Weihnachten

ist jetzt bei uns nicht so. Schmeckt dieses Jahr irgendwie fade und mehr als die Hälfte der Dekoration fehlt.

Das hier war schon vorher fertig:DSC_1751

interaktive Fensterdekoration. Wenn man’s zu zieht, sind die Sterne rot hinterlegt.

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Adventskranz. Doch, isser. Die roten Kugeln sind von vor drei Jahre, die Mega-Zimstange mit Gärtnerbast vom letzten Jahr und dieses Deko-Pseudokuchentellerding ist neu. Wir brennen solche Kränze immer nicht nieder. Und da kamen mir Teelichter gelegen. Was nicht gebraucht ist, geht in den Vorrat zurück.

Und C.’s Büroschmuck. Auch schon Jahre alt, aber wieder bei Lidl und Rewe und was weiß ich. Neu befüllt, aber durch vier Tage Abwesenheit musste es noch mal neu gemacht werden, der Weihnachstern war tot. Und C. weigerte sich, es noch einmal mit ins Büro zu nehmen, weil das da kaputt gehe.

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Den Korb mit Zweigen und Gedöns von vor der Tür habe ich eingsammelt, der liegt noch als Puzzle, weil der Wind in der Nacht zu Sonntag das die Einfahrt hoch und runter und wieder hoch geschleudert hat.

Kinder in der Küche …

Quelle: Kinder in der Küche …

Ich möchte diesen Artikel einfach mal teilen, obwohl er mich arg nachdenklich macht, nein, er lässt mich eher grübeln.

Ich koche nicht gern. Wirklich nicht. Aber wenn man bei Penny ein Billigbrot kaufen kann, das nicht essbar ist, weil es irgendwie nach Holz schmeckt, oder gerne Soße hat, oder Kuchen. Oder auch Torte, wobei schon Käsekuchen und Apfelkuchen eine Kunst zu sein scheint.

Ich bin eine Generation, die mit den ersten Fertiggerichten und Backmischungen groß geworden ist. Aber schon als Kind habe ich mich gewundert, was denn daran besser sein soll, einen Beutel aufzureißen und noch Ei und manchmal auch Milch dazu zu schütten, um dann einen Teig zusammen zu rühren.

Ich habe meine Mutter gefragt. Sie sagte, es würde Zeit sparen. Aha. Mehl und Zucker abzuwiegen, Backpulver aufzureißen und reinzuschütten, ggf noch Speisestärke, mal ehrlich, das dauert doch nicht Stunden. Meine Mutter hat ohne meinen Einspruch ziemlich schnell gemerkt, das es Quatsch war, Kuchen in solchen Pappkartons zu kaufen, weil man beim Marmorkuchen ja doch noch das Kakaotütchen aufreißen musste und reinschütten.

Ich bin die Generation der Tütensuppe. Heiße Tasse. Fand ich als Kind schon eklig.  Oder Hühnersuppe aus der Tüte. Markklößchensuppe, bei der die Klößchen innen drin immer noch den einen harten Kern hatten.

Also, ich bin damit groß geworden. Und auch mit ganz vielen Sachen, die eben nicht aus Tüte kamen. Aber ich konnte eine Entwicklung verfolgen, bei der in den Rezepten immer mehr Fertigprodukte Einzug in die Rezepte fanden. Käsekuchen wurde mit Puddingpulver Sorte Vanille gebunden. Etwas Ekligeres gibt es gar nicht, weil dieser widerlichen konzentrierte Vanillegeschmack… Zitronenkuchen hatte Zitronenaroma aus dem Glasfläschchen und es fehlte diese frische Säure, die das Backwerk so einzigartig macht.

Brot vom Bäcker bekam keine wirklich harte Rinde mehr, aber der Leib trocknete einfach nur aus, wurde zu einem geschmacklosen Fusselkram im Mund, wenn es ein paar Tage lag. Da half auch kein Toasten.

So. Und mir entzieht sich jedes Verständnis, warum man Milchreis und Gries aus der Tüte machen soll, wenn doch die Kochzeit genauso lang ist wie beim Selbermachen. Zumal das für eine Familie wie die meine wesentlich teurer ist.

