… nicht immer die Sonne aus dem Arsch, ich erarbeite mir alles hart. Ja, gut, ich hab ein sonniges Gemüt und vieles, wo andere sich tagelang mit beschäftigen, tu ich mit einer Handbewegung ab, interessiert mich nicht, es kommt ja doch, wie es kommt, warum sich also im eigenen Gedankengeschwurbel suhlen und verlieren. Nö. Ich […]
Autor: safasadjida
Keine Zeit läuft rückwärts
Gestern war Minis großer Termin beim Doc. Dieser Viertel-Jahres-Termin.
Ich fasse das mal kurz zusammen:
Die Absencen sind im Griff. Der Grand -Mal vom 26.09. ist kein Fieberkrampf, sondern ein durch Fieber ausgelöster epileptischer Anfall.
Heißt im Klartext: Mini hat Epilepsie.
Danke, Schicksal, da sage ich doch mal ganz doll: Danke.
Mammographie
Ich habe Post bekommen. Von der Zentralen Stelle biem Gesundheitsamt in Bremen.
Ich bin noch nicht mal 50. Ein paar Tage habe ich noch Zeit, aber zack, haben sie mir gleich mal einen Termin geschickt zur Mammographie-Untersuchung.
Wenn ich ’ne Mammographie will, dann gehe ich hin und lass eine machen.
Vor allem: Was soll denn das für ein Geburtstagsgeschenk sei?
Jippie-Eijoh! Runder Geburtstag! Herzlichen Glückwunsch. Und hier: Mammographie.
Zum sechzigsten kriege ich dann eine Teilamputation von irgendwas? Näh, Freunde, Euren Gesundheitskram könnt ihr behalten. Das ja schlimmer als die Flasche Doppelherz, die meine Omma immer von meiner Mutter zu Weihnachten bekommen hat! Das toppt sogar die Mikrowelle, die mir Ehmann Nummer eins zum Geburtstag schenken wollte!
Ich da also angerufen.
Woher die meine Adresse und mein Geburtsdatum haben, falle ich der Frau am anderen Ende in die gelernten Dialoge. Den ganzen Bullshit will ich gar nicht hören.
Vom Einwohnermelde-Amt.
„Vom Einwohnermelde-Amt??“
„Ja, alle, die keinen Sperrvermerk haben, die werden angeschrieben, wenn sie fünzig werden…“
Jo, aber ich nicht, Freunde. Ich will das Geschenk nicht. Könnt ihr behalten. Und Eure Kack-Post auch.
Das geht aber nur, wenn ich eine Email oder einen Brief mit meinem Namen und meiner Adresse UND meinem Geburtsdatum schicke. ÄHM, das habt ihr doch alles schon….
… — Wie es mir gefällt!
Pflege-Eltern
Ich bilde mich im Internet. Will möglichst viel richtig machen.Und das bedeutet : dauerhafte Analyse der Situation und der damit verbundenen Gefühle. ob sich wirklich jemand vorstellen kann, wie entspannend es ist, an der Maschine zu stehen und Luftleitteile einzupacken? Teile nehmen, Grad ab, auf Vollständigkeit kontrollieren, Nummer drauf, ab in Kiste. Und von vorn…
Ärgere ich mich über die Eltern? Ja.
Würde ich mich über fremde Eltern in der gleichen Situation auch so ärgern? Ja.
Weil ich das Leid der Kinder erlebe. Ihre Wut, ihre Verzweiflung. Mal läuft Selma durch das Haus und spuckt alle an. Mal ist sie wütend und dann sucht sie jemanden, um ihn zu schlagen, Patty, Mini oder auch gern, wenn beide nicht erreichbar, den Hund. Die Katzen haben ihr das schnell abgewöhnt.
Im Internet habe ich gelesen, dass es bei Pflegefamilien eine offizielle Familie und eine private Familie gibt.
Im Moment gibt es irgendwie nur noch die offizielle und das muss enden.
Unter der Woche kommt wieder und wieder der Vater der Mädels. Aber er holt sich nicht zur Besuchsregelung ab, sondern bleibt einfach hier. Es fängt schon damit an, wenn sie gekotet haben. Das kann er nicht, sagt er.
Und an den Wochenenden kommt der andere Opa mit der Mama. Mal Samtag, mal Sonntag. Und dazwischen ist arbeiten, Termine mit Sozialpädagogen und auch noch meine eigene Familie. Nun ist meine Mutter um die Ecke gezogen und nicht mal das wöchentliche Telefonat schaffen wir.
