bleibt nun doch in ihrer Wohnung, nach dem der schimmelnde Schrank in der Küche saniert worden ist und das Dach vom Dachdecker zugemacht worden ist.
Mein Sohn war erstaunt über die Wandlung und schrieb sie seinen offenen Worten zu.
Ich habe ihm nicht gesagt, das es mein „Nein“ an ihrem Geburtstag war.
An ihrem Geburtstag telefonierten wir abends und wieder erzählte sie mir von der kleinen Wohnung im sozialen Brennpunkt und fragte mich, ob ich sie verstehen könne.
Ich fing diesemal nicht mit den Verständnis-Erkilärungen und einem „Ja, aber warum denn da hin?“ an, sondern sagte ihr klar „Nein.“. Eines ,das Brrr macht, das einen so seltsam erstarren läst.
Ich erklärte ihr, das ich durchaus Verständnis dafür hätte, das sie umziehen wolle, aber doch bitte nicht in diese Gegend! Weiterhin erklärte ich ihr, das ich vor acht Jahren aus diesem Mileu raus bin, meine Söhne sich abgewendet haben und nur noch sog. schlafende Kontakte dorthin haben und sie, sie müsse jetzt genau dazwischen ziehen! Ich erzählte ihr, das ich K. vorgeschlagen hätte, ihr zu Weihnachten einen Pittbull und eine Gaspistole zu schenken. Und K. hatte darauf geantwortet, das das kein Problem sei, Omma und er müssten nur zwei Häuser weiter gehen, da könne sich Omma eine aussuchen. Und auch das sagte ich ihr.
Weiterhin erklärte ich ihr, das es für sie mit ihrem Katzenetzgesicherten Balkon bestimmt ein Erlebnis wäre, wenn sie aus der Stadt käme und schon jemand wie Jo bei ihr im Wohnzimmer stehe und wie sie sich das denn dann vorstelle??? Es ist immerhin keiner mehr von uns vor Ort! Hinter der Schule, die ihrem neuen Domizil gegenüber liegt, laufen die besten und größten Deals…..
Ihre großen Enkel würden nicht kommen wollen und ich hätte keine Lust darauf, mit C. und den Kindern zu ihr zu kommen und dann stehen wir auf der Strasse plötzlich vor P..
Umziehen ja, aber NICHT da hin.
Und aufeinmal wurde jemand kleinlaut…..und geduldiger und der Tischler, den sie gerufen hatte, arbeitete und jetzt bleibt sie da, wo sie ist.
Und ihr fällt auf, wieviele Menschen sie dort in der Stadt kennt und das das eigentlich dort ihr Zuhause ist.
Geht doch!
Respekt
Ich habe meinen Respekt verloren. Nicht vor allem und jedem, aber fast vor meinem direkten Vorgesetzten und dem Mädel, das mit dem einen und dem anderen Vorgesetzten einen mehr oder minder regelmässigen oder unregelmässigen Austausch von Körperflüssigkeiten pflegt
Mit meinem direkten Vorgesetzten habe ich das Gespräch gesucht Und gar nicht lang irgendwelche Einzelheiten aufgezählt, sondern ihm eindringlich gesagt, das ich als Arbeitnehmer einen Anspruch darauf habe, meinen Vorgesetzen in seiner Position und als Mensch zu respektieren. Ich habe ihm die Situationen aufgezählt, in denen ich mich genötigt gefühlt gesehen habe, mehr Dienste zu machen, irgendwelche Protokolle von Mitarbeiter -Gesprächen zu unterschreiben. Und habe ihm gesagt, das ich keinesfalls weiter das Verhalten einer Dreijährigen an den Tag legen werde, um bestimmte Dinge nicht zu müssen. Zum Beispiel drei Wochenenden in Folge arbeiten. Und das ein nettes „Nein.“ jetzt einfach ein ganz normales, stehendes „Nein“ bleibt. Das Gespräch habe ich eröffnet mit „Keine Phrasen mehr, sondern ein richtiges Gespräch ist jetzt fällig.“
Nachdem ich mitten in der Abteilung bloß gestellt war, ist mein Vertrauen immer noch weg, und wenn ich mit meinem miesen Zwischenzeugnis als „lernwillig und Potential für blabla“ in einer der vielen Zwischenbewertungen eingestuft werde, Coachings genannt, dann fühle ich mich nur noch belästigt.
