Liebeserklärung

Mein Garten. Das ist eine von C.s Liebeserklärungen an mich. Den hat er für mich, für mich ganz allein mitgekauft. Er selbst hätte nur Rasenmäher, wenn überhaupt.

Jedenfalls wohnen über uns die Winters. Unser Grundstück hat Hanglage, dann kommt eine Stützmauer und etwa einen Meter fünfzig höhrer als unseres beginnt Winters Grundstück.

Als wir hier einzogen, kamen Winters und begutachteten die Mauer, weil sie gehört hatten, sie sei kaputt. Ist sie ja auch. Auf der Mauer war ein Zaun und direkt an schloß sich ein Dickicht aus irgendwas und Efeu. Aus den Fugen wuchs Efeu und Schöllkraut. Wir einigten uns darauf, dass ich die Fugen neu verschmierte, was ich auch tat. Das hielt gerade mal über den ersten Winter.

Als ich mich im nächsten Jahr wieder daran machte, die Dinger zu füllen, musste zwischen das Geschmiere Steine, weil ich in verschiedene Fugen meine Hand bis zum Handgelenk stecken konnte und hinten noch nicht ankam. Und ich rupfte Efeu und Schöllkrau, Steinbrach und schnitt den Überhang, der wie ein großer Baldachin mein Bett beschattete und trocken hielt so lange zurück, bis ich einfach an die Wildrosen- und sonstigen Zweige nicht mehr mit der Maschine für Astschnitt samt langem Stiel heran kam. Die Pflanzen drückten den ersten Stein samt Zaunfahl raus.

Ich gab Bescheid und Frau Winter erklärte mir, man habe einen Meter fünfzig hinter dem Zaundickicht neu gepflanzt und wollte warten, bis das großer sei. Naja. Ich habe Bescheid gesagt, mir war es egal. Der Efeu hatte schon den Zaun samt Eckpfosten eingedrückt, also….mir egal.

Und jetzt, in diesem April, da holten sie eine Firma, die das gesamte Dickicht weg häkselte, gruben einen Graben einen Meter fünfzig hinter der alten Hecke, wo doch eigentlich, aber…was soll’s. Legten diesen Graben mit Folie aus…und irgendwann trafen wir uns beim Unkrautzuppel und Herr Winter sagte:

„Da kommt bald der Maurer, der kommt mal gucken.“

„Okay.“

Der Maurer kam zusammen mit Frau Winter, als ich nicht da war. C. ließ sie in den Garten. Zwischen meinem alten Hisbiskus, der schon zwei Meter hoch war, und den ich letztes Jahr  wirklich rapide auf die Hälfte gekürzt hatte und der noch keine Blätter trug, meiner Himmbeere, die eine grüne Wand bildes, meinen Palmlilien, den alten Rosen,  zwischen all dem erblühte ein Meer aus Schollkraut, das, nachdem die Gestrüppüberdachung weggerissen war, explosionsartig aus der Erde geschossen war.

Der Maurer guckte sich das alles an und erklärte C., dass wir alles wegreißen müssten auf einer Breite von 50 cm. Und Frau Winter erklärte, mein Hibiskus, der nach dem Radikalschnitt wesentlich später dran war als letztes Jahr, der sei ja tot und das gelbe Zeug Unkraut, das müsse ich sowieso rausreißen. Und der Rest eh.

DAS ist jetzt irgendwie schon mal strategisch nicht so gut. Ich möchte daran erinnern, dass C. diesen Garten für mich gekauft hat. Er hat nicht einfache Kantensteine zur Rasenbegrenzung gekauft, nein sondern solche, die ich bepflanzen kann. Und er rupft da nix raus. Er macht das Stückchen Rasen. Und er lacht mich nicht aus, wenn ich abends meinem Pflaumenbaum den Stamm kühl abpsüle, wenn es heiß draußen ist….

Jedenfalls sprachen wir darüber und ich ging mit C. in den Garten und sagte, dass ich auch meine Himbeere, die nach drei Jahren das erste Mal richtig tragen wird, jetzt nicht einfach rausreißen kann, ebenso wenig die dunkelblau blühende, großblütige Irisi und die pfahlwurzelige Palmlilie eh nicht, auch nicht bei gelbblühender Forsythien-Busch, auch wenn er nicht mehr blüht.

