Schulgespräch

Zwei Lehrer, eine Pädagogin, D. und Eltern treffen sich im Büro der Pädagogin.
Die Mutter weigert sich, sich auf einen weißen Stuhl zu setzen und setzt sich lieber auf den Boden.
„Ja, der D. der schwänzt ja ganz viel. Da sind ganz viele Fehltage….“ eröffnet Lehrer Nuimmer Eins ein Gespräch.
Und dann folgt eine lange Liste stereotypischer Ermahnungen an D., der seine Hand dazu nutzt, um sein Grinsen im Zaum zu halten.
„Wie viele Fehltage sind es denn?“ will die Mutter unvermittelt wissen.
„Das weiß ich jetzt nicht so genau, also eigentlich seien es ja nur Stunden, also nicht ganze Tage…“ Und die Ermahnungen an D. gehen weiter.
D. hält sich immer noch die Mundwinkel fest.
„Ja, also von wieviel Fehlstunden sprechen wir hier eigentlich?“
„Das weiß ich nicht genau. Aber D. , wenn Du so weiter machst, dann müssen Herr W. ( Lehrer 2) und ich genau aufschreiben, wann Du fehlst und das ist Mehrarbeit für uns….“ und wieder erfolgen Ermahnungen. D. sagt immer noch nichts.
„Gestern hast Du ja auch geschwänzt.“ schaltet sich die Pädagogin ein. „Warum hast Du geschwänzt?“
Mutter bricht der Schweiß aus; sie betet, das er nicht antwortet. „Weil es geht.“
D. ist brav und antwortet kindgerecht, das sein Kumpel gesagt habe, sie sollten doch den Work-Shop schwänzen.
Mutter ist erleichtert.
„Was sagt er denn, wenn er schwänzt, warum er schwänzt?“ wendet sich die Pädagogin an die Eltern.
Die gucken verdutzt. Wenn die beiden um 17 Uhr von der Arbeit kommen, ist noch kein Kind auf sie zugekommen und hat gesagt: „Achso, übrigens, ich habe heute geschwänzt!“
„Ich spreche das schon an, wenn ich den Verdacht hege….“
„Und was sagt er dann?“
>>Ja, Mama, ich hatte so keine Lust auf Schule, weil ich grad keinen Bock habe und Grenzen testen muss und die Schule und Du, ihr zieht grad an zwei Seiten des Stranges, und da kann man….> Weil es geht.An die Eltern gerichtet: “ Und Sie schreiben dem bitte keine Entschuldigung, wenn er schwänzt…“
Langsam ist echt gut. Die Eltern sind ärgerlich. Erst hatte die Lehrerin behauptet, die Eltern seien nie zu erreichen, dabei ist das Email -Postfach der Mutter voll mit Emails der Schule, auf dem Handy des Vaters sind auch schon Anrufe der Schule eingegangen, nur die neue Handy-Nummer von Mutter haben sie nicht bekommen, nach der Sms-Aktion „Ihr Sohn fehlt.“ und beim Rückruf in der Schule konnte niemand Auskunft geben. Festnetz gibt es auch und die gute alte Post klar auch.
„Ähm, ich habe doch gar keine Entschuldigungen geschrieben….“
„Ja, ich sage ja nur, es gibt ja Eltern, die das machen ….“ Und die Eltern merken genau wie D. auch, es ist ein Gesprächsschema.
„D., im nächsten Jahr läuft es besser. Definitiv besser. Das ist jetzt ein Versprechen und das muss gehalten werden…“
D. hat nichts gesagt und somit auch nichts versprochen.
Das Gespräch, besser der Vortrag mit Zwischenfragen wird beendet mit den Worten: „Wenn Du Dein Versprechen nicht hälst, dann werden wir jede Fehlstunde dem Landkreis melden und dann musst Sozialstunden machen….“
Mutter merkt an, das man sich doch darauf einrichten solle, das dies wenigstens einmal nötig werde. D. ist 14 und testet, die S**.
Eingeladen zum Gespräch sind wir mit „Er verweigert sich im Unterricht völlig.“.
Im Gespäch ging es um: “ Er schwänzt ausschließlich Französisch.“
Zu dieser zweiten Fremdsprache muss man Folgtendes sagen:
Es war ein Test und es hieß, man könne sie nach der siebten Klasse auch wieder abwählen, weil es sich ja um eine integrierte Gesamtschule handele.
Zum 2ten Halbjahr der 7ten Klasse hieß es dann : April, April! Geht doch nicht, das Abwählen.
Und seit dem schwänzt er Frasnzösisch.
Arbeitsauftrag an Mutter: Antrag beim  Schulamt stellen, das der Junge da raus kann. Ausnahmen bestätigen die Regel.

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