- Omma ist umgezogen und bestellt jeden Tag mindestens einen Helfer hier aus dem Haus, wer freiwillig kommt und Hilfe anbietet, wird allerdings weggeschickt.
- der Laguna läuft seit heute wieder
- der Zafira hat einen neuen Zahnriemen
- ein Zelt habe ich geborgt, eins gekauft. Eins bekomme ich morgen noch geborgt oder muss doch noch eins kaufen. Egal. Die Urlaubskasse ist eh ganz klein geworden.
- In den fünf Tagen gibt es keinerlei Handy und meins stelle ich tot, die sog. Nicht-Stören-Funktion eröffnet Möglichkeiten.
- der Hund fährt auch mit.
- Wir fahren auf blauen Dunst, was auch bedeutet, es kann uns niemand von den hiesigen finden.
Autor: safasadjida
Hexenjagd heute
Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen oder Österreichern sind rein zufällig.
Zahnriemen- Laguna
Ein Zahnriemen liegt auf meinem Tisch.Der kaputte, ist klar.
Und immer, wenn ich an meinem Arbeitsplatz vorbei komme, nehme ich ihn völlig verständnislos in die Hand und gucke mir die Metallfäden an, die aus der Rißstelle herausragen…
Die Werkstatt, die mein Schwager gern aufsucht, und in der es zulässig ist,zu zu arbeiten, also in dieser Werkstatt guckte man sich den Zahnriemen an und sagte nur:
„Der is original. So, wie aussem Werk.“
Und diese Aussage widerspricht dem verdreckten Aufkleber auf dem dreckigen Motor, auf dem zu lesen ist, das der Zahnriemen bei 70 000 Kilometern getauscht wurde…
Der Wagen bekommt vier neue Ventile, eine neue Kopfdichtung und einen neuen Zahnriemen samt Wasserpumpe und wenn alles klappt, habe ich ihn nächste Woche wieder und wir fahren in meiner zweiten Urlaubswoche fünf Tage völlig ungeplant weg.
Mein Schwager, der mich eigentlich nicht mag, der guckte auf die Schramme auf der Motorhaube, die C.’s Tochter, also Mini ( Klar, wenn sie sowas macht, dann ist es SEINE Tochter.) gemacht hat und meinte, er werde versuchen, sie rauszupolieren. Damit wäre Minis Steinschlag, sie hatte einen geworfen und die Motorhaube getroffen, auch aus der Welt.
Und trotzdem gehe ich am Tisch vorbei und greife den Zahnriemen und verstehe es einfach nicht…
Auf sowas von gar keinen Fall…..
Da komme ich von der Arbeit und mache Fernseh an….
Mutter Wollny „kocht“. Hack-Lollies zur Vorspeise, mit Spirellis gefüllte Bullette und hinterher Quark mit Erdbeeren. Alta. Aaaaaalta.
Das ist wie Mett-Igel „Zigeuner Art“ und als Nachtisch Mettigel „Hawai“.
Diese Sendung kann nur ein Joke sein. Und als Sosse zu ihren Mettkreationen macht Mutter Mett…..Mutter Wollny eine Sosse aus Frischkäse und Ketchup. WAS zur Hölle soll das sein?
Und wenn sie mal weniger Hack hat, was man bei den Mengen, die sie da versaut nur hoffen kann, macht sie einen „lecker Wollny“-Salat mit Kondensmilch-Essig-Öl-Dressing mit geraspeltem Gouda und Mais….AHA.
Da es diesen „tollen“ Salat nicht gibt, müssen wohl die Zwiebeln und die Brötchen in den Teller füllenden Monsterbulletten das Gemüse für das Essen rund rum sein.
Sie rechne so drei bis vier Stunden für das Kochen….Rechne ich auch, aber nicht für Nudeln mit Bullette. Und schon gar nicht für Quark mit Erdbeeren…Meine Fresse. DAS ist doch kein Kochen.
Und nun machtse aus Wurst die Enterprise…Jetze schalt ich um. DAS ist doch alles Verarsche….
Anwalt
Wir waren also beim Anwalt. Und er erklärte uns das ganze Procedere: 1000 Euro für ein einfaches Tüv-Gutachten über den Zustand des Wagens.Kosten für ihn selbst und dann noch Fristsetzung. Aber er gehe davon aus, das es sich um eine Briefkastenfirma handele, zumal wir noch während des Gespräches herausfanden, dass Gordon Schulz uns den Wagen nicht unter Gordon Schulz verkauft hat, sondern unter dem Namen einer Firma, die 500 Euro Eigenkapital hat, und deren Besitzer Norman Schulz heißt.