Nuna, ich hatte gelesen, dass es Post gibt und wartete darauf, ebenso, den Nachbarn Herrn Winter erneut im Garten anzutreffen. Aber beides nix.

Und vorgestern fand ich mittags auf der Arbeit folgende What’s-App-Nachrichten von C.:

7:56 : Der Nachbar von oben war gerade da, der Maurer würde gleich anfangem zu arbeiten.

7:57 : Er hätte erst gestern abend Bescheid bekommen.

7:57 : Warum hast du nicht mit denen gesprochen??

8:54 : Sie fangen jetzt beim  Nachbarn an und würden gerne heute mittag mit dir sprechen. Sie haben auch einen Gärtner dabei.

8:55 : Es würde nur diese Woche dauern, wenn das Wetter mitspielt.

 

Meine Antwort:

12:24 : Mit ist deren Gärtner scheiß egal.

Ich bin dann nach Hause gefahren und fand C. vor.

„Wenn Du es um des lieben Friedens Willen möchtest, dann sollen sie mein Beet roden.“

Und C. erklärte mir, dass es mein Garten sei und mein Beet und wenn ich das nicht wolle, dann würde da nichts gerodet. „Es ist Dein Garten!“ Das waren seine Worte.

Wenn ich das also nicht wolle, dann solle ich doch rausgehen und es ihnen sagen.

Also bin ich in meinem Kittel raus.

Frau Winter kam und fragte mich, was wir jetzt machen wollten.

„Ja, hier in meinem Garten und in meinem Beet nichts. Ich will meinen Hibiskus behalten. Nach der Wuchsperiode nehme ich die gern raus, aber jetzt nicht, weil ich sonst alles wegwerfen kann. Mein Bärlauch hat sich auch noch nicht zurück entwickelt und meine Forsythie bleibt auch!“

Wir hätten doch gewollt, das die Mauer gemacht werde, so Frau Winter und dann mischte sich der Maurer ein und bemängelte seinen Ton. Warum ich so reden würde.

Ich stehe ja drauf, wenn jemand meinen Ton bemängelt und schon grad so einer, der grade kurze Auftragsflaute mit dieser Mauer überdeckt.

„Warum ich so rede? Weil ich schon seit sechs Uhr arbeite, genau wie Sie!“ Ruhe war. Arbeitet wohl keiner seit sechs außer mir.

Und Frau Winter redete und ich dachte mir:

„Ich hab alles gesagt. Ich geh jetzt.“ Und das tat ich dann auch.

Der Maurer: „Sie können doch jetzt nicht einfach gehen!“

Ich:“Doch. Es ist alles gesagt und ich lasse mich nicht umstimmen.“

Der Maurer: „Aber Sie sind doch Nachbarn.“

Davon habe ich nun wirklich nichts gemerkt. Und was ist das für ein Argument?

Doch, ich habe unsere Rechtsschutz genutzt. Die Premiumausführung.  Und ich weiß:

Morgens klingeln und sagen: „Gleich kommt der Maurer und es geht los.“, DAS geht so nicht. Auch nicht für Winters, die was Besseres sind.

Ich war durch, aber ganz durch. DAS ist mein Garten und meine Monster-Hibskus, der letztes Jahr noch größer als ich war und mein Bärlauch und mein Rainfarn und was bildet sich Herr-Pseudo-Englischer-Rasen-Mit-Drei-Beeten,-die-Aussehen-Wie-Gräber-Winter und seine Frau eigentlich ein, mir vorschreiben zu wollen, was in MEINEM Garten wachstumsberechtigt ist und was nicht?

Und dann hatte der mitgebrachte Gärtner wohl in Gegenwart von C. geäußert, dann dann auch endlich meine Brennessel, die ich neben der Himbeere hege und pflege wegkäme, wenn sie durch das Beet marschieren.

C. fragte mich, was ich damit mache.

„Letztes Jahr habe ich Löcher im Gewächshaus gegraben, Brennessel rein, Tomate drauf und die expandieren in die Höhe und Breite wie Knallfrösche. Dieses Jahr waren die Brennesseln beim Einsetzen noch nicht so weit, deshalb muss ich dieses Jahr Brennesseljauche machen. Damit kann man nicht nur prima Düngen, sondern das ist auch gegen Blattläuse super gut.“

Heute abend sagte C.:

„Wenn Du da Brennessel im Garten haben willst, dann bleibt die da.“

Er will, wenn sich die Sache gesetzt hat, also ich soll am Ende der Wuchsperiode 50 cm Beet an der Mauer frei machen. Er will dann Bauzaun setzen und dann sollen sie zusehen. C. ist echt sauer.

