Das mit den Nachrichten

C. und ich sitzen beim Schungelkämp vorm Fernseher. C. liest nebenbei Nachrichten auf dem Tablet. Ich mach ein Sodoku bei Welt online, was C. wirklich ärgert. Er meint, ich sei nicht so alt, das ich ein ganzes Buch mit den Dingern machen könnte…..ich mach trotzdem weiter….C. liest weiter. „Duhu?! Wie kommt man eigentlich da drauf, zu bleiben, wenn einen alle nicht mehr haben wollen?“ -„Hä?“ -„Ja, hier mit Kiew, dieser Janukowitsch. Den will doch da gar keiner mehr und warum will der unbedingt bleiben?“ -„Machtgeil. Angst vor der Arbeitslosigkeit….Angst vor den Konsequenzen hinterher, wenn  ihn keine Polizeiarmee mehr schützt….Keine Ahnung.“
Schungelkämp läuft weiter.

So. Und weil ich jetze so langsam die Nase voll habe:

Mein lieber Herr Janukowitsch,

ich finde, irgendwann ist mal genug. Die ganze Zeit stehen da Unmengen von Leuten auf diesem Platz. Und die stehen da und sagen immer dasselbe: “ Such dir nen anderen Job.“.
Ich glaube, mein Lieber, da versteht jemand das Wort Staatschef falsch. Sicherlich lässt diese Wortwahl Doppeldeutungen zu, ABER: Der Staatschef ist nicht der Bestimmer in der Sandkiste Land. Dann wäre der König, Kaiser oder Diktator….Da gibt´s Extra-Wörter für. Aber Staatschef ist einfach ein gewählter Volksvertreter. So. Und wenn das Volk nun sagt: “ Mach Dich fort!“?  Naaahaaa? Was heißt das? Richtig. Das ist quasi ne mündliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses und hat genauso Gültigkeit wie ne schriftliche. Sind ja nun nicht vier Leute, die da rumstehen und das sagen……sind ja ne Menge mehr.
Bewerbungen schreiben ist angesagt! Maaaaaan man man….
Jetzt ist aber mal Schluß da und diesen Platz bringst Du auch ruckzuck wieder in Ordnung. Hättest Du nicht Schießbefehle gegeben, hätten die die Steine nicht ausgebuddelt. Bis Du den wieder in Ordnung hast….also, da hast Du doch keine Langeweile, da hast Du lange dran zu tun….

In diesem Sinne und sieh ´ zu! Oder ich ruf Deine Mutter an!

Bußgeldbescheid

M. ist ja nun ausgezogen und schwänzt weiterhin fröhlich Schule. Im Moment wohl eher nicht; er hatte eine Gerichtsverhandlung und kommt in Haft, wenn er nicht regelmässig über vier Wochen zur Schule geht.
Nun heute habe ich einen Bußgeldbescheid bekommen. Ich soll über hundert Euronen bezahlen, weil mein lieber Herr Sohn im letzten Jahr elf Tage nicht in der Schule war. Und zwar in der Zeit von Juni bis August.
Ich hätte nicht genügend unternommen, um ihn in die Schule zu bringen.
Wecken und meckern und schikanieren, weil Schule geschwänzt, reicht wohl offensichtlich nicht. Ich hätte ihn bei der Hand nehmen müssen und hinbringen und dann dafür Sorge tragen, das er in der Schule bleibt. Ob man dafür von der Arbeit  freigestellt wird?
Vor allem möchte ich daran erinnern, das ich es war, die im Dezember des Vorjahres in seiner alten Schule angerufen hat und gefragt hat, warum denen eigentlich nicht auffällt, das er nicht in die Schule geht.