Und genau an meinem 50. Geburtstag ist wieder nichts privates, weil da wieder ein Sonntag ist, an dem die Kinder abgeholt werden.
Es fühlt sich an, wie man der Dulli von Jugendamt und Eltern ist. Solange die Eltern nicht wollen, ist man die Nanny. Und wenn sie dann doch wollen, dann..dann muss das Abholen oder Besuchen klappen.
„Wenden Sie sich ans Jugendamt, Sie brauchen Hilfe!“
Der wundervolle Satz einer Sozialarbeiterin.
D. geht mal wieder nicht zur Schule. Und er geht einfach, wenn er meint, genug Schule zu haben. Warum? Weil es geht.
Nun bin ich ganz aufgeregt von dieser zartfarbenen blonden Frau, von Beruf Schulsozialpädagogin angerufen worden.
Grund der Aufregung? Nein, nicht das wiederholte Schulschwänzen. Sondern ein Anruf der Polizei.
Sie könne mir die anderen Namen nicht sagen und auch nicht, worum es gehe, aber Denis sei mit vielen anderen genannt worden und er stecke tiefer im rechten Sumpf als angenommen. Und die Polizei wolle auch Hausbesuche machen.
Freunde, da seit mal ganz vorsichtig mit. Ohne richterlichen Beschluß passiert hier mal gar nichts.
„Naja, dann Nawid und Farin und den dritten Namen habe ich vergessen, ja auch.“
Stille.
„Nunja, dann wird das ganze Flüchtlingsheim mit drin stecken, in diesem Neonazi-Mob-Kram. “ Afghanische Flüchtlinge sind also gegen den Zuzug von Flüchtlingen.
„Naja, es war ja nur eine Vermutung….“
Wir reden wieder über das Schule-Schwänzen, das einfach nachts abhauen, einfach alles.
„Wenden Sie sich ans Jugendamt. Sie brauchen Hilfe.“
„Und was sollen die machen? In deren Maßnahmen sitzen doch noch mehr von denen! Da gilt man doch als oberkuhl, wenn man drogt, klaut und säuft. Ansonsten: Luuuutscher!“
Vor allem: Ich brauche Hilfe. Die 18 habe ich längst hinter mir gelassen, aufstehen und zur Arbeit gehen, das kann ich. C. auch.
Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn auch Sozialpädagogen mal ihr Regenbogenland mit der Hellseherkugel verlassen und die jungen Leute dort abholen, wo sie sind.
Wenn mein siebzehnjähriger Sohn nicht in die Schule geht, wenn er das Haus verlässt, was soll ich tun?
Wenn ich aus der Nachtschicht komme und mein Sohn ist nachts gegangen, was soll ich tun?
Wenn ich morgens Frühstück mache, ihn mit Kaffee wecke, weil er keinen Cappucino mehr trinkt, und er steht nicht auf, was soll ich tun?
Außer mir vorwerfen zu lassen, dass ich mich nicht durchsetzen kann, was der Meinung des anderen Sozialpädagogen, der mit der Betreuung solcher Jugendlicher beschäftigt ist, nicht konform ist, da er mich ja dominant nennt. Also Lädies, suchen wir uns etwas aus!
Eure
nicht-durchsetzungsfähige Domina ( Gut, das ich das nicht hauptberuflich mache…)
Pflege-Eltern
Hier ist es ruhig geworden und man möge es mir verzeihen. Nachts arbeiten, tagsüber die Kinder, da verbringe ich meine Wochenenden im Stehen, denn sobald ich sitze, schlafe ich ein.
Wir haben die Mädels neu benannt. Sie heißen jetzt Thelma und Patty, frei nach den Simpsons, auch wenn weder die Größere der beiden noch die Jüngere rauchen, aber kernig sind die beiden Mädels allemal, die hier wohnen.
Mit Thelma und Patty ist Elsa eingezogen. Ja, die aus Frohtzehn. Und sie ist überall dabei.
Als Thelma heute endlich ihre erste Brille bekam, wollte sie wissen, ob das eine Elsa-Brille sei.
„Japp“, sagte ich. „Elsa hat genau so eine als Lesebrille.“
Gestern kam Thelma in die Küche, als ich das Brot formte.
