Beschlossene Sache das

Jeder, der mir auf meine Bewerbungen nicht absagt, bekommt 14 Tage später noch einmal die Unterlagen zu geschickt. Ich bringe denen das bei, ich spam die tot.

Das Kuhle ist, daß es dafür sogar ein Programm gibt, das automatisch zu einem voreingestellten Zeitpunkt Emails verschickt.

Helfen wer‘ ich denen, aber sowas von…Ich bring denen das schon bei.

Klassenkonferenz Ergebnis

Das Ergebnis von D.s Klassenkonferenz:

Er soll zu einer Drogenberatungsstelle und dort wegen Alkoholismus eine Therapie machen.

Habe mit denen telefoniert, wurde gefragt, wie oft er in der Schule damit auffällig war und er bekommt einen Termin und eine Bescheinigung, weil er einmal damit auffällig war.

Weiterhin ist er nicht mehr von der Schule suspendiert, sondern macht im Januar ein Praktikum statt Schule, weil er der Direktorin gesagt hat, er habe keinen Bock auf Schule. Er soll darüber lernen, wie toll Schule ist.

Ist in einer Autowerkstatt. D. hatte bisher keine Affinität zu Autos außer dort einzusteigen und sich fahren zu lassen. Mit Zwang hat er auch mal Einkäufe ausgeladen.

Dann habe ich der Direktorin den Gesprächsverlauf zwischen Tabea und D. zugänglich gemacht. Ich dachte, man kann jetzt wirklich mal was bewegen. Das die Erwachsenen dort das Thema vielleicht anders angehen. Naja, ich bin halt doof. Tabea muss ne Therapie machen, kriegt aber keine Klassenkonferenz.

Im Moment frage ich mich, ob die Direktorin überensibilisiert ist, vielleicht einen Alkoholiker in der Familie hat…Aber das will ich nicht behaupten. Es sind nur Fragen.

Warums

In letzter Zeit habe ich oft gelesen, warum andere blogs schreiben.  Und dann eben diese Offenheit, die schon benannt wurde, und ich fürchte, das ich vielen damit zu Nahe trete, was wirklich nicht meine Absicht ist.

Dieser  Blog heißt „nicht die Wollnys“. Ich habe das schon mal beschrieben, das ich immer welche suchte, die mehr als die zwei Kinder haben, weil man sich dann nicht alleine fühlt. Und weil ich es nicht mehr hören kann, das sich andere mit ein, zwei oder drei Kindern schon am Ende ihrer Leistungskraft befinden und gar nicht wissen, wie man das macht, wenn man mehr Kinder hat. Ja, genauso wie mit zwei, drei, vier oder einem. Nur eben öfter. Und ich kann nicht mehr hören, das man mir die Kinderzahl gar nicht ansieht. Und ich habe mich gefragt, wie man denn aussieht, wenn man soviele Kinder hat. Und wenn ich die Leute das gefragt habe, dann bekam ich zur Antwort: „Eben nicht wie du.“ Aha.

Und dann habe ich welche gefunden, im Real-Life.  Mütter mit vielen Kindern. Und da trugen die Kids schmuddelige Sachen, weil machen sich eh dreckig, oder aber in jedem Landkreis, in dem die Familie gewohnt hatte, war dann eins im Heim  bzw. die Mädels im Mutter -Kind-Heim und die Mutter war nur darauf aus, den nächsten Mann zu finden und ich sollte doch mal mit ausgehen mit ihr….Und Schule, nunja, immerhin sind sie bis auf eine auf die Förderschule gegangen, die eine machte Hauptschule, hatte dann aber mit zwanzig auch gleich mal zwei Kinder. Und das war für mich falsch. Ich kriege doch nicht Kinder, um die in irgendwelchen Heimen umzuverteilen. Was ist denn das für ne Logik?

Und auch ich erlebte, das mir Behördenmenschen die Anträge vorausfüllten. Leute mit vielen Kindern haben keine klemmenden Tastaturen, sondern sind einfach von natur aus blöd.

Suche erfolglos. Und dann kamen die Wollnys im Fernsehen. Und ich dachte: „Ha! Endlich.“