Morgens kotze ich oft, wenn ich zum Zug muss, aber auch das ist schon besser geworden. Habe ich noch vor einer Woche freudig festgestellt, das die Winterstiefel, die ich mir vor mehr als vier Jahren gekauft habe, die immer noch in Ordnung sind, das die wieder Mode sind, ziehe ich lieber die Stiefelchen an, in denen ich kalte Füsse habe, damit die Lästerschwestern in der Abteilung rund um die Austauschdame nicht wieder irgendwas zu lästern haben. Ich kann ja meine Stiefel im Winter bis in den Zug tragen……und dann in die leichten wechseln, wenn ich am Bahnhof meines Arbeitsortes bin.
Immer wieder gibt es Kollegen, die das Verhalten meiner Vorgesetzten mit Mobbing betiteln. Ich will das nicht hören, ich will nur meine Arbeit machen und von allem drum rum in Ruhe gelassen werden.
Gestern schon
dachte ich daran, das ich gern im nächsten Leben so eine gute Mutter wäre.
Heute,nachdem uns der behandelnde Arzt von Mini gefaltet hatte, wußten C. und ich Bescheid. Wir mögen vieles sein, nur keine guten Eltern.
Mini nimmt ihre Medizin oft nicht. An vielen Tage kommt sie einfach von der Tagesmutter nach Hause und schläft, schlecht, unruhig, in unserem Bett, so das wir auch schlecht, unruhig schlafen, bis zum morgen einfach durch.
Ich habe das einfach mal angesprochen.
Es sei wohl noch eine Phase, ABER, das Medikament, das müssten wir in jedem Fall geben. Wir würden das einfach nicht ernst genug nehmen, weil, wenn wir das würden, dann gäbe es die Probleme nicht.
Arschloch! denke ich. Da haue ich mir jeden Tag zusammen mit Mini Kräuterblut in den Kopf, weil sie dann nicht mehr die einzige ist und mir macht dieser Kräuterkram schon Übelkeit, und der erklärt mir, wir würden das Ganze nicht ernst genug nehmen. Aha.
Dann erklärt C.,das er es ja schon einmal mit viel Nachdruck versucht habe. Mir hatte er erzählt, das er ihr die Nase zugehalten, aber das negierte er heute. So wäre es ja nicht gewesen und ich hätte ihm quasi verboten, mit Nachdruck….
Arsch, denke ich. Dann kriegen wir einen Vortrag über den Vater des Doktors, dessen Kindermädchen ihm Samstags immer den kalten Grießbrei mit Nachdruck und so…
Jedenfalls sei das wie mit dem Gurt im Auto, genauso müssten wir das sehen. Später stellen wir fest, das der Vergleich hinkt. Erstens ist Mini schon von klein auf angegurtet gefahren, zweitens gurten sich alle an. Medizin nehmen nicht alle.
Wir dürften eben im Alltag nicht weitermachen, wenn Mini keine Medizin nimmt. Er hat schon recht damit. Mit dem Haare kämmen wäre es eigentlich genauso…..aber sag das mal der Bahn und meinem Arbeitgeber.
„Nee, ich kann jetzt nicht kommen, das Kind muss erst die Medizin nehmen….“
Ich hätte auch gern ein Kindermädchen oder eine Haushälterin. Die kann dann in der Arbeit anhalten und warten, bis der Konflikt ausgestanden ist. Ich habe damit insbesondere morgens Probleme. Mein Zug fährt um 6:56, ob Mini die Medizin genommen hat oder nicht…
Und ich kriege beim Rausgehen aus dem Arztzimmer von C. noch mehr Gemecker, ich sei zu inkonsequent und das mache alles noch schlimmer.