Der Anwalt ließ sich die Verkaufsabwicklung schildern und wollte wissen,ob ich mehr als diesen Vertrag unterschrieben hätte, zumal der Verkäufer bei C. im Gespräch behauptet hat, wir hätten an Eidesstatt versichert, dass wir gewerbliche Käufer seien, und erklärte, das ihm vorgelegte Vertragspapier sei doch recht dünn. Ob da nicht irgendwas drunter gelegen habe, die würden oft mit Papier arbeiten, das auf ein weiteres Blatt die Unterschrift zaubere…
Wir haben uns die Chancen ausgerechnet, wie sie wohl stehen, von Norman/Gordon Schulz, dem Autoverkäufer aus Magdeburg, der derzeit noch neun weitere Autos zum Verkauf anbietet, das Geld zurück zu bekommen und kamen zu dem Schluß:
NULL:
Das waren zwei harte Tage. Aber, wie C. sagte, am Schlimmsten ist eigentlich, dass dieser Typ immer so weiter machen kann. Wir hatten noch Glück. Wir haben noch den Zafira, aber hätten wir ihn verkauft, wie ursprünglich geplant, wäre jetzt alles im Eimer.
Da der Anwalt uns darüber aufklärte, das solche Leute genauso mit anderen verfahren, wie mit uns, also bei der Probefahrt durch eine fremde Stadt und nicht auf Überland bringen und die potentiellen Käufer anhalten, doch innerorts zu versuchen, den Wagen auszufahren, den Eindruck erwecken, zu einer Werkstatt zu gehören, weil man sich dort auf dem Gelände trifft und dann die Geschäftsräume zum Vertragsabschluß nutzt und mit seltsamen Verträgen kommt, es sich also um eine Masche handelt, dachten wir an Betrug, was uns von unserer Hauswerkstatt auch erklärt worden war.
In unserem Staat ist das keiner.Es ist reines Zivilrecht. Du kannst genauso verfahren, wie es der Verkäufer gemacht hat und kommst straffrei raus.
Ein toller Rechtsstaat. Wenn sich zwei Pubertierende wegen eines Mädchens aufs Maul hauen, dann kommt ein Gerichtsverfahren. Wenn sich Jugendliche am Telefon bedrohen und eine Mutter da anzeigt, dann kommt ein Gerichtsverfahren. Wenn der Autoverkäufer, wie es ihm recht geschähe, einen ordentlichen Arschvoll bekommt, weil er ja nicht nur uns bescheisst, dann ist das Zivilrecht. Der darf immer so weiter machen.Wenn wir ihn anschreien würden, das die Haare bluten, dann würden wir wiederum ..Supter Staat. Es ist eine ganz einfache Sache, wie C. sagt, Du musst nur die Dummen betrügen, die nicht das Geld und den Namen haben, und somit auch nicht den Einfluß, um Dich daran zu hindern, immer so weiter zu machen…
Altes Leben-schweres neues Leben
Mein Ex-Mann hat eine für ihn erfolgreiche Art, Probleme schnell aus der Welt zu schaffen. Wer das Problem verursachte, der bekam einfach auf’s Maul, wie man so salopp sagt.
In manchen Situationen finde ich diese Strategie mehr als angebracht, aber man macht das nicht, „wir sind kultiviert“. „Normale Leute“, solche, die um uns rum wohnen, haben es nicht einfach. Jedenfalls nicht in bestimmten Situationen.
Ob das Grünzeug des Nachbarn in Deinen Garten wächst und ein ganzes Beet beschattet, nein, man geht freundlich bitten, auch wenn man nach zwei Jahren doch die Einfach-Lösung von Ex-Mann nutzen würde.
Eine Situation ist jetzt und wir werden heute zum Anwalt fahren, der C. und ich.
Emil, der neue alte Laguna steht. Seit einer Woche. Er ging einige Kilometer auf dem Weg nach Braunschweig von hier aus, während der Fahrt und wir waren froh, das wir wieder die Landstrasse genutzt hatten und noch nicht auf der Autobahn waren, dass aus Beuchte samstags noch Busse fahren, auch wenn wir eine Stunde warten mussten und das ein Pärchen anhielt, weil wir das Auto alleine gar nicht auf den Feldweg hätten schieben können.
Seit dem geht der im Fahrzeugkombinat Magdeburg gekaufte Wagen nicht mehr an. Wir ersetzten die Batterie; weil uns der Verkäufer sagte, es handele sich sicher um ein Stromproblem. Und bei einem alten Auto, da kauft man gern eine alte Batterie mit- da ist man nicht so. Und der Wagen sprang nicht an. Ich lief morgens wieder die vier Kilometer in meine Frühschicht. Wir tauschten den OT-Geber, weil der gern mal beim Laguna kaputt ist und wir ihn schon gereinigt hatten. Nix.
Wir telefonierten mit dem Verkäufer, der uns sagte, der Wagen müsse auf die Bühne, weil gern auch mal das Massekabel durchgammele. Wir fanden es oben im Motorraum und bei Verbindungen sind in Ordnung, nix durchgemammelt.
