Auf der Arbeit

Ich gucke in meinen Dienstplan und sie haben aus meiner nächsten Frühschicht-Woche eine Spätschicht gemacht.
Die Erklärungen mit Kinderbetreuung und so bin ich leid. Also drucke ich meinen Dienstplan aus und schreibe die Arbeitszeit der Frühschicht drauf und lege den Zettel meinen  direkten Chef auf den Tisch.
Er lädt mich zum Gespräch und will mir erklären, wie das zustande gekommen ist.Ich sage ihm nur: „Alles gut. Ist halt ein Fehler und ich weiß, das es korrigiert wird, wie Du weißt, das ich da eh nicht zur Spätschicht komme in einer Frühschichtwoche.“
Ich will nicht mehr diskutieren.
Er weiß auch, das ich dann nicht komme. Er hat es getestet mit einem Krankenhaustermin-Tag für Minimi.
„Horch, ich hab da vor Wochen Bescheid gesagt, meine Tochter muss in die Klinik. Da steht jetzt Dienst drin.“
„Hm, ja….was machen wir denn jetzt? Kommste hinterher? Wie lange dauert denn sowas?“
„Keine Ahnung, wie lang das dauert. Nee , hinterher komm ich nicht. Solche Termine sind Scheisse!“
„Hm, ja, was machen wir  jetzt? Da steht ja Dienst drin, das kann ich nicht mehr ändern….“
„Ganz einfach: Ich komm nicht und fehle dann halt unentschuldigt.“
„Nee, das geht nicht, bei zweimal wirste gekündigt…“
„Geil! Dann hab ich das ja voll.“
„Ich weiß nicht, wieviel du da hast…“
“ Ich schon:Das letzte Mal war, als meine Mutter die Kellertreppe runter ist und im Krankenhaus lag und mich Tobi nach Hause geschickt hat….“ Und dabei sind die zwei Dinger noch nicht mitgezählt, für die die Firma meine Krankmeldungen durch Doktor nicht eingetragen hat.
„Ja, nee, ich guck ma“
Stunde später war der Tag frei.
Ich hab mich noch nie so beschissen auf Arbeit benommen. Und im Moment teile ich die Auffassung meines Kollegen , Herrn S.,
Eine neue Arbeitsstelle ist schwierig. Da müsste man sich bestimmt anstrengen.

Das Ende einer Ehe…

ist in den seltentesten Fällen einvernehmlich, harmonisch und schön.  Schön kann es schon sein, für den, der sich entschlossen hat, zu gehen, weil er seine Harmonie mit diesem Entschluß wieder gefunden hat.
„Ein Arbeitsverhältnis ist verlgeichbar mit einer Beziehung – Wenn da ein Anwalt reinkommt und schreibt, dann ist das alles kaputt.“ So sagte mir ein Arbeitsrechtsanwalt. Ich sollte doch noch mal…blablabla. Was er vergessen hat, ist die Tatsache, das wenn einer von beiden eine Anwalt hin zu zieht, das dann das Verhältnis schon richtig gestört ist, also eigentlich kommt der immer dann, wenn die Scheidung kommt.
Nun ist mein Scheidungsantrag gegenüber meiner Förma noch einmal um ein paar Wochen hinausgezogen worden. Aber seit Dienstag brodelte der Entschluß: Ich will die Scheidung! Ist mir egal, was danach kommt, ich will die Scheidung!