Im Auto zocke ich. Ich rede nicht, ich zocke. Wie ich diesen ganzen Kram neben der Spätschicht hinkriegen soll, wenn ich das Kind nicht mal sehe? Keine Ahung. C. fordert, ich soll mir was überlegen.
C. sagt mitten auf der Fahrt: “ Wir sind einfach keine guten Eltern. Wir müssen uns dran gewöhnen, wir sind keine guten Eltern.“
„Ja“, sage ich. Ich wäre so gern eine wirklich gute Mutter. Eine, die morgens noch eine Stunde früher aufsteht, ihren Kindern das Frühstück macht und die Sachen rauslegt, das Bad vorwärmt und Brote schmiert. Eine, die täglich die Kinder von der Schule abholt und zum Sport, zum Tanzen, zum Musikunterricht fährt und nebenbei die Wäsche macht und sonntags Drei-Gänge-Menues zaubert, bevor es die Sonntagstorte nachmittags gibt. Eine, die die Wochenenden mit den Kindern in diversen Zoos, Museen oder auch mal im Kino verbringt, die freudig am Laternenbasteln im Kindergarten teilnimmt, im Elternrat aktiv ist, mit den Lehrern auf du und du….Eine, die nebenbei den Garten macht und in der Kirchengemeinde tätig ist….Eine Gute eben, die nicht mal sonntags länger schläft, die jedem Kind abens eine eigene Gute-Nacht-Geschichte vorliest…..Die jedes Stückchen Hausaufgaben mit den Kindern durchgeht und niemals gestresst von der Arbeit ist, kein Problem mit den Schichten hat, immer gut frisiert und angezogen ist, immer das Haus in Ordnung hat, damit sich die Kinder nie schämen müssen, wenn sie einen Freund oder eine Freundin mitbringen.
Ich sage es C., das ich gern so eine Mutter wäre, die fröhlich den ganzen Dezember mit den Kindern Strohsterne bastelt, Kekse backt, aber bitte nicht die Trivialen, sondern solche mit grazilen Mustern aus Zuckerguß und Zuckerperlen. Ich sage ihm auch, das ich das nicht bin. Und er solle aufhören, mir das vorzuwerfen, er sei ja selber inkontinent. Das wiederum bestreitet er.
Erleichterung Teil 2
Omma zieht um, aber sie bleibt in O.. Sie zieht dahin, wohin die Junkies und Säufer wohnen, weil ihre Podologin da ein Haus gekauft hat, in dem grad ( eigentich schon ein Jahr) ne Wohnung leer ist…..(Anmerkung: Ich wuerde so gern meinen Kopf auf die Tischplatte hauen und das schon den ganzen Tag.).
Erleichterung
Omma bleibt dank eines Tischlers und der Frau vom Mieterverein in ihrer Wohnung. Der Tischler hatte sichden Schaden angeschaut und hat die Erben kontaktiert. Es wird jetzt alles in Ordnung gebracht und das schon nächste Woche.
Und die Frau vom Mieterverein hat Omma erklärt, warum sie selbst nicht zu ihrer Tochter nach Hannover zieht. Sie kennt da ja keinen und dann ist Omma aufgefallen, das sie in G. ja auch keinen kennt.
Warum hört sie mir eigentlich nie zu, wenn ich sowas sage?
Dear Momma,
nun gut, nun ja…..es war schon eine tatsächliche Überraschung, als Du mir vorgestern erklärtest, Du wollest umziehen. Das Dach an Deinem Haus ist undicht, der Tischler war schon da, die Situation schwierig, weil Deine Vermieterin letzte Woche gestorben ist und Du willst nach G. ziehen, also in meine Stadt. Und das alles bis Weihnachten.
ÄHÄMM!?! …..NEIN!
Erstens: Mietwohnungen haben eine Kündigungfrist. Und Vermieter oder auch deren Vertreter haben ein Recht auf Nachbesserung bzw. Mängelbeseitigung. Und weil eine Wand feucht ist und ein Messerblock einen Schimmelpelz angesetzt hat, deswegen kann man noch lange nicht innerhalb von acht Tagen aus der Wohnung raus, auch wenn Inge das geschafft haben soll….Was ich nicht glaube.