"Haus" , Folge 14355

Was ist anders an so einem Haus? Der Unterschied zu einer Wohnung im sozialen Wohnungsbau….
1. Es ist echt leise hier, obwohl soviele hier wohnen.
    Wenn ich in meiner Raucherecke sitze, dann kann ich die letzten Züge im Bahnhof einfahren hören, aber irgendwann, so um eins, da ist
    es hier einfach irgendwann wie tot. Kein Krankenwagen, keine Polizei, keine telefonierenden Jugendlichen im Rondell, keiner, der über   uns
    seine Frau verprügelt und niemand, der sein Kind anbrüllt.
    Die Nachbarn, die hier zwei Häuser weiter runter wohnen und sich uns vorgestellt haben, die haben eins. Doch, das lebt, aber das ist
    irgendwie ein nettes. Das Kind ist ein Mädel und ihre Haare liegen in Ordnung, im Gegensatz  zu meinen, da flattert, flittert, klebt es; wir
    verwenden Wasser, um das wieder in Ordnung zu bringen.
    Das Mädel hat auch eine teures Spielehaus im Garten, eine Sandkiste und eine Schaukel. Aber sie ist nie da. NIE. Nur einmal war der
    Deckel der Sandkist angekippt und wir waren uns einig, das das gar keine Sandkiste ist, sondern der Einstieg in einen Keller.
    Einen richtigen Keller, in dem die Eltern des Kindes so richtig die Sau rausslassen. Aber das tun die wohl doch nicht. Die machen jeden
    Abend punkt zehn das Licht in ihrem Wohnzimmer aus.
2. Wir haben die buntesten Fenster und den blödesten Garten, sowohl vorne als auch hinter dem Haus. Meine Bodendecker-Erdbeeren haben
    Freunde bekommen, weil sie an manchen Stellen doch nicht so bodendecken, wie ich gern hätte.
    Das Schaukelgestell hinter dem Haus ist immer noch nicht im Boden festgemacht und der Pool, den die Kinder mit Erde versaut haben,
    hat schon sein erstes Loch und muss geflickt werden.
    Ist vielleicht auch ganz gut. Wir sind schon ein bißchen auffällig mit dem Easy Quick-Start-Pool -Set. In den anderen Gärten ist da nix.
3. Ich weiß jetzt, warum die Muttis, die mit ihren Kindern in so einem Haus wohnen wie wir jetzt, warum die so saudünn und trainiert sind.
    Meine Kinder sind ja schon groß. Und die Jungs wohnen direkt unter dem Dach. Das Treppenhaus ist offen….dennoch, sie können mich 
    nicht hören. Zwei Treppen sind zu weit. Richtig zu weit. Finde ich auch und wenn ich oben bin, dann finde ich das erst recht! Aber wenn
    man so schnauft, da ist nix mit brüllen, da ist man froh, wenn man zwischen den Atemzügen noch Laute bilden kann

Als ich meiner Arbeitskollegin erzählte, das es echt ungewohnt ist, so zu leben, weil sie mich fragte, ob ich nicht die Ruhe genieße, da meinte sie nur, ich werde mich schon daran gewöhnen.
Recht hat sie. Man gewöhnt sich an alles.
Ich bin nur froh, das wenigstens etwas weiter oben in der Strasse doch noch sozialer Wohnungsbau ist. Sonst käme ich mir hier völlig verloren vor.

"Das Finanzielle macht alles mein Mann!"