Und seit Freitag schlage ich mich mit dem Gedanken: Morgen wird es besser, morgen kannst du da problemlos wieder hin.
Am Ende einer Beziehung sagt man dem Partner in der Regel diese wenigen Worte: „Hör´ma! Is`aus. Das war`s!“ und dann geht oft ein Drama los. Das war´s habe ich schon gesagt und die Kollegen haben mir vorgeschlagen, PC´s mitzunehmen. Aber ich will sie nicht haben und habe drum gebeten, die Kofferräume der Kollegen zu nutzen, die die Dinger auch nicht wollen, nur einen anderen Job.
Wenn wir in der Abteilung mit einer übergeordneten Person im Gespräch stehen, kommt einer der Kollegen, der mal eben nebenbei anmerkt, das die mitsprechenden schlecht über die übergeordnete Person sprechen, auch über die Kollegen, über die Firma, eigentlich über alles….trotzdem hat sich noch niemand unserer erbarmt. Kein Einschreiben im Briefkasten.
Dann kam der Vorschlag, ich könne doch jemanden verprügeln. Allerdings wies ich dann auf den Vorfall in der anderen Abteilung hin, bei dem einer der beiden im Spaß-Schubsen einen komplizierten Handgelenk-Bruch erlitten hat. Wobei…wir schubsen uns ja hier auch immer zum Spaß. Ich mein, mal isses ein Bein, dann der Kopp, ein anderes Mal ist es eben ein Handgelenk…normalste Sache von der Welt.
Ich holte mir Rat von einer Kollegin. Die war sogar so weit gegangen, das sie zu ihrem Teamleiter gegangen ist und sagt:
„Elfie, ich habe keine Lust mehr auf die Arbeit. Ich will nach Hause. Kündige mich!“ Immerhin hatte die Kollegin schon seit Jahren alles versucht. Zu spät zur Arbeit, zu früh wieder weg. Zu wenig gearbeitet, ALLES und alles war fruchtlos.
Aber auch diese Offenheit brachte nichts. Sie bekam nur ein persönliches Gespräch.

Ich habe keine Lust, mir Häkelzeugs mit in die Firma zu bringen, um die Zeit zwischen den Aufträgen totzuschlagen. Den Arbeitsmangel habe ich versucht darzustellen, in dem ich durch die Abteilung gelaufen bin und Gespräche mit Kollegen angefangen habe. Nix.
Nun bin ich, wie man am Ende einer jeden Beziehung zu dem Schluß kommt, auch zu solchem gekommen: Ich muss ausziehen.
Also lese ich Stellenanzeigen. Und es gibt auch was richtig Interessantes. Bei der Post. Und während ich denke:“ Ja, das würde ich mal gern machen!“, da ist es, wie am Ende einer jeden Beziehung – Vertrauen ist alle. Ich glaub nix mehr.
Wie soll so ein Vorstellungsgespräch laufen? „Sagen Sie nichts, geben Sie mir nur den Vertrag. Nur was schrifltich ist, zähl?“
Also habe ich beschlossen: Ich bewerbe mich bei der Zeitarbeit. Die lügen immer, habe ich im Netz gelesen und im Fernsehen gesehen. Da kann ich mir sicher sein, auf was ich mich einlasse. Und ich muss hoffentlich nicht ein Sodoku mit zur Arbeit bringen, um nicht blöd da zu sitzen.

Reis mit Maggi

Meine Kollegin sagt,  das geht auch, aber lecker Essen ist was anderes.
Es gibt nix Neues. Nicht wirklich vieles, nur viel Arbeit. M. ist immer noch nicht ausgezogen, weil der Renovierungsprüfer vom Jobcenter sich noch nicht gemeldet hat. Melde ich mich morgen halt.
Minimi hat nun doch eine Spielecke, mein großer Arbeitsplatz ist einem uralten Schreibtischchen für Kleinwüchsige gewichen. Immerhin hat der Rechner daneben Platz.
K.s Hartz4 läuft immer noch nicht und ich fühle mich fast überfordert, wenn A. fragt, ob ich schon einen Weihnachtsbaum gekauft habe und gleichzeitig weiß, das K. noch einmal Kindergeld bekommen hat und die Hälfte mit dem gewordenen Vater verfeiert hat, der mittlerweile nicht mehr so viel mit seiner Kleinfamilie zu tun hat – da ist wohl was Neues in seinem Leben aufgetaucht.
Gestern abend komme ich von der Schicht und klein E. hat Haustiere. Mal wieder Läuse.Heute im Gespräch mit der Lehrerin habe ich erfahren, das sie wohl ein Kind hatten, das schon lange Läuse hatte und sich nicht getraut hatte, was zu sagen….NA DAnke auch! Der Spaß kostet mich wieder hundert Euronen, die ich nicht habe! Und vllt wäre es doch mal eine Überlegung wert,. da an der Schule, die Hexenjagd der Marke „Gib zu, das du Läuse hast!“ einzustellen.