Du willst in meine Stadt ziehen, weil dir die, in der Du seit ewig wohnst, kein Glück gebracht hat. Ähm, ja….diese hier wird Dir auch kein Glück bringen. Weil: Du ziehst doch mit Dir um.
Als Du in Deine Wohnung gezogen bist vor etwas mehr als zwei Jahren, da habe ich vorher noch vorsichtig gefragt, ob Du das wirklich willst. Wolltest Du. Meinen Söhnen habe ich gesagt, das ich dem Ganzen ein Jahr gebe, dann hast Du Dich mit Deiner Freundin, die unter die wohnt ,und der Bekannten, die unten im Erdgeschoß wohnt, zerstritten.Muss ich immer recht haben?
Du bist 72. Du kennst niemanden in G Wenn ich Dir das sage, weiß ich, was Du mir wieder antworten wirst: „Doch, ich kenne ja Euch!“
Vor mehr als zehn Jahren bist Du bei Reinhold nach zwanzig Jahren ausgezogen. Und was hast Du mir damals gesagt: “ Ich habe ja Euch als meine Familie.“ und seit dem werden hier die Kindergeburtstage gefeiert, wie es Dir beliebt. Deine Enkel bekommen nur Geschenke, wenn Du bei ihnen sitzt. Sonst gibt es nix. Weihnachten sitzt Du jeden Heilig Abend bei mir und im Kloster bist Du fragenlos auch über Nacht geblieben. Wir hatten gar nicht so viele Betten und ich habe bei den Mädels auf dem Teppich vor dem Bett geschlafen.
Als ich noch in derselben Stadt mit Dir wohnte, warst Du sauer, das ich sagte, ich will vorher angerufen werden, wenn Du rum kommst. „Deine Freundin braucht Dich auch nicht anrufen.“ Jo, is auch meine Freundin. Du bist meine Mutter.
Du hast vor der Tür gestanden, irgendwas Gekochtes, Eingekauftes oder was auch immer mitgebracht und den Leuten erzählt, meine Kinder würden verhungern, wenn Du das nicht machen würdest.
Und ich habe immer nur da gestanden und auch vor meinen Kindern gesagt: „Ist halt Omma. Die ist eben so.“
Diese halbe Stunden Autofahrt, die hat uns ganz gut getan. Die tut uns ganz gut. Da kann man nicht mal eben rumkommen.
Da muss man anrufen.
Als wir über Wohnungen reden, sage ich, das ich denke, das Wohnung schon geht, Garten ist halt schlecht.
Du: „Ja, Du hast doch einen Garten…“
Genau! ICH habe einen Garten, in dem ich keine Lupinen haben will, keine Quitte anpflanzen werde und nicht jeden Tag, wenn ich von der Arbeit komme, Omma sitzen haben will. Auch nicht jeden zweiten.
Du lässt meinen Hund grüßen, von dem du glaubst, er liebe Dich, weil er an dir rumhopst und sich streicheln lässt….Wer beobachten kann, ist auch hier klar im Vorteil. Erstens: Der Hund versteht den Gruß nicht. Zweitens: Er freut sich über JEDEN, am meisten über die, die Wurst in der Tasche haben.
Man, Momma, in der vorletzten Wohnung hast Du Dich mit allen zerstritten und musstest raus. In dieser hier auch wieder und die Abstände werden kürzer. Natürlich habe ich mit Deinen Enkel gesprochen. Der Große arbeitet bis Mitte Dezember im Strassenbau. Frühestens im Januar, wenn da Eis und Schnee liegen und der nicht arbeiten kann, geht irgendwas mit Umzug. K. und ich sitzen immer noch in Wochenend- und Wechselschicht….Mein Urlaubsantrag für Weihnachten ist gerade erst abgelehnt worden. M. arbeitet in ´ner Tischlerei und der gewordene Vater ….Und den Scheiss-LKW kann ich diesmal nicht bezahlen. Dafür habe ich im Moment echt kein Geld. Beim letzten Umzug habe ich im Akkord noch Dein Zeugs aus den Wohnzimmerschränken eingepackt, weil´s nicht fertig war.
