Gaaaaaaaaaaaaaanz schlechte Eltern, wir!

Die Kinder haben eine Zeitungstour. Nicht eine sondern vier.

Zwei davon sind sonntags. Und weil die Lehrerin gesagt hat, wir würden viel zu wenig mit einander machen…

Nee, quatsch. Ich musste den Hund lüften und kann Auto fahren und dann bin ich halt mit, voller Besserwisserei und mit Kotbeuteln bewaffnet.

Und der Junge, schlappe 16 Jahre, teilte Zeitungen aus, immer die alte Frau und den schwarzen Hund mit sich schleppend.

Und uns begegneten Menschen. Nein keine Hundeführer, sondern Kinderwagen schiebende Mütter.

Pro Frau ein Kinderwagen und eine eigene Strasse.  Nicht irgendwie eine Gruppe, nein, in diesem Wohngebiet  mit den Wohnhäusern, die gern ihre Haustüren auf der Rückseite des Hauses haben, damit der Postmensch nicht nur an der Terasse von an der Strasse, der Garage links, der Terasse dahinter , am Kellereingang rechts vorbei muss, damit man auch wirklich das ganze Grundstück gesehen hat, um dann vorbei an Weihnachtsengeln, Astelchen und Kübeln mit Tannezweigen und Weihnachtsschmuck an einen wetterfesten Briefkasten zu kommen, wohl überdacht durch den Windfang, also in diesem Wohngebiet begegneten wir den Kinderwagenfahrerinnen.

Sonst mal ein Auto.

D und ich begutachteten die Damen mit Kinderwagen und stellten fest, das ihre Gefährte doch höherpreisig, wenn auch nicht unbedingt topaktuell waren. Nun, vielleicht doch das Zweitkind, damit der ehemals aktuelle Kinderwagen aufgebraucht wird? Durch große Terassenfenster waren höhenverstellbare Kinderstühle aus Holz sichtbar….

Als wir zuhause wieder ankamen, kam mein Nachbar mit dem Kinderwagen raus und begann seinen Rundgang. Sein Zwillingskinderwagen ist topaktuell in grau und rot. Ich wünschte ihm artig „Frohe Weihnachten.“ und stellte mit großem Bedauern fest, was für schlechte Eltern wir sind. Da hilf auch nicht die Zuckertorte, nix.

Wir haben das Kleinste ganz faul im Kinderwagen auf die Terasse gestellt bei Wind und Wetter. Solage die nur liegen können, ist Kinderwagen irgendwie nicht so interessant für die, denke ich mal. Und frische Luft ist frische Luft, oder?

Neee, so macht man das nicht, habe ich heute gelernt. Man schiebt auch nicht in Gruppen, die Individualisierung ist soweit gegangen, das jeder eine Straße hat und alle mittags um eins rumgeschoben werden müssen….

 

 

Soziales Umfeld!

WAS hatte ich gesagt? Bzw. geschrieben?? Genau. zwei Wochen mal nix.

Soweit oder weniger gut. Nun war heute Tag drei des Besuchsmarathons.

Heilig Abend: Omma, der gewordene Vater und M.

1.Feiertag: K. und Schwiegertochter Nummer 2, M. und Omma.

2.Feiertag: mein großer Sohn C. und Schwiegertochter Nummer 1, M und Omma und über What’s App auch K. und Schwiegertochter Nummer 2.

Mein großer Sohn C. erzählte mir erst, nachdem ich nach What’s app Nachrichten, die ich morgens kurz nach halb fünf von Schwiegertochter Nummer 2 erhalten hatte, das auch er solche bekommen habe.

Ich erhielt: „Es ist alles vorbei.“, „Wirklich aus.“, „Ruf Deinen Sohn an, wenn Du Zeit hast.“.

Er erhielt: „C.“, „…“

Mein großer Sohn versuchte nun auf mein Drängen in Erfahrung zu bringen, was denn passiert sei, aber die Antworten der Sorte, man hoffe, das wir als Familie ihr vergeben könnten, machten meine Sorge nur noch größer. Omma sagte nix.

Dann irgendwann habe ich die Schwiegertochter und auch meinen Sohn erreicht. Schwiegertochter erklärte, sie werde nie wieder trinken, sie hätte K. geschlagen und ihre Hand sei kaputt.

