Schule

Tag eins. Und prompt ruft die Schule an. Ich solle D. SOFORT aus der Schule abholen.
„Warum? Isser krank?“
Nein, er sei eine Woche von der Schule suspendiert zusammen mit anderen Mitschülern. Sie haben zusammen Toiletten  ganz schlimm verstopft.
“ Erstens: Ich habe kein Auto , ich kann ihn nicht abholen. Und zweitens brauche ich was schriftliches, sonst heißt es, die Horn lässt ihre Kinder nicht in die Schule.“
Ich werde durchgestellt. Der Schulleiter erlaubt, das D. mit dem Bus kommt und erklärt mir, eine Klassenkonferenz gäbe es eh noch.
Soweit so gut. C. empfindet Kloverstopfen nun nicht unbedingt als Gefährdung der anderen Schüler, ich hingegen denke an meine Arbeit, auf der wir uns seit Wochen eine Toilette mit der anderen Abteilung teilen und das ist wie Disko-Klo. Wenn das jetzt gaaaaaaaaaaanz schlimm verstopft wäre so wie in der Schule, das wäre schon körperlich gefährdend…..

Soweit so gut. C. geht und bringt Mini weg.
D. kommt. Klingelt und fragt mich, warum er denn nun eine Woche vom Unterricht ausgeschlossen sei…Ich sage ihm, er solle es mir sagen. Aber er sagt, er weiß nix, der Direktor habe ihm nix gesagt. Na toll.

Der Hund ist tot.