Es fühlt sich nicht wie Weihnachten. Es fühlt sich wie gar nichts, diese Zeit.

Famileinunternehmen

K. hat Arbeit. Er ist zwar erstmal zwei Stunden zu spät zum Vorstellungsgespräch gekommen, aber sie haben ihn genommen.
Er arbeitet dann wie der gewordene Vater auch in meiner Firma, nur in einer anderen Abteilung.
Nein, wir treffen uns nicht in irgendeiner Kantine – nicht nur weil es keine gibt, sondern auch weil das Zeiterfassungssystem uns die Pausen vorschreibt und die liegen nicht gleich. Aber…..ich unterwandere das Unternehmen.  Ich habe ja noch mehr Kinder….

Nunja, aber zurück. Der gewordene Vater hat seit drei Wochen eine neue Wohnung, ohne die Dame mit dem Gerichtsurteil, wegen derer er sich die Pulsadern aufschneiden wollte. Aber die meiste Zeit ist er doch bei dieser Frau.

K. hat eine neue Wohnung. Und ein Anwalt kümmert sich darum,d as er seine Sachen aus der widerrechtlichen Räumung zurück bekommt. Bin ich froh drüber, dann müssen wir keinen weiteren Hausstand einrichten, Omma und ich.

M. ´s Auszug gestaltet sich schwierig. Nun hat er doch dieneue Wohnung und eigentlich soll er am  Sonntag schon in der eigenen Wohnung sein, aber….es zieht sich.

Mein lieber Herr Prinzregent,

da sitzen wir da und sprechen über Deine Karriere, Deine Arbeitszeiten und ob ich die okay finde, zumal Du ja auch noch Deinen Haushalt irgendwann machen musst, was Du nach der Arbeit nicht schaffst, daß Du vier Tage in der Woche länger arbeitest, damit Du freitags früher frei nehmen kannst. Und ich erwarte, daß Du in dem Moment sagst: Damit ich dich unterstützen kann. Aber Du erklärst mir das mit Deinem Haushalt.
Wir sprechen darüber, daß Du gern mal wieder was für Dich tun möchtest, alte Hobbies aufgreifen, aber das nach zehn Stunden Arbeit am Tag einfach nicht kannst und ja auch nicht kannst, wegen der Wochenenden und minimi. Du könntest ja derzeit nicht mal Deine Videos gucken, wenn Du hier bist, so viel Streß ist hier.
Du sagst mir, Du würdest gern wie Deine Kollegen und genießt die Gespräche mit ihnen und das es Dich stört, daß Du nicht Besonderheiten aus Deinem Urlaub erzählen kannst, weil Du den auf dem Sofa verbringst. Zumal Du nach der Arbeit, den langen Arbeitstagen ja auch nur noch schlafen kannst. Und das Dir einfach zu wenig ist. Versteh ich.
Wir sprechen darüber, daß Du Dich einsam fühlst und nicht mehr alleine essen magst an den Arbeitstagen und das Du natürlich Kompromisse machst, weil zuviele Kinder und ich zu schlechte Aussichten auf dem Arbeitsmarkt.
Es gibt halt Dinge, da geht die Liebe nicht so weit, aber das denk ich nur. Du sparst auf ein Haus, das ist Dein Lebenstraum.
Ich kann das verstehen. Nur wenn man selbst glücklich ist, kann man andere glücklich machen.
Ich möchte auch mal wieder glücklich sein.