Schnee

Völlig überraschend, wie jedes Jahr wieder ist er da: Der Schnee. Nein, keiner aus Tschechien oder Kolumbien, sondern der, der einfach mal vom Himmel fällt….
Vorher hatten wir Frost. Richtingen, solcher, der Bäume und Straßen weiß zaubert. Wie Zuckerguß. Und weil es so kalt war, habe ich sweet Mini den Schneeanzug aus dem letzten Jahr rausgeholt aus dem Schrank. Das Ding war letztes jahr nicht nur zu groß, sondern auch echt teuer. Gut, auch in diesem Jahr hängt der Hinterstoff der Größe 98 immer noch knapp über den Knien und Mini hat noch richtig Platz drin, obowhl sie bei den Billig-Anbietern schon 104 trägt,. aber das ist ja letztendlich erstmal wumpe.
Mini also in dem Anzug. Und ich wundere mich, warum sie auf dem Weg zum Auto nur über die Reif-Flächen läuft. Okay, sie denkt, es wäre Schnee, das erklärt sie mir morgens.  Abends holen mich Mini und C. vom Zug ab. Wir gehen den Weg hoch zum Haus und Mini weigert sich wieder, aus der eingefrorenen Rabatte zu kommen. Dann will sie sogar die Treppe runter über die Wiese.
„Komm, Mini, lass das! Komm her, da ist glatt!“
„Schnee!“ Sie zeigt auf ihren Anzug. Aha. Mit Schneeanzug kann man also nur durch Schnee gehen. Mitllerweile erkläre ich ihr morgens, das man mit einem Schneeanzug auch über Flächen ohne Schnee gehen kann. Gibt keinen Ärger, geht nix kaputt. Und: Wird…

