Oma

Bisher hatte ich es immer nur im Fernsehen von anderen gehört, das sie als Alte Frau „Oma“ genannt worden sind…..

Minimi hat sich heute beim Möhren schälen dermaßen in den Daumen geschnitten, das es wie die Sau blutete. Eigentlich sollte sie das Messer gar nicht bedienen, sondern den Sparschäler. Das Messer sollte von E. bedient werden, aber wahrscheinlich war ihr Mini einfach zu langsam oder Mini wollte einfach auch nur Möhren zu Scheiben machen – jedenfalls fuhren wir mit einem schreienden Kind ohne Krankenkarte ins Krankenhaus.
Es war nicht so wild. Wir hatten die Blutung durch Hochhalten, Brüllen und Kühlen zum Stillen bekommen und durch Festhalten waren wohl die Wundränder wieder aneinander gebappt.

Aber das wußten wir zu dem Zeitpunkt noch gar nicht. Eine nette Dame nahm uns am Thresen in Empfang und verfrachtete uns mit dem jammernden Kind in einen Behandlungsraum und wollte beruhigend auf sie einwirken.
„Jetzt setzt Du Dich mit Papa und Oma mal schön hier her…..“
Mini guckte sie verheult an und C. empörte sich mit einem Blick auf meine ungefärbten Haare:“Das ist nicht die Oma, das ist die MAMA!“
Was irgendwie nie weg geht ist die Angewohnheit, immer weiter in Klischees zu denken….

Sie haben Post!

Gut, das diese Funktion auf allen Rechner außer Betrieb ist.
Email, zwei Stück. Aus A.´s Schule.
Man erinnere sich: A. soll ja gemäß Schulanweisung Mittag essen. Auch wenn er keinen Hunger mittags um zwölf hat, sondern eher um elf oder aber auch mal erst um halb drei, hier geht es um……um……um….

In diesem Zusammenhang erreichte mich eine Email. Da A. nun nicht immer Brot einpacken will, will er einfach nicht und in dem Alter mußte ich auch kein Schulbrot mehr mitnehmen, weil das war uncool, also weil er es einfach nicht will, soll er immer mal Geld bekommen um sich beim Bäcker was zu kaufen. Normalerweise müsste ihm das die Schule geben, die wollen ja auch den Bäcker subventionieren.
Also, die Email Nummer eins:

Hallo Frau Safa,
ich möchte Sie kurz darüber informieren, dass das Mittagessen von A. heute aus einer Tafel weißer Schokolade, einer Tüte Chips und einer Flasche Cola, die er sich wohl mit  G teilen wollte bestand. Ich habe die Tüte Chips und die Cola eingesammelt und werde sie ihm nach Unterrichtsschluss wiedergeben.
Ich denke nicht, dass es so gemeint gewesen war, als wir uns darauf einigten, dass A. in der Mensa Mittagessen soll!
Die Süßigkeiten hat er sich von einem Mitschüler, v
om Supermarkt bringen lassen. Dieser Schüler hatte bereits frei.
Liebe Grüße
Lehrerin von A.

Kurz drauf erreichte mich folgende Email:

Sehr geehrte Frau Safa,

X, A. und Y. stritten sich über ihre Lieblingsfußballmanschaften. Daraufhin schubsten X und A. Y. Dieser legte sich, aus Angst, auf den Fußboden. A. täuschte Tritte vor und X rollte den Körper von Y mit dem Fuß hin und her.
Auch wenn es sich nicht als tätlicher Angriff gegen Y herausstellte, ist die Tatsache, dass zwei Schüler gegen einen am Boden liegenden Schüler vorgehen meines Erachtens keine Lappalie. Ich habe dies hier im Hause  besprochen und als Maßnahme für diese Woche entschieden, dass A in den ersten großen Pausen und X in den zweiten großen Pausen im Klassenraum bleiben muss.
Ein Bericht über diesen Vorfall werde ich in die Schülerakte legen.

Mit freundlichen Grüßen,
Lehrerin von A.

Ich kann darauf nix antworten. Kann ich nicht. Ich bin nur froh, dass zu meiner Zeit erstens Winnetou nachspielen und sterben normal war und das zweitens keiner von mir verlangte, das ich Mittags was aß und mir drittens das auch kein Lehrer vorgeschrieben hat.

