Sodele. Weil der Garten voll, und damit meine ich wirklich VOLL, mit diesen blöden Bodendeckern und Petersilie ist, habe ich C. überzeugt: Wir brauchen so´ne Kompostkiste.
Gesagt – Getan! Ich heute morgen los in den handelsüblichen Baumarkt, Kompostkiste kaufen.
Eine Dame im Polo-Hemd mit Firmenlogo wies mir den Weg.
Und da stand ich nun vor einer kleinen Auswahl von Kompostkisten.
Das kniehohe Bettlatten-Modell für 16,95 Euro ohne Deckel fiel aus. Das kriegt man für zehn Euronen bei Ikea mit Band zwischen den Brettern. Da hätt ich einen schönen Ärger hier, wenn ich sowas mitbringen würde.
99,95 Euronen für Plaste mit Deckel in grün, fand ich teuer, zumal die anderen beiden Modell, die um 60 Euronen billiger waren, ja auch Plaste in grün mit Deckel waren und sich mir nun nicht der Grund für den weitaus höheren Preis erschloß.
Um nix falsch zu machen, habe ich das von 60 Euronen auf die Hälfte runtergesetzte Modell Kompostkiste genommen.
Der Preis war schon weggegammelt, aber dennoch.
Zuhause gleich rein in die alten Klamotten, Kompostkiste aufbauen.
Ich packe das Ding aus und stehe vor einem echten Problem.
Ich das erstmal so zusammgebaut, wie ich mir so denke, Deckel drauf und paßt.
C. angerufen.
Er will sofort wissen, welches Problem ich habe.
Ich sage es ihm: „Schatzi, ich hab doch ne Kompostkiste gekauft.“
„Warste im Lidl.“
„Näh, im Toom, unserem Zweitwohnsitz.“
„Ja, ich dachte ja, du wärst Lidl, weil die da grad im Angebot sind..“
„Näh, ich Toom. So. Und ich hab das aufgebaut.“
„Ja, und?“
„Ich habe zwei große Teile über und sechs kleine schwarze. Einen Deckel und eine Seitenwand….“
Schweigen am anderen Ende der Leitung.
Verzweiflung macht sich bei mir breit.#
„Schatzi, ich weiß nicht, wie ich die fünfte Seitenwand da einbauen soll und wo der zweite Deckel hinkommt!“
„Tja,….“ eine gedankenschwere Pause folgt. „Da kann ich Dir nun auch nicht helfen. Ich gucke mir das an, wenn ich nach Hause komme.“
Was´n Chaos!
Umgezogen. Wir sind umgezogen. Aus die Maus. Nix mehr sozialer Wohnungsbau, sondern Doppelhaushälfte. Aber ein bischen gewohnte Umgebung ist noch. Oben, am Anfang der Strasse, da sind noch soziale Wohnungsbauten und die ersten Kontaktaufnahmen endeten für die Kinder gewohnt:
„Was glotzt Du so?“
„Halt´s Maul!“
Erfolgversprechend, oder?
Alles hat mehr gekostet als es sollte, aber das ist wohl auch normal.
C. hat einen neuen Herd bestellt. Der kommt morgen. Ich war von dem alten, den meine Mutter schon zehn Jahre vorher benutzt hatte, arg begeistert, aber er will ihn nicht mehr in der Küche haben. Schade.
Der war mal echt teuer und richtig schnell in allem. Und die Brotbackerei hat nur fünf Euro im Monat mehr an Strom gemacht.
Hoffentlich ist der Neue besser als mein oller Bosch.
Er hat eine Waschmaschine gekauft, weil meine alte nun nach Jahren nicht nur lustige Geräusche machte, sondern auch stank.
Die neue hat ein seltsames Programm: Selbstreinigung.
Was auch immer das sein soll. Es ist mir dermaßen unheimlich, das ich mich nicht traue, es zu nutzen.
Mein alter drei-Bein-Geschirrspüler durfte auch nicht in die Küche, sondern nur für die großen Teile in die Waschküche. Jetzt geht er bestimmt kaputt. Da bin ich mir sicher.
Nun sitze ich vor meinem Wört und weiß nicht, wie ich dem Schobcenter schreibe, das ich raus bin. Also nicht nur ich, sondern die Kinder eben auch…..