Call-Center-Agent

Ein Wort, das irgendwie einen schlechten Ruf vermittelt. Ich bin Call-Center-Agent bei einem Subunternehmer, der für einen der weltgrößten Kommunikationsdienstleister arbeitet. Eingestellt worden bin ich für den technischen Support.
Anfangs war ich völlig stolz. Mittlerweile habe ich gelernt, das ich weder flexibel nocht stressresitent bin.
Am Anfang hörte sich alles fürchterlich gut an. Flexible Arbeitszeiten. Damit war nicht gemeint, das ich Hoppchen mache, sondern dass auch Hobbies wie „Einmal in der Woche Sport “ im Dienstplan mit eingeplant werden könnten. 5-Tage-Woche mit Schichtschema. Eine Woche früh, eine spät.
Worst Case waren bei mir einmal 11 Tage am Stück, mittlerweile lebe ich mit 6-Tage-Wochen. Ursprünglich sollte ich in der Frühschicht sechs Tage machen, in der Spätschicht fünf. Das klappte auch ganz gut. Drei Wochen ohne Probleme und von dann an immer wieder hin zum direkten Vorgesetzten, um das Schichtschema wieder in Ordnung zu bringen.
Bei der Einstellung hieß es, sonntags werde nur freiwillig gearbeitet. Aber mittlerweile ist der Sonntag ein normaler Arbeitstag ohne Zuschläge. Genauso die Spätschicht. Keine Zuschläge. In den neuen Verträgen sind die nicht mehr drin. In meinem auch nicht. Wenn man eh die Ansage hat, das da nur freiwillig gearbeitet wird, dann hat das auch keine Relefvanz.
Da guckst Du in Deinen Dienstplan und stellst fest, das Du samstag um 16:30 Uhr kommen sollst. Bist früher da, eine halbe Stunde, um genau zu sein. Meldest Dich also früher im System an und bekommst die Rückmeldung, Du seist zu spät, um drei Minuten, um genau zu sein, weil jemand, als Du Freitag frei hattest, mal eben Deinen Dienstplan geändert hat. Nein, von außen drauf zu greifen, also außerhalb der Firma, das geht nicht.
Bevor Lissabon gebucht worden ist, habe ich gefragt, ob ich da Urlaub nehmen kann. Ich brauchte eine verbindliche Zusage. Und dann stellte ich am Ende des alten Jahres fest, das ich keinen Urlaub hatte, sondern Spätschicht. Ja, ich hab geweint. Wollte ich nicht, aber ich habs. Bevor ich nach Lissabon gefahren bin, habe ich den  Samstag vor dem Abllug noch genutzt und wollte meine Schicht für nach Lissabon klären. Schichtschema: Spätschicht. Kein Ja, kein Nein. Also keine Antwort, also Spätschicht. Sonntags nach der Reise rufe ich an und will fragen, ob ich eine Stunde früher oder später anfangen soll und erfahre, daß ich Frühschicht habe.
Dann drucke ich mir mein Jahresarbeitszeitkonto aus und stelle fest, das der Schulungskurs  am Beginn meiner Arbeit dort als Minusstunden eingetragen worden ist und ich -1 Urlaubstage habe und mir somit nicht nur nicht möglich ist, mich wie alle anderen in der Urlaubsplanung einzutragen, sondern mein Lissabon auch noch von meinem Jahresarbeitszeitkonto abgezogen worden ist. Und weiter erfahre ich, dass Änderungen im Jahresarbeitszeitkonto nur noch bis zum 10. eines Monats vorgenommen werden können, was wiederrum heißt, das diese Minusstunden bleiben.
Noch ein Beispiel: Minimi war krank. Ihr platzte ein Trommelfell. Ich also zum Doc. Das Kind sollte nach drei Wochen kommen und einen Hörtest machen. Ich vorn an den Thresen  des Kinderartztes mit den Damen, meine Schicht ausgerechnet und Termin gemacht. Und was sagte mein Dienstplan für die Woche? Genau die Gegenschicht eingetragen.  Ich habe das also ändern lassen. Und hatte nach der nagelneuen Planung am Sonntag vor Beginn der betreffenden Woche dann den kommenden Montag frei. Soweit so gut. Ich ausgedruckt. Eigentlich sollte ich morgens anrufen, ob ich kommen solle, aber ich dachte mir: Nö. Steht frei drin, nehm ich frei. Dienstag komme ich zur Arbeiit und für Montag steht „Fehlt unentschuldigt.“.
Nach dem Urlaub zwei sechs Tage Wochen. Ein freier Tag in der Woche. Das ist dann mein Haushaltstag und reicht mir nicht zu Erholung.
Ein Kollege von mir druckte sich seinen Dienstplan für die nächste Woche aus und hatte danach freitag frei. Abends ging er nach Hause und machte für den Freitag Termine. Am nächsten Tag guckte er in seinen Dienstplan und hatte Freitag nicht mehr frei. Er ging zum Vorgesetzten, der teilte das der Dienstplanung mit und zack, bekam der Kollege einen freien Donnerstag. Passt doch, oder? Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es komisch.
Ich habe gerlernt, warum der Arbeitgeber elf Stunden zwischen zwei Schichten eingeplant hat. Ich bin mal früher los, 10,5  Stunden lagen dazwischen…..von Spät auf Früh. Ich war sowas von im Arsch…..
Schlimm fand ich den Satz, den ich dort auch hörte, als ich auf den Arbeitsvertrag verwies: “ Ist doch nur der Vertrag, das sagt doch gar nichts.“