Das mit dem Haus ist eine wirkliche Belastungsprobe.
Hier ist mal Garten. Ich finde ja persönlich, daß das so das Wichtigste an einer Hütte ist….
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Es war alles voll mit diesen weißen Kieseln und durch die Teichfolie, die darunter war, wuchs jede Menge Unkraut…Hamwa dann gleich mal geändert. Bodendecker sind ganz klar Erdbeeren. Blühen schön und setzen auch zum Herbst hin einen Kontrast zu den Rosen, der Kirsche und dem Birnenbäumchen, die so mickrig sind, das C. mir geglaubt hat, als ich sagte: „Die werden nicht groß.“
Und jetzt auch mal den hinterm Haus:
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Die Treppe war grau, dank eines Hochdruckreinigers ist alles wieder hell geworden. Oben links steht versteckt Minis Sandkiste auf Platten und Folie, wir haben ja genug unter den Steinen im Vorgarten gefunden. Sie hat auch neuen Sand bekommen; der alte konnte nicht mit umziehen, nachdem Groß E. Lutzi einen Nachmittag lang auf dem Balkon ausgesperrt hatte.
Die Nachbarn aus dem Haus oben drüber habe ich auch schon kennen gelernt; sie möchten am liebsten mit dem Schwarzarbeiter zusammen, der offensichtlich in der ganzen Strasse Treppen und Parkplätze anlegt und versteint , aus der Mauer am oberen Bildrand versteckt hinter den ganzen Sträuchern eine Baustelle machen. Klas hatten schon die Vorbesitzer angesprochen, das der Berg nach vorn drückt, aber jetzt ist offensichtlich der richtige Zeitpunkt.
Ich mag einfach nicht, das die mein Beet kaputt machen, der Schwarzabeiter mag mich nicht, seit ich denen gesagt hab, das ich bereit bin, die Fugen wieder zu zu machen.  Sie wollen nämlich anstelle der Mauer eine Betonwanne einziehen. Sieht bestimmt schön aus so eine Betonwand hinter einem kaputten Beet.
Die Nachbarn links runter, die für ihre kleine Tochter ein Kinderparadies aufgebaut haben mit Lila-weißen Haus, Schaukel am Baum , Sandkiste u.ä.. Allerdings ist es nur ihr alterndes Windspiel, das regelmässig im Garten eine Decke im Schatten bekommt.
Wir passen  da nicht hin. Bei uns gibt es nicht diesen halbhohen Kinderpool, sondern da ist schon die Arbeit zum Ebnen im Gange, damit die Fläche für einen Pool entsteht. Einen von den blauen mit Pumpe und Chemie.
Und wenn ich mich so umgucke, dann wird das zwischen plätschernden Gartenteichen und netten Grillereien Ärger geben, weil sind eben Kinder und Pool ist nicht zum Angucken da und auf Haus habe ich mich eingelassen, weil jedes Kinderzimmer so sein soll, das die mal Freunde zum Übernachten einladen können, also zwei Betten haben, und warum sollten die dann die ganze Zeit drinnen sitzen? Und Mini bekommt noch eine Schaukel samt Rutsche. Schon weil ich mir ausrechnen kann, das dieses Mädel die ganze Zeit nur rutscht, während Klein E. wie ein Vollpfosten schaukelt… Und schon diese Rutsch-Schaukel-Vorstellung finde ich völlig genial.
ES ist ein Garten. Wozu hat man denn einen Garten??
Vor allem, wenn man Kinder hat… Auf der einen Seite steht ein alter Pflaumenbaum und der bleibt auch, weil ich damit nicht nur eins-A Lompott machen kann, das man in den Kühlschrank stellt, wenn eins der Kinder krank ist und die können das dann gut essen, sondern auch lecker Kuchen und Klöße.
Und die beiden alten Beerensträucher, die oben an der Mauer der Nachbarn stehen, die kommen auch runter auf ein Beet und dort wohnt schon ein weiterer aus der Familie, nämlich eine dornenlose Brombeere.

Nachdem wir das alles weggeschafft hatten aus dem Garten
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sind nicht nur Rosen und ein Apfelbäumchen mit genau einem Apfel zum Vorschein gekommen, sondern auch jede Menge Platz. Allerdings sind auch noch Tüten mit Grünschnitt zum Wegfahren wieder aufgetraucht….
Es war eine blöde Idee, ja zum Hauskauf zu sagen. Es ist ein schönes Haus und ein schönes Grundstück, aber wir sind da falsch. Wir leben anders. Bei uns ist es abends leise, in der Mittagszeit auch, aber sonst spielen und streiten sie, lieben und hassen sich, ärgern sich und sind zickig und gleich auch wieder lieb. Wasser ist nicht nur zum Blumengießen da, nein man nutzt es auch, um sich gegenseitig zu ärgern. Und diese Kinder waren schon immer viel draußen. Hier und vorher in der Kleinstadt und dort werden sie es auch sein. Und quietschen und quaken und und und…
Und nun ist irgendwie Mist. Die links neben uns erwiedern  nicht mal den Gruß. Dann lassen die das. Rechts neben uns wohnt keiner und die ein Haus weiter unter uns wollten bloß wissen, was wir für das Haus bezahlt haben.
Am liebsten hätte ich ganz dekadent geantwortet:
„Das weiß ich nicht. Das Finanzielle macht alles mein Mann.“
Aber ich habe brav die Summe aus der Anzeige im Netz genannt. Kann man nix falsch machen, steht ja öffentlich drin. Konnte ja jeder lesen. War aber doch billiger, wobei das bei der Summe nun nicht wirklich ein Preisnachlaß ist. Müssen die aber nicht wissen.
Und jeder möchte mir die tragische Geschichte der Vorbesitzer erzählen. Die kann ich mir schon ausrechnen…waren alte Leute und einer von beiden ist jetzt im Altenheim. Der andere ist nicht mehr.