Weil ich aber nicht gern koche, müssen alle helfen. Zuarbeiten, Gemüse putzen, rühren, wenn die Waschmaschine fertig ist und ich Wäsche aufhängen muss. Warum soll ich eine Bolognaise aus der Tüte nehmen, wenn ich doch genauso lange am Herd stehe, aber keine einzige Tomate drin finde? Mal ehrlich, gehackte oder passierte Tomaten, deren Preise sind Peanuts.

Und Groß E. hat sich dauernd fertige Suppen gekauft und gemacht. Nicht nur, das das Zeugs stinkt, nein, sie ist aufgegangen wie ein Hefekloß. Es hat eine Weile gedauert, bis sie den Zusammenhang zwischen Zusatzstoffen in solchen Sachen verstanden hat, aber jetzt lässt sie solches Zeugs seit drei Wochen weg und hat drei Kilo abgenommen. Ansonsten kann sie essen, was sie will. Quark  mit Marmelade, gekochten Pudding, Sahnesossen, völlig egal. Und sie nimmt dennoch ab.

Gläschen. Für Kinder. Auch so ne Sache. Meine fanden das wohl nicht so gut und ich konnte das sehr gut verstehen. Wenn Fleisch drin war, hatte man das Gefühl, das mit der Breimasse Sand in den Mund kam und Spinat aus dem Glas schmeckte wie aufgekochte Trockenkräuter.  Wie soll man sowas essen? Linsensuppe, Sahnehering, Kohlsuppe, Leberwurstbrot, gefüllte Paprika, das waren bei uns beliebte Kinderessen. Und vor allem Kartoffeln. Richtige.

Und wenn das mit dem Stillen nicht ging, meist zeitlich, dann gab es Halbmilch.

Problem bei meiner Kocherei ist nur folgende: Sohn ruft mich an wegen des Rezeptes für süsses Brot.

Rezept: Naja, ein Kilo Mehl, je nachdem, wie locker du das haben willst, ein oder zwei Würfel Hefe, die in der Tüte ist nur der Müll, der bei der Hefeproduktion übrig bleibt und taugt nicht,  und dann soviel Zucker. Dann wird es süss. Genau, hat keiner meine Hand gesehen. Ist genauso bei  den Suppen, eigentlich bei allem.

Ich bin heute aufgefordert worden,

öfter mal zu sagen, dass ich meine Kinder nicht für Engel halte. Ähm, warum muss ich etwas erklären, was normal ist? Weder haben meine Kinder Flügel, noch spielt irgendeins Harfe.

Ob ich meine Kinder auch richtig sehe, war die Frage. Weil sie anderer Leute Kinder völlig anders in Schulen verhalten. Aha.

Ich bin dann in mich gegangen und habe mich gefragt, woher ich die Sicherheit nehme, meine Kinder zu kennen. Erstmal, weil es mir meine großen Kinder bestätigt haben, und zweitens haben drei Gerichte mir ein alleiniges Sorgerecht zugesprochen nach vorheriger Überprüfung durch Jugendämter. Japp, Gerichte in verschiedenen Bereichen des Landes. Zweitens habe ich fünf Jahre anfangs dreimal wöchtentliche Überwachung, später einmal wöchentliche Überwachung Inhouse durch das Jugendamt gehabt. Sozialpädagogische Familienhilfe und die möchte ich nicht missen.

Die hat mir nämlich beigebracht, dass ich sehr genau weiß, was geht, weil insbesondere Lehrer gern bei ihr vom Leder gezogen haben.  Z.B. mit der Frage, wie man denn noch ein zehntes Kind bekommen könne. Okay, ich war nicht strategisch wertvoll, als ich der betreffenden Lehrerin erklärte, ich könne ihr gern erklären, wie Kinder entstehen und wie man sie kriegt. Das war auch eine Lehrerin, die sich bei der Familienhilfe darüber auslies, das mein Sohn, meiner aus so einer Familien, auf keinen Fall mit dem Klassenbesten befreundet sein könnte. Sie setzte sie auseinander, aber die Jungs waren auch weiter befreundet und zwar allerbeste. Lehrer sind da nicht so, die sind in der Regel der festen Überzeugung, sie können ihr Ding durchsetzen, wenn sie nur mit der Familienhilfe reden.

