„Willst Du abwarten? Oder willst Du tätig werden?“ – Ich halte das nicht mehr aus, Teil 4

Nun, das war eine schwierige Frage, aber manchmal reicht eine Nacht.

Heute morgen fand ich eine Nachricht vom jungen Vater, dass die junge Mutter ihn und mich anzeigen will. Das will sie machen, weil ich, die in der Nacht vor dem angekündigten Besuch des Jugendamtes nicht schlafen konnte, morgens um fünf eine Email geschrieben habe. Es war für mich nicht zu tragen.

Nunja, heute also die What´s app Nachrichten. Habe ich zurück geschrieben, sollse machen. Dann eine Nachricht von Tanja. Tanja ist knapp zehn Jahre jünger und bietet einen Notfallplatz. Betonung liegt auf Notfall. Und sie und ich sind da, um jederzeit mit dem Vater zu telefonieren, damit er sich in der Wohnung nicht mit der Mutter streitet.

Es geht nur noch um 14 Tage, dann ist er in der eigenen Wohnung, drüben an seinem Arbeitsplatz.

Tanja war nun schon eineinhalb Stunden im Telefonat, als sie mich anrief.

Es eskaliere wieder. Sie würde wieder streiten. Sie, Tanja, würde jedoch die ganze Zeit mit dem Vater telefonieren und dieser bliebe ganz ruhig. Ob ich hinfahren könnte.

Erstens hatte ich kein Auto, zweitens meine Mini zuhause – ich würde also mal sagen: Nein.

„Außerdem sind die Kinder in der Krippe, also lass sie sich die Köppe einschlagen.“

„Die sind da.“

„Die sind da? Wieso sind die da?“

Dort sei ein Glas kaputt gegangen und das andere Kind sitze auf der Wickelkommode.

„wo ist der junge Vater?“

„Der liegt im Bett.“

„Wenn die von der Wickelkommode fällt, wirst Du es hören und auch das Glas ist nicht Deine Verantwortung. Der Vater soll da bleiben, wo er ist und ganz ruhig bleiben…“

„Die wirft seine Sachen über den Balkon?“

„Das eskaliert. Ich informiere die Polizei.“

Das habe ich auch gemacht. Die Situation geschildert und sie sind mit Blaulicht ausgerückt. Fünf Mann.

Und auch die haben ihr noch einmal erklärt, das sie dem jungen Vater nicht den Schlüssel abnehmen kann, weil sie ihn in den letzten zwei Jahren geduldet hat.

Mir ist es klar, das ich die Kinder nicht wieder sehe. Mir war das auch schon vor der Email klar. Aber: Ihre Wohnung war am Abend vorher schon eine Katastrophe und am nächsten Abend vor meiner Email auch noch.

Dann war Ruhe. Der junge Vater schrieb mir, das er nicht mitgenommen worden sei.  Und er komme später rum.

Das machte er auch. Und er erzählte, das der Besuch des Jugendamtes wohl doch nicht ohne Folgen geblieben sei. Denn nach dem Polizei-Besuch, die die Wohnung ebenfalls in diesem Zustand vorfand, wie ich ihn kenne, rief die Mutter meiner Enkel die Sachbearbeiterin an, um zu fragen, ob der Termin am Dienstag mit der Familienhilfe fix sei.  So sagte jedenfalls mein Sohn.

Ich habe mit C. gesprochen, der mich fragte, ob es das wert sei. Die Kinder nicht mehr zu sehen. Ja, ist es.  Meine Enkel müssen nicht studieren, beim Superstar auftreten oder Geige lernen. Aber sie haben das recht, auf die mitteleuropäische Grundversorgung. DAS ist ihr recht.

Machen Kinder glücklich?

Quelle: Machen Kinder glücklich?

 

Das ist eine schwierige Frage, weil ich nicht weiß, wie es ohne Kinder ist. ich kann das nicht beurteilen.

Meine Kinder sind nicht genormt, wie, so sagte meine Hebamme einmal, das oft in anderen Großfamilien ist.

Marx sagt, die Familie sei die kleinste Keimzelle der Gesellschaft. Und ich habe begriffen, das ich als völlig unpolitischer Mensch im kleinen Politik mache. Das war und ist keine gute Erkenntnis.