Über das Haus von CCAEEDS

Wir führen eine Diskussion. Ich bin morgens damit aufgestanden: DAS machen wir nicht. Und das Gefühl im Bauch ist gut.
Ich schreibe C. eine SMS und bekomme zurück: Wir zieh´n das jetzt durch.
Als ich von der Arbeit komme, reden wir. Sollten wir vllt lieber gleich machen.. C. sagt, das er Bedenken hegt, das er da jetzt locker mal eben 2000 Euronen investiert und wir dann nach zwei Jahren zu hören kriegen, das die Tante Heideltrud  einziehen muss und wir eine Kündigung wegen Eigenbedarf bekommen…..
Ich habe die ganze Nacht von dem geflickten Putz in der Decke des einen Zimmers geträumt. Als ich auf das Loch wies und sagte: „Wasserschaden, ja?!“ -„Nein, da ist der Putz einfach von der Decke gefallen.“, da ging die Grübelei los. Völlig unsinnig. Denn wie wir alle wissen, ist es völlig normal, das mal eben der Putz von der Decke fällt. Da sitzt man beim Kaffee und zack, kommt mal eben ein Quadratmeter Putz runter und der Apfelkuchen ist ab dann einer mit Baiser…Ich habe abends noch mit einer Freundin gesprochen, die mir das bestätigt hat. Auch bei ihr kommt mal eben beim Fernsehen oder so der Puutz von der Decke. Die halbe Nacht grübelte ich darüber, wie man unter dem Dach die hässliche Holzvertäfelung, hinter der hoffentlich mehr als nur Lattung und Dachziegeln sein würden, wie man die abhängen könnte, so dass man ordentliche Wände hat. Ich HASSE 70er Jahre Holztäfelung. Ich hasse eigentlich alles an Holztäfelung, es sei denn, sie ist bemalt und stammt aus dem Mittelalter.
Auch machte mir der Keller Gedanken. Warum mussten wir ihn bei Durchzug besuchen? Wir sind über die Terrasse durch die Waschküche rein und ich sah aufgeplatzten, hubbeligen Putz an der Wand und dachte: „Aha. Salpeter.“ Aber die Vermieterin erklärte, der Keller sei trocken und zeigte uns stolz eine uralte Heizung, die nicht mal ins Bad reichte.
Die Vermieterin fragte nach der Auskunft, die sie uns per Mail geschickt hatte. Es war ein Antrag für eine Schufa-Auskunft, die uns jeweil 18,50 Euronen kostet und brav schon am Vortag abgeschickt worden war. Wir sollten es ihr zukommen lassen.
Dienstag nun, am Gesprächstag kam mitten im Gespräch eine Mail von ihr. Wo denn die Auskunft bliebe?? Ääääh, HALLO? Die muss nach Berlin und auch erstmal bearbeitet werden??
Da stellt sie fest, das sie uns das falsche geschickt hat und schickt eine neue Selbstauskunft. Sie könne sie zwar nicht verlangen, aber das Ding sei Bedingung, damit sie vermiete. Aha.
Was wollte sie wissen? Name, Vorname, frühere Namen, Geburtsdatum, frühere Adressen der letzten 5 Jahre, Telefonnummer privat, dienstlich, Email,  Beruf, Arbeitgeber, Verdienstbescheinigungen, früherer Vermieter, von dem widerum eine Bescheinigung fehlender Mietschulden, Und noch ein paar Dinge mehr. Und und die Arbeitsverträge sollten wir beilegen und da hörte es nach den Fragen: Haben Sie ein Auto? Wo wollen Sie es parken? und Können Sie die Kaution in Höhe von 2000 Euro zahlen?, da hörte es einfach auf und ich sagte : „Schreib ihr, das ich am Donnerstag wahrscheinlich meinen Eisprung hab! Mein Arbeitsvertrag geht die mal gar nichts an. Und ich möchte gerne, das die uns belegt, das sie genügend Einnahmen hat, um Notfalls diese uralte Heizung zügig ersetzen zu können, falls es doch keine Ersatzteile mehr für das Ding gibt! C. , ich kenn die Frau nicht. Die hat uns nicht mal nen Ausweis gezeigt. Wir haben nicht mal eine Telefonnummer von der. Die war halt nur da, das ist alles! Und die soll von der Ausweikopie über Verdienstbescheinigungen bis hin zum Arbeitsvertrag und früheren Namen alle Daten bekommen? Soll die doch erstmal in Vorleistung gehen!“