Ja, und ich guckte das. Ehrlich. Obwohl die Kinder Namen wie Hygiene-Artikel haben oder hässliche Doppelnamen. Und obwohl mir ganz vieles fremd war. Ich bewunderte sie für den aufgeräumten Garten und fragte mich, warum die Kinder so moppelig sein müssen, aber Schluß war für mich mit der Serie, als Mutter Wollny 128 Pakete Möhren aussem Lidl vor sich liegen hatte, um Möhren einzufrieren oder was auch immer. Bitte, wer macht denn sowas? Mal ehrlich? Möhren sind das ganze Jahr über billig. Und kurz drauf ernteten sie auf einem Feld Erdbeeren bei einem Erbeerbauern und Vater Wollny zermatschte das ganze Obst mit einem Stampfer im Topf. Und auch da dachte ich: Super-Story. Aber im Hof nen Pool mit Kies drum rum. Logisch alles. Und ich lese auch keine Zeitungen wie Bunte und sowas, weil wir Bücher haben. Und ich habe nicht verstanden, warum die keinen Faust im Regal haben, keinen Thomas Mann, und Shakespeare für die nix ist. Und ansonsten ist alles Friede, Freude, Eierkuchen bei denen, es gibt keinen Ärger in der Schule, die Kinder testen sich selbst nicht aus, die Zimmer sind IMMER aufgeräumt….Also eigentlich alles wie bei den kleinen Familien. Sogar mit dem Wäscheberg und Staubsaugen müssen die auch nie. Wie geht denn sowas? Ich habe drei Schmutzfangmatten, eine im Windfang, eine im kleinen Flur mit dem Gästeklo und eine im unten im Treppenhaus und ich muss jeden Tag saugen, am besten zweimal pro Tag und auch die Treppenstufen. Wie machen die das? Fliegen die rein?

Jahre davor gab es mal eine Serie mit Großfamilien. Die hatten alle ein Haus mit den vielen Kindern. Und Mutti war immer zuhause. Habe ich bewudert alle, aber ich habe nicht verstanden, warum die überall blaue Müllsäcke  stehen hatten oder aber Wäschekeller mit Dreckwäschebergen wie inner Kleiderkammer, wenn die Container geleert werden. Und dann sagten die, sie würden nur zwei Maschinen pro Tag waschen. Und ich fragte mich, was die mit dem Rest der Dreckwäsche machten? Wegschmeissen?

Und dann gab es Carla G., die mir sagte, ich solle doch einfach das aufschreiben hier aus unserem Leben. Und dann habe ich damit angefangen.

Als mein Blog hier her zog, benannte ich ihn ja um. Eben in „Nicht die Wollnys“ und „von John-Boy bis Elisabeth“ (bitte hinten mit diesem richtigen „Th“ und bitte mit bischen Spucken.), weil das mit dem Studium Vergangenheit ist. Den Bezug zu den Waltons hätte ich nicht herstellen dürfen, weil bei uns nix Friede, Freude, Eierkuchen ist. GAR nix. Ich habe Kinder in der Pubertät, und, wie meine Schwiegertochter so schön sagt, Pubertät ist nicht therapierbar.

Von jedem Menschen, dem man begegnet, kann man was lernen. Ich habe besonders viel von Punne gelernt. Der sagte mir mal ganz ernst, dass er Drogen nehmen wollte, als das angefangen habe. Er habe die Entscheidung getroffen, sie zu nehmen und auch die, weiter zu machen. Und er war zwölf, als das anfing.

Und Frau Jürgens, unsere ehemalige Familienhelferin, brachte mir bei, das man sich als Eltern nicht zu schämen braucht, wenn Kinder trinken, rauchen oder Drogen nehmen, wenn man sie nicht dazu aufgefordert hat. Und da können sich alle sicher sein, sowas habe ich nicht. Aber dennoch bin ich entsetzt und habe Angst, wie jeder andere Elter auch. Allerdings habe ich nie verstanden, warum wir Eltern zur Drogenberatung sollten, wenn unsere Kinder doch die sind, die welche nehmen. Sollen wir gut für die einkaufen? Drogenberatung. Was für ein Wort! Genauso wie Brustsprechstunde. Bei der ich die unheimlich Vorstellung hatten, das Rechts und Links mit dem Doktor reden….

Ich will authentisch sein, wenn ich hier schreibe. Da wird nix beschönt. Wobei ich denke, manchmal doch. Und ich koche keine 128 Pakete Möhren ein. Wozu auch? Man kann die da ganze Jahr günstig kaufen.

Dieser Blog ist hier, weil ich es so leid bin, immer nur auf die Kinderzahl reduziert zu werden. Ich konnte mich daran nie gewöhnen und habe meinen Kindern oft gesagt, das es keine Verpflichtung gibt, Klischees zu erfüllen.Und das ich erwarte, das sie es in ihrem Leben besser machen als ihre Eltern und Großeltern und alle davor. Kann man ja wohl auch erwarten, wenn ihr IQ den eines Butterkekses übersteigt. Dieser blog ist hier, weil ich immer wieder das Gefühl habe, mich für mein Leben schämen zu müssen, für meine Kinder, für meine Beziehung und meine fehlende Ausbildung. Ich habe C. immer wieder gefragt, was das geben soll, wenn ich wirklich den Bachelor in der Tasche habe. Mal ehrlich, was heißt das denn, wenn so eine wie ich den wirklich macht? Die Ausbildung ist schlecht. Das würde man draus machen. Nichts anderes. Naja, soziales Umfeld hat mich ja auch ausreichend beschäftigt und es hat ja auch nicht geklappt. Und irgendwo bin ich auch froh drüber, sonst müsste ich jeden Tag mit solchen Leuten, die mir dort begegnet sind, zusammen arbeiten. Ja, ich weiß, es gibt auch andere, aber wie schon oben beschrieben, bin ich im Finden nicht gut. Das Lernen war klasse, das vermisse ich schon.