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit teile ich Ihnen mit, das ich zum 1. September umgezogen bin und damit raus bin.
MFG,
Immerhin habe ich C. versprochen, denen nicht zu sagen,w arum ich raus bin. Er hat sich arg über diese Leute geärgert.
Nun, ich kann ja noch ein bischen hin und her basteln.
Sehr geehrte Damen und Herren,
ausgezogen bin ich nun
und hab ab heute mit Ihnen erstmal nix mehr zu tun.
Klingt auch nett, aber ob die den Sinn verstehen, weiß ich nicht.
In diesem Sinne,
Herr Hansemann
Herr Hansemann ist ja nun der Nachbar, der mit Frau und Kind zwei Häuser die Strasse runter wohnt.
Herr Hansemann ist der, der alles so genau wissen will. Wieivel für das Haus bezahlt wurde, wann der Einzug ist, wieviele hier wohnen werden und und und.
Gestern nun also fahren wir Möbel. Wenn man eine Einbau-Küche aus der Küche re-einbaut, also ausbaut, dann erlebt man böse, wirklich böse Überraschungen und deshalb musste sie gestern dran glauben, die Küche.
Morgen hatten wir angefangen, Müll zu fahren. Das vergammelte Sofa. Babies, Kinder und ein undichter Hund tun einem lachsfarbenen Sofa überhaupt nicht gut. Das Etagenbett von Ikea, das aus Holz, bei dessen letztem Aufbau man sehr genau merkte: Einmal noch und sie schlafen beide unten. Und eben all diese Dinge, die man normalerweise im Fahrradkeller eines Silos mit einem Zettel, auf dem „Zum Mitnehmen“ steht, stehen lässt.
Auf der letzten Tour des Tages fuhren wir mit wilden 30 Sachen in die schmale Strasse und hörten laut „Born, to bee wild“. Ma so´n bischen aufmischen, die Jungens hier!
Und dann wurde entladen. Ich saß mit Mini auf den Stufen vor der Haustür, alle anderen entluden. Ein Fahrradfahrer in Trainingsjacke auf handelsüblichem Mountainbike fuhr die Strasse hoch. Soweit so gut. Wir wurschtelten weiter.
Und dann stand just jener Radfahrer, der eben noch die Strasse hochgefahren war, hinter unerem offenen Transporter einer namhaften Baumarkt-Kette. Jenem Auto, das für 7,95 Euro pro Stunde in den letzten Wochen zu unserem Zweitwagen geworden ist und all die Dinge transportieren muss, die die Brumsel nicht schafft. Den Kleiderschrank, zum Beispiel…oder vier Meter langen PVC. Bei letzterem stört einfach definitiv die Frontscheibe im Zafira.
Jedenfalls stand also nun Herr Hanselman hinter dem offenen Wagen und sprach mich dann quer über die Auffahrt an.
„Naaaha? Wieder fleißig?“
„Nein.“ War ich ja auch nicht, ich saß mit Mini auf der Treppe.
Er nickte mit dem Kopf in Richtung Hausecke.
„Wasser, ja?“
„Ja, Wasser.“ Wir hatten doch Wasser in unserem Bunker mit Bunkerstahltür, allerdings jetzt ohne Gasschleuse. Die Heizung brauchte Platz und da hat man die zweite Bunktertür im Inneren des Raumes entfernt. Und dort, wo der Notausstieg zur Strasse fühte, da war das Dachrinnenrohr verstopft, mit einem Vogelnest, wie sich später rausstellte, und das verwandelte unseren Bunker in ein Feuchtbiotop.
„Ist aber gemacht. Wenn Sie Genaueres wissen möchten, fragen Sie meinen Mann. Der hat sich drum gekümmert. Der ist da drinnen!“ und ich nickte in Richtung Transporter.
Herr Hanselmann sprach auch wieder nicht C. an.
„Naja, jetzt müsste es ja bald geschafft sein!“ meinte Hanselmann.
Am liebsten hätte ich geantwortet, das nur noch der Schwertransporter mit dem Bernsteinzimmer kommen muss und ich die Flack für Nachbarn wie ihn aufstellen muss, dann wäre wir fertig. Aber…macht man ja nicht.