Ja, wir wissen, das Du Dich allein fühlst. Ja, wir wissen, das Du an meinen Tisch willst, aber so läuft das einfach nicht. Wir hatten gerade mal ein nettes Verhältnis.
Denk mal an die Geburtstagsgeschichte. Wir reden über die Geburtstage. Und du erzählst mir, wen Du so einlädst. Meinen großen Sohn und meine Schwiegertochter. Wir, du und ich, wir feiern dann später im November….okay. Wegen mir. Man, ich hab Dir die blöde Katze geschenkt, damit mir nicht wieder passiert, das Du Silvester vorbei kommst und bis morgens um vier bleibst.
Es reicht, ehrlich. Es sind auch meine verschissenen Feiertage! Ich habe meine eigenen Silvester-Rithen. Wenn die Kinder im Bett sind, zocken C und ich auf seinem Rechner über die Fritzbox Minecraft. Und weiß Du was, Momma, das finde ich völlig geil. Bis morgens um vier. Und wir sitzen unangezogen in Schlafzeug am ersten am Tisch, ich mit Kaffee, die Kinder mit Stulle und latschern und labern, erzählen dummes Zeugs und es ist einfach nur schön.
Wir haben unser eigenes Weihnachten vor. Dieses Jahr kann der Besuch zum Kaffee kommen und dann macht er sich wieder fort. Ich werde nicht mehr für zvierzehn Personen ohne Enkelkinder kochen. Ich will nicht! Ich will dicke Socken anhaben, meine Schlabberklamottenund mit klein E., groß E. und Mini unter Decken auffem Bett sitzen, Fernseher gucken, und mit Keksen das Bett vollkrümeln und mit die Geschichten der Kinder anhören….Ich will mich bei D auf´s Bett schmeissen können und sagen können: Zeig ma, was Du da zockst. Wie geht das? Wie heißt das? Und ich will mit A. blödeln, den ganzen Tag. Doofe pubertäre Witze, die du so schrecklich findest. Und was ich nachst will, geht dich nichts an. Aber sowas geht nich mit Omma im Haus.
So. Ich geh jetzt ins Bett. Frühschicht. Und morgen verpenn ich bestimmt.
Jaaahaaaaa?
Ich stehe mit einem Kollegen mit einer Zigarette draußen. Kurz, bevor ich in die Raucherecke kam, stand er mit der dicken Pueppie und der dicken Mutti, wobei beide eigentich Mutti sind, zusammen und latscherte. Dann kam ich und er wollte mir im Vertrauen von seiner Wohnungsbesichtigung erzählen, also gingen wir ein Stueck. Und hielten unser Blabla ab. Nichts großes, nichts geheimnisvolles, aber eben doch nicht fuer die ganze Abteilung.
Wir wollen zurueck zur Arbeit. Pueppie und Mutti stehen noch da. Erst als wir vorbei sind und zum Fahrstuhl wollen, ruft Mutti und wedelt mit einer rosanen Klemm-Mappe. Ich verstehe nicht, also uebersetzt Pueppie einfach durch mehr Lautstärke. Eine Gehaltserhöhung von sechs Cent brutto pro Stunde habe Mutti bekommen.
Und schon wieder bin ich ueberfordert. Ja. Und? Was soll ich jetzt tun? Neidisch sein? Loben? Was??? Ich gratuliere ihr, während mein Kollege ihr sagt, sie könne ja jetzt richtig groß wohnen mit sechs Cent brutto mehr. Er ist genervt und bis man den nervt, da muss schon einiges passieren.
Ich verstehe es immer noch nicht und weiß nicht, wie man sich da richtig verhält.