Ich soll jetzt mit Verträge verkaufen. Ich bin da nicht gut, aber die Kontrolle zeigt es auch. Wenn wir Kollegen über einem Bildschirm gemeinsam Messungen auswerten oder bestimmte technische Auffälligkeiten  besprechen, kann man sich sicher sein, es kommt ein Vorgesetzter, der das Gespräch unterbricht und fragt, worüber wir reden und uns dann einen Vortrag über den technischen Hintergrund hält.
Nun habe ich die Möglichkeit bekommen, in einem neuen Projekt mitzuarbeiten. Im Akkord Anrufe, aber dafür die Wochenenden frei. Ich woltle das gern mit zuhause besprechen, das kam nicht gut an. Wir alle mussten das sofort entscheiden.
Wie gesagt, ich bin weder flexibel noch stressresistent….Und ich bin mal gespannt auf meine Zahlen, denn uns wird jetzt die Produktivität ausgerechnet. Da kriegt man dann Zahlen vorgelegt. Die dazugehörige Formel fehlt. Eine Kollegin,die nicht produktiv genug ist, musste einen Tag zwischen drei Vorgesetzten sitzen und alles aufschreiben, was sie den ganzen Tag tat. Wir hatten uns schon darauf geneinigt, uns am nächsten Tag dort auch hin zu setzen, in die Eselecke. Und auch alles minutengenau aufzuschreiben: 10:02 -10:06 Toilette _ Kacken bei guter Konsistenz. Aber man hat sich entschieden, es wohl doch bei einem Tag zu belassen.

Ich möchte mal Jerry Lewis zitieren:
„Wie soll jemand mehr von einem halten als man selbst von sich hält. Wo man sich selber doch schon so lange kennt….“ Und wie man sieht: Es ist nicht die Arbeit an sich, die den Stress macht, es ist das drum rum. Wir haben keine Bildschirmplatzgesetz_Pausen, weil wir arbeiten nur den ganzen Tag am Computer, nicht an einem Bildschirm. Außerdem können wir ja zwischendrin aus dem Fenster gucken, die gibt es ja bei uns auch. ( Das ist O-Ton.)
Selbst im horizontalen Gewerbe kann man nur eine gewisse Zeit über die Damen und Herren frei verfügen und auch da muss man vorher Bescheid sagen, wenn ich so frei verfügbar sein wollte, dann würde ich garantiert mehr als 7,50 Euro brutto nehmen. Im Übrigen ist uns schon mitgeteilt worden, das das Unternehmen den Mindestlohn derzeit nicht zahlen kann und darüber nachgedacht wird, die Arbeit ins Ausland zu verlagern. Rumänien, die Türkei und auch so ne Insel is im Gespräch. Aber eins sag ich Euch: Ich fahr nich jeden Tag nache Türkei und zürück für zum Arbeiten.

Zurück…

und das Chaos ist gleich wieder riesengroß.
Wir waren wie immer viel zu früh auf dem Flughafen in Lissabon. Richtig. Ich musste wieder zur Einzelkontrolle….liegt wahrscheins doch an den Kronen.
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Mini wartet auf den „Hubsrauber nach Hause“.
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Immer noch nicht Mini`s „Hubsrauber“.
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Also haben wir weiter beobachtet…..