Und als ich sagte: „Ja, bald.“
Da fuhr dieser Mann auf seinem Mountainbike mit orangenen Crocks an den Füssen die zwei Meter bis nach Hause.
WIE langweilig muss dessen Leben eigentlich wirklich sein???
MEINE Mülleimer kommen ab sofort wieder in die Garage. Aber sowas von sofort! Stehen halt die Fahrräder draußen.
"Haus" , Folge 14355
Was ist anders an so einem Haus? Der Unterschied zu einer Wohnung im sozialen Wohnungsbau….
1. Es ist echt leise hier, obwohl soviele hier wohnen.
Wenn ich in meiner Raucherecke sitze, dann kann ich die letzten Züge im Bahnhof einfahren hören, aber irgendwann, so um eins, da ist
es hier einfach irgendwann wie tot. Kein Krankenwagen, keine Polizei, keine telefonierenden Jugendlichen im Rondell, keiner, der über uns
seine Frau verprügelt und niemand, der sein Kind anbrüllt.
Die Nachbarn, die hier zwei Häuser weiter runter wohnen und sich uns vorgestellt haben, die haben eins. Doch, das lebt, aber das ist
irgendwie ein nettes. Das Kind ist ein Mädel und ihre Haare liegen in Ordnung, im Gegensatz zu meinen, da flattert, flittert, klebt es; wir
verwenden Wasser, um das wieder in Ordnung zu bringen.
Das Mädel hat auch eine teures Spielehaus im Garten, eine Sandkiste und eine Schaukel. Aber sie ist nie da. NIE. Nur einmal war der
Deckel der Sandkist angekippt und wir waren uns einig, das das gar keine Sandkiste ist, sondern der Einstieg in einen Keller.
Einen richtigen Keller, in dem die Eltern des Kindes so richtig die Sau rausslassen. Aber das tun die wohl doch nicht. Die machen jeden
Abend punkt zehn das Licht in ihrem Wohnzimmer aus.
2. Wir haben die buntesten Fenster und den blödesten Garten, sowohl vorne als auch hinter dem Haus. Meine Bodendecker-Erdbeeren haben
Freunde bekommen, weil sie an manchen Stellen doch nicht so bodendecken, wie ich gern hätte.
Das Schaukelgestell hinter dem Haus ist immer noch nicht im Boden festgemacht und der Pool, den die Kinder mit Erde versaut haben,
hat schon sein erstes Loch und muss geflickt werden.
Ist vielleicht auch ganz gut. Wir sind schon ein bißchen auffällig mit dem Easy Quick-Start-Pool -Set. In den anderen Gärten ist da nix.
3. Ich weiß jetzt, warum die Muttis, die mit ihren Kindern in so einem Haus wohnen wie wir jetzt, warum die so saudünn und trainiert sind.
Meine Kinder sind ja schon groß. Und die Jungs wohnen direkt unter dem Dach. Das Treppenhaus ist offen….dennoch, sie können mich
nicht hören. Zwei Treppen sind zu weit. Richtig zu weit. Finde ich auch und wenn ich oben bin, dann finde ich das erst recht! Aber wenn
man so schnauft, da ist nix mit brüllen, da ist man froh, wenn man zwischen den Atemzügen noch Laute bilden kann
Als ich meiner Arbeitskollegin erzählte, das es echt ungewohnt ist, so zu leben, weil sie mich fragte, ob ich nicht die Ruhe genieße, da meinte sie nur, ich werde mich schon daran gewöhnen.
Recht hat sie. Man gewöhnt sich an alles.
Ich bin nur froh, das wenigstens etwas weiter oben in der Strasse doch noch sozialer Wohnungsbau ist. Sonst käme ich mir hier völlig verloren vor.
Aufruf- Jobangebot
Meine Firma hat einen Aufruf bei FB gestartet und deshalb kann ich darüber auch hier schreiben:
Und weil ich meinem TL gesagt habe, das ich das Plakat an mein Auto hängen will und er nichts dagegen hat, kann ich es auch hier veröffentlichen, denke ich. Zumindest den Inhalt:
Wir haben nämlich eine Aktion „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“: Es ist die Sonderaktion „Garantiert keine Überstunden“.