Ich sehe Kinder ganz egoistisch als Chance. Sie krempeln Dein Leben um, sie spiegeln Dich, sie hinterfragen Dich. Als Eltern darf ich sie ohne Wenn und Aber einfach nur lieben, auch wenn sie noch den größten Mist bauen. Sie bringen das eigene Leben in einen nie endlichen Fluss aus Veränderungen. Und sie lieben Dich genauso so ohne Wenn und Aber wie Du sie liebst. An ihre Liebe sind keine Bedingungen geknüpft wie Deine Elternliebe auch an keine geknüpft sein soll.

Diese Kleinigkeiten wie das einfache Halten, wie man sie durch Gefühlsstürme trägt. Wenn sie sich über Erfolge freuen, das ist soooooooooooooooo ansteckend, und wenn es reicht, ihnen in Katastrophen und bei Miserfolgen die Hand zu reichen, sie zu halten und zu sagen: „Komm! Once again!“ Und sie nehmen im zweiten Anlauf die Hürde ihres Lebens, unbeschreiblich.

Ein-Kind-Mütter habe ich beneidet. Und zwar um das Privileg,  das die Mütter, wenn der Zwelch neu ist, ganz in seinem Rythmus leben können.

Aber ich würde dennoch mit ihnen nie tauschen wollen,  denn so ein Einzelkind muss ja dauernd bespielt werden, da ist ja keiner, der dem Unterhaltung bieten kann. Da ist auch keiner, der den großen Bruder gibt, wenn es Ärger auf dem Spielplatz gibt.

Ich weiß, das die Wahrscheinlichkeit bei der Anzahl meiner Kinder höher ist, das ich das eine oder andere durchaus überlebe. Kein schöner Gedanke, aber die Anzahl meiner Kinder macht es zwingend nötig, das es weiter geht, in die Normalität zurück, egal welche Katastrophe passiert.

Ich mag die Subkultur, die in meiner Familie herrscht, denn manchmal verbünden sie sich, um sich dann doch wieder gegenseitig in die Pfanne zu hauen.

Meine Mutter freut sich immer darüber, das, wenn ich meine Kinder um Hilfe bitte, sie sofort da sind. Umgekehrt ist es auch. Ich habe begriffen, das eine Großfamilie bedeutet, eine familiäre Ebene zu schaffen, die nicht auseinander bricht, wenn ich nicht mehr bin. Sie haben sich untereinander noch und das leben sie auch. Und  dafür bin ich so dankbar, das wird kaum jemand verstehen.

Und es ehrt mich, das meine erwachsenen Kinder zu mir kommen, wenn Katastrophen passieren und es auch dann reicht, wenn ich ihnen im übertragenen Sinne die Hand reichen kann. „Komm! Once again!“

Bin ich also glücklicher? Das weiß ich nicht. Aber glücklich und dankbar bin ich für mich selbst, unabhängig irgendwelcher gesellschaftlicher Normen sehr wohl.

Ich halte es nicht mehr aus, Teil 3

An den Unbekannten, die Unbekannte, die heute das Jugendamt informiert hat. Dank. Ich bin so dankbar!

Der Mitbewohner forderte den jungen Vater und mich auf, die Wohnung für den morgen anstehenden Besuch des Jugendamtes zu putzen.

Ich mache das nicht.

Ich werde meine Enkelkinder nie wieder sehen, das weiß ich, aber der Gedanke, das sie aus diesem Scheiss heraus geholt werden, saubere Klamotten haben, nicht zwischen Flaschen und Dreck spielen, nicht mehr weinen beim Einschlafen, das ist für mich die allergrößte Vorstellung. Wenn sie nie wieder solche Windelprobleme haben, wenn sie richtig spielen und lachen können, wild durch die Gegend hopsen und nicht mehr in der Karre frieren müssen, weil vllt doch jemand da ist, der dafür sorgt, das sie einen Winterfußsack nutzen dürfen und Mützen haben.

Wer auch immer das war: DANKE! Wir rücken die Bilder und die Zeugenaussagen raus.

Meine Enkelkinder haben die Aussicht auf ein schönes Leben. Ich bin wirklich den Tränen nahe, weil ich weiß, das es richtig ist.