„Oma, wa ma tu taaaaahaaa?“ wollte sie wissen. („Oma, was machst Du da?“)
„Ich mache Brot und bringe das in die Form.“
„AAAAAAAAAAAAAh, Elsa -Brot.“
„Nein, die habe ich nicht reingetan. Ich will auf dem Brot auch Wurst essen können….“
Meine Tage sind endlos lang und für Schönes viel zu kurz. In Dauernachtschicht mache ich morgens für meine Helden das Frühstück, ziehe die Mädels an, gehe um halb neun schlafen und stehe um eins wieder auf, um die beiden Mädels aus der Kita zu holen. Nächste Woche habe ich frei. Zwei Wochen Nacht, eine frei.
Die Kinder sind nun sechs Wochen hier und nun will das Jugendamt prüfen, ob wir als Pflege-Eltern geeignet sind. DAS kann dauern.
Pläne
Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Immer, wenn ich irgendwelche Pläne mache, fällt das Schicksal lachend vom Stuhl.
Letzteres habe ich auf FB gelesen.
Es gibt nichts überflüssigeres in meinem Leben als Zukunftspläne.
„Wo wollen Sie in zwei Jahren sein?“
Die Frage ist mir schon einmal gestellt worden in einem Vorstellungsgespräch.
„Weitestgehend aus den Windeln.“ wäre jetzt meine Antwort.
ich würde so gerne noch mal nach Lissabon. Auf diesen Friedhof. In diese Kirchen.
Nein, ich bin kein gläubiger Mensch. Aber das, was die Menschen in den Jahrhunderten vor uns geschafft haben, und das, was doch irgendwie eine Ewigkeit überdauert, verglichen mit unserer Lebenspanne, das gibt mir den Mut für jeden Tag, weil es mir deutlich macht, mit welchem Glauben und Mut sie vorran gegangen sind.
Ich möchte nicht fliegen da hin. Ich würde gern über Land fahren, auch wenn es eine Ewigkeit dauert und man wahrscheinlich die ganzen Sommerferien braucht. Damit ich sehen kann, wie sich das Land verändert und nicht nur das wunderschöne blau aus einem kleinen Fenster.
Ich möchte über Andalusien fahren, mir die Mosaike angucken, von denen ich vor vielen Jahrzehnten einen Bericht im Fernsehen gesehen habe, als es bei uns auf dem Dorf nur drei Sender und ganz neu RTL und SAT1 gab. Aber wahrcheinlich sind die schon längst nicht mehr da, die Mosaike und alten Häuser.
Machen wir keine Pläne, keine, die über den Tag hinaus gehen. Meine Claudi, eine Arbeitskollegin von mir, die mir anfangs fast suspekt war, sagt immer, sie denke nur noch für den Tag, denn nichts ist sicher. Nicht die Arbeit, nicht die Wohnung, nicht die Familie.
Sie war mir suspekt, weil sie sonntags nicht arbeiten wollte, als wir alle einbestellt wurden. Sie gehe sonntags in die Kirche. Das war fast unheimlich und auch gleichzeitig bewunderswert, wie sie das mit einer unumstößlichen Gelassenheit sagte und sich nicht davon abbringen ließ. Sonntags nie.
Der Plan für Morgen bzw. Heute? Weiter auf Nachtschicht getimed bleiben, weil noch eine Woche Nachtschicht.
Neulich in der Werkstatt
Der Laguna machte so ein Geräusch. Wie wenn man irgendwo mim Flip-Flop dran kloppt, irgendwo am Reifen, da schlappte ein Flip-Flop. Und wenn der dann aufhörte., zu patschen, dann quietschte es. Nicht in der Kurve, einfach so, ein hohes Tönchen.
Radlager?
Ich also Werkstatt. Ein Mechaniker und ich auf der Probefahrt. Der Laguna fllip-flopt nicht. Strasse rauf, Strasse runter, über Kopfstein, nix. Und dann auf dem Rückweg, der Mechaniker schaltet runter und da isses. Patsch-Patsch-Patsch.
Also ab in die Werkstatt und auf die Bühne. Der Chef ist nicht da, aber dafür einer mit Zigarette, ein vertretender Chef. Ein unsympatischer zwischen all den sympathischen.