Oder als der Junge zuhause sowohl bei der Familienhilfe, der Mutter, der Oma das zu übende Diktat fehlerfrei schrieb und dann in der Schule tatsächlich mit 21 Fehlern wieder nach Hause kam. Macht nicht nur Mütter stutzig, ist aber gut, wenn Familienhilfen das mal erleben.

Oder aber, wenn das Mädchen aus der Schule kommt und im Beisein der Familienhilfe erklärt, der Lehrer habe gesagt, sie müsse keine Schreibschrift lernen, wenn sie nicht wolle….

Oder aber wenn die Direktorin erfährt, dass man Informatik studiert und aufeinmal alle drei Grundschulkinder, die bei ihr in der Schule sind, von ihr eine Matheschwäche attestiert bekommen….

Unsere Familienhilfe durfte auch die Kinder aus der Schule holen, ohne das Mutter dabei war. Wie sie auch mit den Schulen und den Kindergärten redete. Einmal saß sie mit ihm Gespräch, als eine Kindergärtnerin erklärte, das das schulpflichtige Kind noch gar nicht schulpflichtig sei und noch im Kindergarten bleiben müsse. Mutter, verwirrt, erklärt der Erzieherin, das Kind doch 14 Tage nach Einschulung sechs wird. Erzieherin besteht drauf, das Kind erst fünf wird. Mutter und Familienhilfe völlig verwirrt. Was Mutter denn studiere, will Erzieherin wissen. Antwort: Informatik. „Was das geben soll, wenn Sie nicht mal rechnen können!“ sagte Erzieherin. Draußen guckt Familienhilfe lieber noch mal in ihren Unterlagen nach und stellt fest, Mutter kann rechnen und Kind wird 14 Tage nach Einschulung sechs.

Davon gibt es unendlich viele Beispiele, die Gott sei Dank, Familienhilfe im Laufe der Jahre mit erlebt hat. Und Mutter hat gelernt, das es nicht Mutter ist, sondern, wie Ärztin der Mutter immer sagt, Mutter und Kinder zu einer Randgruppe gehören und deshalb gern sowas erleben. Und dann werde ich immer von ihr aufgefordert, weiter zu machen wie bisher.

Die Lehrer glauben meinen Kindern bis heute nicht, das die Mutter meiner Kinder Abitur hat. Soviele Kinder und Abitur schließen sich nicht aus. Glaubt mir, wirklich nicht. Man bekommt keine Hirnquetschung mit bleibenden Schäden von Geburten, sonst würde ich ja gackernd und kackend über den Hof laufen. Und das machen nur Hühner und die gehören nicht zu den Lebendgebärenden.

Mutter hat also mit Jugendamt und Familienhilfe und ERzieherin gelernt, das sie ihre Schweine am Gang erkennt. Und dann kommt ein Lehrer daher und erzählt Mutter, das ihre Tochter, die immer eine Petze war und mit der Wahrheit raus ist, wenn man sie gefragt hat, das diese Tochter, deren Sozialverhalten zwar keine Eins, aber völlig okay war, das diese Tochter eine Schlägerbraut sei, die grundlos fremde Kinder attackiere. Wir nennen sie hier Mobbi. Und das einfach nur in der neuen Klasse.

Und dann kommen noch drei Mütter und erzählen der Mutter dasselbe. Und weil es ja so viele sind, da muss es ja richtig sein. Ähm, ja, ähm , das hatten wir schon mal, war einer, hat das ganz vielen Leuten erzählt, und weil das so viele glaubten und machten…war es trotzdem scheisse und nicht richtig. Japp, Adolf ist gemeint.

Und offensichtlich ist es normal, das Kinder aus der Schule ihre Eltern anrufen und die dann in der Schule aufschlagen, während der Schulzeit wohlgemerkt, um dann Kinder fremder Leute zu bedrohen. Weiterhin ist es offensichtlich normal, das Kinder ihre Mütter vor schicken, um Konflikte mit den anderen Kindern zu klären. Anrufen und Mutter schreibt irgendwelche SMS an die andere Mutter oder ruft an.