Ich kann das nicht , Teil zwei

sonntag abend klingelt mein Handy. Der junge Vater ist außer sich.  Der neue Freund der Mutter hat entgegen der Absprache dort im Bett übernachtet. Er beschimpfte sie, während sie keifte und im Hintergrund die Mädels.

Sie widerum schrieb mir über What’s app, das Denis, ihr neuer Freund, sie zwar nach Hause gebracht habe, aber abends wieder nach Hause gefahren sei.

Ich schrieb ihr, das gehe mich nichts an. Ihr Sache, sie müsse alles, was sie tue verantworten. Ehrlich gesagt, glaube ich das kaum. Um viertel nach acht hier ankommen, um kurz vor neun den letzten Zug zurück zu nehmen.

Ich habe es hinbekommen. Mein Sohn regte sich ab; entschuldigte sogar bei, wie sie mir heute sagte.

Gestern ging es dann weiter. Sie hatte eine Freundin da, als er auf dem Weg zur Arbeit war. Beide Damen, zack. Die nächste Nummer. Sohn war für mich nicht mehr erreichbar. Ich weiß nicht, ob man das verstehen kann, ich meine damit, ich konnte nicht mehr mir ihm reden. Also in Absprache mit meinem Mann sie angerufen. Die Situation wurde mir katastrophal geschildert. Ich also wieder mein Sohn. Nix. Wieder mein Mann. Ich die Mutter und die Kinder geholt und oben im Zimmer eines Jungen untergebracht.

Mit der Polizei gesprochen. Da er noch im Mietvertrag steht und sie seinen Aufenthalt geduldet hat,  Zivilrecht. Okay.

Heute morgen bin ich ins Krankenhaus zum MRT. C. hat den beiden kleinen Mädels und Mini Frühstück gemacht und ich habe C. und MIni in fortgebracht.

Als ich wieder komme, lege ich ihr die Möglichkeiten dar. Sie eine neue Wohnung zu suchen, dann sitzt er eben auf dem Mietvertrag. Alles andere dauert zu lange.

Der Grund, warum mein Sohn jetzt dringend raus muss, ist  der neue Freund. Nach sechs Jahren hat er sich von seiner Freundin getrennt, ist zur Mutter gezogen, aber die ist nicht so, nunja, danach habe er bei seiner Schwester gelebt, aber die habe zwei kleine Kinder und nun eben beim Onkel, der ihn zum ersten elften auf die Strasse setzt, weil er die ewig schlechte Laune seines Neffen nicht ertragen könne.  Und deshalb habe sie , die junge Mutter,ihm angeboten, er, der sich einen Job hier in Goslar suchen wolle, könne ja so lange bei ihr und den Kindern wohnen.

Aha.,

Aha. Also deshalb das Ganze. Ich sage nichts. Als ich am Vorabend mit meinem Sohn telefoniert habe, bin ich immer wieder zu C. gegangen und sagte, das er verrückt geworden sein muss. So fremd und außer sich war.

Ich telefonierte mit meinem großen Sohn und bitte ihn um Hilfe. Den Strassenbauer rufe ich nur an, wenn wirklich wirklich nichts anderes mehr geht. Er will am Abend kommen.

Während dieser Zeit sitze ich mit Mutter und Kindern in unserem Haus und denke mir: Nunja, kannst ja Hausarbeit machen, die Mutter ist da. Die Größere verschwindet immer wieder in die obere Etage, der kleinen wird der Weg auf die Treppe  durch zwei umgekehrte Stühle verwehrt. Sie sitzt im Esszimmer, mit ihrer Freundin, die doch noch kurz vorbei kommt, um den Liebeskummer zu klagen, während ich die Scheiben im Wintergarten putze, die Terasse absauge, da die Damen dort gern hinaschen, sauge die untere Etage. Dann geht nach einem Capuccino die Freundin wieder, während ich oben in Minis Kinderzimmer das ausgeschüttete Playmobil wieder einräume. Mini ist gar nicht da.Ich komme wieder runter. Die junge Mutter sitzt auf einem anderen Stuhl, die Kinder quirlen durch das Haus. Es riecht nach Endprodukten und ich bitte sie, die Große zu wickeln. Aber es war falscher Alarm. Gegen Mittag werden die Kinder quengelig. Die Große jammert nach Mama, die am anderen Ende des Tisches stitzt  und die kleine mit Apfelmus füttert. Das Mädel schmiert Apfelmus an die Tischkante, hat es im unteren Teil im Gesicht. Mama gibt ihr einen Nuckel und wechselt den Platz am Tisch. Ich mache den Tisch sauber.