Lupus war schon lange krank. Es fing mit Magen-Darm vor zwei Jahren an. Hunde kotzen manchmal. Und manchmal haben sie auch Dünnschiss, aber so wie der plötzlich kotzte, da wußte ich: DA stimmt was nicht.
Ich also paniklich hin zum Tierarzt. Der guckt ihn an, bezeichnet ihn als gutaussehend für sein Alter, war er ja auch, auch ohne das Alter und gab mir Mittel mit, damit der Hund nicht weiter kotzt.  Aha. Arg wenig, für das Gefühl, was da war. Aber wenn der Tierarzt das sagt….
Dann wurde ein Hoden dick, vllt der andere auch nur klein, ich weiß es nicht. Im letzten Jahr wurde sein Fell ein Flickenteppich. Kleine Tiere waren nicht zu finden, dennoch  gegen alles, was Hunde so besiedeln kann, vor, innerlich und äußerlich. Er hatte ein Taubenei-großes Geschwür an der Innenseite des Hinterbeines, das nackt wurde. Aber er lebte einfach weiter, pflegte seine Feind- und Leidenschaften. Ich wusch den Hund, seinen Platz, holte von Dorschlebertran bis hin zu Balistol. Balistol bekommt man im Internet, für Dorschlebertran muss man 90 Kilometer weit fahren.
Cremte wusch, putzte. Und der Fell- Kram blieb stehen. Ein Erfolg. Es ging nichts weiter aus, der Juckreiz ging zurück. Die Milchdrüsen traten hervor, wie lange runde Stifte, oben drauf wuchsen kleine runde Gnubbel.
Wir fuhren ans Meer mit dem Hund. Uns war klar, was das ist. Das Ende. Ganz kleine Inseln von Fell entstanden auf den kahlen Flächen und wir dachten: Jupp, jetzt geht es wieder vorran. Es wird doch wieder alles gut.
Er fing an, sich einzulullen. Wir nannten das einfach, er wurde undicht. Er stand auf und es passierte, es passierte im  Liegen, im Laufen, beim Futtern, es passierte eben einfach. Genügend Haushaltsrolle, Hundeplatzdecken und Dan-Clorix waren im Haushalt. Und Wasser zu auffüllen des Wasserverlustes im Körper.
Kurz vor Weihnachten sah er aus, als habe er eben gerade geworfen. In der Zwischenzeit klaute er weiter dem Kind die Würstchen aus der Hand, die Schoki aus ihrer Vorratskiste und fing an den Müll zu plündern, legte sich zur Katze auf D´s Bett. Er klaute das Katzenfutter, wie die ganzen Jahre davor. Wir schlossen die Küche ab, kauften ihm teures Hundefutter. In Nass, ist klar. Er faß weiter Katze und die Katzen fraßen das vom Hund.
Belagerte das Sofa. Ja, mir war klar, was das alles bedeutet.  Mit war es seit dem Hühnereigroßen Geschwür am Hinterbein klar.
Vor vier Wochen wurde das Füttern mehr als schlecht. Von Leberwurstbrühe bis hin zu einer Schüssel voller Leckerlies und damit meine ich ein Pfund Leckerlies, einer Schüssel Trockenfutter und Nassfutter, mit Katzenfutter, ohne Katzenfutter, mit Streickäse, ohne, in allen Variationen…nix wollte mehr so richtig gehen. Er holte sich weiterhin Schokolade aus dem Kinderzimmer und packte sie gekonnt aus, wie all die Jahre davor.
Also fütterten wir das, bei dem Hunde garantiert nicht widerstehen können: Salami, Fleischwurst, Kuchen, Essen vom Tisch, alles zu dem Angebot an voller Futterschalen. Aber er war nicht bereit, die Mengen zu sich zu nehmen, die für einen ehemals 50 Kilo Hund nötig wären. Zu gleichen Zeitraum wurde er innerhalb kürzester Zeit ganz blind. Hören war ja noch nie seins, auch wenn er im Alter taub wurde, aber blind war schlimm. Er wurde immer dünner. Haut und Knochen.
Und ich dachte immer: Ich muss den loslassen. Ich halte den fest. Und ließ den los.
Aber er blieb. Es war, als warte er auf etwas. Morgens dachte ich, wenn ich heute von der Arbeit komme, dann ist er nicht mehr. Aber er lernte, wo er sich mit der Nase hinstellen musste, nachdem er anfangs immer in die Küche geguckt hatte und gewedelt hatte, wenn ich von der Schicht kam. Er fiepte und hoppste(!), wenn es rausging, auch wenn das Tempo der Spaziergänge immer langsamer wurde. Seine Feinde wurden ihm nicht egal.
Und gestern nun, nachdem ich es geschafft hatte, am Vortag zwei Dosen Katzenfutter in den Hund reinzubekommen, wurgste er. Und ich wußte: Das war´s. Ich rief einen Tierarzt an, machte für heute einen Termin. Ging zu ihm und er legte sich auf die Seite, genauso, wie er heute dann auf der Seite lag. Er trank nicht mehr richtig und fressen wurde noch weniger.
Heute morgen habe ich gelernt, das nicht nur ich ihn  festgehalten habe. C. sagte, Lupus habe doch gestern rumgehopst und sei im Flur völlig abgegangen, als er mit ihm raus wollte. Er habe doch noch Spaß. Ich solle den doch einfach noch ein bischen lasen. C. hatte rote Augen. Wobei er doch Hunde gar nicht mag. Außerdem habe der Hund ja doch das Katzenfutter gestern aus seiner Schüssel gefressen. (Anmerkung: Eine Dose Katzenfutter = 400 gr). Ich solle den Hund in Ruhe lassen.
Ich habe ihn trotzdem zum Tierarzt gefahren.

Heute morgen wollte er nicht mit, der Hund. Er wollte nicht ins Auto. Und schon gar nicht zum Tierarzt. Kein Locken, kein Betteln, am Ende habe ich ihn getragen. Sie hatten uns einen Termin vor der Sprechstunde gemacht. Er war so dünn und klapperig.
Es hat zwei Spritzen gebraucht und eine dritte in den Brustkorb und eine halbe Stunde. Ich weiß nicht, ob es wirklich der richtige Zeitpunkt war. Sterben ist  nicht so leicht. Und sterben ist wie geboren werden: Wenn es zum falschen Zeitpunkt kommt, dann ist es Quälerei.
Die Tierärztin fasste seine Milchleiste an und war erstaunt, das der Brustdrüsenkrebs nicht durch zig Untersuchungen diagnostierziert sei. Bis heute wußte ich nicht, das es beim Rüden zu 98 % tödlich ist. Als es anfing und es begann vor zwei Jahren mit Durchfall und diesem seltsamen Kotzen, da wußte ich: Das wird nicht gut.

