Ernährung

Zehn Kinder habe ich und wie man auf dem Familienfoto sehen kann, so verschieden, wie sie auch sind, sie leiden keineswegs an Adipositas außer Klein E., die ich derzeit liebevoll Sucuk nenne. Und Groß E., die, einem Trend ihrer Klasse folgend wie fast alle Mädchen dort an sich rumritzt und deshalb von mir „Ritzi“ genannt wird.

Die Spitznamen meiner noch bei mir lebenden großen Kinder, nämlich Knasti, Checki, Ritzi und Sucuk, führten zu einem Tadel seitens der Familienhelferin von Patty und Selma.

Ihr Argument war, dass die Kinder diese Spitznamen, resultierend aus ihrem Verhalten, das also meine Kinder diese Namen nicht toll finden.

„Ja, denken Sie ernsthaft, ich finde deren Verhalten toll? Einer, der so lange Schule geschwänzt hat und die dadurch verhängten pädagogischen Bla-Bla-Auflagen, also die Gespräche bei Ihren Kollegen mit sozialpädogisch anstudierten Hintergrund, nicht gmeacht hat und letztendlich vier Wochen, in Zahlen 4, Wochen Dauerarrest abgesessen hat??? Der ist nunmal ein Knasti, wenn er nicht schlagartig sein Verhalten ändert!

Und Checki. Schule Mist, große Fresse, in kriminellen Kreisen unterwegs. Ich muss nur noch ’ne Hand voll hässlicher Pseudo-Goldketten finden, am besten mit glitzerndem Dollar-Zeichen oder dem Schriftzug „Dumm“, dann ist das Bild perfekt.

Oder Ritzi. In der einen Woche erzählt sie mir noch, wer alles an sich rumschneidetund findet das einfach nur dumm, und in der nächsten macht sie es selbst, um dazu zu gehören, weil ihre beste Freundin…Jaja, wir sind im Gespräch. Und waren es nicht Sie, Frau Familienhilfe, die mich darauf hingewiesen haben, dass es sich bei dieser Ritzerei u.a., und dabei ohne tatsächlich von Borderline Betroffenen die Glaubwürdigkeit nehmen zu wollen, ein Modetrend ist und in der Kinder- und Jugenpsychiatrie Kinder mit diesen Symptomen schon gar nicht mehr aufgenommen werden?

Und Sucuk? Sucuk habe ich erklärt, das sie bedauerlicherweise aus einer Familie stammt, die auf bestimmte Zusatzstoffe in Lebensmitteln reagiert und zwar mit Dauerfraß und horizontaler Expansion. Ich habe sie bebettelt, diese Lebensmittel, zu denen u.a. Fertigessen und Softdrinks gehören, mit äußerster Vorsicht zu nutzen. Und? Ich finde im Guten kein Gehör. Und muss, wenn sie auf dem Bett liegt, tatsächlich an Greenpeace und das Meer denken…. Also, wer das Gute nicht will, muss das Schlechte nehmen und natürlich werde ich meinen Mund nicht halten, wenn meine Mädchen wie Bordsteinschwalben rumlaufen, in diesen durchsichtigen Muskelshirts mit bunten Pseudo-Kunst-Aufdrucken, dieser Halskette, dem sogenannten schwarzen Gürtel im Blasen.

Natürlich konnte die Ältere der beiden sich austesten und ihre Augebrauen wegrasieren und sich morgens welche anmalen. Aber muss ich meinen Mund halten, wenn es sich bei den aufgemalten um zwei wagerechte, einen Zentimeter breite Striche handelt? Pädagogisch wertvoll wie eine Seerobbe in die Hände klatschen und rufen: „Das hattu aba fein gemacht!“. Nein.“

Ich erlaube mir, konstruktive Kritik zu äußern.

„Eheee? Was ist denn unter Deinen beiden Zensur-Strichen im Gesicht?“

„Hm?“

„Na, die beiden Dinger über Deinen Augen! Ist das Edding oder geht das beim Waschen wieder ab?“

Aber ich bin in die „Pubertiere“ abgeschweift, als zurück zu Adipositas.

Nun arbeite ich ja abends. Und wir wollen gute Eltern sein. Also machen wir Frühstück. Mit Brötchen aufbacken, Milch, Cappuccino und pünktlichem Wecken und hinterher zur Schule und in den Kindergarten fahren bzw. A. zum Zug, weil er in der Erwachsenenbildung seinen Schulabschluuß endlich nachholen will.

Und dann wirft C. immer eine runde Süsses auf den Tisch, so daß sich jeder ein Schokolädle oder eine süße Backware zum „richtigen Essen“ mitnehmen kann. Es gibt auch frische Gurke und Paprika im Angebot. Und so kann jeder sein Mitnahme-Essen nach seinem Geschmack gestalten. Nur Trinken….das ist Wasser in kleinen Flaschen.

