Tolle Leistung! Ich würde nach dem fünften Glas nicht mal mehr die Küche finden.
Quelle: Mit Wein kochen
Tolle Leistung! Ich würde nach dem fünften Glas nicht mal mehr die Küche finden.
Quelle: Mit Wein kochen
K&K.
„Seit heute Nacht null Uhr kotzt das Kind.“ Das hört sich für mich an, wie eine Kriegserklärung an den Vorkoch-Sonntag. An einen Sonntag überhaupt. An eine erholsame Nacht sowieso.
Seit heute Nacht null Uhr bis heute morgen um fünf wurde ich mit den Worten „Ich muss kotzen.“ fünfmal geweckt, habe Dramen wegen des gleichzeitigen Durchfalls des Kindes gehabt. „Hast Du gekackt?“-„Nein.“-„Und was riecht dann hier so?“-„Ich habe eingekackt.“-„Boah, Kind! DAS darf keinesfalls lange auf der Haut sein! Schatzi, komm ins Bad!“
Morgens dann die anderen zu den in die Zeitungen geschickt und die schon mit der Hand und Kernseife vorgewaschene Bettwäsche, Nachtwäsche, Laken, Decken ab in die Maschine; in jedes Bad einen Korb und saubere Waschlappen mit einem Handtuch, Wechselwäsche….
Und jedesmal wieder die Haare aus dem Gesicht gehalten, wenn das Wasser zum Frühstück den Rückweg wieder antrat oder sich das Kind noch einmal den von ihr georderten Pfefferminztee noch einmal durch den Kopf gehen ließ.
Medizin wurde Milliliterweise in das Kind gefüllt; mit Uhrzeit und Menge auf einem Zettel notiert, falls auch das wieder den Rückweg antreten sollten.
Dann wurde das Mittagessen, das gestern schon vorbereitet war, fertig, das Kind verweigerte die Mitesserei, ging schlafen….
Und während sie schlief, trocknete der Lüfter unten ihre Bettzeug, die Decke, den Matratzenschoner und sämtliche Wäsche, die das Kind über Nacht produziert hat….Ich bin doch irgendwie dafür, das die Arbeit als Eltern einen anderen Stellenwert in dieser Gesellschaft findet als eine Selbstverständlichkeit zu sein. Aber dann müssten auch die Pflegeberufe ein ganz anderes Ansehen bekommen, wogegen nun wirklich nichts spricht, finde ich…
Kartons kontrolliert, 10400 Flyer in die Kartons geschmissen, 10400 Kartons durch die Klebemaschine geschoben und festgehalten, weil die Maschine so ausgeschlagen ist.
10400 Kartons zu zwei Flaschen Herbizid-Emulsion. in der Frühschicht von Montag bis Freitag.
Ich wache nachts davon aus, weil die Arme eingeschlafen sind.
Gestern hatten wir Voralarm. Die Sensoren im Gebäude hatten Abweichungen von der Norm festgestellt und die Lautsprecherstimme erklärte uns, wir sollten an unserem Arbeitsplatz bleiben, was für die Gabelstaplerfahrer irgendwie doof ist.
Wir sind trotzdem bei Schichtwechsel nach Hause gegangen. Is‘ Wochenende, is‘ klar, näh?!
An der Linie selber, wie es so schön im Fachjargon heißt, verunfallte gestern eine neue Kollegin aus Rumänien. Sie öffnete einen Karton und hatte zwei Kanister mit Emulsion, die undicht waren. Und damit war das Herbizid auf ihrer Hose, ihren Handschuhen, auf dem Band auf den Kartons.
Das Band und die Kartons haben wir mit Bremsenreiniger, den wir zum Reinigen der Klingen der Klebemaschines benutzen, sauber gemacht.
Montag war der große Tag der vierteljährlichen Untersuchung.
Blut abgenommen und als der Doc mit der Nadel in Minis rechtem Arm rumstocherte, war ich versucht, ihn weg zu schubsen. Ja, macht man nicht, habe ich auch nicht.
Mini ist ein dreiviertel Jahr anfallsfrei. Blut hat er dann aus dem linken Arm genommen.
Wir freuten uns ob der Anfallslosigkeit dieses kleinen, zickigen Mädchens, als wir gingen. Sprachen in der Tür noch über die Einschulung.
„Wenn sie das hinter sich hat, also anfallsfrei ist, dann braucht man in der Schule nichts zu sagen…“
„80-20.“
Ich: „Bitte was?“
„Vergessen Sie nicht, 80 Prozent Anfallsfreiheit zu 20 Prozent…“
Arschloch.