Nun ist er nicht mehr, mein Gentle-Man. Alle konnten ihre Welpen problemlos nach dem Belohnungsprinzip erziehen. Bei dem hier ging das nicht. Sobald man den von der Leine machte, ging der seine eigenen Wege. Meine Güte, hat der mich oft blamiert. Weg warer. Und alle Hundebesitzer um mich rum: „Du musst nur Leckerlie…“ Irgendwann hatte ich die Fresse fett, war mit einer Freundin unterweg, der Hund dampfte ab und ich warf Hände von Leckerlies um mich herum. Er kam nicht wieder, aber die Hund meiner Freundin freuten sich wie blöd.
Rufen war auch zwecklos. Der kam erst dann wieder, wenn ich mir sein Gesicht klar mit der Zeichnung im Kopf vorstellen konnte. Dann kam er…..Ja, und ich nannte ihn dann Arschloch, weil das macht man nicht.
Er hat die Nachbarn immer irre gemacht. Ich weiß nicht, ob er es von der Katze gelernt hab, aber vor zwei Jahren machte er plötzlich Türen auf und ging draußen spazieren. Die Hundekenner unter den Nachbarn verfolgten ihn, versuchten ihn einzufangen und konnte ihm nur zugucken, wie er hier und dort pinkelte und dann zu seinem Rudel, Groß E und klein E, lief, die von der Schule kamen und mit denen nach Hause ging. Man lässt sich doch nicht von jedem anfassen.
Drei Spritzen und eine halbe Stunde. Es hat mir niemand gesagt, das das so lang geht. Niemand. Es hat mir niemand gesagt, das es so schwer ist, das er einfach nicht wollen würde wollen. Er ist sonst auch immer den Weg mit mir gegangen, der zu gehen war, aber diesen wollte er nicht.

Schmaddelkram hinter´m Thresen

Burgerking is´irgendwie am Arsch.  Ich kenne den Bericht nun gar nicht genau, aber ich habe auch schon bei Mäkkes am Thresen gestanden und man konnte in so einen Gang gucken, wo die Bürger zusammengebaut werden, die Nuggets aus irgendwelchen Warmhaltedingern in Schächtelchen geschaufelt wurden und die Pommes in diese Tütchen….guckte mir die Arbeitsflächen und den Fußboden an und dachte mir:
„Mein Gott, bin ich froh, das man nicht in allen Filialen in die Gänge gucken kann wie hier!“
Die haben wohl keine Putze oder aber die sprengen in den Drei-Stunden-Zu einfach mal den ganzen Laden weg und bauen ihn zur Eröffnung wieder neu auf.
Also warum soll es irgendwo anders sein? Weil das Kind einen anderen Namen hat? Nicht BurgerKing sondern Mäkkes heißt oder Kentucky?

DAS

ist definitiv kein Mai! Von den angeblichen 11 Grätern ist aber mal sowas von gar nichts zu merken!! DAS ist definitiv kein Mai, sondern nur Anfang April.
Im Bad ist geheizt, damit man das Kind baden kann.
Rauchen ist wie bei Frost, sämtliche Decken sind im Dauerbetrieb!
Kein Mai, absolut kein Mai.