Als Groß E. kommt. Ich mache ihr Reis von gestern war; sie will ihren Camembert zum Überbacken. Als der fertig ist, setzt sie die kleine einfach neben sich auf den Stuhl. Ich maßregele Groß E. , weil es kein Kinderstuhl ist und ich befürchte, das Kind könne fallen, was mit einem Jahr auf so einem Stuhl in der Regel durchaus realistischer ist als bei Groß E..

Die Mutter erklärt mir, das mache nichts, sie mache das selbst auch laufend.

Okay. Ich bin alt.

Der alleingelassene junge Vater ruft mich an und bittet mich, ihn nach Wernigerode zu einer Wohnungsbesichtigung zu fahren.

Mache ich, hole Mini, fahre meinen Sohn zum Fussball und hole C.. Das Esszimmer ist ein Schlachtfeld, die kleinen Mädchen haben C.’s Arbeitszimmer auseinander genommen und die Mutter hat wieder den alten Stuhl im Esszimmer und das Handy.

Der Strassenbauer und seine Frau C.  kommen. Wir sollen Schnee kriegen und mein C. und er ziehen schnell die Winterreifen auf unserem Auto auf.

Wir wissen nicht, was uns erwartet in der Wohnung. Also sprechen wir ab, das meine Schwiegertochter C. mein Auto mit den Kindern um den Block fährt, während ich mit meinem Sohn und der jungen Mutter in die Wohnung gehe. Wir werden die Kinder bespielen. Als bei dritten Mal keine Anstalten entstehen, das die Sachen der Kinder zusammen gepackt werden, frage ich, ob sie sie mal anziehen wolle, weil wir draußen nur drei Grad haben.

Sie laden mein Hausfrauenauto und die junge Mutter erinnert mich daran, das sie ihren Tabak, die Hülsen und das Gerät nicht  mitgenommen hat. Auf dem Weg zum Auto finde ich  noch eine Bastelarbeit der großen Enkelin und eine Decke.

Dann fahren wir in die Wohnung. Vor dem Haus möchte die große Enkelin einen Nuckel, aber auch der fehlt, also gebe ich ihr einen Notfallnuckel aus meiner Handtasche. Einer, der für Mini ist.

Seit ich heute in der Wohnung war, bin ich nur noch entsetzt.  Bierflaschen, dreckiges Geschirr. Wir reden nicht von einem Sixpack, sondern einer Sammlung auf dem Boden in der Küche, die eine von diesen großen Einkaufstüten zur Hälfte füllt. Drei leere Wodka-Flaschen liegen in der Küche und ich weiß von meinem Sohn, das die schon aus der Woche davor stammen. Und eine Mülltüte, so voll, das man sie nicht mehr anheben kann. Das Spülbecken ist voll mit Abschwasch, das Abtropbecken und finde keinen Platz für die beiden Teller aus dem Wohnzimmer. Das Backblech aus meinem alten Herd ist durchgehend mit schwarzer Kruste überzogen…

Der Strassenbauer sammelt im Wohnzimmer den Müll ein. Verpackungen, Wäsche, richtiger Dreck, von dem ich nicht weiß, wie er dort überhaupt hinkommen kann, … eine abgerollte Tüte Müllbeutel liegt im Flur, aber das erkenne ich nicht gleich. Ich frage die junge Mutter, was das ist und sie erklärt mir, das sei eine Rolle Müllbeutel, die der junge Vater mal von mir bekommen habe und die liege nun da. Ich hebe sie auf und sage ihr, sie soll sie in die Schublade packen, kann man ja noch gebrauchen.

Der Strassenbauer sagt, das wir die Wohnung sauber machen sollen mit seiner Frau zusammen und ich verweigere mich. Ich sitze noch hier, weil ich auf meine freundlichen Helfer warten muss, damit mein Tagessatz erfüllt ist. Erst, wenn die Waschmaschine durch ist, der Geschirrspüler noch mal befüllt, dann kann ich ins Bett.

