Du vielleicht – ich NICHT.

Am Samstag stellte ich fest, dass mich die Einrichtung in Nordhausen angerufen hatte und Angus mich sogar angeschrieben hatte.

Die ganze Woche hatte ich nichts von ihm gehört und ich war ihm auch nicht hinterher..

Seine Ärztin hatte gesagt, ich würde ihn am Erprobungswochenende besuchen…

Klar. Mache ich. Wenn ich vorher Bescheid weiß. Aber nicht Samstagmorgen für Samstagnachmittag. Knopf für Knopfdruck kaputt.

Ich werde heute mal in der Einrichtung zurück rufen.

Am Freitag letzter Woche rief mich E., die in einer neuen Einrichtung lebt an. Sie war zum Porbewohnen in einer Mädchenwohngruppe und war erstmal durch ihren Alkoholkonsum im Krankenhaus gelandet.

Sie erklärte mir ihre Verwunderung darüber, dass ich nicht am Wochenende einfach mal vorbei komme.

Ich war letztes Wochenende samstags in Kassel und sonntags bei ihr. Dieses Wochenende ist mal meins gewesen.

Mein Telefon ist bereinigt, alle Nummern, die ich gar nicht wirklich benutze und die mich auch nicht anrufen, sind raus. Ehemalige Arbeitskollegen, Nummern von Beratungsstellen, die ich nicht mehr nutze, Nummern meiner erwachsenen Kinder.

Ich will keine Vorträge mehr und wer sich das ganze Jahr nicht meldet,  braucht zu Weihnachten auch keine Karte schreiben. Um unser Omma kümmern sie sich nicht, dass ist ausschließlich mein Job….Das bereinigte Telefon fühlt sich gut an. Es ist, als ob man die Erwartungen gleich mit gelöscht hat.

Heute schrieb mich die Mutter von Patty und Selma an. Huhu, ich bin grade… und wollte mal fragen….

Selber huhu, ich bin grade zuhause und kann grade nicht. Der Lack ist noch naß.

So. Ich räume jetzt meinen Geschirrspüler aus und mache Wäsche und dann sammle ich alle Kinder ein…..und wenn ich dann Zeit habe, dann beantworte ich alle what’s-apps von der Mutter,die gerade …ist und wissen will…, und von Angus, der wissen will, ob er das nächste Erprobungswochenende bei uns verbringen kann….



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Grand Mal ist ein Arschloch oder: Scheiß-Montag

So wie die Woche beginnt, endet sie gern. Na wollen wir doch mal ganz doll hoffen, dass nicht.

Die Mutter der Mädels hatte sich Sonntagmittag gemeldet und wollte nun endlich doch mal mit zum Ohrenarzt und gern doch mit ihrer Tochter Geburtstag feiern. Das hat mich dann doch geärgert, hatten wir doch aus lauter Verzweiflung selbst geplant und sie warf einfach alles über den Haufen.

Montag begann nicht schön. Morgens musste ich Dauerstreit zwischen drei Mädels schlichten, weil nun mal nur eine Geburtstag hat und dann auch Geschenke bekommt.

D. hatte mal wieder verschlafen, also habe ich ihn in die Schule nach Bad Harzburg gefahren.Als ich zurück war, stellten wir fest, dass wir zwar das geliehene Auto an die Schwiegermutter zurück gegeben hatten, aber verplant hatten, unsere Termine an ein Auto anzupassen.

C. musste nach Wolfenbüttel, um die Unterlagen für das neue Auto abzugeben und ich hätte mit der jungen Mutter und den Kindern zum Ohrenarzt gemusst. Maaaaaaaaaaaan. Was jetzt? Da die beiden Mädels seit ihrer Geburt dort hin gemußt hätten, macht die eine Woche auch nichts mehr. Also der jungen Mutter abgesagt, einen neuen Arzttermin besorgt und C. brachte Mini in die Kita, während die beiden Mädels bei mir blieben.