Seit Wochen werde ich immer fuer ein Projekt eingetragen, das ich gar nicht telefonieren darf, weil mir die Schulung fehlt. Seit Wochen spreche ich das bei den verschiedenen Chefs an und habe die neue Chefin zum Lachen gebracht, als ich ihr sagte:“ Sind halt „Wuensch -Dir-Was -Schichten: Telefoniere ich von dem ,was ich darf, das, was ich will.“.
Heute kommt mein direkter Vorgesetzter, mit dem ich auch schon ueber genau dieses Thema gesprochen habe und das nicht nur einmal, und sagt, ich sei doch fuer eben jenes Projekt eingetragen.
Ich:“Ja.“
Er :“ Warum telefonierst Du das dann nicht?“
Und ich erkläre es ihm noch einmal, weil mir die Schulung fehlt.
„Du hast doch den Skill.“
„Ja, aber ohne Schulung darf ich nicht. Und eine Schulung krieg ich nicht. Als meine war, war ich in Lissabon. Da hatte ich Urlaub. Und dann kriegt man keine mehr. Weißte doch, Strafe muss ein.“
Ich wuerde ihm gerne sagen, das ich mich echt verarscht fuehle.
Neues von Olaf
Wir waren also zum ersten Mal in einer Welpengruppe. War gar nicht so schlimm. Doof tun kann ich ja, auch ganz einfältig. Olaf hat eine wirklich angenehm hohe Reizschwelle und das Ganze fuer ihn nur eine Riesenspielaktion war und ist, gehen wir einfach weiter dort hin.
Er hat meine guten Schuhe gefressen. Ich habe die Reste im Schrank versteckt; C. wäre da wohl nicht so begeistert. Ich hatte die Dinger noch nicht mal zu Ende eingelaufen.
Olaf ist gewachsen. Aus seinen Geschirr ist er ja schon länger raus, aber das Halsband ist ein Kinderding, auch wenn Queen drauf steht.
Hier nun Bilder:

Das Weiße auf dem Teppich sind Reste. Olaf produziert sie mit allem, was sich nicht wehrt. Das Bild rechts ist nicht verwackelt, sondern durch die Scheibe des Kuechenfensters mit Blick auf die Terasse aufgenommen. Normalerweise sitzt der Brocken auf dem Stuhl. Sobald die Tuer zur Kueche geöffnet wird, springt er runter…C. meint, man kann einfach besser reingucken, wenn man auf so einem Stuhl sitzt und da hat er schon recht.
Abends benutzt er allerdings immer noch seine blöde Bananen-Kiste.
Was auch immer er ist, ob Labbie oder Schäferhund oder Jagdhund oder alles in einem, DER paßt schon hier her.
Die fiesen Monate
Im letzten Jahr sind wir ueber eingekommen, das diese Monate bis Weihnachten, die letzten also, das sind irgendwie die Schlimmsten. Was man in den Monaten davor ausbaut, geht an anderer Stelle einfach kaputt.
Dieser Oktober begann mit einer SMS von einer ehemaligen Kollegin. P. hatte aufhören können bei uns, weil sie endlich, endlich, endlich einen Ausbildungsstelle gefunden hatte.
Ihre SMS lautete: “ Hat Dir H. schon erzählt?“. Ich war genervt, ich musste zur Arbeit und H. hatte gekuendigt, ohne eine neue Arbeitsstelle zu haben, und er war wieder einer, der ging….Es machte mir zu schaffen und ich schrieb ihr zurueck, das ich schon wisse, das H. gekuendigt habe. Sie wiederum schrieb mir: „Nein. Ich bin im Krankenhaus, ich habe Krebs.“
BAMM! Ja. Richtig Bamm! Auf der Arbeit ging es hoch her. Wir sammelten Geld, aber viel wurde es einfach nicht. Die Diskussionen, ob P. die Haare schon ausgegangen seien….Meine Guete, was scheissegal. Haare, die kommen wieder. Da ist anderes wichtig….