Das Jugendamt hat die Hilfen eingestellt, weil alles in Ordnung ist und ich bin nur entsetzt. Ich bin echt nur noch entsetzt.Aber die müssen wissen, was in Ordnung ist.

Der Strassenbauer telefoniert mit dem jungen Vater, kommt ins Wohnzimmer und sagt, das auch sie Absprachen einhalten müsse. Wenn beide abgesprochen hätten, das neue Partner nicht in diese Wohnung kämen, dann gelte das auch für sie. Sie solle ihn nicht belügen. Und sie solle die Wohnung sauber machen.

Ich bin nur noch entsetzt. Zuhause erzählt mir meine Schwiegertochter C., das sie „einfach mal auf FB gestalkt hätte“ und die junge Mutter habe ein Foto veröffentlicht mit ihrer lebenslangen großen neuen Liebe und darunter habe ihre Mutter geschrieben, das sie, die junge Mutter nun einen richtigen Mann habe und nicht so einen Waschlappen wie meine Sohn.

Dieser Dreck in der Wohnung. Diese dreckigen kaputten Klamotten an den Kindern. Kein Fußsack für die Karre, sondern eine 2,99 Euro Decke und die Kinder in verlassen in Strumpfhosen das Haus…bis ich heute die  Wohnung gesehen habe, dachte ich, sie sei noch irgendwo anders gewesen, wenn sie mir die Kinder übergibt. Aber jetzt glaube ich das kaum.

Und als ich heute mit Omma telefonierte, haben wir gesprochen und uns gefragt, was wir tun sollen. Was sollen wir tun? Die Welten sind so verschieden. Und der junge Vater will mit dieser Frau nichts mehr zu tun haben. Kinder ja, sie nicht. Und die junge Mutter möchte alle zwei Wochen am Wochenende die Kinder an den jungen Vater abgeben. Ja, sie würde sie auch zu mir bringen.  Aber heute ist so ein Tag, an dem ich sagen muss: Ich kann das nicht. Ich kann das einfach nicht aushalten.

Ich kann das nicht

Lieber junge Vater, liebe junge Mutter,

Ihr beiden seid verdammt früh Eltern zweier wunderbarer Mädels geworden und ich kann die echt gut leiden. Und C. kann sie gut leiden.  Und meine Kinder können sie gut leiden und meine Mutter eh, so wie sie es eben kann.

Ihr habt Euch getrennt. Wenn nicht schon die erst Situation für gestandene Leute schwierig ist, so ist es auf jeden Fall die zweite, Eure Trennung. Also einfach hab Ihr es wirklich nicht.

Aber: Jetzt bin ich wirklich überfordert.  Okay, wir hatten das zweite Mal einhüten und ich war ausgerüstet mit ausreichend Wechselwäsche und Baby-Essen und Windeln.

Aber diesmal bin ich nun langsam wirklich überfordert. Ich bekam also die Mädchen und die Klamotten waren diesmal nicht nur dreckig, sondern auch kaputt. Eine Leggins geht selten gleichzeitig an zwei Knien kaputt und ich habe mich gefragt, ob ihr das absichtlich macht. Aber ich kann es mir nicht leisten, die Kinder bei jedem Besuch auf meine Kosten neu einzukleiden.

Ich habe die Wäsche gewechselt, die Görlies bespielt. Und sie sprechen nicht, sie weinen nicht, sie lachen nicht. Und DAS ist absolut schlimm. DAS ist furchtbar. DAS ist kaum zu aushalten.

Abends brachte ich sie dann in ihren dreckigen Sachen zurück, weil die Wechselwäsche aus einer Strumpfhose und einem Body bestand.  Und sie wurden von der Mama und ihrem neuen Freund in Empfang genommen und zwei Kerle, die in den letzten Tagen dort auch schon genächtigt haben, kamen auch noch dazu.

Ich bin überfordert. Ich bin garantiert nicht penibel, aber die nachmittägliche Ausfahrt mit dem Buggy habe ich unterlassen, weil ich mich geschämt habe, weil er so dreckig ist.