Dem Gerhard sein Siebzigster

Den Gerhard hab ich ja noch erlebt, so als Bundeskanzler. Schöne Stimme hatter, schade die nicht immer für ordentliche Worte da ist….Am Anfang hatte der noch die Hiltrud. In der Zeit hatte ich zwei Gänse, die nannte ich Heinz und Hiltrud, genannt Hillu.
Aber Hillu ist Ende September vor Weihnachten in dem Jahr gestorben, also meine Hiltrud, nicht dem Gerhard seine, die ich nicht mochte, weil die aß immer ökologisch. In der Zeit war viel mit ökologisch und diesen Bio-Läden, die immer so unangenehm vor sich hin müffelten. Ich meine, so ein Supermarkt, der stinkt irgendwann nach Fleischtheke und dann wird der modernisiert, aber wonach so ein Bioladen müffelt, das kann ich gar nicht beschreiben. Aber davon ab. Als nun meine Hillu nicht mehr war, das brauchte der Heinzi ´ne Neue und bekam bis zum Schlachten zu Weihnachten Hillu 2. Aber das war nich´mehr so.
Der Gerhard hat ja dann auch seine Hillu getauscht, aber die Neue hieß nicht Hillu2, sondern Doris. Doris Schröder-Köpf oder so. Die war nicht ökologisch wie die Hillu sondern blond. Aber mal sowas von gefärbtem Blond, das hätte für fünf Köppe  gereicht. Ich meine auch, der hat die noch ma dick gemacht, der Gerhard die Doris. Aber das weiß ich nicht mehr genau.
Jedenfalls habe ich die Frage geklärt, was man wird, wenn man als Bundeskanzler arbeitslos wird. Dann wird man nämlich Gas in Rußland.
Soweit so gut. Das war das damals mim Gerhard. Dann guck ich so Fernseh und da wird der Gerhard vor einigen Wochen interviewt. Ich habe nicht das ganze Blabla geschafft, schaff ich beim dem nie, aber ich kann mich erinnern, das er davon erzählte, wie es ist, wenn er zuhause ist und seine Kinder in die Schule schickt und das hinterließ bei mir den Eindruck von Grundschüler mit Hello-Kitty-Trinkflaschen. Und das der ja mim Puttin so ist, aber mal sowas von so. Die sind nicht nur einfach Freunde, näh, die sind schon eher wie Winnetou und Old Shatterhand. Jawoll nämlich.
Damals war ja noch nicht Ukraine. Da dachte ich mir noch: Is ja süß, der Gerhard und der Puttin!
So. Und nun sitz ich nix ahnend heute im Zug und höre Radio und les Zeitung und lese so, das es ein Bild gibt, weil dem Gerhard sein siebzigster nachgefeiert worden ist in Rußland mit denen vom Gas und so und da haben die beiden sich in den Arm genommen. Ich meine, mal ehrlich, die sind ja auch so. Also richtig so. Winnetou und Old Shatterhand ebend.
Winnetou hätte ja nun den Shatterhand auch nicht einfach ausladen können von seiner nachgefeierten Geburtstagsfeier. Wie hätte das denn ausgesehen, wenn da ein Bodyguard gestanden hätte und sich dem Puttin in den Weg gestellt hätte und gesagt hätte: „Du kummst hier ned rein!“
Man muss hier genau unterscheiden, denk ich . Das eine ist Politik. Das mit der Ukraine und den Geiseln. Das Arbeit. Die vom Puttin. Die vom Gerhard is ja Gas. Das andere is ja prívat. Die Winnetou-Old-Shatterhand-Geschichte. Heißt Shatterhand eigentlich wackelnde Hand? Ich muss das mal guhgeln. Und weil das ja privat ist,das mim Geburtstag, da kann man seinen Blutsbruder auch mal in den Arm nehmen. Hat ja Winnetou auch mit Old gemacht, wenn die Hälfte seines Stammes von Old entführt und versklavt worden ist. Hatter bestimmt!

Meine Fresse, Gerhard! Ich weiß schon, warum ich das verschissene Interview nicht bis zum Ende gucken konnte! Meine Güte, Gerhard, ehrlich. Das mit der Körner-Hillu, das hab ich noch verstanden. Ich hoffe, Du hast der Doris ihr Gebiß mittlerweile richten lassen. Aber vllt is die ja auch nich mehr aktuell, aber das echt wurscht. Das mim Gas, das fand ich komisch, aber wegen mir. Aber das jetze hier, mein Bester! Wenn man schon privat feiert, warum muss dann die Presse mit bei sein? Das das eine.  Das andere ist: Du bist überhaupt kein Freund vom Puttin. Du bist bloß so´n Radfahrer! Freunde, die sagen einem nämlich auch mal, was nich in Ordnung is! Die machen da keine Kuschelnummer oder hatter Dir ins Ohr geflüstert beim Kuscheln: „Gerhard, alles, alles  Gute zum Geburtstag, Bruder!“ und dann hamse die Geiseln inner Torte reingebracht. Hatter nich.  Gerhard, ich meine, mit siebzig, gut da lässt die Hirnleistung echt nach, aber sooooooooooo doll?
Mach Dich bloß wieder aus den Medien, ehrlich. Enttäuschung hat einen Namen, nämlich Deinen!