Der Wagen wird hoch gefahren und der Vertreter mit Kippe:
„Ohne irgendwas gesehen zu haben, würde ich sagen: Getriebe.“
Ich: „Aha. Und was kostet sowas?“
„Sieben- bis achttausend Euro.Neu.“
„Und gebraucht?“
Würde er nicht einbauen. Er nicht, aber ich in ein 15 Jahre altes Auto schon.
Sie drehen das linke Rad und es klickert wie ein Fahrrad-Hinterrad mit dieser Drei-Gangschaltung in der Narbe innen liegend.
„Was das denn?“ Mechaniker Nummer eins, der mit der Probefahrt, ist ratlos.
„Ja, was das denn? Mach mal unten da frei.“ Damit meint er, das meine Plastikwanne, die unter dem Motor ist, abgeschraubt werden soll.
Mechaniker eins macht das.
“ Hier, gucke!“ Er wischt unter irgendwas lang. „Öl. Sag ich doch! Getriebe.“
Kann ja noch nicht so schlimm sein, mit der Ölerei, weil das Plastikdings ist innen noch trocken und das ist ja auch dafür das, damit das Öl nicht auf die Strasse läuft.
Aber nun ja.
Getriebe und Kupplung und mindestens 14 Tage würde das dauern.
„Und was ist das Klickern beim Drehen der Räder?“
„Dreh noch ma!“ fordert Vertreter den Mechaniker auf und geht unter das Auto und streckt seine Hand in den Motorraum, wo er sie auf irgendwa legt.
Mechaniker dreht.
„Aha!“ Vertreter weiß jetzt, warum das linke Vorderrad so klickert.“Dreh mal andere Seite!“
Mechaniker macht.
Der Vertreter immer noch die Hand irgendwo im Motorraum.
„ABS. “ sagt er. ABS sei es und sei dauerhaft an. *Mit Züdnung aus? Ich bin ja nur ne Frau, ich verstehe davon nix. Aber: Mit Zündung aus?* ich denke und denke und höre zu.
Dann fällt mir was ein: „AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAh, deshalb hat da jetzt, wo es morgens so kalt und nass ist, immer beim ersten Start „Service“ und das „Reifenluftdruckding“ geleuchtet. Aber ich habe dann einfach neu gestartet und dann war das weg.“
„Das müssen Sie doch gleich sagen!“ empört sich der Vertreter. Man hätte da nicht lange suchen müssen.
Verstehe ich nicht. War doch die Anzeige für den Luftdruck und nicht ABS, das nach seiner Aussage ja kaputt ist.
„Frauen machen doch normalerweise immer die Musik lauter, wenn das Auto Geräusche macht…“ Mechaniker Eins scherzt mir mir rum.
„Jo. Geht auch noch, Mukke laut und Geräusch weg. Und man kommt erst, wenn die Boxen nicht mehr genug her geben….wollte halt mal was anders machen als sonst…“
Mister Wichtig senft mit: „Das darf man aber nicht machen, das wird dann richtig teuer…“
Spinner. Kaputt is kaputt und ab is ab. Wenn ’s quietscht, wo es nicht quietschen soll, dann isses eh kaputt. Kaputter geht nicht.
Er will den Fehlerspeicher auslesen.
„Na, ob da man was drin ist!“ Fehlerpeicher auslesen, ein Joke. Nun ja, sie machen sich ans Werk. Und? Was finden sie? Nix. GAR Nix. Kenne ich schon.
Aha.
Der Vertreter guckt in das Programm mit den Reifen.
„Hier wird der Bremsdruck dauernd rauf und runter geregelt.“ Er fordert den Mechaniker auf, mal in die Bremse zu treten und zack, sind es nicht mehr 1000 bis 1200 mbar, sondern 90 000 und in mir meldet sich die Hausfrau, die sagt: „Dat hat doch keinen extremen Eigengeschmack, da macht die kleine Menge nu auch nix.“
Es muss mir im Gesicht gestanden haben, denn er sagt, dass es ja nur so 200 mbar sind….
Der Wagen wird abgeklemmt und wegen des kaputten ABS, dass auch bei ausgeschalteter Zündung aktiv ist, deswegen darf ich nicht mehr fahren.
Der Mechaniker meldet sich zu Wort: „Das andere Auto der Kundin steht da hinten.“
„Hä?“
„Ja, das ist der Zafira, der Totalschaden.“
Der Vertreter nasselt mich zu und als er sich einmal in zwei Minuten widerspricht, schalte ich ab. Es tut mir leid, aber ich schalte dann immer ab. In meinem Kopf speichert sich dann immer nur „blablablablaaaaa blablablablaaaa“.