Meine Kinder können alle reden. Die argumentieren den anderen in Grund und Boden, wenn es sein muss, und haben dafür gerade auf der Hauptschule gern Dresche kassiert.

A. bekommt jetzt eine Klassenkonferenz. Weil er mit dem Skate-Board von Lara durch die Pausenhalle gefahren ist, weil er sich geweigert hat, das Kuhkostüm auszuziehen, das er aufgrund einer Wette einen Tag lang in der Schule getragen hat. Und verschiedenes. Was auch immer unter verschiedenes zu verstehen ist.

D. bekommt Ärger, weil er sich nach drei Wochen immer dasselbe Rechnen langweilt und Papierflugzeuge im Matheunterricht baut.

Steve Jobs Vater hat mal einer Lehrerin gesagt, dass es die Aufgabe des Lehrers sei, den Unterricht so zu gestalten, das sich Kinder nicht derart langweilen, das sie Unsinn machen. Okay, Steve Jobs ist auch von der Schule geflogen, als er der Lehrerin einen nicht detonierten Sprengsatz unter dem Stuhl anbaute, war vierte Klasse, wenn ich mich recht erinnere, aber soweit solle es gar nicht gehen.

Irgendwie ist nur Groß-E. schultauglich. Sie bekommt zwar immer mal nen blauen Brief, weil sie im ersten Halbjahr irgendwie immer was anderes macht, nur nicht Schule, aber im zweiten Halbjahr zieht sie wieder an und fertsch. Sie ist doch nicht schultauglich, es wiederholt sich jedes  Jahr….

Es ist ein Gen. Garantiert. Sie haben es von der Mutter. Genfehler, ganz klar. Alles wird hinterfragt. Mutter fragt zu viel, Kinder fragen zu viel. Und wenn die Leute blöd werden, führen wir sie ad absurdum.

Fachlicher Ansprechpartner in Firmen sollen fachliche Fragen beantworten.

„Jürgen , hier guck mal, was mache ich da und warum ist das so?“

Jürgen guckt. „Mach es so und so.“

„Okay. Und warum ist das so?“

„Das musst du nicht wissen, mach es nur so.“

Ich: „Okay, ich verstehe, du weißt es also auch nicht.“#

Ich kann einfach nicht anders. Wer eine Positon bekleidet, muss sie auch erfüllen oder was anderes machen. Vielleicht wird ja mal eine Tablette dagegen entwickelt,  aber ich glaube eher nicht. Bisher hat ja auch nichts geholfen.

Aber zurück: Kenne ich meine Kinder? Meine Kinder sagen: Ja.

Nein, ich weiß nicht alles und wir haben uns drauf geeinigt, das das auch nicht alles nötig ist, aber ich weiß, wer ein Schläger war( der Strassenbauer), ich konnte den Großen auf den Kopf zu sagen, welche Drogen sie grade intus hatten, als sie diesen Mist auch mal probieren mussten, ich weiß, wem die Ausdauer fehlt, wer grad welche Freundin hat und D. habe ich genau an dem Tag gefragt, ob er auch ein Kondom benutzt hat. Seit dem stelle ich ihn seinen Brüdern vor als „Der, der jetzt Sex hat“.  Und sie gratulieren ihm und er bekommt High-Five. Und zum Geburtstag ein Päckchen mit hundert Kondomen von seinem großen Bruder…ich find’s witzig, ich weiß, eine richtige Mutter nicht. Ich weiß, wer grade heimlich raucht und wer sich an Alkohol probiert. Ich kann denen auf den Kopp zu sagen, wann sie verknallt sind, wann sie das Görlie oder den Jungen haben oder wann der Liebeskummer einsetzt. Man sieht es denen an. Ich kann sagen, welcher Freund einem meiner Kinder gut tut und welche Verbindung einfach nur Ärger bringt. Das sieht man am Gesicht an, wenn sie von einer Verabredung wieder kommen.