„Wie ist die kaputt gegangen?“ wollte ich wissen.

„An K’s Kopf.“

Schwiegertochter wollte unser Omma sprechen. Und dann fragte ich unser Omma ernst, was ihr Schwiegertochter Nummer 2 erzählt habe. Wenn ich ernst werde, dann ist es ernst und dann spiel nicht.

Raus kam nun folgendes:

Omma wurde um 5.20 Uhr morgens durch klingeln geweckt. K. stand dort, kam gerade von der Polizei, Blutprobe inklusive.

K. und Schwiegertochter Nummer zwei waren auf der Weihnachtsdisko in Förste. Ja, genauso eine Disko, auf der sich gern die Leute treffen, für die es auf jeden Fall zu Weihnachten schneit.

Dort haben sie getrunken. Nüchtern waren sie schon noch nicht beim Kaffee trinken bei uns, aber dort füllte man wieder auf. Nun sind sie dann mit der Mutter, der Schwägerin und dem Bruder von Schwiegertochter Nummer 2 im Sammeltaxi zum Haus der Mutter der Schwiegertochter Nummer 2 gefahren. (Komplizierter Satz, genauso kompliziert wie die Situation.)

Jedenfalls habe sich da K. hingelegt zum Schlafen und sei davon aufgewacht, das Schwiegertochter Nummer 2. ihm Fausthiebe an den Kopf und Schläge versetzte. Er habe sie bei den Händen gepackt und auf den Boden gedrückt.

Jedenfalls habe sie ihn dann aufgefordert das Haus zu verlassen, wo er dann schon vorn der Polizei, die sie gerufen hatte, in Empfang genommen wurde.

K. selber hat Kratzer und Schürfwunden an Hals und Händen.

Die Polizei ließ eine Blutprobe entnehmen und ließ ihn  gehen; er ging zu Omma, die um die Ecke wohnt.

Omma machte K. ein Bett und noch bevor sie fertig waren, klingelte es, und Schwiegertochter Nummer 2 stand mit ihrer Schägerin in der Hütte zum Reden….

Und statt morgen endlich in den Friedwald zu fahren und den Kater, dessen Leichenstarre dann hoffentlich weg ist, würdig zu begraben, fahren wir zur K. und Schwiegertochter Nummer 2.

Danke, Umfeld.  Und es ist nicht nur der Alkohol, denn wie meine Schwiegertochter Nummer 2 sagt: „Wenn ich nicht trinke, dann habe ich meine Aggressionen ja im Griff.“

 

Und noch einer weniger

Felix, unsere Draußenkatze, ist tot.

Die letzten zwei Wochen waren schon merkwürdig. Ich hatte das Futter gewechselt, weil sein Fellzustand so schlecht war und hatte damit meine richtigen Erfolge. Dann blieb das Futter stehen. Fünf volle Futterschüsseln standen dort immer wieder, weil die Kinder zwischendrin fütterten, so wie sie sollten. Eine Katze braucht 16 Malzeiten am Tag. Aber sie muss sie auch fressen.

Ab Minis Geburtstag sprang er mir dauernd auf den Schoss und ließ sich wie ein Weltmeister kraulen.

Dann saß er vor drei Tage nur noch mit dem Hintern zu uns und starrte in die Leere. Gegen Abend sprang er auf und lief auf die Terrasse meines Nachbarn. Abends holte ich ihn zurück; er reagierte noch auf Rufen. Er nahm Milch. Wenigstens was, nachdem ich ihm das Futter gewechselt und mit Leberwurst versetzt hatte und er das nun ja auch nicht mehr nahm.

Vorgestern lag er also bei meinem Nachbarn und ich traf diesen, der seine Goldfische füttern wollte. Er kam auf die Terasse, sprach Felix an, der, wenn ich ihn rief, zwar den Kopf hob, aber in genau die andere Richtung guckte, streichelte den alten Kater und dieser stand auf mit voller Kraft, schnurrte laut, wie er es immer tat, ließ sich ausgiebig streicheln. Dann holte ich erneut Futter, Felix schnuffelte dran, nahm nix, der Nachbar holte eine Untertasse. Das Futter blieb unberührt.