Aber fangen wir mit dem Rückflug an….unsere Maschine flog später ab. Der Kapitän entschuldigte sich freundlich mit den Worten: “ Ein Triebwerk habe den Geist auf gegeben und musste getauscht werden….“ Ich rechnete C. die Wahrscheinlichkeit aus, mit der das nicht getauschte als nächstes den Geist aufgeben könnte. C. widerum meinte, das so ein Airbus auch mit einem Triebwerk fliegen könne und ich stellte es mir vor , wie das Flugzeug mit einem funktionierenden Triebwerk nicht mehr quer zum Horizont flog, sondern senkrecht und meinte, das das dann aber ziemlich beschissen aussähe und ich doch lieber aussteigen wollte…..aber da rollte das Ding schon.
Ich könne nicht mehr raus, meinte C. Aber ich sagte ihm, er wisse gar nicht, was ich so alles könne.
So, und jetzt ein paar Bilder, die C. während des Fluges gemacht hat:
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C. teilte mir irgendwann während des Fluges mit, das er keine Strukturen unter uns erkennen könne, wir also über Wasser fliegen müssten…..Ich kann in Null-Komma-Nix die Schwimmweste im Flugzeug unter dem Sitz hervorzaubern….
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Dann waren die letzten Batterien der Kamera leer….Handy musste ja aus sein.
In Frankfurt war die Landung flott. Gut, das der fliegt, der Flugzeuglenker. Wäre der Taxi- oder Busfahrer, näh. Ich habe dann mit dem chinesischen Mitbürger auf dem Platz neben dem Gang mich nicht nur zeitgleich am Vordersitz bei der Landung abgestützt, wir waren uns auch einig: „Datt übt der aba noch ma, der Pilot!“
Immerhin hat er die verlorene Zeit wieder eingeflogen.
Dann, im Zug von Frankfurt nach Göttingen- fataler Fehler: Ich meine Emails gelesen. Ein inhaltsloses Ding, das am Dienst um 10:05 Uhr  in meinem Postfach ankam, von der Schule war. Ich wurde gebeten mich um elf dort zu melden. Aha.
Zuhause habe ich dann erfahren,  dass klein E. nicht mehr an der Hausaufgabenbetreuung teilnehmen darf, wenn die anderen Mittag essen, sich dazu setzen soll und danach während der Hausaufgabenbetreeuung nach Hause gehen soll, um dann wieder zu den AGs zu gehen. Aha.
Außerdem soll sie in die Klasse 3 b für drei Wochen, dann einen Tag  in ihre alte Klasse. Wenn sie Mona dann noch einmal ärgert, dann bleibt sie in der 3 b. Aha.
Ich habe nichts schriftliches vorgefunden. Ich bin auch die Anrufliste meines Haustelefons durch gegangen: Ein Anruf von der Schule, sonst nur Handy-Nummern.
Gestern, am Sonntag abend, da rief mich die Klassenlehrerin an, um mir das noch einmal zu sagen. Als ich ihr sagte, das ich die Kinderbetreeung brauche, weil ich arbeite und sonst kündigen müsste, sagte sie, es täte ihr leid. Ich habe ihr dann gesagt, das es mir das auch tut, sie aufgefordert, das ich das schriftlich bekomme, aber die Klassenkonferenz, die diese Sanktionen festsetzt, die kommt noch, also soll ich warten. Beschlossen hat das nämlich die Direktorin…darauf hin habe ich ihr einen schönen Abend gewünscht und aufgelegt. Schon den Einleitungssatz von ihr: „Schön, das ich Sie endlich mal erreiche!“ fand ich eine Frechheit. Montag hat die Schule begonnen, seit Dienstag laufen Sanktionen gegen das Mädel und ich war genau 5 Tage nicht da. 5 Tage in zwanzig Jahren…… Vor allem ist mir völlig unklar, was denn jetzt das Fass zum Überlaufen gebracht hat, denn immerhin war klein E. die letzten 14 Tage vor den Ferien nicht in der Schule wegen der Läuse dort…und weil sie welche mitgebracht hatte. Naja….kriegen wir hin. Arbeiten höre ich nicht auf. Auf gar keinen Fall.

So. Den Rest der Reise , der kommt in den nächsten Tagen. Es sind doch mehr als 500 Fotos geworden, da dauert das sortieren ein bischen.