 

Ich muss mich einfach noch mal entschuldigen, falls ich jemandem zu direkt bin. Aber das Leben ist so und ich kann für mich nicht so tun, wie wenn mein Leben hinter einem weißen Gartenzaun stattfindet, mit einer Chicco-Rutsche und einem kleinen Hund.

 

Baum steht

und ich habe allen gesagt, daß ich weiß, daß Weihnachten für sie nix ist. Aber ich erwarte von den meinen, daß das kleine Mädchen in unserem Haushalt Weihnachten bekommt. Weil es für sie noch so ist, wie es ist.

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Und da ist er wieder, einer der Gründe für diesen Blog!

A. kommt nach Hause. Er habe ein Gespräch mit seiner Direktorin gehabt, weil Till behauptet hat, A. habe ihm auf den Kopf gespuckt.

Er habe nun also das Gespräch mit ihr gehabt. Sie wollte von ihm wissen, ob er denn überhaupt Platz in meinem Arm habe und ob wir gemeinsam Mittagessen,….Begründung war, das er sich selbt nicht liebe.

Ich habe ihm dann sein blödes Play-Boy -Deo, die Busfahrkarte und das neue Haarwachs gegeben. Dinge, die ich besorgen sollte.

Liebes Leben, meine lieben Kinder, Ommas, Neffen, Nichten , Schwägerinnen, Lehrer….

also kurz:

 

Hallo Umfeld!

Es sind noch zwei Wochen und ein Tag, dann ist Jahresende. Also knappe zwei Wochen.

Im Januar war M. verschwunden; furchtbare Wochen, bis Anfang Februar. Ich habe mich mit komischen Leuten und der Polizei rumgesetzt; kenne jetzt alle Krankenhäuser und weiß, das es auf dieser Welt einen Menschen gleichen Namens gibt, der allerdings in Rumänien oder sowas geboren ist, und mit einem internationalen Haftbefehl aus Spanien gesucht wird.

Ende Februar brach sie A. nach dem Schubs den Arm und musste operiert werden. Ich habe mich mit Ärzten und Schwestern rumgesetzt, mit Lehrern. Gott sei Dank hatte ich einen hartnäckigen fieberhaften Infekt, sonst hätte ich gar nicht so viel Zeit im KH verbringen können.

Im März hatte Mini ihren Grand Mal. Ich habe mich erneut mit Ärzten und Schwestern rumgesetzt und Mini wieder mit nach Hause genommen.

Im April wurde das dritte Enkelchen tot geboren und ich habe getröstet, geweint.

Im Mai haben wir das Enkelchen begraben und ich habe mich mit Lehrern herumgesetzt, weil die Kinder zur Beerdigung nicht frei bekommen sollten.

Im Juni weiß ich gar nicht mehr.

Im Juli wurde ich krank;  A. musste überstürzt noch operiert werden, weil der Draht schon nach drei Monaten raus gemusst hätte, aber das keiner wußte, weil wenn man ein Kind auf eigene Verantwortung mitnimmt, keiner mehr einen Abschlußbericht bekommt ausser der Unfallversicherung.

Den August verbrachte ich zur Hälfte mit Kopfschmerzen liegend im dunklen Zimmer.

Irgendwann zwischen drin war das Drama mit den jungen Eltern. Auch nicht besser.

Anfang November ne bekloppte Ärztin, die mich in die Maschinerie Krankenhaus schicken wollte.

Gymnasium.

Dann starb der Opa. Ab dann lange Meter Familienarbeit; auch bei Sohn drei kriselte es, Kriselt nicht mehr.

Letzte Woche zwei Klassenkonferenzen; der eine suspendiert;….

Sodele. Und jetzt sind es noch zwei Wochen und ein Tag bis zum Jahresende. Und Weihnachten ist so geplant, das nicht mehr alle zuammen sitzen, sondern nur noch die, die miteinander wollen, was für mich bedeutet: 3 Tage Besuch.

ABER: Jetzt, Umfeld, jetzt haltet ihr alle mal die Füsse still, während ich Bewerbungen schreibe, Kekse backe, die Weihnachtsdeko fertig stelle….

Einfach mal 14 Tage Fresse halten.

Danke.