Es gehe ganz einfach, steht da. Ich muss nur bis zum 31.08.2014 einen neuen Kollegen werben, dann „entfällt fürDich und Deinen neuen Kollegen die Überplanung bis Ende des Jahres“. Die Prämien für geworbene Mitarbeiter würden wir on top erhalten, was auch immer das ist. Die Aktion betreffe alle Kollegen aus dem Telekommunikationsbereich.
Ich wäre so dankbar, wenn sie irgendjemand meiner erbarmen würde und bereit wäre, einen Arbeitsvertrag mit 7,50 Euro brutto Stundenlohn zu unterschreiben, eine sechs Tage Woche, Wechselschicht, Sonn- und Feiertagsarbeit ohne Zuschläge.
Dann wäre meine Mehrarbeit wenigstens bis Ende des Jahres weg.
Ich habe einen 35 Stunden Arbeitsvertrag und bin derzeit in der Spätschicht für 45 Stunden geplant. Wenn ich jetzt noch zu den neun Stunden eine mehr machen würde, dann würde ich sogar für die 10te 3 Euro brutto mehr kriegen und diese 3 Euro würden mir sogar ausgezahlt! Der Rest des Stundenlohns würde natürlich nicht ausgezahlt und ginge wie immer auf das Jahresarbeitszeitkonto.
Ich wäre dann nicht mehr 15 Stunden aus dem Haus! Keine Sorge, Hatz4 stockt auch weiterhin auf, weil soviel ist der Monatsverdienst wohl auch bei 40 Stunden nicht, hat mir zumindest ein Kollege erzählt.
K. ist gestern mit mir zu Arbeit gefahren und hat versucht, auf dem Bahnhof einen neuen Kollegen zu werben:
„Entschuldigen Sie? Haben Sie Interesse an einem schlechten bezahlten Job mit jeder Menge Überstunden?“
Der Mann wollte nicht. Er war schon da und hatte unter der Standortleitung gearbeitet, als die noch Team-Leiter war.
Morgen habe ich
nach fünfeinhalb Wochen meinen ersten Arbeitstag. Und meine Firma ist echt sozial kompetent, weil ich zu meinen schon regulären Überstunden nun noch eine täglich dazu bekommen habe. Ich finde die Klasse! Die machen mir mehr Stunden, damit mein JAZ nicht in Unordnung kommt und ich trotzdem genügend Pausen machen kann….
Augenarzt -Termin
A. kann nicht richtig gucken. Also endlich einen Augenarzt-Termin her. Das muss dringend gemacht werden. Nicht nur, das er die linke Seite vom Blatt am Ende nicht mehr beschreibt, wenn es zun Ende hin geht, nein, auch ein Optiker hat sich erbarmt und die Augen mal vermessen, aber ohne Garantie.
Und: Das Ergebnis war nicht gut. Und deshalb endlich den Termin.
Und da wackel ich mit meinem dicken Hintern in die Praxis, sage, worum es geht, soll den Namen sagen, mache ich. Das Geburtsdatum und erfahre dann, das ich im September wieder kommen kann, um im Januar einen Termin zu bekommen.
ÄÄÄÄÄÄÄÄÄH, Hallo? Wir sprechen hier von einem 13 jährigen, der sicherlich diesen Augenfehler nicht erst seit gestern hat….und nach den Sommerferien wieder in die Schule muss.
„Nee, geht trotzdem nicht. Und bei den anderen Augenärzten hier, da sei das auch so.“
Aha.
Ich gehe wortlos. Wirklich wortlos. Von wem oder was reden wir hier? Von einer kaputten Kupplung? Von einem neuen Service?
NEIN, von einem Kind, das nicht richtig gucken kann…..
Und man lasse es sich auf der Zunge zergehen:
Ic h darf im September wieder kommen, um einen Termin für den Januar 2015 zu machen….
Schulgespräch
Zwei Lehrer, eine Pädagogin, D. und Eltern treffen sich im Büro der Pädagogin.
Die Mutter weigert sich, sich auf einen weißen Stuhl zu setzen und setzt sich lieber auf den Boden.