Um zehn ruft es an. Der Kindergarten. Mini geht es nicht gut, sie möchte nach Hause. Supi. Kein Auto. Also unseren Tagesvater angerufen und gebeten, ob er das Kind abholen könne. Hat er gemacht. Mini hatte Fieber und ich meldete sie gleich für den nächsten Tag in der Kita krank. Weiter ging es. Ein fieberndes Kind, die Nunu-Decke im Auto bei Papa in Wolfenbüttel. Die Nunu-Decke ist wichtig. Die war mal ganz kuschelig, rosa mit weiß meliertes Garn und Mini hat sie zur Geburt bekommen. Die habe ich ihr gestrickt. Immer, wenn ich krank bin, bringt mir Mini die Decke, damit es mir wieder besser geht. Und ich kann sagen: Die macht Kopfweh erträglicher, aber ganz doll.

Papa kam mit der Nunu-Decke und Mini konnte auf dem kleinen roten Sofa im Wintergarten schlafen. Die Mädel gingen in ihre Betten, denn immerhin sollte Mama um drei kommen und sie abholen.

Mama schrieb mir, ob ich wenigstens eine Fahr übernehmen könnte, sie hätte nur Geld für eine Busfahr. Zu Fuß ist es eine halbe Stunde. Ich habe nicht geantwortet.

Halb drei habe ich die Mädels geweckt und angezogen. Wer nicht kam, war Mama. zwanzig nach drei war ich aboslut sauer. Um halb vier kam dann eine Nachricht, dass sie gleich mit einer Freundin mit Auto vorbei käme. Um vier war es dann soweit. Sie kam. Und ich bestand darauf, dass die Kinder wie vereinbart um fünf wieder da sind. Und als sie um fünf kam, war ich immer noch sauer. Die ganze verscheissene Woche hatten die Kiddies und ich darauf gewartet, irgendwas von ihr zu hören. Wie „Hey, ich möchte meine Kinder sehen.“ . Und was kam? Nix. Nur Müll. Und dann plötzlich: Doch, jetzt, morgen. Und dann auch noch zu spät.

Dann waren wir dran. Unser Omma war da. Ich habe den Abendbrottisch gedeckt und Mini wollte dauernd auf meinen Schoß.Aber ich wollte noch fertig werden….Und dann kam er. Der Grand Mal.Das Kind kotzte, pinkelte sich ein, krampfte am ganzen Körpter und die Lippen waren blau, die blöde stabile Seitenlage wollte mir nicht einfallen und C. holte die Notfallmedizin. Eigentlich soll man die erst nach einer halben Stunde geben, wenn der Krampf dann noch läuft. Und solche Dinger können bis zu vierzig Minuten dauern…Sie kotzte.

„Gib ihr die Medizin!“

„Sie kotzt sie aus!“

„Die muss nur auf die Schleimhaut!“

Endet der Krampf? „Warte!“

Endet der Krampf? Die Lippen sind blau, das Kind weit weg, ein Bein gesteckt, der Blick starr..

„Gib ihr die Medizin!“

Einfach in den Mundwinkel. Und es dauert nicht lange, und die Lippen bekommen normale Farbe.

Es geht weg, es geht weg! Nein,nicht so schnell. Sie ist immer noch nicht ansprechbar Irgendwann öffnen sich die Hände und das ausgestreckte Bein wird angewinkelt Sie schmatzt und rollt mit den Augen.

„Sie ist wieder da!“ meint Omma

„Nein, ist sie nicht.“

„Doch.“

„Nein, Mama, da ist sie nicht.“

Wir sprechen sie an, setzten sie vorsichtig hin-sie kann nicht reden! Sie öffnet den Mund und kriegt kein Wort raus. Dann heult sie los. Sie schreit. Laut. Gut so.

Wir wollen die Kotze aus den Haaren waschen und das Pippi von den Beinen und bringen sie hoch ins Bad. Sie versucht zu reden. Nix. Nur Laute. Fast vierzig Fieber hat sie, also ein lauwarmes Bad.Keine gute Idee, sie zittert und jammert. Raus da, bevor es den Kreislauf zusammen klappt. Fieberzäpfchen, Nunu-Decke, Schlafzeug und in Mamas Arm einschlafen.

Omma ist dann später gegangen und wenn diese Woche so weiter geht, dann gehe auch ich. Mal ehrlich.

