Montag- Geschäftsreise

C. musste nach München. Ich wäre so gerne noch mal mit, aber ich muss  ja arbeiten.
Unterwegs haben wir immer mal telefoniert und gsmst. Und dann habe ich C. abends vom Bahnhof abgeholt. Und er hat Mini was aus München mitgebracht, nämlich das hier:
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Völlig Original aus München! Gut, das kleine Mädchen hat Angst vor dem Ding, aber bis nächsten Sommer ist noch was an Zeit.

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und einmal Romatik-Pur für die Mutter. Das geniale an dem Ding ist, das es noch nach Lebkuchen riecht. Aber wie! Wenn man die hier kauft, dann riechen die nicht mehr, die sind dann bokel-trocken und man kann wen mit erschlagen, wenn sie groß genug sind….

Sonntagskaffee

Groß C. kommt mit seiner Freundin. Wir haben uns seit Weihnachten nicht mehr gesehen. Der gewordene Vater kommt ohne die Freundin, wir haben uns in der Woche davor nicht gesehen. Und Omma kommt. Groß E. hatte Geburtstag
Weil M. beim Kaffeekochen meine gesamte Küche in einen absoluten Schweinestall verzaubert hat, er hat den Kaffeefilter runtergerissen, sitzen wir noch im Wohnzimmer und warten darauf, das der Küchenfußboden trocknet.

Omma erzählt. Von Ingrid, von den Flöhen und ganz nebenbei, dass sie Leukämie hat.
„Wegen der weißen Blutkörperchen? Nur , weil die so hoch sind?“
„Ja, nur wegen der weißen Blutkörperchen. Die haben doch noch eine Probe in die Uniklinik geschickt….Jedenfalls wollte der gleich das volle Programm von Knochemarkpunktion und Darmspiegelung und Magen auch…“ Das empört Omma am meisten.
Sie will wissen, was ihr Darm mit ihrer Leukämie zu tun hat. Und sagt: „Alles nur Geschäftemacherei.j“
Jedenfalls habe sie dem Doktor gesagt, sie könne jetzt erstmal nicht, weil sie vier Wochen in Urlaub fahre.
Und sie will das auch nicht, weil bei der Mutter einer Bekannten von Omma sei ihm letzten Herbst das auch festgestellt und worden. „Und?? Wann war´se tot?“ Omma schiebt provokativ das Kinn fragend nach vorne: „Im Januar.“
„Näh“, sag ich, „näh, Mama, sowas haben wir nicht. Sowas nicht. Nicht nur wegen der hohen Anzahl weißer Blutkörperchen…“ Ich bin der festen Überzeugung, dass es da noch mehr Merkmale geben muss.
„Jo“, sagt Omma,  „Wo ich doch letzen Sommer 40 000 hatte und da war nix, nur hoch. Und jetzt hab ich 23000 und soll Leukämie haben?“
„Näh“, sag ich. „Das kann ja nicht sein.“ ( Klar kann das sein, hab mittlerweile auch gegoogelt. Da geht das nicht nur um die Anzahl sondern auch um die Art von den Blutkörperchen)
„Außerdem…“ Ich werde trotzig.“ Denk mal dran, was Dein großer Enkel bei deinem Einzug da gesagt hat: Da musste jetzt mindestens zehn Jahre wohnen, vorher wuppen wir Deine Möbel nicht noch mal.“
Sie freut sich.

Wir trinken Kaffee. Der Tag geht normal weiter.
Dann bringe ich Omma zum Auto. Auch da sind die Blutplättchen noch mal Thema. Ich wünsche mir von ihr,dass sie doch einfach noch mal einen anderen Arzt konsutliert und vllt doch unseren alten Zahnarzt fragt, welchem Kollegen er vertrauen würde. Darf der ja nicht, aber das Thema ist dermassen heikel….
Dann gucke ich sie. „Mama“, ich bin ganz ernst. „Sowas kriegen wir nicht, sowas haben wir nicht. Wir gehen aufrecht ins Grab, Du und ich.“- „Meinste?“ Ja, meine ich.  Ich bin mir sicher, dass das von der ganzen Chemie kommt, die sie gegen diese Flöhe eingesetzt hat. Ich bin mir sicher, es braucht nur Zeit, damit dieser Chemiekram wieder aus ihrem Körper ist.
Als meine Fassade kippt und die Nachricht in meinem Bauch aufschlägt, verabschiede ich mcih von ihr und bitte sie, mich anzurufen, wenn sie zuhause ist.