Ich erklärte ihm, das ich da nicht hinwolle. Ich wolle ja immerhin die Bude nicht kaufen, sondern mieten, also Geld geben für das Wohnen in einem dreckigen Einfamilienhaus, das mit viel Geld und noch mehr Arbeit, weil wirklich in jedem Zimmer die Tapeten runter müssen, zurecht gemacht werden muss. Wie kommt man eigentlich darauf , Kaninchen frei in einer Wohnung laufen zu lassen und die alle Wände anfressen zu lassen?? Wie blöd muss man dazu sein? Nee, die Hütte will ich nicht und schon gar keinen Vermieter, der soviel Panik hat, das ich am besten noch meine Blutgruppe, mein Gewicht und meine DNA vor Vermietung mitteilen muss….
Also geht die Suche weiter. Wir ziehen das durch!

"Bist Du glücklich?"

Ich musste heute eine halbe Stunde früher anfangen zu arbeiten, damit ich eine halbe Stunde früher frei bekomme…..ich war auch pünktlich da.
Zur Besichtigung eines Reihenmittelhauses.
Links neben diesem Haus wohnt eine Vollpädagogische Familie mit einem Satz Kinder und dem Teppichrasen hinter dem Haus voll mit Trampolin und Schaukel.
Auf dem Teppichrasen hinter dem Haus, das wir beguckten, da wohnten  Kaninchen und ein großes Raseloch von einem Pool.
Der Baum fehlt. Auf so einen Rasenteppich gehört ein Baum. Am besten ein Kirschbaum, weil er im Frühjahr so schön blüht und das runtergefallene Obst sogar von Ameisen weggeschleppt werden kann, wenn es nicht vorher von Allesfressern aufgefressen worden ist.
Dafür eine schiefe Pallisade. Naja.
Vier Zimmer, ein Wohn-Esszimmer, eine Küche, vier Kellerräume. Eine Waschküche , ein Lagerraum, ein Heizungsraum und noch ein Lagerraum….Die Vermieterin sagt ja, wir sagen ja. Es gibt sogar einen Ofen im Flur für Holz und Feuer.

C. und ich fahren nach Hause. C. rechnet noch einmal alles durch, wie es ist, wenn wir zusammen ziehen…..und rechnet hin und rechnet her, er hat Angst , sich zu verrechnen.
Er geht an mir vorbei und fragt mich, ob ich glücklich bin….ich sitze auf meinem Balkon. Ja, ich kann es mir schon recht schön vorstellen. C. will den Vorgarten umgraben. Verstehe ich. Und hinten den Garten am Liebsten auch. So nich, Freund.
Aber bin ich glücklich? Nein. Ich habe eine Scheiss-Angst. Wovor eigentlich? Wenig Geld? Damit kenne ich mich aus.

Jeder von uns grübelt. Ist es das richtige? Wir Großfressen! Mal ehrlich, zusammen ziehen ist nicht gerade einfach….

Sonntag

Mal wieder und wieder einer von genau denen nach einer Woche, in der man mit seinen eigenen Entscheidungen hadert und alle und jeden , sogar sich selbst, einfach nicht leiden kann.
Ein Sonntag, an dem ich außer meinem Wintermantel, den T-Shirts von M., und meinen Überwürfen vom Sofa nichts mehr im Badezimmer liegen habe und groß E.  mir erklärt, das ja die Sachen, die ihre Schwester klein E. in die Wäsche gibt, immer viel, viel schneller wieder aus der Wäsche kommen….
„Schätzelchen?“
„hm?“
„Meinst Du ernsthaft, ich krieche vor dem Anstellen einer Waschmaschine unter Dein Bett? Ich wasche nur, was in der Schmutzwäsche ist. Wenn Du eine Sammlung aus muffigen Gerüchen machst, Deine Sache, aber mach die Tür zu.“
Nach Kochen, Backen, Erdbeerboden belegen, Kinder abfüttern, räumen C. und ich das Schlachtfeld Küche auf.
A. klingelt Sturm, drängt sich an mir vorbei,….Ein Unfall, ein Unfall!! eine Kopfplatzwunde! Er nimmt Haushaltsrolle und ich gebe ihm unseren Kühlakku.
„Eine Kopfplatzwunde muss zum Arzt!“ sage ich nur, während er schon wieder verschwindet.

