Und noch einer weniger

Felix, unsere Draußenkatze, ist tot.

Die letzten zwei Wochen waren schon merkwürdig. Ich hatte das Futter gewechselt, weil sein Fellzustand so schlecht war und hatte damit meine richtigen Erfolge. Dann blieb das Futter stehen. Fünf volle Futterschüsseln standen dort immer wieder, weil die Kinder zwischendrin fütterten, so wie sie sollten. Eine Katze braucht 16 Malzeiten am Tag. Aber sie muss sie auch fressen.

Ab Minis Geburtstag sprang er mir dauernd auf den Schoss und ließ sich wie ein Weltmeister kraulen.

Dann saß er vor drei Tage nur noch mit dem Hintern zu uns und starrte in die Leere. Gegen Abend sprang er auf und lief auf die Terrasse meines Nachbarn. Abends holte ich ihn zurück; er reagierte noch auf Rufen. Er nahm Milch. Wenigstens was, nachdem ich ihm das Futter gewechselt und mit Leberwurst versetzt hatte und er das nun ja auch nicht mehr nahm.

Vorgestern lag er also bei meinem Nachbarn und ich traf diesen, der seine Goldfische füttern wollte. Er kam auf die Terasse, sprach Felix an, der, wenn ich ihn rief, zwar den Kopf hob, aber in genau die andere Richtung guckte, streichelte den alten Kater und dieser stand auf mit voller Kraft, schnurrte laut, wie er es immer tat, ließ sich ausgiebig streicheln. Dann holte ich erneut Futter, Felix schnuffelte dran, nahm nix, der Nachbar holte eine Untertasse. Das Futter blieb unberührt.

Gestern war der Kater vom Liegeplatz auf der Terasse verschwunden. Der Nachbar und ich suchten und fanden ihn auf der anderen Seite der Terasse hinter einem Plastikkasten zwischen Holzstapel und Garage. Er stand nicht mehr auf.

Ich habe ihn wie einen Katzenwelpen dort rausgenommen und nach Hause getragen. Er hat lautstark protestiert.

Wir haben ihn in eine Kiste mit Katzenkissen und Decke in den Heizungskeller gebracht. Futter und Wasser steht noch unberührt. Ich habe ihm gestern abend so lange Licht dort angelassen, bis er sich erneut versteckte hinter einer Kiste, die etwa 10 Zentimeter von der Wand wegstand, und zwar so, das man nur noch den hinteren Teil Katze sehen konnte.

Heute nacht ist er dann erneut in die Kiste gegangen und dort gestorben.

Er darf das. Für eine reine Draußenkatze ist er steinalt geworden.

Sterben ist wirklich nicht einfach. Ihr könnt über mich lachen, aber es kommt mir so vor, wie wenn er sich verabschiedet hat. Er hat meinen Nachbarn richtig geliebt. Und der ihn auch.

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3 Gedanken zu “Und noch einer weniger

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