„Ja, der D. der schwänzt ja ganz viel. Da sind ganz viele Fehltage….“ eröffnet Lehrer Nuimmer Eins ein Gespräch.
Und dann folgt eine lange Liste stereotypischer Ermahnungen an D., der seine Hand dazu nutzt, um sein Grinsen im Zaum zu halten.
„Wie viele Fehltage sind es denn?“ will die Mutter unvermittelt wissen.
„Das weiß ich jetzt nicht so genau, also eigentlich seien es ja nur Stunden, also nicht ganze Tage…“ Und die Ermahnungen an D. gehen weiter.
D. hält sich immer noch die Mundwinkel fest.
„Ja, also von wieviel Fehlstunden sprechen wir hier eigentlich?“
„Das weiß ich nicht genau. Aber D. , wenn Du so weiter machst, dann müssen Herr W. ( Lehrer 2) und ich genau aufschreiben, wann Du fehlst und das ist Mehrarbeit für uns….“ und wieder erfolgen Ermahnungen. D. sagt immer noch nichts.
„Gestern hast Du ja auch geschwänzt.“ schaltet sich die Pädagogin ein. „Warum hast Du geschwänzt?“
Mutter bricht der Schweiß aus; sie betet, das er nicht antwortet. „Weil es geht.“
D. ist brav und antwortet kindgerecht, das sein Kumpel gesagt habe, sie sollten doch den Work-Shop schwänzen.
Mutter ist erleichtert.
„Was sagt er denn, wenn er schwänzt, warum er schwänzt?“ wendet sich die Pädagogin an die Eltern.
Die gucken verdutzt. Wenn die beiden um 17 Uhr von der Arbeit kommen, ist noch kein Kind auf sie zugekommen und hat gesagt: „Achso, übrigens, ich habe heute geschwänzt!“
„Ich spreche das schon an, wenn ich den Verdacht hege….“
„Und was sagt er dann?“
>>Ja, Mama, ich hatte so keine Lust auf Schule, weil ich grad keinen Bock habe und Grenzen testen muss und die Schule und Du, ihr zieht grad an zwei Seiten des Stranges, und da kann man….> Weil es geht.An die Eltern gerichtet: “ Und Sie schreiben dem bitte keine Entschuldigung, wenn er schwänzt…“
Langsam ist echt gut. Die Eltern sind ärgerlich. Erst hatte die Lehrerin behauptet, die Eltern seien nie zu erreichen, dabei ist das Email -Postfach der Mutter voll mit Emails der Schule, auf dem Handy des Vaters sind auch schon Anrufe der Schule eingegangen, nur die neue Handy-Nummer von Mutter haben sie nicht bekommen, nach der Sms-Aktion „Ihr Sohn fehlt.“ und beim Rückruf in der Schule konnte niemand Auskunft geben. Festnetz gibt es auch und die gute alte Post klar auch.
„Ähm, ich habe doch gar keine Entschuldigungen geschrieben….“
„Ja, ich sage ja nur, es gibt ja Eltern, die das machen ….“ Und die Eltern merken genau wie D. auch, es ist ein Gesprächsschema.
„D., im nächsten Jahr läuft es besser. Definitiv besser. Das ist jetzt ein Versprechen und das muss gehalten werden…“
D. hat nichts gesagt und somit auch nichts versprochen.
Das Gespräch, besser der Vortrag mit Zwischenfragen wird beendet mit den Worten: „Wenn Du Dein Versprechen nicht hälst, dann werden wir jede Fehlstunde dem Landkreis melden und dann musst Sozialstunden machen….“
Mutter merkt an, das man sich doch darauf einrichten solle, das dies wenigstens einmal nötig werde. D. ist 14 und testet, die S**.
Eingeladen zum Gespräch sind wir mit „Er verweigert sich im Unterricht völlig.“.
Im Gespäch ging es um: “ Er schwänzt ausschließlich Französisch.“
Zu dieser zweiten Fremdsprache muss man Folgtendes sagen:
Es war ein Test und es hieß, man könne sie nach der siebten Klasse auch wieder abwählen, weil es sich ja um eine integrierte Gesamtschule handele.