Kurz drauf bin ich wieder auf dem Wäscheplatz. Der, der den angelegt hat, hat mal echt mitgedacht. Denn dort geht immer Wind und die Wäsche ist in zwei Stunden trocken.
Auf dem Wäscheplatz kommen A. und Walon und noch ein dritter. Sie erzählen mir, was passiert ist. Sie haben Fußball gespielt und Walon hat geköpft und die Kopfplatzwunde wollte auch köpfen und zack, Walons Zähne im Kopp der Kopfplatzwunde.
„Mama, seine Mutter fährt ihn nicht zum Arzt. „
„Das ist deren Sache, da halten wir uns raus.“
„Sie hat Walon nur beschimpft und angespuckt!“
„WAHAAAAS??“
„Ja“, sagt Walon, aber sie hat nicht getroffen und er zeigt auf Flecken auf seiner Kleidung und nennt zwei andere Namen, die ihn auch angspuckt haben.
„Was ist denn das für ´ne Nummer! Wenn Anspucken gegen eine Platzwunde hilft, dann spar ich mir jetzt auch den Weg zum Arzt!“ A. versteht, was ich meine, Walon und der dritte gucken mich an, als ob sie morgen noch drüber nachdenken, was ich da wohl gesagt habe.
„Was sind das nur für Leute! Mal ehrlich…“
„Ach, die haben eine andere Religion“, sagt Walon beschwichtigend.
„Andere Religion? Ich habe noch nie von einer Religion gehört, in der man mal eben Leute anspruckt, wenn ein zweiter verletzt ist! DAS war ein Unfall! Die tun ja so, als ob Du den ganzen Tag nur drauf gewartet hättest, dem Deine Zähne in den Kopf zu schlagen!“
Auch hier versteht er nicht, was ich meine. Ich frage, wie es denn ihm überhaupt geht.Ob die Zähne in Ordnung sind. Seien sie, nur taub. Aha. Dann sage ich ihm, er solle es seinen Brüdern erzählen, was passiert ist. Die können ruhig ein bischen aufpassen, damit da nicht noch mehr mit dem Walon passiert.

Wenn Anspucken gegen Kopfplatzwunden hilft, dann mache ich das ja auch. Vllt hilft es ja auch gegen zu wenig Geld auf dem Konto, Fieber bei Kleinkindern und was weiß ich….Irgendwie hat das mit der Integration nicht geklappt und da die Kopfplatzwunde auch keinen urdeutschen Namen wie Otto hatte…naja.

Raus issa, der Putin!

So. DAS hatter jetzt davon! Jawoll nämlich! G8 is aus, gibt nur noch G7 und diese Olympia-Stadt is auch raus. Nur damit ihr´s wißt! Der Putin darf nie wieder mitspielen! NIE wieder!
Warum habe ich dabei die Sandkiste im kirchlichen Kindergarten im Kopf??

So. Weiter geht das!
Es wird richtig ernst! Wirtschaftliche Sanktionen wird es geben gegen dem Putin sein Rusland! AAAAAAAHA.

Warte ma! Wo kam noch mal unser Erdgas her? Richtich! Und was hatte ich vor kurzem gesehen auf Arte oder 3Sat oder Phoenix? Einen Bericht über die Zusammensetzung des Strompreises. Darin wurde auch erklärt, das wir zwar aus der Kernenergie aussteigen, aber die Kohlekraftwerke dafür wieder mehr in den Einsatz kommen….und die Kohle kommt nicht etwa aus dem Ruhpott oder dem Harz, nein, von außerhalb, von hier und da und auch noch aus…..*trommelwirbel* richtig! Rusland.
Okay. Gut, was wollen wir nicht  mehr hinschicken ? Sollen wir schon Holz sammeln für den Winter?

Auf der anderen Seite, ich gebe zu bedenken, ich bin kein kluger Mensch und schon gar nicht politisch. Auf der anderen Seite finde ich, das Stalins Umsiedelungspolitik aufgegangen ist. Da wurde gewählt, wie auch immer und zack, ab zu Rusland. Ja, die Wahlen waren irgendwie schon intuitiv vorher klar. Aber, wenn man das so sieht, dann hat der Stalin das gefickt eingeschädelt!