Es ist kaum auszuhalten, das die Mädel einen kaputten Intimbereich haben. Das sie schmuddelig bei mir landen. DAS sind kleine Menschen, die können sich einfach nicht selbst helfen. WAS zur Hölle ist bei Euch los?WAS??

Als Kinderessen habe ich irgendwelches Zuckerwasser, ein Breigläschen und eine Tüte Veggie-Krams von Haribo mitbekommen.

Ich weiß, das die Mama der Mädels es nicht anders kennt, aber von DIR, mein Sohn, Vater der beiden, da weiß ich, das Du es ganz anders kennst. Und wenn man Vater ist, und Du hast ja offensichtlich auch nicht verhütet, dann muss man notfalls das übernehmen, was die Mama der Kinder aus irgendwelchen Gründen nicht hinbekommt. Aber was machst Du? Die Kiddies waren jetzt zweimal hier und ich bestehe an diesen Tagen auf Dein Erscheinen. Deine neue Schnitte sagt, sie liebe Dich? Gut, dann liebt sie dich, also auch mit den Kindern.

Ich liebe Dich, Sohn, aber im Moment würde ich Dir so gern einen solchen Tritt verpassen, dass Du endlich in die richtige Richtung losläufst und Dich kümmerst.

Wie kann man nur so sein? Das Jugendamt war zwei Jahre bei Euch in der Familie und ich kann mir nicht vorstellen, das die sowas haben durchgehen lassen. Das sind Grundlagen der Versorgung. Nicht mehr und nicht weniger.

Und ich darf nichts sagen, denn wie hat die Mama noch über Ihre Schwester Deinem Bruder vor einem Jahr ausrichten lassen? Wir würden diese Kinder nie sehen.  Und im Moment denke ich, es wäre besser gewesen.

Wohin

Wohin soll das gehen? Monat Nummer 4 ist angebrochen, in dem ich nun zuhause sitze und ich komme mir immer noch vor wie jemand, der sich kurz irgendwo hingesetzt hat und einfach nicht mehr hochkommt. Und alle anderen ziehen an einem vorbei oder sind schon längst am Horizont verschwunden.

Such Dir einen Job. Ja. Welchen? Acht Stunden putzen. Wäre wieder so eine Sache. Ich sitze, entspanne beim Programmieren und bin angefressen, das ich nicht mal als Lehrerin für Informatik und Mathe los kann, weil ich das Studium nicht fertig bekommen habe. Mit sieben Kindern studiert es sich nun mal nicht so schnell.

Cleanschlampen werden überall gesucht, oder Akkord in der Fabrik. Aber dann auch mit vier Schichten und mit Anfahrt. Was auch immer die vierte Schicht sein soll.

Sie sind echt alle am Horizont verschwunden und ich hocke auf dem Stein.

Liebe Telekom,

Du brauchst mich nicht anrufen zu lassen, damit mein Handy-Vertrag verlängert wird. DAS brauchst Du wirklich nicht. Und wenn ich Deinem Mitarbeiter sage, das ich keine Verträge am Telefon mache, dann IST DAS SO.

Ich bin unendlich ungern so unhöflich, wie ich es  bei diesen Leuten sein muss, und DAS, mein rosafarbener Riese, DAS gab es noch nie.

Ich: „Ich mache keine Verträge am Telefon.“

Telekomiker: “ Sie machen ja keinen Vertrag am Telefon, Sie bekommen es noch einmal schriftlich.“

Alter, willste  mich verarschen, oder was? Und dann ist da irgendwelcher Mist drinne und ich habe die alberne Rennerei…neee lass mal.

Ich also: „Wenn ich meinen Vertrag verlängern will, geh ich innen Shop. Ich danke Ihnen für das Gespräch und wünsche Ihnen einen schönen….“

Telekomiker: “ Frau Safa, Frau Safa, …“

Ich: „Hm?“

Er erzählt wieder und ich mittendrin:

„Ich danke Ihnen für das Gespräch und wünsche Ihnen einen schönen Tag.“ Zack ,aufgelegt.

Danach kommt eine sms. Ob ich ausreichend beraten worden sei und so ein Schrunz. Hatter das Ticket zu gemacht. Guter Junge.