Zombi

Das ist der Name meines neuen Enkelkindes. An ihrem Geburtstag ist Mini Mutter geworden und Pferdebesitzerin.

Wochenlang nervte sie mich damit, ein Schaukelpferd haben zu wollen, obwohl ihr ja das kleine Pony aus der Werbung, das durch die Hundeklappe ins Wohnzimmer kommt, viel lieber wäre, aber da ist der Garten doch ein wenig klein für und Olaf wäre auch noch größer….Also ein Schaukelpferd. C. war dagegen Es gäbe schon genug Spielzeug, das rumstehe. Zwei Puppenwagen, ein Puppenhaus und eine Kinderküche, ein Bobbycar in rosa. Die Puppenwagen hat Mini gebraucht von ihren Schwestern übernommen; das Puppenhaus kam in dem Jahr, als Mini sich eine Küche wünschte und C. für was pädagogisch Wertvolles war. Immerhin hat Olaf dieses Haus sehr erfreut, auch wenn Mini eher wenig damit spielte und spielt. Olaf konnte zumindest die Bewohner und das Mobiliar teilweise oder ganr auffressen….Die Küche kam gut an und ist in ständigem Betrieb, was vielleicht auch daran liegt, das ich darauf bestanden habe, das Mini Spielbereiche im Wintergarten und im Esszimmer bekommen hat, so dass sie dort Tuschen und Kochen kann. Nunja, also er wollte das Pferd nicht, so sprach ich mit meiner Familie, die sich bereit erklärte, zu erklären, das Pferd komme von ihnen. Aber C. wollte sich daran nicht beteiligen, sondern forderte mich auf, für MIni noch ein Geburtstagsgeschenk zu holen und so holte ich eine Puppe. Ja, eine Puppe. Und die kann nix außer Puppe. Die schmatzt nicht, schreit nicht, kotzt nicht, muss nicht gewindelt werden, braucht keine Batterien, sondern puppt nur. Wenn man viele Kinder hat, weiß man den fehlenden Batterieschacht solcher Spielzeuge zu schätzen.

Nunja, dann kam der Geburtstag und die Ommas. Beide Ommas waren da und C.’s Mutter hatte eine Puppe gekauft. Mit Batterie-Schacht. Und sie schmatzt, heult und schreit….und der Hammer, sie schläft, mit Augen zu. Dank der neuen Technik macht sie beim Nuckeln die Augen auf und zu und zieht mit irgendeinem Mechanismus das Puppengesicht im Mundbereich zusammen oder nach hinten, wie auch immer. Wenn sie schläft, unsere Zombi, dann hat sie nicht nur die Augen geschlossen, sondern schnarcht auch. Dann endet das Schnarchen und die Augen gehen wieder auf und starren….C. ist zwar nicht so erfreut, das Zombi Zombi und nicht mehr Lea heißt, aber Mini nutzt den Namen mittlerweile auch.

Darf ich vorstellen: Zombi, das Enkelding

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"Mama, ich war´s nicht!"

Seit gestern ist es da, das kleine Mädchen.  Und ich habe ein Bild gesehen und kann nur sagen: „Junge, es hat Dein Gesicht. Hoffentlich verwächst sich das noch…..“
Der junge Vater ist also gestern zum zweiten Mal Vater geworden und wir ulkten die ganze Zeit herum…“Ich war´s nicht!“-„Ja, was denkst Du, Junge??? Ich erst recht nicht!“

Als ich ihn bei sich zuhause absetzte, meinte er nur:
„Naja, bei der ersten….da war ich mir ja unsicher, ob ich der  Vater bin. Aber das  ist jetzt echt egal, ich will das auch nicht wissen, ist meine Tochter. Aber die jetzt, die Neue, die werde ich abstreiten….“
„Jo, genau! Mit dem Gesicht! Wollteste als nächstes annen Bus laufen oder Flugzeugabsturz, damit das Ganze glaubwürdiger ist….“

Ob ich denn nicht mit in Krankenhaus könnte? Junge, du konntest das alleine machen, kannste auch alleine ins Zimmer gehen.
Ich habe ihn hingefahren und auf die Station gebracht….Altär…..Kinner inne Welt setzen, das geht, aber wenn´s dann um´s Angucken geht, dann ist alles wieder ganz anders.
Ob ich denn nicht mitkommen könnten. Nö. Man, die hat grad geworfen, nun lass die man mal. Ist noch genügend Zeit, das Ding kennen zu lernen.
Also: Ich mal wieder Omma. Jo, wieder vom eh-schon-Vater.