So ein Haus…

ist ne blöde Idee.
Erst mussten wir alle Tapeten bis auf den Putz runter puhlen, weil C. das so wollte.
Dann habe wir uns bei 35 Grad im Schatten mit einer Decke und einem völlig verwinkelten Räumchen abgequält und jetzt, wo C. einfach nur bei den blöden Decken helfen soll, auf denen die Tapete ohne Vorkleisterns nicht hält,
da holt er einfach Mama, die schon seit Wochen gerne wissen möchte, wie lange sie eigentlich noch arbeiten kann.
Ich glaube, ich möchte einfach in meinem sozialen Wohnungsbau bleiben.

Haus

Ich will kein Haus. Keins zu Miete, keins gekauft.
Ich will nicht so viel Platz. Ich sage immer , das es wegen dem Saubermachen ist, wegem dem Revonieren, wegen dem Heizen, das kostet ja alles immer imens Geld. Aber eigentlich ist es, weil ich ein Horter bin. Seit ich mit fünf Kindern vor vielen Jahre obdachlos war und später in eine zwei Zimmer Wohnung in den Schlichtbauten kam, seit dem ist das so. Nee, lasst man, die waren da bürgerlicher als die Bürgerlichen selbst. Wehe, du hast die blöde Treppenhausreinigung vergessen…..und es gab Gartenzwerge vor dem Haus….

Nunja,…..Ja, ich könnte Therapien machen,Basteln, Tanzen , Gestalten, was auch immer, ich könnte viele Blalblas mit studierten Leuten haben , Medikament schlucken, vllt auch wieder auskotzen, wer weiß und wenn gar nichts hilft, dann lasse ich mir vllt den linken Hirnlappen entfernen oder aber ich mache es wie bisher: Ich halte den Wohn-Lager-Raum auf das Nötigste beschränkt und schmeisse alles konsequent weg, was ich sechs Monate nicht angefaßt habe. Keine Sorge, Ladies, der Müll geht täglich raus.

Und in einer dieser bürgerlichen Vorstädte sehe ich mich auch nicht. Ich möchte nicht neben Leute wohnen, die ihren Rasen dauernd auf die Länge kurz vor tot bringen, ich mag Wiesenblumen. Ich werde dort mit keiner Hausfrau Kaffeetrinken oder frühstücken, oder in den Klöppelkurs der Kirche gehen oder Chor singen wie Omma, auch wenn die Frau von der Kirche mich schon gefragt hat, ob ich nicht mit Gospel singen wolle. Ich habe jahrelang irgendwelche Schlaflieder für die Kinder gesungen, das war genug Publikum.
Und Gospels gibt es nur auf meiner Beerdigung. Wenn das ganze Ding losgeht, dann soll da „Oh happy Day!“ laufen.  Klar in so einer Kapelle mit Mantelträger von den Evangelen. Immerhin zahle ich jeden Monat 37 Cent Kirchensteuer!. MONATLICH.
Und wenn die Holzkiste dann in die Verbrennung rausgeht, dann soll da „Benzin “ von Ramstein laufen. „Willst Du etwas nicht mehr seh´n ….lass es schwimmen…..in Benzin!“. Meine Söhne sind dagegen. Die wollen eine große Heulbojen-Orgie.
Aber: Meine Geburtstage sind über die ganzen Jahre nur Arbeitstage mit Anrufen und SMS, da kann ich doch wenigstens meinen Abgang mal schön gestalten, finde ich.
Sie brauchen da eh nicht zustimmen. Weil ich mir im Internet bei so Sterbedatumsrechnern meine Lebenszeit habe ausrechnen lassen. Erst hatte ich nur solche am Wickel, die das Jahr angegeben haben. Das fand ich doof. Kannste ja nix vorbereiten. Und dann habe ich zwei gefunden, die jeweil den 27. 12 . und den 23.02. in neun Jahren im Angebot hatten.
27 . 12 fand ich doof. Weil erst hauste Weihnachtsgeschenke raus und dann zack, versauste den anderen Silvester. Wirdüberhaupt zwischen den Feiertagen unter die Erde gebracht? Weiß ich nicht. Auf jedenfall habe ich gedacht: Ist eh immer ein doofer Zeitpunkt, sowas. IMMER. Ist genau wie mit Krankheiten, Kinderkriegen und sowas. Auch immer zum falschen Zeitpunkt.
Naja, jedenfalls kann ich das jetzt alles allein organisieren. Man gab mir nur zu bedenken, was ich denn tun wolle, wenn ich am 27. die vom Beerdigungsinstitut vor der Tür habe und nicht tot bin. Naja, mittlerweile denke ich, ich könnte ja mit denen Maumau spielen, bis es soweit ist. Maumau ist sterbenslangweilig.