Meine großen Söhne und ich sitzen überfordert auf meinem Balkon. Ich heule. Wie lange ich das schon wisse, wollen sie wissen. Ja, seit eben??? C. googelt Leukämie. Groß C., mein Sohn fährt bei seinem Bruder vorbei und informiert seine große Schwester.

Mein Kanossa -Gang ist die Verwandschaft.

Isses nich kuhl?

Ich liebe unsere neue Switch. Ha. Heute will ich unser Omma anrufen und ? Ja, genau: Als Ansage bekomme ich „Kein Anschluß unter dieser Nummer.“. Gespächsqualität völlig dahin, es rauscht und knarzt und knackt. Gut, also nach der Ansage aufgelegt  und unser Omma noch mal angerufen. Zack, funktioniert.  Kenn ich doch. Hör ich jeden Tag. Gestern hat mein Smartphone mal eben das WLan lahmgelegt. Keine Einwahl mehr möglich.
Isses nich kuhl? Hatte ich das C. nicht gesagt? Endlich habe ich mal hellseherische Fähigkeiten. Ich werde jetzt noch das Tablet von A. ersetzen und dann ist der Spass komplett.  Drei Tablets, zwei Smartphones, zwei Läppies und ein Rechner mit Stick und einmal mit Kabel und ein Telefon….Taaaadaaaaaaaaaaaaaa, es wird keine Diskussionen mehr geben, wer wie lange im Netz ist, weil es ist einfach keiner mehr drin.
Wenn mich jetzt noch mal jemand fragt, ob ich ne Idee zur Kindersicherung habe, kann ich ja sagen: GANZ viele von den neuen WLAndingern und das Problem erledigt sich völlig von alleine!
C. möchte einen neuen Router kaufen und ich will nicht. Ich lass mir doch die doofen Gesichter nicht nehmen…..olle Besserwisser.

„Mama, das Indernötz geht nicht! Ich kann nicht mehr  online spielen!“-„Echt?!?! Musste wohl doch mal nen Buch lesen!“

Boah, näh…

Da will ich nach Hause und finde eine SMS auf dem Handy. Der 723er  hätte nun endlich einen Sinn. Ich gleich mal zuhause angerufen….
Groß E. hat heute ein Händie zum Geburtstag bekommen. Wollte se haben. Indernötz geht nur daheim, weil Prepaid.
So. Und das kann nur n, also den neuen Übertragungsmodus. Ja, ist das mein Problem? Ich finde nicht.
Die kleine alte Fritzbox kann aber nur b und g. Und nun hat C. fölgliches getan:
Er hat meine kleine alte Fritzbox entmann…..näh, ent-Wlant. DAs soll jetzt der 723 machen. Und mein Telefon hat er da auch noch angeschlossen, weil der Router, näh jetzt die Switch, das kann.Bei ISDN, und den hab ich, der größte Schwachsinn auf Gottes weiter Flur, aber….wegen mir.
Ich soll mehr vertrauen zu dem 723 haben, immerhin hat er einen 722 und der läuft tadellos. Aha.
Und ich soll nicht so ablehnend dem Ding gegenüber stehen, nur weil ich den ganzen Tag mit kaputten von denen zu tun hab.
Aha.
Eins sag ich dem morgen früh: „Wenn das mim Telefon nicht klappt und ich glaube da nicht dran, das das mit dem Ding klappt, dann kannst Du die Hotline anrufen. Is nix mit „Hier mach ma, du kannst das doch!“ , weil mach ich den ganzen Tag….NIX. Wenn ich hier bin, hab ich Feierabend. Fertig. Und dann hoffe ich, das er nen echten Vollpfosten im Firstlevel erwischt!“

Winterjacke und Friseur

sind Luxus. Braucht man nicht.