gefliegt und niht gefallt

So. Morgens um 6.32 ging es los. Erst nach Kreiensen, dann nach Göttingen, dann nach Frankfurt und, weil man gut 12 Minuten mit dem ICE vom Hauptbahnhof zum Flughafen fährt, dachte ich so bei mir: „Frankfurt ist man doch was groß.“
Dann waren wir am Flughafen. Koffer weg. Mini streikte. Zoll war klasse. Wer wurde rausgezogen? Richtig. Nach knapp fünf Stunden in den Schuhen sollte ich, die von dem Geschleppe mit Kinderkarre, drei Koffern und Handgepäck mockte, wie wenn ich vier in der Mukki-Bude verbracht hätte, meine Schuhe ausziehen. Schön ist annerste!Warum ich gepiept habe, ob es an dem Gürtel, den Kronen auf den Zähnen oder den Ringen lag…wer kann das schon sagen. Und dann haben wir auf den „Hubschrauber“ gewartet.
Und Gerd kam dann. Das hier ist Gerd:
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Auf dem Bild sind wir schon wieder raus aus Gerd und in Lissabon. Fliegen ist gar nicht so schlimm. Der Start ist witzig, erinnert an den Zug von Bad Harzburg nach Hannover mit Neigewagentechnik. Wenn der akkerat in die Kurve geht, ist das auch wie Achterbahn fahren. Der Flug selber ist eher doof. Wesentlich lauter als Zug fahren und, weil man über den Wolken fliegt, hat man das Gefühl, es geht gar nicht voran. Mini hat während der Starts und der Landung eine Schreiattacke hingelegt. Vom Feinsten sag ich mal. Essen gab es auch. Irgendwas, was an Kartoffelbrei erinnerte mit was rotem drin und irgendwelchen Scheiben drunter. Das ganze kam in einer Alu-Schachtel, in der bei uns das teure Hundefutter für den Kindersatz verkauft wird.
Aber: Die haben hier Palmen. RICHTIGE echte Palmen.
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Die Bilder sind vor dem Bahnhof. Auf Taxi hatten wir keine Lust. Deshalb guckte C. bei den Bussen und dann sprach uns eine junge Dame an und setzte uns in den Bus, der uns zum Hotel brachte. Und dem Fahrer sagte sie, wo wir raus mussten. Hab ich sonst noch nirgendwo erlebt.
Das Hotel ist….irgendwie….sowas habe ich bisher nur auf Bilder gesehen. Das Bett ist größer als meins Zuhause. Lauter so Schnicki-Schnacki im Bad, vom Radio, über Seife bis hin zu echt fetten Handtüchern, und sogar jemand, der Dir die Koffer auf das Zimmer bringt…Fußboden glänzt, wird aber offensichtlich dauernd gewischt da unten in der Eingangshalle denn als wir ankamen, fing es an zu regnen und da ist keine Spur unten.
Zum Essen sind wir zu Mäkkes und das ist hier echt billiger als bei uns, auch wenn der Schickenbörger eher lieblich als feuerheiß schmeckt, aber….ich habe da zum ersten Mal bei Mäkkes meinen Kaffee in der Tasse bekommen und geschmeckt hat der auch noch.
Dann folgte auf der Suche nach einem Supermarkt die erste Stadtbesichtigung, aber davon morgen mehr.

Noch ein So!

Die  Koffer sind gepackt, gewogen, voll und fertich. Es gibt kein Taxi-Unternehmen, das uns mit Mini zum Bahnhof fahren kann, weil Mini für die Sitzerhöhung noch zu klein ist.
Omma ist da, die Papiere gepackt, die Cents aus dem Geldbeutel, um Gewicht zu sparen.  Um fünf morgen geht´s los…..ich will nach Hause.

So!

Brot ist für die Woche vorgebacken. Wäsche gewaschen und die Stimmung akkerat gedrückt. Wenn C und ich uns in der Küche begegnen erklärt jeder dem anderen , das wir nicht wollen und ich verweise auf meine dicke Mandel, aber das gilt nicht.
K. ist ein ….*grrrrrrr*. Seit zwei Wochen laufe ich der Reisetasche hinterher, die ich ihm geborgt hatte. Heute nachmittag kommt er her, bedient sich am Kühlschrank, nutzt das Netz und geht dann wieder, weil C. langsam zickig wird. JEDEN Tag Familienbesuch, das nicht auszuhalten.
Nach der verkürzten Spätschicht rufe ich K an und frage wieder nach der Tasche. Es ist fünf vor zehn. Und was sagt er mir?? Er könne sie grad nicht finden,a ber er könne mir eine borgen.
Ich sitze im Zug nach Hause und frage ihn: „Sach ma, Junge, bissu bescheuert oder was?? Du hast da 1, in Worten ein, Zimmer gemietet und findest meine verschissene Reisetasche nicht???“
Ich bin nicht sauer. Nein, Bin ich nicht. Ich bin stink wütend, das ist ein Ausbruch des Äthnas ein Lufthauch gegen mich…..
Wo soll ich Samstag abend um zehn eine ordentliche Reisetasche herbekommen, um Minis Klamotten zu verstauen?? Eine, die vllt nicht nur den Hinflug überlebt?