Gestern war der Kater vom Liegeplatz auf der Terasse verschwunden. Der Nachbar und ich suchten und fanden ihn auf der anderen Seite der Terasse hinter einem Plastikkasten zwischen Holzstapel und Garage. Er stand nicht mehr auf.

Ich habe ihn wie einen Katzenwelpen dort rausgenommen und nach Hause getragen. Er hat lautstark protestiert.

Wir haben ihn in eine Kiste mit Katzenkissen und Decke in den Heizungskeller gebracht. Futter und Wasser steht noch unberührt. Ich habe ihm gestern abend so lange Licht dort angelassen, bis er sich erneut versteckte hinter einer Kiste, die etwa 10 Zentimeter von der Wand wegstand, und zwar so, das man nur noch den hinteren Teil Katze sehen konnte.

Heute nacht ist er dann erneut in die Kiste gegangen und dort gestorben.

Er darf das. Für eine reine Draußenkatze ist er steinalt geworden.

Sterben ist wirklich nicht einfach. Ihr könnt über mich lachen, aber es kommt mir so vor, wie wenn er sich verabschiedet hat. Er hat meinen Nachbarn richtig geliebt. Und der ihn auch.

Frohe Weihnachten…

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(Bild von https://www.facebook.com/ruthe.de/photos/a.290780444416.142730.289955244416/10153768210744417/?type=3&theater)

Ich wünsche Euch allen fröhliche Weihnachten und ein paar völlig geniale Tage, wie auch immer sie aussehen mögen. Macht es Euch schön.

Ich möchte hier einmal allen Leser und Folgern ein ganz herzliches Danke sagen und für die anregenden Kommentare bedanken. Ebenso ein ganz großes Danke denen, bei denen ich regelmässig Spamen kann und so wunderschöne, inspirierende, unterhaltende, nachdenkliche….wie auch immer, wunderschöne Texte lesen darf und so ein bischen teilhaben kann.

 

Wir machen ma was Familiäres

Es gibt Tage, da wäre ich gern Single. So ganz alleiniger Single mit ohne Kind und mit Hund….

Seit gestern räumte C. im Keller und forderte mich auf, helfende Hände zu haben. Seit mehr als einem Jahr sieht der Keller nun schon katastrophal aus und warum er genau jetzt auf die Idee kam, den Keller zu räumen, bleibt im Verborgenen, aber er bohrte und hängte Schränke und ich räumte. Ich hab jetzt ein Fach für Dosen. Links unten die mit der Wurst, rechts unten Gemüse und rechts oben Obst, links oben Futter.

Wir waren noch gar nicht fertig, da kam die nächste Katastrophe. Drei meiner Kinder verdienen ihr Taschengeld mit Zeitungen. Japp, austragen.

Zwei sind mittwochs dran und jetzt kurz vor Weihnachten waren die Zeitungen ohne Prospekte und damit schmal; es gab also kleine und weniger Gebinde. Dennoch nahm D. wieder fünf mit und zack waren zwei über und er versenkte den Rest im Altpapier-Container, so dass Groß E. zweihundert Zeitungen fehlten. Bei uns sind das so grüne Metalldinger, die an allen vier Seiten Schlitze zum Einwurf haben, so dass man wirklich gezwungen ist, alles klein zu machen, um seine Papierabfälle darin zu entsorgen.

Dieser Container war geleert worden, so das die Zeitungen alle akkerat auf dem Boden desselben lagen. Zunächst sind wir mit Stangen hin und leuchtete mit den Handys rein….

Für so einen Container braucht es vier Leute, zwei mit Schaufeln, einer mit Lampe und einer Hand frei im Container, um in zwei Stunden 172 Zeitungen wieder raus zu holen. Wir haben dann aufgehört; wir dachten alle, das bei den letzten drei Zeitungen die Cops vor uns stehen würden und ich war mir sicher, das ich die Zeitungen dann nicht behalten dürfte….

Zombi

Das ist der Name meines neuen Enkelkindes. An ihrem Geburtstag ist Mini Mutter geworden und Pferdebesitzerin.