Der Mann mit dem bösen Gesicht und das Land, wo der Sekt her kommt….

Wir sitzen auf dem Sofa.  Nachrichten laufen. C. liest sie nebenbei noch online und zeigt auf ein Bild vom Putin. Bei dem Bild hat man das Gefühl, in seine Seele zu gucken und das ist NICHT gut, was man da sieht.
C. will wissen, ob ich denke, das da auch die unserigen hin müssen, da an die Krim.
Ich denke kurz nach…Angesichts der Tatsache, das der Hindukusch schon seit Jahren ein deutscher Fluß ist….“Ja.“
Wir reden über dieses Larifari -Sandkasten-Palaver der Regierenden wegen der wirtschaftlichen Sanktionen gegen Rußland und gucken weiter auf Putins Konterfei. Entweder ist er wirklich so böse, wie er auf dem Bild aussieht, oder aber ihm ist gerade hinter dem Rednerpult ein Laster über den Fuß gefahren.

So. Und was ist nun heute morgen? Nachrichten. Und was lässt unser Frau von der Leyen verlauten? Das angesichts der Tatsache, das da russische Truppen an der Grenze zur Ukraine stehen, da lässt die die Dame verlauten, das die Nato „Gesprächsfäden“ zu Rußland und zur Ukraine knüpfen müssen….
Die Dinger haben wir schon seit Jahren in Afghanistan und da haben die auch nix gebracht!

Die Wollnys, die Geißens und ich

Gestern bin ich früher von der Arbeit heim, hormonell indisponiert verbringe ich das Wochenende auf dem Sofa.
Heute nun liege ich und zappe mit der Handy-Fernbedienung durch die Programme. Seit ich weiß, das ich das neue Ding als Fernbedienung mißbrauchen kann, habe ich mit dem neuen Gerät einen gewissen Frieden geschlossen…

Bei RTL2 bleibe ich hängen und geben den „Wollnys“ den einhundertzwölften Versuch, mich auch nur ansatzweise mit dieser Großfamilie zu identifizieren….es gelingt mir wie immer nicht. Vielleicht ist da alles anders, weil sie nicht gepatchworked sind. Vielleicht ist es anders, weil sie diesen sauteuren Pool auf Kies im Garten haben oder weil sich Mutter Wollny bei einem meiner früheren Versuche der Lächerlichkeit preisgegeben hat, als sie ihren Herrn Wollny noch einmal heiraten wollte und das Hochzeitskleid, soweit ich verstanden habe, extra für diesen Anlaß besorgt, einfach nicht mehr zu zu kriegen war…ich weiß es einfach nicht.
Ich gucke ihnen zu, wie sie Mutter Wollny auch den Führerschein machen lassen wollen, weil die Tochter mit dem exqusiten Namen durch die Theoretische gerasselt ist….und alle fahren zum Prüfungstermin und gratulieren dem Mädel, als sie es geschafft hat. Ich beobachte die Streitereien, weil Vater Wollny den 25. Hochzeitstag streicht, damit seine Barock-Prinzessinnen Ballett und dieses Puschel-Gewedel machen können, von dem Mutter Wollny sagt, das, wenn die Mädels dreimal am Tag die Fenster putzen, sie das auch drauf haben und ich muss ihr recht geben…..Chear Leading war´s. Jeremy-Pascal will zeitgleich einen Männersport machen…einen richtigen mit Umrennen und so….DAS wird teuer.
Jedenfalls streiten sie auch bei dem angeblich jährlichen Erdbeerpflücken und Marmelade kochen und ich frage mich ob der Gespräche über das Verhältnis von Zucker und Erdbeeren, ob die jemals vorher schon Marmelade gekocht haben,  während Vater Wollny die Erdbeeren zerdrückt. Und als im Fernsehen das Ergebnis der Gläser gezeigt wird, in denen das Gelumpe bräunliche Pampe ist, da bin ich mir sicher: Marmelade haben die noch NIE vorher gekocht!
Meine Güte! denk ich so bei mir. Es ist doch ganz einfach: auf drei Kilo Erbeeren kommen drei Kilo Gelierzucker und damit es rund ist, der Saft einer Zitrone. Dann wird das Ganze nicht sprudelnd gekocht, weil wenn man was Zerkochtes will, kann man das Ganze auch durch den Mixer würgen. Und vor allem, wenn man es so hübsch hellbraun will, sollte man richtig sprudelnd kochen. Die Erdbeeren bleiben je nach Größe im Stück. Auf einem Teller wird die Probe gemacht, ob es geliert, wenn das so ist, kommt das Ganze in die Gläser, die dann auf den Deckel gestellt werden. Die verbliebene Luft drin steigt nach oben, Keime werden durch die Hitze abgetötet und nach 15 Minuten stellt man die Gläser wieder richtig hin, Luft wieder hoch. Vakuum da, fertig: Akkerate Erdbeermarmelda mit ganzen Früchten in Erdbeer-Rot. Für Kürbis-Marmelade geht das genauso.

