Machen Kinder glücklich?

Quelle: Machen Kinder glücklich?

 

Das ist eine schwierige Frage, weil ich nicht weiß, wie es ohne Kinder ist. ich kann das nicht beurteilen.

Meine Kinder sind nicht genormt, wie, so sagte meine Hebamme einmal, das oft in anderen Großfamilien ist.

Marx sagt, die Familie sei die kleinste Keimzelle der Gesellschaft. Und ich habe begriffen, das ich als völlig unpolitischer Mensch im kleinen Politik mache. Das war und ist keine gute Erkenntnis.

Ich sehe Kinder ganz egoistisch als Chance. Sie krempeln Dein Leben um, sie spiegeln Dich, sie hinterfragen Dich. Als Eltern darf ich sie ohne Wenn und Aber einfach nur lieben, auch wenn sie noch den größten Mist bauen. Sie bringen das eigene Leben in einen nie endlichen Fluss aus Veränderungen. Und sie lieben Dich genauso so ohne Wenn und Aber wie Du sie liebst. An ihre Liebe sind keine Bedingungen geknüpft wie Deine Elternliebe auch an keine geknüpft sein soll.

Diese Kleinigkeiten wie das einfache Halten, wie man sie durch Gefühlsstürme trägt. Wenn sie sich über Erfolge freuen, das ist soooooooooooooooo ansteckend, und wenn es reicht, ihnen in Katastrophen und bei Miserfolgen die Hand zu reichen, sie zu halten und zu sagen: „Komm! Once again!“ Und sie nehmen im zweiten Anlauf die Hürde ihres Lebens, unbeschreiblich.

Ein-Kind-Mütter habe ich beneidet. Und zwar um das Privileg,  das die Mütter, wenn der Zwelch neu ist, ganz in seinem Rythmus leben können.

Aber ich würde dennoch mit ihnen nie tauschen wollen,  denn so ein Einzelkind muss ja dauernd bespielt werden, da ist ja keiner, der dem Unterhaltung bieten kann. Da ist auch keiner, der den großen Bruder gibt, wenn es Ärger auf dem Spielplatz gibt.

Ich weiß, das die Wahrscheinlichkeit bei der Anzahl meiner Kinder höher ist, das ich das eine oder andere durchaus überlebe. Kein schöner Gedanke, aber die Anzahl meiner Kinder macht es zwingend nötig, das es weiter geht, in die Normalität zurück, egal welche Katastrophe passiert.

Ich mag die Subkultur, die in meiner Familie herrscht, denn manchmal verbünden sie sich, um sich dann doch wieder gegenseitig in die Pfanne zu hauen.

Meine Mutter freut sich immer darüber, das, wenn ich meine Kinder um Hilfe bitte, sie sofort da sind. Umgekehrt ist es auch. Ich habe begriffen, das eine Großfamilie bedeutet, eine familiäre Ebene zu schaffen, die nicht auseinander bricht, wenn ich nicht mehr bin. Sie haben sich untereinander noch und das leben sie auch. Und  dafür bin ich so dankbar, das wird kaum jemand verstehen.

Und es ehrt mich, das meine erwachsenen Kinder zu mir kommen, wenn Katastrophen passieren und es auch dann reicht, wenn ich ihnen im übertragenen Sinne die Hand reichen kann. „Komm! Once again!“

Bin ich also glücklicher? Das weiß ich nicht. Aber glücklich und dankbar bin ich für mich selbst, unabhängig irgendwelcher gesellschaftlicher Normen sehr wohl.

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2 Gedanken zu “Machen Kinder glücklich?

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