Und dann kam der Werkstatttag. Wir schleppten den Lagune mit dem Zafira in die Werkstatt. Und der Werkstattmeister startet und sein Angestellter in roter Latzhose guckt mich an und sagt ganz überrascht:
„Der läuft aber leicht! Zu leicht!“
Und der Werkstattmeister steigt aus und sagt:
„Der läuft zu leicht. Zahnriemenabriß. Motorschaden.“
Aufgemacht wird der Wagen erstmal nicht, weil wir nur 1340 Kilometer gefahren sind und den Wagen erst sieben Wochen haben, von dem er eine Woche steht.
Kein guter Zeitpunkt. Nach der zusätzlichen Sonntagsnachtschicht habe ich bei Erhalten dieser Nachricht gerade mal drei Stunden geschlafen, habe mich beim Aufwachen noch nicht zu recht gefunden, und stehe nun hier vor 3000 versenkten Euros, einem Job, den ich ohne Auto nicht antreten kann, sehe unsere fünf Tage Familienurlaub davon schwimmen und rufe den Verkäufer Gordon Schulz vom Fahrzeugkombinat in Magdeburg an und er erklärt mir, das man ja gar nicht wisse, was mit dem Auto sei, es aufgemacht werden müsse, um zu gucken, er will nicht selbst kommen, und das Auto in Augenschein nehmen und er will mich auch nicht zurück rufen. Er erklärt, es sei nicht sein Problem, wenn ich den Zahnriemen bei dem Wagen nicht tausche. Ich lege auf.
Zuhause halte ich mich davon ab, ihm bei Autoscout eine entsprechende Bewertung zu verpassen, lösche mein Konto dort. Vorsichtshalber. Ich will nicht Dinge tun, die ich hinterher bereue und suche nach Verständnis für diesen doch eigentlich netten jungen Mann mit seinem kleinen Unternehmen.
Ich kann C. überzeugen, das dieser junge Mann nur einfach begreifen muss, das wir alle im selben Boot sitzen.
Während ich mit D. in einer seiner Gerichtsverhandlungen bin, ruft C. den Verkäufer noch einmal an, der ihm am Telefon erklärt, wir hätten an eides Statt versichtersichert, gewerbliche Käufer zu sein. Was wir niemals haben. C. hat extra noch darauf hingewiesen, das wir keine sind und der nette Herr Schulz erklärte, es sei ein Standardformular.Also unterschrieb ich und wir wissen schon jetzt, das es nicht zulässig war, bei uns die Haftung auszuschließen.
Aber wir haben das Geld auch abgeschrieben. Und nach einer Nachtschicht mit Migräne bin ich zu dem Schluß gekommen, das er das ganze mit Absicht gemacht hat. Ich bin einem Betrüger aufgesessen. Und in diesem Situationen würde ich so gerne die Lösungsstrategie meines Ex-Mannes anwenden. Ruck-Zuck wäre das Geld wieder da und das Auto entsorgt. Aber das macht man nicht. Wir sind kultiviert und schmeissen heute beim Anwalt gutes Geld dem schlechten hinterher, haben unsere fünf Tage Familienurlaub abgeschrieben und ich weiß nicht, wie ich Bewerbungen schreiben soll, wenn ich nicht mal weiß, wie ich zur Arbeitsstelle kommen soll, weil ich kein eigenes Auto habe und wir nur die Familienkutsche haben.
Das Sparen aus einem Jahr plus sechs Monate sieben Tage arbeiten, weil zu den zwei Zeitungstouren immer noch eine Vertretungstour kommt, die abgebuchte Steuer und die Autoversicherung, die für den Wagen läuft, alles für die Katz. Dafür, das ich morgens weiterhin dem dementen alten Mann begegne, der mich mittlerweile versucht, anzusprechen, wenn ich in die Frühschicht gehe, morgens um zehn vor vier-.ich tröste mich damit, das so einer wie der Verkäufer nie auf einen grünen Zweig kommt, immer am Minimum knappsen wird, sein schön klingender Firmenname „Fahrzeugkombinat“ zwar sehr kreativ ist, aber mehr aber auch nicht. Und es helfen auch nicht die guten Wünsch nach Impotenz und das ihm nichts Schlechtes wiederfahren möge, er lediglich Menschen wie ihm selbst begegnen möge, um zu lernen, was er wahrscheinleich täglich tut..
Aus dem Leben als Leiharbeiter
Ich habe Urlaub beantragt.
Und ihn ohne Diskussion bekommen und sogar zwei Wochen am Stück. Und als ich heute mit einer Kollegin aus der alten Firma telefonierte und ihr das erzählte, da freuten wir uns beide, dass es doch tatsächlich noch Firmen gibt, bei denen das geht. Und die zwei Wochen sind sogar durchgehend! DURCHGEHEND! Am Stück also.