D. will in die Stadt und hat den Rucksack auf dem Rücken.

Mutter: „Alter, klau nicht!“

D.:“ Nee, mach ich nicht.“

C.:“Wegen dem Rucksack oder was?“

Mutter:“ Nö. Nur so.Ist mir grad als Gedanke in den Kopf gekommen. “

D. geht. Später kommt er mit der Polizei nach Hause.

Mutter kann die Klappe wieder nicht halten: „Sie haben Dich beim Klauen erwischt!“

Warum hat A. mein altes Handy bekommen? Weil ich an dem Tag, als er sich Elle und Speiche brach, kurz nach zwei immer wieder gefragt habe, wo er denn ist, obwohl er lange Schule  hatte und ich ihn so gern auf dem Handy angerufen hätte. Er hatte damals keins. Der Unfall ist kurz nach zwei passiert.

Weiss ich alles über meine Kinder? Nö. Geburtsgewicht rate ich immer, wenn mich jemand fragt. Geburtszeit auch. Unwichtige Information. Wieviel sie wiegen in Kilos? Nö. Sieht gut aus, zu wenig, zu viel.

Aber kenne ich meine Kinder? Meine Kinder sagen ja. Und sie wissen auch, dass ich nicht zu allem was sage, auch wenn ich es weiß.

Und andere Leute? Die sagen mir, ich kenne meine Kinder nicht. Wobei…geht ja auch gar nicht, wenn man so viele hat, oder? Ist wie mim Abitur und so vielen Kindern

Gymnasium

Sehr geehrte Damen und Herren,

schon am Elternsprechtag habe ich vorgeschlagen, den Konflikt in der Klasse zu lösen, in dem man E. zu einem frühen Zeitpunkt in eine andere Klasse setzt. Herr Dr. W. hielt den Zeitpunkt für zu früh, obwohl er klar darlegte, das E. und Saline in dieser Kombination die gesamten Klasse zerstören würden.

Heute  nun bin ich von E. über Salines Handy angerufen worden, weil die Mutter eines Mitschülers in die Schule gekommen sei und E.   und Saline gedroht habe, dass erstens der Anwalt bei den Kindern zuhause stehe und zweitens etwas passieren werde, wenn E. und Saline nicht die Klasse verlassen werde.
Ich bin in die Schule gekommen, weil ich entsetzt und entnervt von diesem Affentheater bin.
Zunächst habe ich versucht, im Sekretariat jemanden zu erreichen.
Bin dann zur Klasse . Der dortige Lehrer erklärte, E. und Saline lügen und streuen Gerüchte, aber das dritte Mädchen, das das Gerücht, ein Mitschüler habe abgeschrieben, in Umlauf gebracht habe, bestätigte die Geschichte, das die Mutter allen mit dem Anwalt gedroht habe und das etwas passieren werde, wenn E. und Saline die Klasse nicht verlassen.

Soweit so gut oder auch nicht. Nachmittags rief mich erneut Frau K. an, weil E. erneut Marlene schickaniere, zumal Marlene wegen meiner Tochter an Krücken gehe. Warum kommt da keine Klassenkonferenz? E soll Marlene, die heute nach Aussagen eines Mitschülers mit einer Blasenentzündung in der Schule war, die Krücken weggetreten haben.

Die Mutter von Marlene hatte schon einmal angerufen, zweimal auf dem Handy meines Mannes, zweimal auf meinem und zweimal auf dem Festnetz, weil Marlene, die nach Aussagen der Mutter gar nichts macht, von meiner Tochter im Sitzen unter dem Tisch hindurch derart in die Rücken getreten worden sei, das diese den ganzen Nachmittag Rückenschmerzen habe.

Die Herausgabe der Notfall-Liste mit allen Telefonnummern, privat, von der Omma, von der Arbeit , betrachte ich als unzulässig im Sinne des Datenschutzes.

Das eine Mutter von der großen Schwester angerufen in die Schule stürmt, weil ihr Sohn weint, ist für mich unvorstellbar. Aber das ich komme, wenn mich meine Tochter anruft, weil sie jemand derart bedroht, ist normal. Bedauerlich nur, das in ihrem Sekretariat niemand erreichbar war.