 

Bewerbungen

Da habe ich mich also beworben; ich brauche einen neuen Job. Das finde ich nun wieder gar nicht so einfach. Gelernt hab ich ja nix, aber gemacht  schon ’ne Menge. Als Thekenschlampe bin ich zu alt, als Cleanschlampe habe ich mich klar auch beworben. Für die Unterhaltsreinigung in der Flüchtlingsunterkunft mitten im Harz. Aber da habe ich auch nichts mehr gehört. Nunja, ich kann zwar Putzen und ist mir auch egal, aber…

Zwei Zeitarbeitsfirmen haben mich in ihrer Karttei aufgenommen, aber es geht erst wieder wirklich im Januar los.

Tja, und natürlich hat sich ein Callcenter gemeldet. Die bieten das gleiche Geld wie bisher für’s Home Office an.  Und ganz klar, wieder mal Vertragsoptimierung. Ja, nee, ist klar. Wenigstens kann da kein TL mal eben neben mir sitzen und mich bejängeln. Das werden die schon irgendwie anders hinbekommen, das bejängeln.

Vertragsoptimierung. Tolles Wort.

Sex, Drugs und nix Rock’n’roll.

Ob es Montag oder Dienstag war, als die Schule anrief, wir sollte D. von derselbigen abholen und er wäre mit sofortiger Wirkung suspendiert, kann ich nicht sagen. Es sein meinem fieberhaftem Infekt geschuldet, der die Ursache für die Einnahme von Nuvominsulfon und Ibuprofen im Wechsel ist, weil sonst der aufrechte Gang nicht mal ansatzweise möglich wäre.

Wir ihn also abgeholt. Klassenkonferenz sollte heute sein.  Sollte. Warum?

Kurze Zusammenfassung der Ereignisse:

D. hatte eine Flasche Vodka mit in die Schule gebracht und sie mit Tabea geteilt, allerdings waren Luisa und Paula, die nach Tabeas Sprachnachricht an D. nichts vom Vodka abkriegen sollte, weil Tabea von der emotionalen Verfassung Luisas nach Alkoholgenuß genervt sei und Luisa eh nur Paula was abgebe, also Luisa und Paula waren hin zum Lehrer und zack, war die Nummer aufgeflogen.

Wo hatte D. den Vodka her? Von einem „Kumpel“ vom Bahnhof. Da die Polizei sagte, es handele sich bei der Beschaffung solchen Alkohols nur um eine Ordnungswidrigkeit und ich müsse einen Zeugen besorgen, der bezeuge, das der „Kumpel“ D. den Alkohol gekauft habe, habe ich die großen Brüder gebeten, doch ernsthaft in der Sprache des Kumpels mit demselben zu reden. Ist gemacht worden.

Nun stand also die Klassenkonferenz noch an und gestern machte mir D., nachdem ich zwischen Nuvo und Ibu nicht alles verstanden habe, die Sprachnachrichten von  Tabea zugänglich. Am Mittwoch hatte die Mutter Tabeas den Klassenlehrer der beiden angerufen und erklärt, das D. Tabea gezwungen habe, Alkohol zu trinken. So lautete eine der Sprachnachrichten.

Und gestern teilte sie D. mit, das er wahrscheinlich nicht von der Schule fliege, wenn er nur die ganze Schuld auf sich nähme und Luisa und Paula müssten nur dasselbe sagen, da müsse man sich noch drum kümmern. Luisa und Paula sitzen als Schülervertreter ebenfalls in der Klassenkonferenz.

Und nach diesen Dingen sehe ich die Klassenkonferenz als Farce, denn wie kann jemand, der gezwungen wird, Alkohol zu trinken, noch vor Erhalt des Alkohols erklären, wer alles nichts ab kriegt? Oder nachfragen, ob der Alkohl besorgt sei?

Wir wollen hier mal eins klar stellen: D hat den Alkohol besorgt und mitgebracht. Dafür hat er Verantwortung zu übernehmen. Und ich finde einen Rausschmiss aus dieser Schule gerechtfertigt.

Allerdings fände ich auch einen Schulverweis für den Jungen gerechtfertigt, der letzte Woche erst ein Messer mit 15 cm Klinge dabei hatte und zwei Tage später mit einer Spraydose und einem Feuerzeug einen Flammenwerfer in der Schule herstellte. Aber da entschied man sich für 14 Tage Schulverweis. Finde ich unangemessen gering.

Montag suche ich D. eine neue Schule. Ich weiß, das er dort im Focus steht und das finde ich nicht schlecht. Seit zwei Monaten läuft es bei ihm krum. Erst schwänzt er stundenweise die Schule, dann wird er beim Klauen erwischt, dann kommt er voller Marihuana vollbreit nach Hause und jetzt das. Eine Änderung des Umfeldes wirkt oft Wunder, glaubt mir.