Jürgen und "Bleib schön gesund!"

Omma wieder…
Sie war ja nun gestern beim Koop. Kaffee trinken draußen am Herkules ( Anm. d. Red.: Stehen also Stühle und Tische auf dem Parkplatz) und an diesem romatischen Ort hat sie Jürgen kennen gelernt. Sie ist ja erstmal vor dem Milchkaffee inne Keramik und dann hat sie da gesessen und sie weiß gar nicht, wie das Gespräch angefangen hab, aber sie dutzen sich mittlerweile und ist Samstag zum Grillen eingeladen bei Jürgen, der ja laaaaaaaaange Betriebsrat bei der Firma Soundso war, und am Sonntag geht sie mit ihm Rinderrouladen essen. Er kocht nämlich nicht selbst, sondern geht seit dem Tod seiner Frau vor zwei Jahren eher mal zu seiner Schwägerin zu Mittag…..
Omma is verliebt! Das ich das noch erleben darf, ist weltklasse. Ich musste auch ihr Jürgen-kennenlern-Outfit begutachten.
Klar habe ich „Schick.“ gesagt.

Beim Weggehen sagte sie, ich solle schön auf mich aufpassen, weil ich ja durch die Kindererziehungszeiten meine Rente schon voll hätte mit der neue Reform. Nee, hab ich nicht.

Omma

Als ich vor Jahren noch anders gelebt habe, war es ganz einfach. Wenn ein Jugendlicher voll aus der Bahn lief, dann hat man ihn gepackt und für sechs Wochen zu einem der Kumpels des Vaters gefahren nach ganz weit weg. Der Jugendliche wußte aber gar nicht, das es nur für sechs Wochen war.
Der Vorteil war, das die Kumpels in ganz weit weg immer ein bischen fremd waren und wenn die dann morgens in ein Zimmer rein sind, weil der Besucher mal wieder nicht aufstehen wollte, dann war das immer wesentlich eindrucksvoller als zuhause.
KIar durften die Kids wieder nach Hause und zwar, wenn sie gebettelt haben. Die wurden nicht gehauen, angebrüllt oder mishandelt. Das Fremde macht das von ganz allein.

Jedenfalls habe ich, nachdem A. nun nicht mehr mit auf Klassenfahrt durfte, ihn bei unser Omma untergebracht. Omma kriegt Essengeld, A. hat seine Klamotten mit und ist nun die zweite Woche da. Er schläft viel und liest noch mehr, weil ist ja keiner da.
Und die Klassenkonferenz wegen seines „Die ist wohl ein Nazi?“, das er über die Lehrerin sagte, war gestern und natürlich macht die Schule  mal wieder nicht mit, will heißen, die Absprache mit dem „Er wird suspendiert.“ ist mal wieder nicht eingetreten, die Pädagogen wissen es wieder besser. C. war bei dieser Klassenkonferenz und schrieb mir eine Sms. „Diese Weiber spinnen.“. Als ich anrief sprach er, ER, das muss man sich mal vorstellen, von der kleine Blöden und hatte noch andere Worte , nicht für die Ladies hier zuhause. „Die wollen einfach nichts hören!“  Wenn die Klasse ja schreie, wenn er nicht auf Klassenfahrt mirfahre, dann redet seine Klassenlehrerin wohl immer noch davon, er sei gut integriert.

Jedenfalls kam A. jetzt auf die Idee, er würde gern wieder Fußball spielen. Er spielt in einem Verein und hat das für Kumpel R. arg vernachlässigt, um Scheiben einzuschmeissen, Bekleidung mit Lack einzuschmieren und V-Plus zu trinken. A. ist 13. Ich reagiere da doch ein bischen mit Schnappatmung.