Zum 2ten Halbjahr der 7ten Klasse hieß es dann : April, April! Geht doch nicht, das Abwählen.
Und seit dem schwänzt er Frasnzösisch.
Arbeitsauftrag an Mutter: Antrag beim Schulamt stellen, das der Junge da raus kann. Ausnahmen bestätigen die Regel.
BKH.
Rassekatzen sind ja was ganz anderes. Sagt die Tierärztin, ist die landläufige Meinung.
Nunja, heute steht C. auf und fragt, ob wir für die Rassekatze, die insbesondere nachts gern in Hände und Füsse beißt, eine andere Lösung finden könnte.
Heute nacht hat sie erst Mini maltretiert und ich habe schlecht geschlafen, weil Mini in mein Bett kam und ich die Nacht damit verbrachte, immer wieder von Bissen der Katze aufzuwachen und Mini zugedeckt zu halten…
Eine andere Lösung? Aussetzen ist verboten.
Kann ich es jetzt mal sagen: „SIEHSTE!“
Schulsozialpädagogin
Ich weiß nicht, ob jemand wirklich erfassen kann, was es heißt, wenn man austherapiert ist. Durch den gewordenen Vater bin ich unendlich vielen Sozialpädagogen begegnet. Und es war immer gleich, Jedes Gespräch begann floskelhaft gleich, auch wenn die Worte manchmal in anderer Reihenfolge kamen. Dieses Zähnezeigen, um mich milde zu stimmen, verwirrte mich. Gott sei Dank hatte ich eine Sozialpädagogin zuhause, der sagte ich nach einem solchen Gespräch:“Also entweder hatte der einen Tick und ist krank oder der hat gebaggert. Es war vollanstrengend und verwirrend…“ Sie lachte und erklärte mir das mit dem Milde-Stimmen-Grinsen.
Irgendwann nach einem der vielen, vielen immer gleichen sinnlosen Gespräche kam der Punkt, an dem ich merkte, das ich abschalte, sobald die Floskeln kommen. Normal kann man mit mir noch reden, aber auf angelernt pädagogisch geht gar nichts mehr.
Ich rief unsere Sozialpädagogin an und sagte es ihr. Sie war erstaunt, fragte, was los sei. Ich erklärte es ihr; es war kein Problem, weil sie dieses Mist irgendwann einfach weggelassen hatte.
In der Schule von A. ist nun seit einem Jahr auch diese Schulpädagogin. Und ich kann der nicht auf den Pelz gucken. Wenn ich deren Stimme schon höre, geht mir die Hutschnur hoch. Normalerweise würde ich sagen: Das ist nun mal so. Such Dir einfach einen anderen kompetenten fachlichen Ansprechpartner und fertig.
Aber die Dame möchte mich immer im Bezug auf A. beraten. Irgendwie weiß ich nicht, wie das gehen soll. Sie war einfach in den ersten zehn Sekunden durch und nervt nur noch mit ihrem: Ich will Sie beraten, ich muss Sie beraten, alle Ihre Kinder sind gestört.
Nun warte ich ja seit Wochen darauf, das ich von der Schule schriftlich bekomme, das A. umgeschult werden darf.
Statt dessen kam ein Schreiben für meinen größeren Sohn D., der auch noch die Schule dort besucht.
Am letzten Tag des Schuljahres will man mit mir sein Verhalten besprechen. Am letzten Tag! Sinnvoll, ganz klar.
Und natürlich ist auch wieder diese Sozialpädagogin dabei und ich stehe langsam an dem Punkt, das ich denke, ich sollte der Dame sagen, was ich von ihr halte:
„Hat bei Ihnen auch nicht zu einem richtigen Studium gereicht, oder? Kenn ich alles, wer bei uns nen schlechten Abi-Schnitt hatte, ist auch auf Sozialpädagogik raus….keine Sorge. Aber: Wer nicht weiter ist als ich, der kann mich nicht weiter bringen. Wollen Sie sich nicht einfach andere Opfer suchen?“
Am Schlimmsten finde ich, das ich genau das, was jetzt eingetreten ist, dem Jugendamt schon prophezeit habe und ich finde es schlimm, das ich recht habe! Ist A. weg, stürzen sie sich auf D..