn sie sich lächerlich machen will, bitte! Dann gebe ich ihr doch die Nummer des Kundenservices vom Magentafarbenen Riesen. Ich hege große Zweifel, dass meine kluge Tochter dort gut aufgehoben ist. Ganz große Zweifel, aber C. besteht darauf, dass sie dort hingeht.

Bevor es ans Feiern geht…..

M.`s Schule hat geschrieben. Nach dem Gespräch mit dem Sozialarbeiter dachte ich nun, es würde was passieren. Wieder mal Post, daß irgendwelche Hausaufgaben nicht gemacht sind und ein ganz ganz und noch mehr böser Brief an mich, daß er nur
noch mit ärztlichem Attest fehlen darf. Das ordnet die Direktorin an.
Wortlos…..ehrlich……er hat ja nicht mal Entschuldigungen von mir bekommen…….also…….wortlos…..Und die fragen sich, warum sie nächstes Jahr zugemacht werden sollen??
Wortlos…*kopfschüttel*

Lustige Geschichten aus dem Harz-Vorland

Heute habe ich mit dem Sozialarbeiter der Hauptschule gesprochen. Es hat mir gereicht, nachdem der jüngere nun auch der Meinung ist, Schule ist keine Notwendigkeit.
Japp, den habe ich in die Kälte gejagt.
Aber…ich habe also telefoniert und den Sozialarbeiter informiert, der der festen Überzeugung sei, daß könne gar nicht sein.
Doch, isso, M. pennt ja hinten, mal wieder.

Danach habe ich wegen A. mit der Direktorin der Schule gesprochen…..A. soll ja auf die Regelschule wechseln.
Jedenfalls erklärte sie mir, wie gut sich M. gerade in der letzten Zeit entwickelt habe, sie würde ja gar keine Klagen mehr von ihm hören und  er hätte auch immer seine Sachen dabei…
Klagen kann sie ja von ihm auch nicht mehr hören….er ist ja kaum da….

Muaaaaahaaaaahaaaaaahaaaaa. Die haben doch alle was im Trinkwasser.

Neues vonne Front oder Wozu Unfälle im Haushalt doch noch gut sind…

Gestern abend mußten A . und ich ins Krankenhaus. Was war passiert? Ganz blöd. Seit Wochen stand vom Umzug völlig verloren ein Wäschekorb mit den Resten….herrenlosem Werkzeug , einer einsamen Gardinenleiste, den Leisten, die mit den Schrauben hätten an der Wand befästigt werden müssen, aber weil die Schränke von Omma seine alte Einbauküche auch brav auf den Schrauben blieben, habe ich den Umbau von Schränke auf Schraube zu Schränke auf Leiste verweigert…..ne Rohrzange, Dübels, jede Menge Dübels in vielen Größen, Schrauben, die beim Wiederaufbau übrig blieben, alle sowas eben stand im Korb im Flur.
In diesem Flur wohnt der Hund, die Fische im Aquarium,  vier Türen gehen davon ab und er ist zwei Meter fuffzich lang und einsfuffzig breit. So, naja….jedenfalls stand da der Korb, der Papiermüll gegenüber und der Plastikmüll und ich führte mit den Mädels im Mädelszimmer darüber, daß Müll in den Eimer gehört und nicht wild ins Zimmer und gleichzeitig mit A., der im Flur stand wie ein Dreijähriger und Unlust äußerte, daß er den Müll in den Container bringen solle….
Zusätzlich brauchten die Wechseljahre eine Flasche aus der Küche und aus dem Mädelszimmer war ich gerade auf dem Weg dorthin und dachte mir, der A. wird gleich an die Seite gehen….als es wehttat am Bein und dachte, der geht gleich weg, sagte das auch laut , das er das mal solle und gab ihm einen Stoß…..er weg, ich drei zentimeter offenes Bein. Rausragende Schiene von hinter den Hängeschrank. Doof.Japp. Umgefallen ich, jedenfalls fast. Wasser, Kippen , Kaffee halfen auffe Füsse, während das kaputte Bein hochlag.
C. war da, nahm das Tuch hoch und sagte: „Das muß Doktor….“
Ichg:“näh“
D.L.:“Wow, das muß Doktor…..“ und auch groß E. bewunderte mit großen Augen den Schnitt.
Ich : „Näh.“
M. kam mit dem Hund wieder, wollte wissen , was passiert ist und bewunderte den Schnitt mit  den Worten:“Das muß Doktor….“

Wir fuhren Krankenhaus inclusive A. , weil sich rausstelte, daß er von dem Schubs blöd über den Müll mim Kopp an den Türrahmen. Er hatte wohl genauso wenig damit gerechnet, wie ich damit gerechnet hatte, ihn zu schubsen.

Soweit so gut. A. zuhause heute, Mutter geklammert und endlich geschlafen und C. das erste Mal bei Schnee gefahren.
Morgens halb zehn in Deutschland. Das Telefon klingelt. A. Lehrerin dran, D.-L. hatte wieder nix gesagt, ich ihr gesagt, was vorgefallen war. Gut. Sie sauer, weil ich nicht angerufen hatte morgens, aber da hat C. die Kinder in die Schule geschickt, ich durfte schlafen.
Zehn vor zwei, ich auf dem Weg  zu den werdenden Eltern….Der Mann vom Jugendamt steht vor der Tür, Gefahr im Verzug, Kindeswohlgefährdung wegen dem Kopf und dem Schnitt.

Von ihm habe ich dann auch erfahren, daß die Klassenkonferenz, die für Mittwoch angesetzt ist, um 17.30 Uhr stattfindet, sonst hätte ich zwar ein Datum, aber keine Uhrzeit.
Denn eine Einladung habe ich nicht bekommen. Warum auch, ich bin ja bloß Mutter, näh? Nee, noch schlimmer, ich bin bloß erziehungsberechtigt, nicht Schulelternrat oder Lehrer.

Achso……und den Nachhilfebescheinigungen für die Behörde laufe ich noch immer hinterher.  Naja, so Asi-Kinder wie meine….
die brauchen doch keine Nachhilfe…..sowas nicht, eher so Leute die richtig viel Geld verdienen, vllt eher für 190 Euro am Tag ne Auslandsmaßnahme mit ohne Schule….das , das wäre wohl eher ne Lösung als billige Nachhilfe….

Ich möchte hier mal was sagen:
Liebe Lehrer,

wenn ein Kind den Klassenkasper gibt und gleichzeitig schlechte Noten bringt, dann sollte man doch vllt erstmal versuchen, ihm die Möglichkeit zu geben, positive Erfolgserlebnisse durch bessere Schulleistungen zu haben. Vielleicht sogar durch Nachhilfe….oder ist es eher unangenehm, daß ich ein unab hängiges Unternehmen habe möchte und nicht wieder den Ehemann oder Frau von einem Lehrer dort?
Dann muß man sich nämlich nicht zum Vollidioten oder Klassenkasper machen, wenn man sich auf andere Weise profilieren kann.
Und A. wünscht sich, daß endlich mal dafür Sorge getragen wird, heraus zubekommen, wer täglich solche Sprüche wie
„A ist ein Hurensohn“ und ähnliches an die Tafel schreibt.
Das deutet nämlich nicht für mich darauf hin, daß jemand sehr gut in die Klassen integriert ist…..

In diesem Sinne,