Sonntag

Mal wieder und wieder einer von genau denen nach einer Woche, in der man mit seinen eigenen Entscheidungen hadert und alle und jeden , sogar sich selbst, einfach nicht leiden kann.
Ein Sonntag, an dem ich außer meinem Wintermantel, den T-Shirts von M., und meinen Überwürfen vom Sofa nichts mehr im Badezimmer liegen habe und groß E.  mir erklärt, das ja die Sachen, die ihre Schwester klein E. in die Wäsche gibt, immer viel, viel schneller wieder aus der Wäsche kommen….
„Schätzelchen?“
„hm?“
„Meinst Du ernsthaft, ich krieche vor dem Anstellen einer Waschmaschine unter Dein Bett? Ich wasche nur, was in der Schmutzwäsche ist. Wenn Du eine Sammlung aus muffigen Gerüchen machst, Deine Sache, aber mach die Tür zu.“
Nach Kochen, Backen, Erdbeerboden belegen, Kinder abfüttern, räumen C. und ich das Schlachtfeld Küche auf.
A. klingelt Sturm, drängt sich an mir vorbei,….Ein Unfall, ein Unfall!! eine Kopfplatzwunde! Er nimmt Haushaltsrolle und ich gebe ihm unseren Kühlakku.
„Eine Kopfplatzwunde muss zum Arzt!“ sage ich nur, während er schon wieder verschwindet.

Kurz drauf bin ich wieder auf dem Wäscheplatz. Der, der den angelegt hat, hat mal echt mitgedacht. Denn dort geht immer Wind und die Wäsche ist in zwei Stunden trocken.
Auf dem Wäscheplatz kommen A. und Walon und noch ein dritter. Sie erzählen mir, was passiert ist. Sie haben Fußball gespielt und Walon hat geköpft und die Kopfplatzwunde wollte auch köpfen und zack, Walons Zähne im Kopp der Kopfplatzwunde.
„Mama, seine Mutter fährt ihn nicht zum Arzt. „
„Das ist deren Sache, da halten wir uns raus.“
„Sie hat Walon nur beschimpft und angespuckt!“
„WAHAAAAS??“
„Ja“, sagt Walon, aber sie hat nicht getroffen und er zeigt auf Flecken auf seiner Kleidung und nennt zwei andere Namen, die ihn auch angspuckt haben.
„Was ist denn das für ´ne Nummer! Wenn Anspucken gegen eine Platzwunde hilft, dann spar ich mir jetzt auch den Weg zum Arzt!“ A. versteht, was ich meine, Walon und der dritte gucken mich an, als ob sie morgen noch drüber nachdenken, was ich da wohl gesagt habe.
„Was sind das nur für Leute! Mal ehrlich…“
„Ach, die haben eine andere Religion“, sagt Walon beschwichtigend.
„Andere Religion? Ich habe noch nie von einer Religion gehört, in der man mal eben Leute anspruckt, wenn ein zweiter verletzt ist! DAS war ein Unfall! Die tun ja so, als ob Du den ganzen Tag nur drauf gewartet hättest, dem Deine Zähne in den Kopf zu schlagen!“
Auch hier versteht er nicht, was ich meine. Ich frage, wie es denn ihm überhaupt geht.Ob die Zähne in Ordnung sind. Seien sie, nur taub. Aha. Dann sage ich ihm, er solle es seinen Brüdern erzählen, was passiert ist. Die können ruhig ein bischen aufpassen, damit da nicht noch mehr mit dem Walon passiert.

Wenn Anspucken gegen Kopfplatzwunden hilft, dann mache ich das ja auch. Vllt hilft es ja auch gegen zu wenig Geld auf dem Konto, Fieber bei Kleinkindern und was weiß ich….Irgendwie hat das mit der Integration nicht geklappt und da die Kopfplatzwunde auch keinen urdeutschen Namen wie Otto hatte…naja.

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