Wochenlang nervte sie mich damit, ein Schaukelpferd haben zu wollen, obwohl ihr ja das kleine Pony aus der Werbung, das durch die Hundeklappe ins Wohnzimmer kommt, viel lieber wäre, aber da ist der Garten doch ein wenig klein für und Olaf wäre auch noch größer….Also ein Schaukelpferd. C. war dagegen Es gäbe schon genug Spielzeug, das rumstehe. Zwei Puppenwagen, ein Puppenhaus und eine Kinderküche, ein Bobbycar in rosa. Die Puppenwagen hat Mini gebraucht von ihren Schwestern übernommen; das Puppenhaus kam in dem Jahr, als Mini sich eine Küche wünschte und C. für was pädagogisch Wertvolles war. Immerhin hat Olaf dieses Haus sehr erfreut, auch wenn Mini eher wenig damit spielte und spielt. Olaf konnte zumindest die Bewohner und das Mobiliar teilweise oder ganr auffressen….Die Küche kam gut an und ist in ständigem Betrieb, was vielleicht auch daran liegt, das ich darauf bestanden habe, das Mini Spielbereiche im Wintergarten und im Esszimmer bekommen hat, so dass sie dort Tuschen und Kochen kann. Nunja, also er wollte das Pferd nicht, so sprach ich mit meiner Familie, die sich bereit erklärte, zu erklären, das Pferd komme von ihnen. Aber C. wollte sich daran nicht beteiligen, sondern forderte mich auf, für MIni noch ein Geburtstagsgeschenk zu holen und so holte ich eine Puppe. Ja, eine Puppe. Und die kann nix außer Puppe. Die schmatzt nicht, schreit nicht, kotzt nicht, muss nicht gewindelt werden, braucht keine Batterien, sondern puppt nur. Wenn man viele Kinder hat, weiß man den fehlenden Batterieschacht solcher Spielzeuge zu schätzen.

Nunja, dann kam der Geburtstag und die Ommas. Beide Ommas waren da und C.’s Mutter hatte eine Puppe gekauft. Mit Batterie-Schacht. Und sie schmatzt, heult und schreit….und der Hammer, sie schläft, mit Augen zu. Dank der neuen Technik macht sie beim Nuckeln die Augen auf und zu und zieht mit irgendeinem Mechanismus das Puppengesicht im Mundbereich zusammen oder nach hinten, wie auch immer. Wenn sie schläft, unsere Zombi, dann hat sie nicht nur die Augen geschlossen, sondern schnarcht auch. Dann endet das Schnarchen und die Augen gehen wieder auf und starren….C. ist zwar nicht so erfreut, das Zombi Zombi und nicht mehr Lea heißt, aber Mini nutzt den Namen mittlerweile auch.

Darf ich vorstellen: Zombi, das Enkelding

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Beschlossene Sache das

Jeder, der mir auf meine Bewerbungen nicht absagt, bekommt 14 Tage später noch einmal die Unterlagen zu geschickt. Ich bringe denen das bei, ich spam die tot.

Das Kuhle ist, daß es dafür sogar ein Programm gibt, das automatisch zu einem voreingestellten Zeitpunkt Emails verschickt.

Helfen wer‘ ich denen, aber sowas von…Ich bring denen das schon bei.

Klassenkonferenz Ergebnis

Das Ergebnis von D.s Klassenkonferenz:

Er soll zu einer Drogenberatungsstelle und dort wegen Alkoholismus eine Therapie machen.

Habe mit denen telefoniert, wurde gefragt, wie oft er in der Schule damit auffällig war und er bekommt einen Termin und eine Bescheinigung, weil er einmal damit auffällig war.

Weiterhin ist er nicht mehr von der Schule suspendiert, sondern macht im Januar ein Praktikum statt Schule, weil er der Direktorin gesagt hat, er habe keinen Bock auf Schule. Er soll darüber lernen, wie toll Schule ist.

Ist in einer Autowerkstatt. D. hatte bisher keine Affinität zu Autos außer dort einzusteigen und sich fahren zu lassen. Mit Zwang hat er auch mal Einkäufe ausgeladen.

Dann habe ich der Direktorin den Gesprächsverlauf zwischen Tabea und D. zugänglich gemacht. Ich dachte, man kann jetzt wirklich mal was bewegen. Das die Erwachsenen dort das Thema vielleicht anders angehen. Naja, ich bin halt doof. Tabea muss ne Therapie machen, kriegt aber keine Klassenkonferenz.

Im Moment frage ich mich, ob die Direktorin überensibilisiert ist, vielleicht einen Alkoholiker in der Familie hat…Aber das will ich nicht behaupten. Es sind nur Fragen.