Naja, soweit so gut. Auf jedenfall sollte ich vllt doch mal meine Bedenken gegen ein Haus äußern…

Wir kaufen ein Haus

C. ist zu dem Schluß gekommen, das man die Grundmiete, die bei unserem Platzbedarf anfällt, durchaus als Abtrag für ein Darlehen für ein Haus verwenden könnte.
Soweit so gut. Aber mir sind die irgendwie zu teuer. So Häuser, mein ich. Und ich war bisher immer voll stolz, wenn ich sagen konnte: Ich zahle bar. Das bei so einem Haus irgendwie schlecht möglich…..
Auf jedenfall habe ich ihn heute gefragt, ob wir ein Haus kaufen oder eher er und wir ziehen da mit ein, weil so ein Haus kaufen, das macht man ja nicht regelmässig einmal im Monat und das will gut überlegt sein.

Jedenfalls habe ich mir mal so Gedanken gemacht, wie so mein Haus aussehen müsste:
Also: Dach, Außenwände, Zimmer, Küche , Bad , Keller. Da braucht keiner lachen, das ist schon mal, wenn man die Angebote so durchguckt, gar nicht so gewöhnlich.

Die Küche muss so groß sein, das zwei Herde darin Platz haben. Unser Herd ist dauernd belegt und der kleinen Töppe zum Trotz reicht der Platz immer noch nicht richtig auf den Kochfeldern….und dann ist der Backofen dauernd mit Brot belegt. Und ich will endlich einen zweiten wegen der Versuchbackereien mit alten Mehlsorten, weil ich denke,  Vollwertbackwaren müssen doch auch lecker sein können und nicht immer wie bio schmecken.
Auf jeden Fall will ich einen Garten. Am liebsten mit altem Obstbaumbestand, Platz für die fünf lange Reihen Kartoffeln, Obsträucher und Gemüse und fünf Hühner. Der Keller soll dunkel und trocken und kühl sein.

Kann doch nicht so schwer sein mit dem Rest…..Ich mag Altbau, aber C. sagt, das sein Vater sagt, das Altbau nicht mehr so viel wert sei,
jedenfalls seien alle Angebote zu teuer. Und es gibt soooooooooooooooooooooo schöne Sachen dabei. Aber mir selbst sind die Preise auch zu hoch.
Das, was ich für überschaubar halte, weil der Preis gering ist, dem fehlen entweder Decken, Wände oder beides….oder aber es hat den Charme der sechziger, als überall die Flüchtlinge diese Einfamilienhäuser mit dem Teppichgarten hinter dem Haus hinstellten.Ich bin mir sicher, das diese Rasenflächen, die entstanden, als nicht mehr die Notwendigkeit eines Gemüsegartens bestand, das diese Rasenflächen die Inspiration für Rollrasen waren.
Wenn ich mir vorstelle, morgens mit meinem kubanischen Frühstück in so einem Haus auf die Terrasse zu treten…..dann komm ich mir falsch vor.
Wenn ich mir das alles so ansehe, dann finde ich meine Mietsbude gar nicht so schlecht. Wirklich nicht.