Zwei Mal werden wir noch wach – heissa! Dann ist Abfluchtach!

Während der letzten Tage….neee, gut is mir nicht.
Heute morgen habe ich mich getraut, C. zu sagen, wie es ist. Ich habe schon jetzt Heimweh. Richtiges Heimweh. Nachdem nun klein E. erklärt hatte, das sie nicht von Omma adoptiert werden will, wenn ich sterbe und letzeres mit der Möglichkeit eines Absturzes erklärte, wir Koffer gekauft haben und ich über das erste Kapitel meines Protugisisch-Kurses gar nicht hinaus kam, weil zu viel drum rum…..Ich will da nicht hin. Ich markiere mittlerweile auf den Euro-Scheinen mit kleinen Punkten die Entfernung. C. versteht mich schon, er will auch nicht weg, aber es geht ihm denn doch irgendwie zu weit, wenn ich ihm derart deutlich mache, wie weit das tatsächlich ist.
Ich habe mich über das Essen informiert und uns ist klar: Trockenfisch is nix. Wir nehmen mit.
Auf der Arbeit erfahre ich lauter lustige Sachen über das Fliegen….wie das ist, wenn das Fahrwerk nicht rausgeht. Und Detlef sagte, wenn die Höhenangst kommt, dann soll ich mich einfach auf den Fußboden setzen, dann kann ich nicht aus dem Fenster gucken. Na hoffentlich ist der Gang breit genug.
Herr Szwänn widerum erklärte mir,ich  solle doch für den Flug einen Trainingsanzug  als Bekleidung wählen. Ich wollte gerne wissen, welchen er meinte. Den sportiven mit Streifen oder das  übergroße Asi-Ding mit hässlichen Farben.
Er meinte, ich könne mir das aussuchen, aber bei einem Absturz würden ja die Leichen immer bis zur Identifizierung  in Sporthallen gelagert und da wäre Trainingsanzug einfach angemessen Bekleidung.
C. war gegen den Kauf von drei dieser Trainingsanzüge, er meinte, die Bekleidung sei eh wurscht, weil man käme ja eh nicht im Ganzen unten an.
Bin ich froh, das wir beim Fliegen nicht umsteigen müssen.
So. Das Kommunikationsproblem ist gelöst. Gestern gegen morgen fiel mir Skype ein, Läppies gehen eh mit und es ist eine Konferenz für Informatiker. Ich denke mal schon, das es da Wlan gibt incl. Indernötz.