Ich rede viel mit ihr, aber eigentlich immer nur in meinem Kopf. Besuchen ging nicht, ich wurde spontan krank, genau wie mein Kollege C. auch. Und nun schicke ich dieser Frau ein Päckchen, erzähle vom Leben hier. Wovon auch sonst? Von Olaf, von Minimi….und warte darauf von ihr zu hören, das es heute besser ist als gestern und nicht mehr ueber die Kollegin, das es schlechter ist als gestern.
Die fiesen Monate….da stehe ich und kriege endlich mein Pansen-Paket und komme zum Auto zurueck. Hinter dem Auto stehen die netten Freunde und Helfer. Die weibliche Ausfuehrung der beiden fragt mich, ob ich wisse, was ich falsch gemacht habe. Klar weiß ich das, da gibt es kein deuteln. Ich habe im Halteverbot gehalten. Und das sage ich auch.
„Ich parke falsch.“
Als die beiden verneinen, bin ich erstaunt. Sie weisen mich darauf hin, das mein TUEV seit Mai abgelaufen ist. „Ach Du Scheisse!“ Mehr kommt bei mir nicht mehr raus. Ich soll den Fahrzeugschein rausholen. Da stehe das auch. Mit dem Fahrzeugschein kommt alles aus dem Scheinefach und da steht es auch auf dem Ding.
Ich kriege ein muendliches Dudu! und die Ankuendigung, man werde bei meiner Adresse herumfahren, weil das auffällige Auto…Ich habe den Mund gehalten; wir sind zwar umgemeldet, aber das Auto noch nicht.
Das Auto hat gleich Tuev bekommen, allerdings hat es die Haushaltskasse doch arg eingeschnitten.
Sollte irgendwo ein „ue“ fehlen, liegt es einfach daran, das Olaf arbeitet. Er liebt immer noch „Kabels“ und hat auch meine Lieblingstastatur erwischt. Nun funktioniert das „ue“ nicht mehr und die dicke Um-Die-Ecke-Taste, mit der man umschaltet.
Herr Szwenn und ich
stehen auf der Arbeit am Ascher vor der Tür.
Und ich sag ihm, das ich mich mit der Aufzucht von Olaf völlig daneben fühle.
Er kann das verstehen, weil er kennt die blöden Gesichter, die kommen, wenn man gefragt wird, was man dem füttert und antwortet: „Große Dose Penny.!
Aber, so sage ich zu Herrn Szwenn, ich werde mir eine Welpengruppe suchen und ich habe echt Angst davor.
Das erste Mal, seit ich ihn kenne, wird er richtig ernst und fragt: „Willst Du Dir das wirklich antun?“
Ja, will ich.
Und dann erzählt er mir von der Gruppe, in der er war. Alles Hundeliebhaber und auch im Internet verbandelt. Und dann schrieb ein Gruppenmitglied: „Hilfe, mein Hund hat gekotzt! Was soll ich tun?“ und was wohl schon so ein Faden im Gange der Marke“ Ein Hund kotzt ja nicht eben mal so….“ . Herr Szwenn schrieb dann drunter: „Lappen nehmen und aufwischen.“ und dann war er raus.
Vielleicht muss ich mich ja gar nicht so viel unterhalten da, bei so einer Welpengruppe.
Und ich habe jetzt eine gefunden, die von einem Verein gemacht wird, vier Euronen pro Stunde kostet und witziger weise mit „findet bei Wind und Wetter statt “ angekündigt worden ist. Gibt es auch welche, die bei Regen ausfallen?
Ich habe mich jedenfalls im Internet informiert über die ganzen Fütterformen und werde adäquat antworten können auf Futterfragen.
Geimpft und gechipt isser, also bin ich nicht so ganz außen vor.
Wobei heute K. da war und fragte, ob Olaf denn wirklich dieses Halsband tragen müsse.
„JA! Das hat Minimi ausgesucht.“
„Aber da steht >>Queen“Und? Ist eben seine weibliche Seite! DAS hat DEINE kleine Schwester ausgesucht!“
„Mini, wem gehört Olaf?“
„Das ist mein Hund!“
„Siehst du?“