Ich möchte Ihnen sagen, das es jetzt reicht. Wie haben keine Engel vor uns und ich fänd es gut, wenn sich  Eltern einfach mal raushalten würden. Mit pseudopädagogischen Eltern im Hintergrund kann das nix geben.

Ich beantrage eine Umschulung meiner Tochter und zwar zu sofort. Meine Kinder sind authentisch. Das heißt, das meine Tochter kein anderer Mensch in der Schule ist als hier. Genauso zickig, genauso lieb.

Vor vierzehn Tagen ist meine Tochter mit einer Prellmarke auf dem Wangenknochen nach Hause gekommen, weil Anton sie beim Versteckspiel mit dem Kopf gegen eine Fahrstuhltür geschlagen hat. Und? Habe ich da angerufen? Nein.

Da mich heute die Mutter des des Abschreiben beschuldigten Schülers angerufen hat und mir erklärte, das „Michi“, gemeint ist Frau K., ja auch der Meinung sei, alle müssten zusammen und so..
würde ich einfach mal den Vorschlag machen, alle Eltern halten sich raus und die Schule kann ihre Arbeit machen. Dann wird das auch was. Und die großen Geschwister halten sich auch einfach mal raus. In den anderen Schulen läuft auch was von mir rum und muss sich raushalten.

Ich gehe aber davon aus, dass das die Eltern nicht tun werden, aus diesem Grund, eine Umsetzung meiner Tochter E. in eine Parallel-Klasse kommt für Sie nicht in Frage, beantrage ich noch einmal hier die Umschulung zu sofort.

Sie verzeihen mir  bitte, aber sowas, wie ich es bei Ihnen in den letzten Wochen erlebe, sowas habe ich in den mehr als zwanzig Jahren Schulerfahrung noch nicht erlebt und schon gar nicht an Hauptschulen. Oder an Realschulen. Sowas erlebe ich nur an Ihrer Schule.

Mit freundlichen Grüßen,
Safa

Yoga

Ich mache dienstags Yoga bei der Krankenkasse. Und heute war überhaupt nichts mit dehnen. GAR nichts.

Und während wir Yoga machten, dachte ich immer wieder daran, das diese Karenz rum ist. C. geht morgen wieder auf Arbeit und ich muss endlich, endlich Bewerbungen schreiben, um nicht mehr in die alte Firma zurück zu müssen.

Und ich dachte an Mittwoch und fragte mich, wie das gehen soll. Zurück ins Leben oder wie auch immer man das nennen will.

C. schläft viel, ich wenig. Ich achte darauf, dass C. isst. Es mag dumm sein, aber ich mache das.

Brot backen fällt mir schwer. Ich backe jeden Tag und es macht nicht immer Spaß, aber es fällt schwer, Wäsche zu machen, zu kochen, zu saugen…

Weil ich immer noch nicht wußte, wie ich man in den Alltag zurück kehren kann Mittwoch morgen. Einfach mal eben so.

Und ich habe Kekse gebacken, wie ich sie am Todestag schon gebacken habe, weil die Zeit lief, als C. bei seiner Mutter war und es nichts zu tun gab.

Und ich dachte an C., der sagte, das immer, wenn’s ganz dicke ist, ich in der Küche verschwinde und backe. Irgendwie stimmt das.

Und nun bin ich noch auf. Ich habe das Brot doch noch gebacken. Und dann noch gewartet auf den Geschirrspüler, damit die Küche morgen früh sauber ist und C. sich nicht so ärgert….

Und beim Abwischen ist es mir klar geworden, warum es so schwer ist, in den Alltag zurück zu kehren. Es wird nicht wieder gut. Es wird anders. Es verändert die Sicht auf die Dinge, habe ich gelesen.

Es fühlt sich auch nicht an, wie wenn es wieder gut wird. Wieder wie vorher geht gar nicht.

