Kinder in der Küche …

Quelle: Kinder in der Küche …

Ich möchte diesen Artikel einfach mal teilen, obwohl er mich arg nachdenklich macht, nein, er lässt mich eher grübeln.

Ich koche nicht gern. Wirklich nicht. Aber wenn man bei Penny ein Billigbrot kaufen kann, das nicht essbar ist, weil es irgendwie nach Holz schmeckt, oder gerne Soße hat, oder Kuchen. Oder auch Torte, wobei schon Käsekuchen und Apfelkuchen eine Kunst zu sein scheint.

Ich bin eine Generation, die mit den ersten Fertiggerichten und Backmischungen groß geworden ist. Aber schon als Kind habe ich mich gewundert, was denn daran besser sein soll, einen Beutel aufzureißen und noch Ei und manchmal auch Milch dazu zu schütten, um dann einen Teig zusammen zu rühren.

Ich habe meine Mutter gefragt. Sie sagte, es würde Zeit sparen. Aha. Mehl und Zucker abzuwiegen, Backpulver aufzureißen und reinzuschütten, ggf noch Speisestärke, mal ehrlich, das dauert doch nicht Stunden. Meine Mutter hat ohne meinen Einspruch ziemlich schnell gemerkt, das es Quatsch war, Kuchen in solchen Pappkartons zu kaufen, weil man beim Marmorkuchen ja doch noch das Kakaotütchen aufreißen musste und reinschütten.

Ich bin die Generation der Tütensuppe. Heiße Tasse. Fand ich als Kind schon eklig.  Oder Hühnersuppe aus der Tüte. Markklößchensuppe, bei der die Klößchen innen drin immer noch den einen harten Kern hatten.

Also, ich bin damit groß geworden. Und auch mit ganz vielen Sachen, die eben nicht aus Tüte kamen. Aber ich konnte eine Entwicklung verfolgen, bei der in den Rezepten immer mehr Fertigprodukte Einzug in die Rezepte fanden. Käsekuchen wurde mit Puddingpulver Sorte Vanille gebunden. Etwas Ekligeres gibt es gar nicht, weil dieser widerlichen konzentrierte Vanillegeschmack… Zitronenkuchen hatte Zitronenaroma aus dem Glasfläschchen und es fehlte diese frische Säure, die das Backwerk so einzigartig macht.

Brot vom Bäcker bekam keine wirklich harte Rinde mehr, aber der Leib trocknete einfach nur aus, wurde zu einem geschmacklosen Fusselkram im Mund, wenn es ein paar Tage lag. Da half auch kein Toasten.

So. Und mir entzieht sich jedes Verständnis, warum man Milchreis und Gries aus der Tüte machen soll, wenn doch die Kochzeit genauso lang ist wie beim Selbermachen. Zumal das für eine Familie wie die meine wesentlich teurer ist.

Weil ich aber nicht gern koche, müssen alle helfen. Zuarbeiten, Gemüse putzen, rühren, wenn die Waschmaschine fertig ist und ich Wäsche aufhängen muss. Warum soll ich eine Bolognaise aus der Tüte nehmen, wenn ich doch genauso lange am Herd stehe, aber keine einzige Tomate drin finde? Mal ehrlich, gehackte oder passierte Tomaten, deren Preise sind Peanuts.

Und Groß E. hat sich dauernd fertige Suppen gekauft und gemacht. Nicht nur, das das Zeugs stinkt, nein, sie ist aufgegangen wie ein Hefekloß. Es hat eine Weile gedauert, bis sie den Zusammenhang zwischen Zusatzstoffen in solchen Sachen verstanden hat, aber jetzt lässt sie solches Zeugs seit drei Wochen weg und hat drei Kilo abgenommen. Ansonsten kann sie essen, was sie will. Quark  mit Marmelade, gekochten Pudding, Sahnesossen, völlig egal. Und sie nimmt dennoch ab.

Gläschen. Für Kinder. Auch so ne Sache. Meine fanden das wohl nicht so gut und ich konnte das sehr gut verstehen. Wenn Fleisch drin war, hatte man das Gefühl, das mit der Breimasse Sand in den Mund kam und Spinat aus dem Glas schmeckte wie aufgekochte Trockenkräuter.  Wie soll man sowas essen? Linsensuppe, Sahnehering, Kohlsuppe, Leberwurstbrot, gefüllte Paprika, das waren bei uns beliebte Kinderessen. Und vor allem Kartoffeln. Richtige.

Und wenn das mit dem Stillen nicht ging, meist zeitlich, dann gab es Halbmilch.

Problem bei meiner Kocherei ist nur folgende: Sohn ruft mich an wegen des Rezeptes für süsses Brot.

Rezept: Naja, ein Kilo Mehl, je nachdem, wie locker du das haben willst, ein oder zwei Würfel Hefe, die in der Tüte ist nur der Müll, der bei der Hefeproduktion übrig bleibt und taugt nicht,  und dann soviel Zucker. Dann wird es süss. Genau, hat keiner meine Hand gesehen. Ist genauso bei  den Suppen, eigentlich bei allem.

Advertisements

2 Gedanken zu “Kinder in der Küche …

  1. Du sprichst mir aus der Seele! Nur, dass ich glücklicherweise gern koche, aber wie meine Freundin immer sagt, habe ich gut reden, denn ich habe keine Kinder und MUSS nicht jeden Tag kochen (tu ich aber).

    Ich glaube, wir stammen aus derselben Generation. Meine Mutter kocht nicht gern, und für sie waren Tütensuppen, Heiße Tasse, Miracoli und Tiefkühlpizza ein Geschenk des Himmels. Ich habe aus Verzweiflung kochen gelernt.

    Ich höre immer wieder, dass gesund essen zu teuer ist. Kann ich wirklich nicht bestätigen, solange man Zutaten kauft und kein Fertigessen spart man immer Geld. Isso.

    Gefällt 1 Person

    • Ja, man spart wirklich, aber da glaubt mir immer keiner. Mit meinem alten Herd war das selbstgebackene Brot um zehn Cent billiger als das billige für einen Euro 9 im Supermarkt. Und das mit einer Rührmaschine, die spart Zeit, kann ich nebenbei Wäsche machen. Und wenn es geht, brauche ich ja auch nicht die ganze Zeit drauf gucken und beim Backen auch nicht. Es find damit an, das ich meiner großen Tochter eine Torte machen wollte. Und meine Mutter hatte immer gesagt, man kann bei Kuchen alles zusammen schütten und durchrühren, man müsse da nix trennen, das mache nix. Blöd bei Bisquit.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s