Und nun komme alle zu Tisch und auch Patty und Selma suchen sich zielsicher ein Süßchen raus. Eins. Ein Miniriegel oder ein Kinderriegel. Eins. Und damit bin ich die Frage von Selma nach Schoki für den ganzen Tag los.

Dann frühstücken die beiden Mädels. Ein halbes Brötchen mit irgendwas. Die andere Hälfte landet in der Brotbox mit ausgesuchtem Belag und sie können aussuchen aus dem Frisch-Gelumpe, heute haben sie Brombeeren aus dem Garten mitgenommen.

Und heute bekomme ich den Vortrag in der Kita. Die Mädels hätten immer so viel Süsses dabei,.

„Also bei mir packen sie nur eins ein.“ Eins pro Tag.

Nein, das wolle man nicht, weil sie immer erst das essen wollen.

„Nunja, die frühstücken ab sieben.  Mit allem Kram von Milch über Wasser über Tee und Brötchen, die sich durchaus auch Fitness oder Vollkorn nennen.“

Für  micht ist klar, sie sollten nun nicht um halb neun wieder am Verhungern sein, weil dann wäre das was falsch.

Ich könnte ja sowas wie Fruchtzwerge mitgeben, aber die bekämen ja immer was richtiges Süßes.

Mir als Laie verschließt sich der Unterschied zwischen richtigen und unrichtigem Süßen, aber naja.

Und Fruchtzwerge…boah, das ist für mich Müll. Das kein Essen.

Nunja. Ich weise freundlich darauf hin, das Selma heute die Brombeeren mitgenommen hat.

Aber auch das ist falsch. Man habe ja Obst stehen und das sei ausreichen.

Pass ma achte, ehrlich: WENN Selma Brombeeren aus dem Garten mitnehmen will, dann  nimmt sie Brombeeren aus dem Garten mit! Irgendwie ist auch mal gut.

Damit hier Entwicklung stattfinden konnte, musste sich die Familie auch ernährungstechnisch auf die beiden  Pflegekinder zu bewegen, nicht nur rituell, intellektuell und emotional! Was sollte das denn werden, wenn sich der Umzug zum Kulturschock entwickelt? Da zweifeln doch doch völlig an sich selbst!

 

 

Sushi

Heute stand ich in der Küche…..Billigfleisch, weil Sonntag.
Und während ich da so hantierte…dachte ich dran, dass ich die Frage, was denn Zwiebelmus sei noch nicht beantwortet habe und dann dachte ich an die Kochsendungen auf dem Fernsehprogrammen für alte Leute. Kann man echt gut gucken, wenn man krank ist. Also, ich brutzelte da so vor mich hin…..und dachte an die Gewinner….ich kann das nicht. Ich kann da nicht nur nicht teilnehmen, ich kann auch nicht so kochen, geschweige denn dieses halbrohe Zeugs futtern….wenn aus dem Fleisch noch dieses Blut rausläuft, da hab ich Angst, dass Ding  auf meinem Teller fängt an, zu muhen… Mein Fleisch auf dem Teller jedenfalls blutet nicht, Ich mag´s butterweich, tuffelich zart….aber es ist dann eben durch. Also bin ich damit schon raus, aus der Gewinnerliste dieser Sendungen.
Mein Zwiebelmus….tja, das ist eigentlich eher eine Notlösung. Eine gute Sosse kommt keinesfalls aus der Tüte. Aber ihre Grundlagen sind völlig einfach: Zwiebeln eben, Karotten. Und klar gern auch Knofi und Ingwer. Vor noch fünf Jahren habe ich das gehackt. Viel Zwiebeln, vorsicht mim Knofi , und Ingwer ist noch gar nicht lange dabei. Möhren für die Farbe und los.
C. mag keine Zwiebeln, keinen Knofi, keinen Ingewer, sagt er jedenfalls. Aber es ist immer dabei. Ich jage das ganze eben durch den Mixer, dann wird es mussig, ich habe es in meiner Sosse. Tja, und ganz edel wie in den Kochsendungen, schäume ich sie hinterher noch mim Pürrierstab  auf, meine Sosse…….näh, nich um hier Ot de Kusiene zu machen, sondern nur, damit alles das, was der C. nicht isst, was aber , wenn´s fehlt, die Sosse zu ner Wasserbrühe macht, so klein ist, dass man es nicht mehr merkt.