Dinge, die ich noch nie gesehen habe

und von denen ich glaubte, sowas gibt´s nicht!
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Ich möchte ja nicht unhöflich sein….Also, ähm, das brachte eine Kollegin mit zur Arbeit. Wenn man hinguckt, dann sieht man, das die Dinger nicht nur handsortiert sind, sondern die grünen Blättchen auch noch brav unten am Kistenboden liegen.
Ich mein, ich komm ja vom Land. Also bei uns gibt es die Dinger in Gläsern, in Eimer und im Garten, aber das hier, das ist einfach nur dekadent oder vllt aber doch noch nicht. Dekadent ist es wohl eher, wenn jede Erdbeere einzeln verpackt ist….Die hier sind mir jedenfalls unheimlich. Ich mag die lieber im Eimer, im Glas und im Garten. Wer weiß schon, wo diese Dinger in der Kiste da herkommen….

Das Ende einer Ehe…

ist in den seltentesten Fällen einvernehmlich, harmonisch und schön.  Schön kann es schon sein, für den, der sich entschlossen hat, zu gehen, weil er seine Harmonie mit diesem Entschluß wieder gefunden hat.
„Ein Arbeitsverhältnis ist verlgeichbar mit einer Beziehung – Wenn da ein Anwalt reinkommt und schreibt, dann ist das alles kaputt.“ So sagte mir ein Arbeitsrechtsanwalt. Ich sollte doch noch mal…blablabla. Was er vergessen hat, ist die Tatsache, das wenn einer von beiden eine Anwalt hin zu zieht, das dann das Verhältnis schon richtig gestört ist, also eigentlich kommt der immer dann, wenn die Scheidung kommt.
Nun ist mein Scheidungsantrag gegenüber meiner Förma noch einmal um ein paar Wochen hinausgezogen worden. Aber seit Dienstag brodelte der Entschluß: Ich will die Scheidung! Ist mir egal, was danach kommt, ich will die Scheidung!

Und seit Freitag schlage ich mich mit dem Gedanken: Morgen wird es besser, morgen kannst du da problemlos wieder hin.
Am Ende einer Beziehung sagt man dem Partner in der Regel diese wenigen Worte: „Hör´ma! Is`aus. Das war`s!“ und dann geht oft ein Drama los. Das war´s habe ich schon gesagt und die Kollegen haben mir vorgeschlagen, PC´s mitzunehmen. Aber ich will sie nicht haben und habe drum gebeten, die Kofferräume der Kollegen zu nutzen, die die Dinger auch nicht wollen, nur einen anderen Job.
Wenn wir in der Abteilung mit einer übergeordneten Person im Gespräch stehen, kommt einer der Kollegen, der mal eben nebenbei anmerkt, das die mitsprechenden schlecht über die übergeordnete Person sprechen, auch über die Kollegen, über die Firma, eigentlich über alles….trotzdem hat sich noch niemand unserer erbarmt. Kein Einschreiben im Briefkasten.
Dann kam der Vorschlag, ich könne doch jemanden verprügeln. Allerdings wies ich dann auf den Vorfall in der anderen Abteilung hin, bei dem einer der beiden im Spaß-Schubsen einen komplizierten Handgelenk-Bruch erlitten hat. Wobei…wir schubsen uns ja hier auch immer zum Spaß. Ich mein, mal isses ein Bein, dann der Kopp, ein anderes Mal ist es eben ein Handgelenk…normalste Sache von der Welt.
Ich holte mir Rat von einer Kollegin. Die war sogar so weit gegangen, das sie zu ihrem Teamleiter gegangen ist und sagt:
„Elfie, ich habe keine Lust mehr auf die Arbeit. Ich will nach Hause. Kündige mich!“ Immerhin hatte die Kollegin schon seit Jahren alles versucht. Zu spät zur Arbeit, zu früh wieder weg. Zu wenig gearbeitet, ALLES und alles war fruchtlos.
Aber auch diese Offenheit brachte nichts. Sie bekam nur ein persönliches Gespräch.