Sie arbeiten in verschiedenen Firmen, aber ihnen ist eins gleich:
Sie haben immer was Lustiges zu erzählen, IMMER, ganz lustig. Immer eine Anektdote von der Freundin/ dem Freund, namenlose Wesen, die ihr Leben durch Telefonate bereichern.
Sie haben eine anfällige Konstitution und sind der ihnen zugeteilten Aufgabe kaum gewachsen, haben mal etwas gelernt, aber die Inhalte oft nicht verstanden.
Enno zum Beispiel hat mal Strassenbauer gelernt und setzt auch heute noch Hauptwasseranschlüsse nach gut Dünken, gern auch zu hoch, damit sie nicht vom Eigentümer übersehen werden. Lediglich der Schneepflug ist ein Problem, der reißt den dann halt ab, was wiederum bedeutet, das Enno auch weiterhin Arbeit hat.
Natalie ist Fleischtheke und liebt den Restewagen, der abends gepackt wird. Beim Einräumen kann sie sich Stunden an ihm aufhalten, so dass die Kollegen gern eine Wettrunde machen, nämlich wer minutengenau errät, wie lange sie dort einfach nur reinguckt.
Gerd arbeitet im Einzelhandel und wenn Ware kommt, nimmt er, ganz Kavalier, die schweren Sachen wie Klopapier, Hygieneartikel und überlässt wohlwollend den Damen die Dosen und Getränke.
Und Marco erklärt Freitag, das man überhaupt froh sein könne, wenn er einen Kanister in die Hand nehme und in Kartons stelle, denn immerhin ist Freitag. Und Freitag macht er keinen Akkord, sondern langsamer. Ihm fällt nicht auf, das das Donnerstag und Mittwoch auch schon so war und das Mädel hinter ihm am Band ihm schon gesagt hat, sie könne seine Arbeit nicht auch noch mit erledigen.
Sie sind so schön vorhersehbar. Und auch wenn es drollig ist, das man genau vorhersagen kann, wann Enno den 4-Meter-Anhänger mit Sand mit aller Macht rückwärts an den Radlader auf der Baustelle setzt, Nadine mal wieder krank zuhause ist oder Marco ein braunes Gesicht hat, weil er dem Chef und so, so sind sie doch die letzten, die gekündigt werden. Vielleicht aus Mitleid?
Genauso.
Karton kommt.
Reingucken.
Gelber Deckel? Japp.
Weisser Deckel? Japp.
Bedienungsanleitung rein.
Karton zu.
Linker Zeigefinger auf Aufkleber? Japp.
Pfeile nach oben? Japp.
Ab in die Maschine.
Das ganze läuft folgndermaßen im Kopf:
Gelb, weiß, Zettel, Zeigefinger, Pfeil und schubs.
Quelle: … mit aller Härte des Gesetzes …
Ich klatsche immer noch Beifall.
Links aktuelles Fotto, rechts das von vor einer Woche. Wie man besonders gut sieht, ist der Skunkstreifen verschwunden. Okay, einige andere auch, aber…bischen Verlust hat man immer.
Weil sich nach dem Waschen die Haare nicht kämmen lassen, brauche ich Spülung, zweimal um genau zu sein, was den Vorteil hat, das ich nun endlich genau meiner Rolle angepasst aussehe und das Klischee erfülle:
Vielkind-Mutter arbeitet in Fabrik. Gut, ich habe auch schon erklärt, das bei meiner Einstellung in der neuen Firma niemals die Rede davon war, das ich schreiben bzw. lesen können müsste und rechnen sei ja immerhin auch keine Einstellungsanforderung gewesen…. Aber es nervt mich doch, so verschmaddelt rumlaufen zu müssen und ich habe verstanden, was die Friseurin meinte, als sie mich ganz vorsichtig fragte, ob ich nicht vielleicht bereit sei, mir zweimal pro Woche Kokosöl in die Haare zu schmieren, um den Schaden zu begrenzen. Das sowas grade jetzt passieren muss, das nervt mich am meisten. Vor‘ nen Jahr wäre es mir noch egal gewesen.
Ich bin auch wieder beim Verursacher gewesen, weil ich so eine schöne Geheimratsecke bekommen habe und man mir gesagt habe, ich solle unbedingt reklamieren.
Dort erklärte man mir, das mir die Haare ausfallen, weil ich mit der Frisur offensichtlich nicht zufrieden sei und hoffte, das der Ausfall ende. Im Übrigen ist die dunkle Grundfarbe sehr wohl ein Braunrot und kein blauschwarz, wurde mir weiter gesagt.
Die Vorstellung allein finde ich genial: Boah, die Frisur sieht scheisse aus, schmeisse ich mal alle Haare ab. Kuhl wäre, ich könnte das aufeinmal. DAS hätte was.
Jedenfalls habe sie Reklamation zur Kenntnis genommen und als unbegründet abgetan.