Und nun zickt unser Omma mit mir. Ich sage ihr: Keine Schule == Kein Fußball! Es ist ja nun nicht so, das A. an dieser Situation unbeteiligt wäre.
Omma nennt sein Leben bei ihr gerade „goldener Käfig“. Ich streite also mit ihr. Aber sie versteht es nicht. Es muss weh tun. Er fängt an, zu vermissen,  und das Gefühl muss noch viel mehr werden. Das muss richtig weh tun. Er lebt jetzt mit drei Fernsehprogrammen ohne zdf, was die Fußball-Geschichte im Moment etwas naja macht. Omma hat kein Internet und da sie mit lauter Heilpraktikern und alten Leuten im Haus lebt, gibts auch kein Wlan, Omma selbst braucht kein Internet.
Omma nötigt ihn der Gesundheit wegen frische Kräuter zu essen.
„Guck mal, die Blume da! Kannst ruhig eine pflücken!“
A. hat die dann wohl geflückt.
„Die kannst du essen.“
„Ich mag nicht.“
„Jetzt hast du die schon gepflückt….“
Ich kenn doch unser Omma…..

Omma

Das bin ich nun. Es ist ein kleines Mädchen. Dank der modernen Technik wissen wir schon lange, das es eins wird.
Die Namensuche. Als mir mein Sohn sagte, die werdende Mutter wolle das kleine Mädchen Lattika nennen, hielt ich das für einen schweren Hormonschub in der Schwangerschaft, der gewisse seltsame Anwwandlungen bringt wie Hering mit Vanille-Eis, Leberwurst auf Rosinensemmel und eben solche Namen….. Ich erklärte, ich würde dieses Kind niemals mit DIESEM Namen ansprechen. Es wäre dann eben Kind. Und dachte: „Tja, das wird lustig in der Schule. „Ey, Latte, komma!““. Und dazu noch den typisch deutschen Vornamen: Latte Meier also. Das wiederum klingt wie eines dieser Pseudo-Kaffeegetränke aus Tüten oder Automaten, die Metallkappseln leeren oder diese Runden Fließdinger mit braunem Pulver wässern…..aber ob das so förderlich ist? Naja.
Die werdenden Eltern stritten. Nächster Namensvorschlag: Lisa-Marie. Marie wie die Mutter mütterlicherseits und Lisa wie bei Lisa-Marie, der Schwester der der werdenden Mutter.
Ich erinnerte meinen Sohn daran, das wir zwar aus einem alten Landarbeiter-Geschlecht stammen und nie über besonders großen Reichtrum verfügten, aber uns dennoch schon seit Jahrhunderten den Luxus leisteten, dass wir uns ausschließlich den Nachnamen teilen und nicht auch noch sämtliche Frauen den Vornamen….Also nicht wie in der türkischen Familie in Osterode, in der die Frau Ayshe heißt, die Mutter der Frau heißt Ayshe, die Cousine heißt…..Ayshe….die Tochter heißt? Richtig, Ayshe….Nee, so nicht. Bei uns kann jeder einen Vornamen haben, es gibt ja genug. Und kostet beim Anmelden ja nun auch nich´mehr. Ist ja nicht wie mit Wunschkennzeichen.
Nun heißt sie also Emily Selma Lisa Sofia. Ich habe meinem Sohn gesagt, dass jetzt keine weiteren Kinder mehr drin sind, das eine hat ja schon alle Namen.
Ja, gesehen habe ich sie auch schon. Ich habe keine Ahnung, was ich so erwartet habe. Ich sah sie, sah meinen Sohn mit Vaterstolz und guckte….und dachte: „Aha, ein Baby.“
Ein Baby eben, rosig, pummelig, alles dran, alle Finger, alle Ohren, alle Füsse, nix zu viel, nix zu wenig, so, wie das eben nach dem Wurf sein. Irgendwie erwartete ich was in mir. In dem Zimmer mit der ganz frischen Mutter, der man die Strapazen der Geburt deutlich ansehen konnte, und der, die schon geworfen hatte, und diese stille stolze Strahlen hatte nach dem Motte: Guck ma, das kleine Ding ist MEINS! Ich bin jetzt Mama.
Wir guckten in die Tupperkiste auf Rollen. Japp. Ein Baby. Nee, wir sagten nicht viel, ich dankte der Mutter, dass sie das alles auf sich genommen hat. Meine Mutter wiederum gratulierte….und wir guckten: Ein Baby. Aha.
Ein hübsches kleines Mädchen mit blauen Augen und rotblonden Haaren, am Hinterkopf sind sie sogar dunkel, also zweihaarig. Fast vier Kilo, also neben der langen Geburt eine echte Quälerei für die junge Mutter.
Nun ja. Irgendwie habe ich wieder eine Lebenslüge entlarft. Schon seit Jahren weiß ich, dass man seine eigenen Kinder nicht einfach spontan nach der Geburt liebt. Also nicht nach dem Motto: Flupps raus, Schalter an , „Ich liebe Dich, Baby.“, nein, es wächst.
Nun denke ich, ich habe wieder so etwas gefunden. Ich denke, das das auch beim Omma sein nicht so funktioniert. Schwupps raus das Ding aus der Mutter, Omma kommt ins KH, Schalter an, „Omma liebt Dich, Baby.“. Und erschwerend kommt auch noch mein eigener Entwicklungsstand hinzu. Hormonell permament indisponoiert durch die Spätpubertät habe ich schon gegen meine eigenen eine Kinderhaarallergie entwickelt. Ich finds nicht schlimm, wenn sie mal der Papa ausgiebig um sein Töchterchen kümmert….der darf sich ruhig Zeit lassen bei Besuchen seiner Eltern….viel Zeit, richtig Zeit……..
Vielleicht wäre dieses Schalter-an-„Ich liebe Dich, Baby.“ -Gefühl eher da, wenn ich wie die, die in meinem Umfeld schon Omma geworden sind, mir immer noch eigene Kinder gewünscht hätte, aber ich brauch sie mir nicht wünschen, ich habe sie ja schon. Oder aber einfach schon zehn Jahre älter wäre, denn ab Mitte 50 soll man es wieder toll finden, so kleine Dinger, die heulen, schreien, nach Milchkotze stinken und auch anders stinkig sein können….Na ich warte da jetzt einfach mal ab.