Ich habe keine Lust, mir Häkelzeugs mit in die Firma zu bringen, um die Zeit zwischen den Aufträgen totzuschlagen. Den Arbeitsmangel habe ich versucht darzustellen, in dem ich durch die Abteilung gelaufen bin und Gespräche mit Kollegen angefangen habe. Nix.
Nun bin ich, wie man am Ende einer jeden Beziehung zu dem Schluß kommt, auch zu solchem gekommen: Ich muss ausziehen.
Also lese ich Stellenanzeigen. Und es gibt auch was richtig Interessantes. Bei der Post. Und während ich denke:“ Ja, das würde ich mal gern machen!“, da ist es, wie am Ende einer jeden Beziehung – Vertrauen ist alle. Ich glaub nix mehr.
Wie soll so ein Vorstellungsgespräch laufen? „Sagen Sie nichts, geben Sie mir nur den Vertrag. Nur was schrifltich ist, zähl?“
Also habe ich beschlossen: Ich bewerbe mich bei der Zeitarbeit. Die lügen immer, habe ich im Netz gelesen und im Fernsehen gesehen. Da kann ich mir sicher sein, auf was ich mich einlasse. Und ich muss hoffentlich nicht ein Sodoku mit zur Arbeit bringen, um nicht blöd da zu sitzen.

Fillett (genauso gesprochen wie geschrieben)

Da das gefrorene Fillett genauso viel gekostet hat wie das Rindergulasch, kam C. drauf, man könne es ja mal als Besonderheit zu Ostern probieren.
Okay. Zwei von diesen Delüxe-Dingern von Lidl ab in den Einkaufswagen, Gemüse mit zu und Kartoffeln. Ich mag Kartoffen.
Samstag nach der Arbeit das Fleisch aus dem Frost ab in den Kühlschrank zum Auftauen. Man will ja nix falsch machen, weiß man ja, das das was voll Edles ist, das Fillett. Nich einfach so wie Rindergulasch oder Schinkengullasch, das zur Hälfte eh verkocht….neeeee, mal hier so was richtig Edles: Schweine-Fillet.
So. Sonntagmorgen. Ostern. Ab halb neun sitze ich mit meinem Kaffee vor dem Rechner und lese sämtliche Rezepte, nachdem mir das „Ich schneide es in Scheiben und wickle es dann in Schinken und brate es dann“-Rezept von meinem Kollegen nicht gefallen hat.
Ab zehn war ich inne Küche. Man sollte vorsichtig die Haut da entfernen von dem Fillett und das Fett. Okay, gemacht. Dann sollte man das scharf anbraten So. Und dann ab in Folie und Niedrig-Garen. Also genauso wie im Fernseher in den Kochshows.
Alter Verwalter, war das anstrengend. Das Gemüse vorsichtig gedünstet und natürlich braucht es bei diesem Fleisch bei 80 Grad im Ofen in Alufolien-Schiffchen nicht so lange wie zu Butterfleisch im Schmortopf.
So.
Und dann war das fertig. Und aufgeschnitten sah das genauso aus wie auf den Bildern vom Fernsehkoch im Internet….aber was daran zart sein soll, das hat keiner von uns verstanden und das mit dem Saft,der da rauslief und sich so ekulich mit der Soße vermischte, war ein echter Kochfehler, weil ich aus dem Fernseher weiß, ich hätte das beim Garen mehrfach wenden müssen, damit sich diese rote Brühe im Fleisch verteilt, aber mit Alluschiffchen ist da nix mit wenden…
Also….wir bleiben bei dem Billig-Fleisch, das wird im Schmortopf buttweich und es läuft nicht so ne rote Brühe raus.
Wir sind halt nicht so edel für Lidl-Delüxe und für medium, als nich durch….