Auch mim Gemüse kann ich mit denen nicht mithalten, mit denen in de Kochsendungen. Wenn ich Rohkost will, dann mach ich welche, aber „mit Biss“ keinesfalls, dass das Gelumpe einmal neben dem heißten Topf stand. Genauso wenig wie deren Buttergemüse….BUTTER -Gemüse. Das heißt nicht so, weil es vor dem Kochen neben der Butter im Kühlschrank stand, Das heißt so, weil es in dicker, fetter Butter schwimmt. Nicht ersäuft, wohlgemerkt.. Und wenn die Super-Köche da irgendwo noch Brühe dran schütten, dann suche ich in deren Küche immer den Pott mit dem Huhn und dem Gemüse drin oder den Beinscheiben. Aber irgendwie ist der immer schon weggeräumt. Langsam gehe ich davon aus, dass die einfach nur Gedöns aussem Glas nehmen. Das Zeuchs, das man Löffelweise einstreuen kann.

Und das erklärt auch, warum ich nur selten außerhalb Kaffee trinke, geschweige denn, was esse…..Wenn ich Fertiggelumpe haben will, dann geh ich inne Curry-Wurst-Bude oder bei Mäkkes. Da stimmt das Priesleistungsverhältnis. Aber bei Ode Kuhsiene….da weiß ich das nicht und Muster mitte Sosse auffen Teller machen, das kann ich allein, das ist mir nicht 193 Euros wert.
Und wenn wir schon dabei sind, weil ich angesprochen worden bin, warum ich nicht den Kaffeeautomaten in der Firma nutze und auch nicht deren Teebeutel oder deren Geschirr oder mit frühstücke oder deren belegte Brötchen aus dem Automaten. Kaffee ist für mich das Zeugs, das keinen Schaum in der Tasse bildet, es sei denn E. hat mit Hand abgewaschen und nicht richtig nachgespült. Kaffee ist für mich das Ding, das Geruch macht morgens  und im Filter quellen darf …..Und Tee….Tee ist dieses schwarze Zeugs aus der Dose, das rotgoldene Farbe entwickelt, wenn man heißes Wasser drauf schüttet und nach Tee riecht und nicht einfach in einem Beutel monatelang in einer Pappschachtel in einem Supermarktregal doof rumsteht, bis sich jemand erbarmt. DAs gilt für alle Teesorten, finde ich.
Is schön, wenn die anderen Brötchen kaufen, um allen eine Freude zu machen. Ich mag aber lieber die selbstgemachten, die sind irgendwie wie ich sie von früher kenne. Und wenn ich angetrockneten Käse essen möchte, dann tue ich das, aber die Scheibe lege ich mir gern selber raus. Dann kann ich die Keime-Zahl nämlich selber bestimmen.

In diesem Sinne,
Frau Safa

Ey, Santa, lass sein!

Santa, das ist der Typ Mann, der irgendwie nie erwachsen wird, der  immer die Schuld bei den anderen sucht und gern größer als die anderen ist.
Santa lässt gern seine Wäsche liegen und sitzt gern vor dem Computer oder dem Fernseher, während Frau Santa die Küche aufräumt, die bitte, bitte um jeden Preis immer sauber zu sein hat, auch wenn Santa grad gebacken hat, ebenso das Badezimmer, auch wenn Santa grad drin war. Der Rest der Wohnung ist egal, Santa ist da tolerant.
Santa braucht morgens  länger im Bad als `ne Frau.
Und Santa ist auch derjenige, der Dich fragt, wenn du abends um halb sechs aus der Uni nach Hause kommst, was du denn heute noch kochst.
Und weil viele Frauen so einen Santa haben, deshalb ist es eben der Santa, der viele Frauen beglückt und irgendwann auch wunderbar nervt.
Santa, bevor Mrs. Santa dich in der kleinen Wohnung hinter dem Puderzuckerplatz unterbringt, dir dann auch noch deine Sachen zusammenpackt und sie auch noch sogar zu Dir fährt, mein lieber Santa, da werden viele Gespräche gelaufen sein.
Und ,mein lieber Santa, ist es erstmal soweit gekommen, dann  ist es mit den Geschenken wie Blumen und Zuckerwaren für die Kinder längst nicht mehr getan. Da hilft auch nicht das Einhalten der Besuchsregelung zweimal die Woch zwei Stunden, wenn Mrs. Santa einen Vollzeitob namens Familie, einen Vollzeitjob namens Studium und eine Massnahme vom Jobcenter mit 20 Stunden in der Woche und das noch alles gleichzeitig hat.
Sich um die Fortsetzung einer solchen Beziehung zu Bemühen , Santa,  das funktioniert da nicht mehr nur mit Blumen und Schoki. Da muss irgendwie doch schon was anderes kommen….