Also starten wir nachher in ein Anderes, ein Neues und dass fühlt sich leichter an, mit dem neuen Blick auf die Dinge…

 

Über die Exclusivität der Trauer

In meinem Leben sind schon viele gegangen. Ganz viele. Klar erst die älteren, später auch Stefan, der mich komischerweise noch am Abend seines Todes angerufen hat und ich blöde Kuh habe erst am nächsten Tag zurück gerufen. Da ging klar niemand mehr dran.

Ich darf ja nicht weinen. Es ist ja nicht mein Vater. Und in den acht Jahren, da habe ich ja nicht viel mit ihm zu tun gehabt. Es spielt keine Rolle, das er eigentlich der Antrieb war, überhaupt zu den Schwiegerellis zu fahren. Weil er mir so viel Freude bereitete mit seiner bissigen Art, in der er lächelnd kleine Gemeinheiten verteilte.

Meine Hose mit den Löchern werde ich nicht reapieren. Es ist so eine, wie man sie heute kaufen kann für teuer Geld mit hinter die Löcher geklebten Flicken. Wann immer er sie gesehen hat, lächtelte er mir vertraulich zu und erklärte, er werde mir mal Geld geben, damit ich mir eine heile Hose kaufen könne. Es war klasse, wie er bissig meine Mutter, seine Frau, seinen Sohn und sogar mich selbst vorführte.

Als ich mit Mini schwanger war, wollte C. das erst gar nicht seinen Eltern erzählen. Und dann, nachdem ich ihm gesagt habe, das er das dann niemals tun dürfe, denn was würde das für sie bedeuten, erzählte er es ihnen doch. Und sein Vater sagte nur ganz trocken: „Ich wusste es.“ Und damit war es gut.

Er erwies mir die Ehre, in seinem hohen Alter in unser Haus zu kommen. Ich weiß nicht, ob das irgendjemand verstehen kann, es war für mich wirklich eine große Ehre, daß dieser Mann, der sonst kaum noch das Haus verließ, die Autofahrt auf sich nahm, um an unserem Tisch Kaffee zu trinken. Mit wem führ ich denn jetzt alle vor? Wer verteilt mit mir die kleinen gemeinen Wahrheiten?

Mini traute sich gerade am Ende nicht mehr zu ihm hin. Als er im Krankenhaus war, wollte er, das sie sich doch zu ihm aufs Krankenbett setze und sie traute sich nicht, sondern setzte sich auf meinen Schoß.

Als wir vor Wochen den ersten Alarm hatten, habe ich sie vorbereitet und sie weinte, sie wolle das nicht, das der Opa stirbt. Und als er gestorben ist, habe ich es ihr gesagt und habe mit ihr eine Kerze ins Fenster gestellt. Wir haben sie da hin gestellt, damit der Opa schneller unser Haus vom Himmel aus findet, weil er sie genauso vermißt wie sie ihn. Und ich habe ihr versprochen, das er wieder kommen wird, als Baby neu geboren und sie dann miteinander Zeit haben werden.

Als sie C. sagte, das sie ihre Opa vermisse, erklärter er sein Unverständnis, weil sie ja den Opa  nicht gemocht habe. Das schloß er daraus, weil sie sich ja nicht zu ihm gesetzt habe.

Wenn ich Mini ins Bett bringe, spricht sie mit mir über Opa. Er passe auf sie auf, sagt sie. Und ich bejahe das. Und sie fragt mich dann, ob die Kerze im Esszimmer noch leuchtet. Und ich verspreche ihr, gleich noch mal gucken zu gehen und, wenn nötig, eine neue anzumachen.

C. erklärte, das er das Gefühl habe, das die großen Kinder das gar nicht verstehen und sein Neffe, der im Haus lebt, auch weiter macht, wie bisher.

Kinder machen in solchen Situationen immer weiter wie bisher, wenn man ganz wenig Kopf für sie hat, bauen sie richtig Scheisse. Du hast keine Zeit, in einem Loch zu verschwinden. Und irgendwie retten sie einen damit.

C. spricht viel mit seiner Mutter, was in dieser Situation normal ist. Aber mich beschimpft er mittlerweile und will nur mit mir streiten.

Ich habe keine Ahnung, wie das ausgeht. Ich habe nicht mal eine Ahnung, ob wir zur Beerdigung kommen dürfen.