Sowas von frustriert isses hier. Die Kinder brauchen Hosen und A. hat seine sämtlichen Jacken über alle seine Freunde verteilt. Über die Frühjahrs- und Sommerzeit. Nix mehr da.

Hosen brauchen sie auch. Also habe ich das Geld für Winterjacke in Kinderhosen bei Aldi investiert. Und wehe, wehe, einer meckert über Cord. Dann corde ich gleich mit.

Friseur kostet lediglich noch 4,95 und kommt aus der Flasche, meine Güte. Ich verdien nicht mal genug für ´nen Friseur und Kinderhosen. Ist ja auch irgendwie bissi viel verlangt. In einem Monat Kinderhosen und Friseur für Mutti. Ich weiß, ich will zu viel.

So.Und jetzt lackier ich mir die Nägel, jeden in einer anderen Farbe und wenn ich mischen muss, is mir egal.

Auto

Ich möchte es gern mal so schreiben, wie es ist:
Die Kack-Karre muss schon wieder zum Reparateur. Letzen Monat war sie erst da und ihre Behandlung hat 700 Euros gekostet!Siebenhundert. Mal in Worten. Ein Vermögen.

Und nun????? Nun isses schon wieder hin. Nimmt mal eben 15 Liter auf knappe 50 Kilometer, hört sich an wie ein alter VW-Bus und fährt als Höchstgeschwindigkeit nicht mal 100!!!

Ich hätte so gerne einen Vorschlaghammer. So einen dicken, fetten, widerlichen! Einen, mit dem man Löcher in die Wand kloppen kann. Dann würde ich dieser Dreckskarre zeigen, was ein Hammer ist! Wenn schon wieder Werkstatt, dann richtig. Scheiss-Karre!

Ich lebe

Gestern kommt ein Kollege zur mir und sagt mir, er könne sich nicht vorstellen, wie ich lebe.

Ja, wie leb ich denn??
Wiki sagt zu „Leben“ folgendes:

Leben ist der Zustand, den alle Lebewesen gemeinsam haben und der sie von unbelebter Materie unterscheidet:

Also, zu Punkt eins kann ich folgendes sagen, weil ich nachgeguckt hab: Japp, in meiner Haut stecke nur ich allein, meistens.
Zu Punkt zwei: Japp, ich stoffwechsele in der herkömmlichen Form, im Moment verstoffwechsele ich ein Kilo Schlümpfe.
Den dritten Punkt habe ich nicht so ganz verstanden….im Zweifelsfall mach ich den mal lieber nicht. Außerdem klingt Homöostase eher wie was aus der Apotheke und das nie so doll, nur teuer.
Und vermehrt hab ich mich; jo.

Cogito ergo sum.

Auf was für Ideen  alleinstehende Männer kommen…..Achso: Noch eine Ansage an den, der gefragt hat. Parkst Du noch einmal Deinen Hintern auf meinem Sitzball, den ich für mein Kreuz brauche, dann schieb ich Dir den in den Arsch.

Genesungsgespräche

Also, wenn man arbeitet….da lernt man ja Dinge kennen, von denen man vorher gar nicht wußte, dass es sie gibt.

Genesungsgespräche. Näh, das ist nicht, wonach es sich anhört, also das jemand rumkommt und fragt, wie es einem geht, mit Blumen, Pralinen und Kuchen, so Rotkäppchen -artig. Näh, so ist das nicht. Das kommt, wenn Du zurück kommst. Interessanterweise ist das verbreitet, also nicht individuell auf eine Firma bezogen( Hab nämlich rumgefragt!*Wichtig nick*).

Also, wenn Du quasi nach der Erkrankung wieder ins Büro oder ans Band kommst, dann kommt Dein direkter Vorgesetzter und fragt Dich aus, weil der nämlich wissen will, ob Deine Erkrankung persönliche Gründe hat oder mit der Arbeit in Zusammenhang steht.