Update Jahreswechsel

Wahnachten…..vor Weihnachten war ich dermassen akkerat krank, das ich mich, als das Penecillin endlich wirkte und ich wieder zur Arbeit konnte, mich über JEDEN gefreut habe…..den Fahrkartenkontrolleur, meinen Scheffe, meinen meckernden Kollegen,sogar über meine Kinder.
Samstag vor Weihnachten ist M. dann in seine eigene Wohnung gezogen. War gar nicht überstürzt, es hat noch bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag gedauert, bis alles da war, wo es hinsollte.
Sonntag kam C. dann drauf, die Türme von Hanoi nachzuspielen. In einer 89 Quadratmeterwohnung. Es war ganz einfach: Die Mädchen sind in das Schlafzimmer gezogen, die Jungs in das Mädchenzimmer und Minimi, ihr Spielzeug und mein Schlafzimmer in das ehemalige Jungszimmer.
Montag wieder arbeiten, Heilig Abend auch. Das Mörder-Weihnachtsevent fand nun mit der Verwandschaft am ersten statt.
Das ganze fing morgens an um zehn mit der Verwandschaft und dem Geschenke auspacken. Ständig schwelten irgendwelche Konflikte zwischen meinen Kindern und ich hatte den ganzen Tag Küchendienst mit Kochen, Geschirr und allem so dranne….
Meine Mutter war auch da und rief mich abends an, um sich für das schöne, ruhige und besinnliche Weihnachtsfest zu bedanken. Ich wäre auch gern auf der Veranstaltung gewesen, auf der sie war……
Am zweiten Weihnachtsfeiertag hatte ich Besuch von einer Freundin, die ich immer wieder fragte, ob diese ewigen Kinderkonflikte nicht irgendwann aufhören, wenn die erwachsen sind. Aber offensichtlich liegt das am Reifegrad der Streithähne. Und einer steht schon dauernd da und posaunt, er werde nicht erwachsen, nur älter…..solche Kerle kann ich nicht leiden. C. und K. updateten während dessen die Umräumerei…war nicht toll, z umal ich morgens mal eben den Kuchen richtig versaut hatte. Den mach ich seit zwanzig Jahren, wie ich das nun ruinieren konnte, ich weiß es nicht. C. hatte dann einen Schoki-Kuchen gebacken.
Und dann wieder gearbeitet. Silvester auch. Von 14 bis 22 Uhr, eine reguläre Spätschicht. Am Ende saß ich ganz allein im Großraumbüro, die Abteilung, in die ich ausweichen sollte, war auch schon menschenleer und dann kam der aus der Steuerung und ich durfte eine halbe Stunde früher gehen, als vorletzte. Der Letzte war nämlich er.
Dann war ich hier zuhause, fand die Menge an Böllern, die sich angesammelt hatte, weil K. welche besorgen ließ, M. welche mitbrachte und auch das Besuchskind, ein Freund von D. , noch welche im Gepäck hatte, mega dekadent. Minimi ließ mich ins Schlafzimmer rufen, sie wollte wissen, ob ich endlich da sei und konnte dann durchschlafen. Die Katzen versteckten sich in meinem Kleiderschrank und unter dem Bett und mein oller alter halbtauber Hund stand völlig verloren im Wohnzimmer.
Um zwölf war ich die mit der  Decke. Drüber werfen, wenn einer Feuer fängt. Hat aber keiner. Dann rein , kurz auf ´s Sofa und zack….war ich am Schlafen.
Morgen wieder Spätschicht.  Ermüdend und nervig, weil ich mittlerweile nachts gut auf sein kann, aber dafür tags so gern schlafe. Und ich muss noch den Auslandstarif zu buchen, aber ich trau denen aus dem Kundenservice nicht, nicht das die mir mal eben den Vertrag ändern……ich kenn das. Ich weiß auch noch nicht, was man so hin und her mit fliegen lassen kann nach Portugal, was man da anmelden muss. Wir haben auch noch keinen Reisewasserkocher und Stecker für Portugal.
Ich brauche Kaffe, auch wenn ich das ganze immer als „Minimi braucht ihre Milch.“ deklariere.
Mehr die Tage drauf:

Beenden wir das mal mit einem vorweihnachtlichen Gespräch mit Omma:
„Soll ich den Baum besorgen?? Ich habe doch den Verkäufer hier genau vor der Tür. So einen frischen grünen, der nicht nadelt und piekt.“
„Oh, ja , gern.“ ( Ich war noch krank) „Aber bitte einen kleinen. Nix großes!“
„Ja, so einen kleinen in Deiner Größe!“

Ja, danke auch. Vor allem, als ich das Ding in den Pott gegipst hatte, da hatte ich nicht nur zerstochene Hände, sondern dachte mir auch bei den trockenen Ästen: „Wenn ich da die Lichterkette anschmeiß, dann fängt das Ding Feuer!“
In diesem Sinne