Naja, Mutter Wollny wird nach einer Putzorgie für den ausfallenden 25. Jahrestag mit einem  Muttertag entschädigt und …ach lassen wir das….Es ist mir einfach fremd.

Danach kommen die Geißens. Robert, seine Frau und die Kinder mit den Gewürznamen.  Sie machen Mittelmehr -Urlaub und ich lerne , das es sowas wie eine persönliche Animateurin gibt, auf die sie auf ihrer Yacht warten, während Carmen zehn Sommerkleidchen kaufr.Sie gehen shoppen und die Frage, ob sie pleite sind, klärt sich von allein, als Robert sich weigert, seiner Frau für 2,5 Millionen Euronen Schmuck zu kaufen…zwei Millionen, da hätte er sich nach eigenen Aussagen noch hinreißen lassen können, aber SO viel? Näh. Ich denke nur: Aha. Da reißen es auch nicht mehr die Schuhe raus. Schuhe kann jeder. Weiß ich denn, wie auf Malle Deichmann heißt?
Nebenbei häkele ich den Teppich für das Jungszimmer…. und schalte um. Carmen und Robert sind irgendwie unerträglich.
Es kommt eine Reportage über den Kanton Uri und Dörfer mit lauter alten Leuten und sie müssen bei dem, was sie sagen, synchronisiert werden. Aber ich genieße das Interview mit dem jüngsten Bewohner eines Dorfes, der gerade mal 14 Jahre alt ist, keine gleichaltrigen in seiner Nähe hat und Kontakt zu seinen Freunden über das Handy hält.
Ob er denn nur mit einem Freund da schreibe.
Er: Nein.
Mit einigen Freunden?
Er: Vielen.
Kann man einem Reporter besser zu verstehen geben, das die Fragen doof sind?
Dieser Junge rettet mir den Tag.
Boah, morgen wieder los….schön ist anders.

Die Gemeinsamkeiten von Prellmarken und Einbaukühlschränken…

Ich habe Pause und gehe Telefonieren. Und klar gucke ich auf mein Handy. Da steht, das Minimi ein blaues Auge hat und groß E. eine Brille braucht. Und noch irgendeine drittes , eher unwichtige Katastrophe.
Verletzungen am Koppe sind für mich gruselig.  Also rufe ich an. Mini ist gegen die Kühlschranktür gerannt, gelaufen, was auch immer. Wir haben so einen blöden, halbhohen, der zu von Omma geerbten Einbauküche gehört. Von Papa weiß ich, daß Klein-E mit in der Küche war, die steif und fest behauptet, das sie nicht wisse, was passiert ist.
Ic h denke mal, Mini ist gerannt und klein E. hat die Kühlschranktür aufgemacht und bämm. So blöd passieren doch immer Unfälle. Der eine will was wegstellen und der andere rennt irgendwo gegen….also nix mit Absicht, keine tiefenpsychiologischen Abgründe.