Toller Tag!

Was ein widerlicher Tag! Erst hab ich gedacht, es liegt daran, dass ich nachts sitzend auf dem Sofa eingeschlafen bin und morgens genauso wieder aufgewacht bin…..
Aber mein Thermo-Becher ist kaputt. Und Omma werde ich heute auch noch…..Kann´s noch schlimmer werden?

Omma

Omma war zu Besuch.. Wir sitzen, trinken Kaffee, sie strickt Socken und ich häkel meinen ersten Angry Bird. Jeder, der geärgert wird, kriegt jetzt einen….kann man werfen und hoffen, daß er für einen explodiert.
Jedenfalls sage ich Omma, es wäre doch gut, wenn sie mit all ihren  Erfahrungen ein Buch schreibt.
Und sie steht vor mir, sie möchte ein Laptop. Das verstehe ich nicht,w eil sie erst vor kurzem ihres verschenkt hat. Ich gucke sie verwirrt an und erinnere sie daran.
Näh, sie will ein Laptop. Aber eins, daß nicht eineinhalb Zeilen Abstand macht, wenn sie einen Brief schreibt!

Oma-Alarm

Ich werde Omma.  Nein, nicht von denen, die in Lohn und Brot stehen, nicht von denen, die ihr Leben schon langsam für sich geregelt kriegen…..nein, ich werde Omma von meinem Sorgenkind.  War klar, oder?
Und bei den jungen Eltern, der eine grad mal acht  und ein bißchen Wochen volljährig, ich nehme bewußt nicht das Wort  „erwachsen“ , die Mutter wird noch volljährig in nicht mal vier Wochen…….da sitzen Helfer vom Jugendamt.
Ich sehe es schon kommen, das Enkelchen wird auch nur dafür da sein, anderen das Auskommen zu sichern…..
Naja, vielleicht krieg ich es ja trotzdem mal zu sehen….wer weiß.
Jedenfalls, ich werde Omma, jetzt kann ich das Haarfärbe-Abo bei amazon kündigen, in Würde grau werden und rund und gemütlich……