Brexit
Auf dem Weg zur Polizei, um die anzuzeigen, die A. vor Wochen vor der Schule geohrfeigt und bedroht haben, auf diesem Weg höre ich mit einem halben Ohr, dass der Volksentscheid in England für einen Austritt aus der EU gestimmt hat.
Und dann dudelt wieder die leichte alltägliche Musik.
„A., haben die gerade Brexit gesagt? Und das die Engländer für einen Austritt gestimmt haben?“
Er hat noch weniger zugehört als ich und erklärt, dass er es nicht wisse.
Also höre ich bewusster, aber es kommen nur trällernde Stimmen und flache Witze.
Dann, kurz vor der Ankunt, noch einmal die Zwei-Satz-Meldung zwischendrin. Die Engländer hätten für den Brexit gestimmt.
Wir machen unsers, oder frei nach Astrid Lindgrens Kriegstagebüchern: „Überall Leid und Sterben“ und ich kümmere mich nur um meine kleine Welt.
Mittags ist keine Zeit mehr und ich fahre zur Arbeit, zu spät, aber richtig zu spät.
Spätschicht.
Hinterher komme ich erneut auf Brexit zurück.. Mache den Fernseher an und es düdeln seichte Filme und Filmchen, aber nix über Brexit und nix über die Konsequenzen.
C. und ich machen Zeitungen.
Die letzten drei Häuser meiner kleinen Zeitungstour soll C. alleine machen.
Wo die denn seien?
„Na, neben der Haltebucht mit dem Stadtplan auf der Ecke zur unserer Strasse.“
„Und wo kommt da wieviel hin?“
„Ganz rechts beim fetten Itler mit dem hässlichen Tor, der kriegt drei. Der hat zwei Namen und ’ne Firma auf dem Briefkasten.Das Haus mit der Einfahrt daneben, das kriegt vier. Drei unten direkt an der Haustür, weil Rami da eingezogen ist, und oben eine an die Einliegerwohnung, die…“
„Wieso fetter Itler?“
„Weil der ein fettes Auto hat mit IT irgendwas dreistelliges, eine fette Frau und zwei hässliche Hunde und selber fett ist…und eben dieses Kack-Tor, das so brokelig ist.“
„Und bei zweiten vier?“
„Ja, wegen Rami. Der ist da mit eingezogen.“ Steht jedenfalls auf der Klingel. Rami Irgendwas.
„Ich kann mir das nicht merken. Ich brauche Hausnummern.“
„Die habe ich doch nicht. Ist doch ganz einfach…“beginne ich von vorn…
Wir eingen uns darauf, das er vor fährt, ich die drei Stück hier noch verteile, die paar Meter bis zur Parkbucht mache.
„Fertig?“ frage ich, als ich ankomme.
Nein, er müsse ja erstmal Zeitungen rausnehmen.
Also macht er den dicken Itler und Rami seine Hütte und ich die zwei ins letzte Haus.
Fertich. War doch gar nicht so schwer…
Liebe Kp,
so habe ich Dich genannt, als Du mich über What’s app angeschrieben hast. Kein Plan. Mein neues Telefon kannte Deine Nummer einfach nicht und ich hielt Dich für K..
Du warst entsetzt, dass ich Deine Nummer nicht mehr in meinem neuen Telefon hatte. Hätte mein Telefon Deine Nummer erkannt, hätte ich nicht mal mehr geantwortet. Ich habe damals die Kommunikation eingestellt; es war mir zu viel.
Nun sind Monate ins Land gegangen; das Jahr hat gewechselt und vieles andere auch und Du hast mich jetzt angeschrieben, wolltest wissen, wie es mir geht.
„Gut, danke. Und Dir?“
Daraufhin kam lange keine Antwort und dann die Nachricht, Du würdest mich vermissen, unsere Gespräche. Ob wir das wieder hinbekommen würden.
Ich habe Dir geantwortet, dass ich es nicht weiß.
Nun war ich heute in meiner Sonntags-Spätschicht und bekam eine gewischt, wenn ich die Radschraubenabdeckungen in die Kisten schüttete und dachte darüber nach.Während ich den kleinen Grad von den Lautsprecherblenden kratzte, dachte ich darüber nach. Und es fühlte sich nicht gut an. Es gab seinen Grund, warum das auseinander ging. Und ich fragte mich, ob ich unsere Gespräche vermisst habe. Habe ich nicht.
Und als ich, wie alle anderen, um die Maschinen kroch, aufkehrte, herunter gefallene Teile aufhob und Ölauffangwannen leer machte, da dachte ich über die Frage, ob wir das wieder hinbekommen, nach. Und ich dachte: „Nein.“
Lass es Dir einfach gut gehen.