Gleitsicht letzter Teil

Sehr geehrter Herr Optikerladenbesitzer,

am 6.11. habe ich meine Lesebrille und meine neue Gleitsichtbrille abgeholt.

Meine neue Lesebrille ist toll, ich kann mit ihr sogar über eine Distanz von mehr als drei Metern klar sehen, lediglich die Schrift wird dann schwierig.
Ich kann auch gut mit ihr im Nahbereich sehen.

Meine neue Gleitsichtbrille kann ich nicht nutzen.
Am 6.11. war ich zweimal in Ihrem Geschäft. Einmal, um sie abzuholen, und dann noch mal, weil sie drückte. Beim zweiten Mal wurde ich mit „Sieht aber gut aus.“ und ich müsse mich gewöhnen nach Hause geschickt. Ich habe die Brille bis Samstag vormittag getragen und dann die alte rausgekramt, weil die Druckstelle hinter dem Ohr mittlerweile zu groß war.

Am Montag drauf war ich wieder zweimal in Ihrem Geschäft. Die Brille wurde gerichtet und ich müsse mich gewöhnen.  Ich bin dann eine Stunde in der Stadt geblieben zum Gewöhnen, weil ich rechts nicht gucken konnte und mir damit Auto fahren nicht zu traute. Es war, wie wenn ich rechts ins Leere treten würde. Beim zweiten Mal wurde nachgerichtet. Abends habe ich dann wieder meine alte Brille getragen. Da wackelte schon der rechte Bügel und ich war richtig enttäuscht.
Dienstag besuchte mich meine Mutter und forderte mich auf, nicht einfach die neue Brille im Schrank liegen zu lassen, weil das bei  500 Euro einfach zu viel sei.

Also bin ich Mittwoch noch einmal in ihr Geschäft gekommen und da war eine andere Dame, das war am 11. November. Diese Dame arbeitet schon lange bei Ihnen. Sie richtete mir die Brille und auch so, das sie nicht aus mir Zwerg Nase machte. Ich konnte gucken. Die Pads waren auch gegen harte getauscht; weich vertrage ich nicht.
Abends ditschte meine vierjährige Tochter mit dem Kopf gegen die Brille und sie saß wieder blöd.
Ich habe dann mit Absicht gewartet, weil ich hoffte, am nächsten Mittwoch wieder die Dame vom 11. November anzutreffen.
Am 18. November kam ich mit einer Hühnerei großen Verspannung im Nacken und Kopfschmerzen mit Übelkeit in Ihr Geschäft. Die Brille wurde wieder zweimal gerichtet; Zwerg Nase kam dabei wieder raus und die Kopfschmerzen und Nackenverspannung sind nun weg, weil ich seit Mittwoch wieder meine alte Brille trage.

Manchmal fühle ich mich betrogen, aber ich weiß selbst, dass es dazu keinen Grund gibt, weil ich mich habe bequatschen lassen. Immerhin war ich ursprünglich in Ihr Geschäft gekommen, um mir Einstärkenbrillen machen zu lassen. Eine für die Ferne und eine für die Nähe. Ursprünglich wollte ich auch darum bitten, ob die Möglichkeit besteht, im nächsten Jahr Einstärkengläser in die Brille zu setzen, auf meine Kosten versteht sich, weil selber Schuld, aber der rechte Bügel wackelt durch die ganze Biegerei schon so sehr, das ich das als sinnlos erachte.

Ich bin ursprünglich in Ihr Geschäft gekommen, weil mir zwei Brillengesichter Ihr Geschäft empfohlen haben. Ein guter Optiker ist mit Gold nicht aufzuwiegen. Und weil die alte Brille gar nicht von Ihnen war, habe ich für das Richten gern einen Obolus gelassen.  Ich trage seit 43 Jahren Brille; ich hätte einfach auf mit vertrauen sollen und den Quatsch mit der Gleitsichtbrille lassen sollen. Rausgeworfenes Geld.

Ich habe Ihnen das jetzt geschrieben, um das Thema auch für mich abzuschließen.

Mit freundlichen Grüßen,