Warums

In letzter Zeit habe ich oft gelesen, warum andere blogs schreiben.  Und dann eben diese Offenheit, die schon benannt wurde, und ich fürchte, das ich vielen damit zu Nahe trete, was wirklich nicht meine Absicht ist.

Dieser  Blog heißt „nicht die Wollnys“. Ich habe das schon mal beschrieben, das ich immer welche suchte, die mehr als die zwei Kinder haben, weil man sich dann nicht alleine fühlt. Und weil ich es nicht mehr hören kann, das sich andere mit ein, zwei oder drei Kindern schon am Ende ihrer Leistungskraft befinden und gar nicht wissen, wie man das macht, wenn man mehr Kinder hat. Ja, genauso wie mit zwei, drei, vier oder einem. Nur eben öfter. Und ich kann nicht mehr hören, das man mir die Kinderzahl gar nicht ansieht. Und ich habe mich gefragt, wie man denn aussieht, wenn man soviele Kinder hat. Und wenn ich die Leute das gefragt habe, dann bekam ich zur Antwort: „Eben nicht wie du.“ Aha.

Und dann habe ich welche gefunden, im Real-Life.  Mütter mit vielen Kindern. Und da trugen die Kids schmuddelige Sachen, weil machen sich eh dreckig, oder aber in jedem Landkreis, in dem die Familie gewohnt hatte, war dann eins im Heim  bzw. die Mädels im Mutter -Kind-Heim und die Mutter war nur darauf aus, den nächsten Mann zu finden und ich sollte doch mal mit ausgehen mit ihr….Und Schule, nunja, immerhin sind sie bis auf eine auf die Förderschule gegangen, die eine machte Hauptschule, hatte dann aber mit zwanzig auch gleich mal zwei Kinder. Und das war für mich falsch. Ich kriege doch nicht Kinder, um die in irgendwelchen Heimen umzuverteilen. Was ist denn das für ne Logik?

Und auch ich erlebte, das mir Behördenmenschen die Anträge vorausfüllten. Leute mit vielen Kindern haben keine klemmenden Tastaturen, sondern sind einfach von natur aus blöd.

Suche erfolglos. Und dann kamen die Wollnys im Fernsehen. Und ich dachte: „Ha! Endlich.“

Ja, und ich guckte das. Ehrlich. Obwohl die Kinder Namen wie Hygiene-Artikel haben oder hässliche Doppelnamen. Und obwohl mir ganz vieles fremd war. Ich bewunderte sie für den aufgeräumten Garten und fragte mich, warum die Kinder so moppelig sein müssen, aber Schluß war für mich mit der Serie, als Mutter Wollny 128 Pakete Möhren aussem Lidl vor sich liegen hatte, um Möhren einzufrieren oder was auch immer. Bitte, wer macht denn sowas? Mal ehrlich? Möhren sind das ganze Jahr über billig. Und kurz drauf ernteten sie auf einem Feld Erdbeeren bei einem Erbeerbauern und Vater Wollny zermatschte das ganze Obst mit einem Stampfer im Topf. Und auch da dachte ich: Super-Story. Aber im Hof nen Pool mit Kies drum rum. Logisch alles. Und ich lese auch keine Zeitungen wie Bunte und sowas, weil wir Bücher haben. Und ich habe nicht verstanden, warum die keinen Faust im Regal haben, keinen Thomas Mann, und Shakespeare für die nix ist. Und ansonsten ist alles Friede, Freude, Eierkuchen bei denen, es gibt keinen Ärger in der Schule, die Kinder testen sich selbst nicht aus, die Zimmer sind IMMER aufgeräumt….Also eigentlich alles wie bei den kleinen Familien. Sogar mit dem Wäscheberg und Staubsaugen müssen die auch nie. Wie geht denn sowas? Ich habe drei Schmutzfangmatten, eine im Windfang, eine im kleinen Flur mit dem Gästeklo und eine im unten im Treppenhaus und ich muss jeden Tag saugen, am besten zweimal pro Tag und auch die Treppenstufen. Wie machen die das? Fliegen die rein?