Ich bezahlte 12 Euro für das Auslesen des Fehlerspeichers, in dem nix war und höre mir an, dass ich den Wagen noch mal bringen soll zum Auslesen von jedem einzelnen Unterpunkt. Jedes Rad einzeln. Ja, genau. Wo doch jetzt schon nix drin stand.
Ich solle wieder kommen, wenn der Fehler auftritt.
Morgens um fünf, jetzt wo es kalt und nass wird und die Feuchtigkeit sich auf die Scheiben legt. Habt ihr dann auf?
Und damit fahre ich noch einmal hin, um die Rechnung für die Standgebühren zu holen, dem Anwalt zu bringen und meine Zafira zu verkaufen. Und dann suche ich mir eine neue Werkstatt.
Autokauf
Der Zafira wurde ja nun bei einem Unfall zerstört. Und wir haben das erste Mal ein Auto auf Pump gekauft.
Das Ganze war der Ergebnis einer langen, sich täglich wiederholenden Diskussion.
„Sollen wir noch sowas wie den Laguna kaufen?“
„Naja, dann fangen wir mit den Reparaturen von vorne an…“ Und im Zafira steckte in den Besitz-Jahren weit mehr als der Anschaffungspreis.
C. war für einen Neuwagen.
„Wenn Du vom Hof fährst, sind schon mal locker 1000 Euronen weg vom Wert.“
Hin-Her-Hin-Her, ein Siebensitzer soll es sein.
C. macht ein kaufbares Objekt aus, die Probefahrt ist in Wolfenbüttel.
Wir hin, Probefahrt gemacht.
„Und? Gefällt er ihnen?“ will der Verkäufer hoffnungsvoll wissen.
„Ist okay.“
Der Verkäufer guckt verwirrt.
„Ist okay. Reicht.Geht.“ Mir ist nicht klar, was er hören will.
Wonach haben wir gesucht? Auto, mit Motor, Rädern, Bremsen, Sicherheitsgurten und sieben Sitzen. Überschaubarer Anschaffungspreis.
Er hat uns einen Dacia Lodgy zur Probefahrt gegeben, ein Auto, das mir wie eine Mischung aus Limosine und Transporter vorkommt.
Die Bestellung des „Traumwagens“ ginge schnell, die Lieferung dauere aber vier Monate.
Doof. Wir brauchen jetzt Ersatz.
Er hätte da aber einen gefunden, den ein anderer Händler und irgendwie können die dann tauschen oder was auch immer.
Er will uns ganz viel über den Wagen erzählen.
Farbe sei blablablabla-grau.
Navi, Tempomat, Dütt und datt.
Na wegen mir.
Sieben Sitze hat er.-Gut.
In 14 Tagen ist er abholbereit. -Besser.
Machen wir mal diesen Pumpvertrag. Er will mit uns den Vertrag durchgehen. Acht Seiten.
Auch sein schlechter Kaffee bessert meine Laune nicht. C. ist Informatiker, der kann lesen, der hat studiert. Dem muss man den Namen nicht vortanzen. Außerdem sind wir in Eile, die Kinder müssen aus der Kita geholt werden.
Wir also nach Hause.
Der Wagen muss vierzehn Tage später abgeholt werden.
Die Freude ist „groß“. C. fährt mit dem Kindersitz und Mini nach Wolfenbüttel und kommt erstmal lange Meter zu spät, weil er mit Mini noch auf dem Spielplatz bleibt, bei Mäkkes einkehrt und dann endlich eintrudelt.
Sie haben das Auto ins Autohaus gefahren. Und Blumen besorgt. Nett.
Sie waren so bemüht und wir so wenig euphorisch.
„C., es ist ein Dacia Lodgy. Es ist einfach ein Auto.“
Er fährt und tut seinen Dienst. Ich bin ihn am ersten Tag abends auch gefahren und musste A.’s Freundin nach Hause fahren.
Danach wollte ich den nicht mehr fahren. Wenn man ein Kinderspielzeug bei Amazon bestellt und das riecht so scheußlich wie der, dann schickt man das ausdünstende Plastik zurück und schreibt einen ganz miesen Kommentar unter das Produkt.