Aber ich erwische Mini und Papa beim Sport, also kann es nicht so schlimm sein.
Also sage ich Papa, er soll in eine der ältesten Apotheken hier gehen und Arnica C 30 holen. Aber er müsste dafür früher vom Sport weg. Ob die Apo im Real? Moment , ich rufe an.
Die haben es da und legen es auch zurück. Also rufe ich Papa wieder an und sage ihm, das es hinterlegt ist und er es getrost nach dem Sport abholen kann und er solle auf KEINEN Fall auf den Dosierungsquatsch von der Dame hinter dem Thresen hören. Dann fällt mir ein, das ich vergessen habe, Beinwell -Salbe für die vorsichtige äußerliche Behandlung zu bestellen und sage es ihm.
Das mit der Brille kann nächste Woche geklärt werden.
Ich komme nach Hause und C. sagt mir, das er die Salbe  zwar gekauft habe, aber sie nicht aufgetragen habe, weil er vergessen habe, wo er sie hingelegt habe.
Mini schläft derweil und hat das gesamte Arnika vernichtet.
Ich finde die Salbe sofort, sie liegt auf meinem Schreibtisch, hole sie aus der Tüte und bin froh, das er sie nicht gefunden hat. Kytta-Salbe! Was ein Müll. Ja, Beinwell ist auch drin, aber noch jede Menge anderes Gelumpe wie Ernußöl, Fichtenöl, Lavendelöl und ich HASSE Lavendel, und Rosmarinöl. Ich würde mir wünschen, das wenn jemand in eine Apotheke kommt, und eine Beinwellsalbe haben will, er auch nur eine Salbe mit Beinwell bekommt.
Minis Schmarre ist dank Arnika nicht mehr tiefdunkel sondern nur noch eine hellrosa Prellmarke. Das war es schon gestern abend, denn C. begrüßte mich nach der Spätschicht mit den Worten: „Jetzt sieht man schon fast nix mehr!“.
Wußte ich doch, aber Homöpathie hilft nix, is klar. Ist bloß der Gedanke im Kopp, wo dreijährige doch so viel denken, näh?!
Also fahre ich heute wieder in meine Schuhverkäufer -Apotheke und frage, ob ich den ungeöffneten Kytta-Kram umtauschen kann. Sonst werfe ich ihn gleich da weg.

Freier Tag und der Hoeneß

Heute ist mein freier Tag und eigentlich….naja. Das Kind kotzt. Nur Schleim und Galle, aber… Deshalb fahre ich C. zur Arbeit, das Kind mit der Notjacke bekleidet; der Rest hat es nicht mal vor die Tür geschafft.
Der Hoeneß beschäftigt den C. Er sagt, das Experten gesagt haben, das der Hoeneß nicht mehr um den Knast rum kommt.
„Glaub ich nich! Die haben doch da immer Mittelchen und Tricks!“
Aber er beharrt drauf und erklärt weiter, dass diese Steuerbeamtin, die da alles durchgeguckt hat, erklärt hat, das der Hoeneß zweitweilig einhundertmillionen Euronen auf seinem schweizer Konto gehabt habe.
„Boah.“
„Ja, der hat wohl an der Börse spekuliert und hatte dann das Geld, aber dann hat der weiter spekuliert und alles weg!“
„Stimmt es wohl doch mit der Gier, oder!“
Wir gucken schweigend auf die rote Ampel.
„Hundertmillionen Euro. Das verdienst nich mal Du während Deines ganzen Lebens…“
„Nee“, sagt  er, er wäre nicht risikofreudig genug.
Jedenfalls habe die Steuerbeamtin gesagt, das zwar alles wieder verzockt wäre, was C. mit Spielsucht vergleicht, aber die Steuern aus den Gewinnen, die seinen eben auch immer noch fällig, ob das Geld noch da wär oder nich, is egal.C. erklärt mir weiter, dass er ja auch schlechte Anwälte gehabt hätte. Es wäre wohl so gewesen, das der Stern und der Hoeneß wollte dem mit ner Selbstanzeige zuvor kommen….
„Hundert Millionen Euros. Man, da hört man doch auf. Selbst wenn der 80 Prozent an Steuern gezahlt hätt`, das reicht doch lange Meter….“ Ich bin enttäuscht. Immerhin war mein Vater von dem Hoeneß ein Fan und ich musste immer Sportschau mit gucken. Und jetzt sowas! Gut, das mein Vater das nicht mehr erlebt!
Ich setze C. vor der Arbeit ab, das Kind kotzt die letzte Jacke voll und kriegt meine und wir fahren nach Hause.
Ich überlege:
Von diesen 100 Millionen Euronen  hätte ich 183 486 Monate meine Miete zahlen können, also 15 290,5 Jahre. Aber wer will schon so lange in einem sozialen Wohnungsbauklotz wohnen?
Ich frage C., ob der Hoeneß denn noch diese 23 Millionen hat für die Nachzahlung, aber C. anwortet nicht und der Hoeneß tut mir schon fast leid.Irgendwie scheint Geld doch blöd zu machen und 100 000 000 Euros machen offensichtlich ganz blöd.