Jahre davor gab es mal eine Serie mit Großfamilien. Die hatten alle ein Haus mit den vielen Kindern. Und Mutti war immer zuhause. Habe ich bewudert alle, aber ich habe nicht verstanden, warum die überall blaue Müllsäcke  stehen hatten oder aber Wäschekeller mit Dreckwäschebergen wie inner Kleiderkammer, wenn die Container geleert werden. Und dann sagten die, sie würden nur zwei Maschinen pro Tag waschen. Und ich fragte mich, was die mit dem Rest der Dreckwäsche machten? Wegschmeissen?

Und dann gab es Carla G., die mir sagte, ich solle doch einfach das aufschreiben hier aus unserem Leben. Und dann habe ich damit angefangen.

Als mein Blog hier her zog, benannte ich ihn ja um. Eben in „Nicht die Wollnys“ und „von John-Boy bis Elisabeth“ (bitte hinten mit diesem richtigen „Th“ und bitte mit bischen Spucken.), weil das mit dem Studium Vergangenheit ist. Den Bezug zu den Waltons hätte ich nicht herstellen dürfen, weil bei uns nix Friede, Freude, Eierkuchen ist. GAR nix. Ich habe Kinder in der Pubertät, und, wie meine Schwiegertochter so schön sagt, Pubertät ist nicht therapierbar.

Von jedem Menschen, dem man begegnet, kann man was lernen. Ich habe besonders viel von Punne gelernt. Der sagte mir mal ganz ernst, dass er Drogen nehmen wollte, als das angefangen habe. Er habe die Entscheidung getroffen, sie zu nehmen und auch die, weiter zu machen. Und er war zwölf, als das anfing.

Und Frau Jürgens, unsere ehemalige Familienhelferin, brachte mir bei, das man sich als Eltern nicht zu schämen braucht, wenn Kinder trinken, rauchen oder Drogen nehmen, wenn man sie nicht dazu aufgefordert hat. Und da können sich alle sicher sein, sowas habe ich nicht. Aber dennoch bin ich entsetzt und habe Angst, wie jeder andere Elter auch. Allerdings habe ich nie verstanden, warum wir Eltern zur Drogenberatung sollten, wenn unsere Kinder doch die sind, die welche nehmen. Sollen wir gut für die einkaufen? Drogenberatung. Was für ein Wort! Genauso wie Brustsprechstunde. Bei der ich die unheimlich Vorstellung hatten, das Rechts und Links mit dem Doktor reden….

Ich will authentisch sein, wenn ich hier schreibe. Da wird nix beschönt. Wobei ich denke, manchmal doch. Und ich koche keine 128 Pakete Möhren ein. Wozu auch? Man kann die da ganze Jahr günstig kaufen.

Dieser Blog ist hier, weil ich es so leid bin, immer nur auf die Kinderzahl reduziert zu werden. Ich konnte mich daran nie gewöhnen und habe meinen Kindern oft gesagt, das es keine Verpflichtung gibt, Klischees zu erfüllen.Und das ich erwarte, das sie es in ihrem Leben besser machen als ihre Eltern und Großeltern und alle davor. Kann man ja wohl auch erwarten, wenn ihr IQ den eines Butterkekses übersteigt. Dieser blog ist hier, weil ich immer wieder das Gefühl habe, mich für mein Leben schämen zu müssen, für meine Kinder, für meine Beziehung und meine fehlende Ausbildung. Ich habe C. immer wieder gefragt, was das geben soll, wenn ich wirklich den Bachelor in der Tasche habe. Mal ehrlich, was heißt das denn, wenn so eine wie ich den wirklich macht? Die Ausbildung ist schlecht. Das würde man draus machen. Nichts anderes. Naja, soziales Umfeld hat mich ja auch ausreichend beschäftigt und es hat ja auch nicht geklappt. Und irgendwo bin ich auch froh drüber, sonst müsste ich jeden Tag mit solchen Leuten, die mir dort begegnet sind, zusammen arbeiten. Ja, ich weiß, es gibt auch andere, aber wie schon oben beschrieben, bin ich im Finden nicht gut. Das Lernen war klasse, das vermisse ich schon.

 

Ich muss mich einfach noch mal entschuldigen, falls ich jemandem zu direkt bin. Aber das Leben ist so und ich kann für mich nicht so tun, wie wenn mein Leben hinter einem weißen Gartenzaun stattfindet, mit einer Chicco-Rutsche und einem kleinen Hund.