Hm. Magen-Darm, die ganze Familie. Okay, dann ist die Kotzerei familiär bedingt. Gut, das diese familiäre Einschränkung an meinen freien Tagen war. Guti, weiter. Letzten Dienstag bin ich  in meiner Freizeit zum Zahnarzt. Weil da war was kaputt. Also, der war ja schon repariert. Ob das jetzt persönlichen, politische, sexuelle oder aber arbeitsbedingte Gründe hatte, ich weiß es nicht. Nee, richtig weh tat der vorher nicht.  Aber hinterher. Also bin ich von der Arbeit wieder nach Hause. So. Und was hatte das jetzt nu für Gründe, der Arbeitsabbruch? ich glaube, ich frag mal meinen Zahnarzt, weil ich würde einfach nur sagen: Zahnschmerzen, aber ich denke mal, die Antwort ist falsch.
 Am nächsten Tag fröhlich zur Arbeit, abends Kopfschmerzen. Is ja nix wildes. Also zu Ende gearbeitet, ibu eingeworfen, dann früh Bett, weil dann ist das weg. Pustekuchen. Am nächsten Morgen war ich zwischen „Ich reiß Dir den Kopf ab und fress Dich auf“ und Häufchen heulendes Elend. Dokter. Und vier Tage zuhause mit Sonnenbrille und Tuch um den Kopp und mit ohne Kippe und Kaffee, weil beides Bäh. C. sagte immer, ich solle mehr jammern, weil so habe man keine Lust, mich zu pflegen. Tja. Und woher kommt das jetzt? Nicht, das, was der C sagt, sondern das vorher. Von der familär bedingten Kotzerei, dem politischen Zahn oder arbeitsbedingt?? Hoffentlich fragt ich keiner, ich weiß ja gar nicht, was ich antworten soll.

Berwerbung Nummer eins ist raus

Ich wünsche mir….

einen Arbeitgeber, der es sich leisten kann, mich regulär zu bezahlen und seinen Brutto-Stundenlohn nicht durch das Jobcenter subventionieren lassen muss.

einen Arbeitgeber, der mir nicht das blaue vom Himmel herunterlügt beim Einstellungsgespräch, um dann eine wöchentlichen Party der Marke: „Übaaaaraschung: jetze isses so und so.“ zu geben.

einen Arbeitgeber, der nicht das unternehmerische Risiko auf seine Arbeitnehmer überträgt, in dem er die Personaldecke so dünn hält, das irgendwie nie genügend Leute da sind.

einen Arbeitgeber, der es sich leisten kann, mich ordentlich einzuweisen, also kein „Nu mach ma.“.

einen Arbeitgeber, der seine Fürsorgepflicht ernst nimmt und mir den Freiraum zur Teilzeitweiterbildung lassen kann, weil er genau weiß, dass man einfach nur verblödet, wenn man Tag ein, Tag aus monoton lebt.

einen Arbeitgeber, der meine arbeitnehmerliche Treuepflicht nicht als „Mein Gott ist die doof !“ nimmt, sondern sie zu schätzen weiiß.

einen Arbeitgeber, der auf Frust seiner Arbeitnehmer, der entsteht, wenn Systeme abstürzen, nicht mit dem Satz „Wenn Du das so nicht willst, dann kündige doch!“ reagiert, sondern in der Lage ist, auch das zu ertragen.

Boah, jetzt sind das schon sieben Stück. Ich denk mal, das wird nichts. Da muss ich ja sieben Tage die Woche arbeiten und da ich mir eigentlich noch ein paar Kleinigkeiten mehr wünsche…..wird das wohl nix. Mist.

 

 

Geburtstag

Der werdende Vater hat heute Geburtstag. Omma war da, klar mit Geschenk. Ich geschenkt. Wir waren da mit Apfelkuchen und Schnittchen. Aber das größte Geschenk hat ihm seine Frau gemacht:

Sie hat ihn morgens mit Kind und Klamotten verlassen, um ihm dann über klein E. ausrichten zu lassen, das sie abends zum Gespräch kommen würde. Klein E. spielte mit ihren Geschwistern zufällig auf dem Spielplatz ums Eck.

Ich halte hier einfach mal den Mund. Es ist selbstredend.