Gespräch mit dem Doc

Die Schilddrüse rechts im Hals hat zwei Knoten und ist irgendwie expandiert, sieht irgendwie seltsam aus im Ultraschall.

„Wie lange haben Sie das schon?“will er wissen.“Sie sind 49….“

„50. Ich werde dieses Jahr fünfzig und ich muss mich an die Zahl gewöhnen…“

Er lacht.

„Nun, fühlbar wurden sie, als ich dreißig wurde….ich bin 50….also 20 Jahre.“

„Das muss Ihnen doch Probleme beim Essen machen…“

„Ja, Spaghetti hängen da gern fest, aber ich habe mir angwöhnt, viel beim Essen zu trinken.“

„Ja, und was machen wir jetzt?“ Er zählt mir die Therapien auf.

Ich überlege, ich muss noch ein paar Jahre. Mini ist grade erst mal fünf und ich würde vielleicht auch gern wieder eine normale Stimme haben und normal essen können.

Einmal bin ich nachts wach geworden, weil ich keine Luft mehr bekommen habe, manchmal wird das Ganze dicker und dann legt sich das mal beim Schlafen zu. Ich habe mir andere Schlafpositionen angewöhnt.

„Das mit dem Radiozeugs will ich nicht. Dann explodiert das in meinem Hals. Kann der Operierer das nicht ohne dieses Szintigramm machen? Kann der doch schon sehen, oder?“

„Kann der, aber die haben gern ein Szinti-gramm.“ Ach , ich hab auch so vieles gern und krieg das nicht..

Wir sprechen darüber, was passiert, wenn ich nichts mache. Es könne gut gehen, oder auch nicht. Als ich über das „oder auch nicht“ Bescheid wissen will, sagt er, ich können einen thyreolaktischen Schock bekommen und dann müsste ich ganz schnell ins Krankenhaus oder wäre tot.

Als ich frage, woran man denn diesen Schock erkennt, kommt er ins Faseln.

Damit ist er eigentlich schon raus.

Wahrscheinlichkeiten hat er nicht.Sowas ist auch doof.

Wir sprechen über die Operation.

„Und wenn die mit der Luftröhre verwachsen ist?“

„Dann schälen die das raus.“

„Und der kann auch nur das kranke rausnehmen?“

„Ja.“

„Und wenn der alles rausnimmt?“

„Dann ist sie halt weg, die Schilddrüse…“

„DAS geht doch nicht!“ ich bin völlig schockiert.

Er lacht, meint, ich solle es mir überlegen, er würde mal schnell eine Spritze aufziehen.

Als er wiederkommt, will er das Ergebnis meiner Überlegungen wissen..

„Also, erstmal vor Juni eh nicht, ich muss meine Probezeit rum kriegen…..“

So dringend wäre es dann doch nicht, weil letztes Jahr waren die Blutwerte eh schlechter.

„Und ich hab das ja schon zwanzig Jahre…Ausserdem bin ich fressüchtig, das wissen Sie, ja?“

Er guckt mich blöd an.

„Doch, ich kompensiere teilweise mit rauchen, aber ich futter mal eben eine ganze Dose Ravioli allein, brauche jeden Tag mindestens eine Tafel Schokolade…“

„Nee, das können Sie nach der Operation dann nicht mehr.“

Na super, da nehme ich doch lieber den Informatiker-Joker. Wenn ich so nen Schock krieg, räumen die das Ding eh raus, ich denke, dann ist Zeit genug.

 

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9 Gedanken zu “Gespräch mit dem Doc

  1. Meine Schilddruese wurde mir als Kind schon herausgenommen….rueckblickend wuerde ich es nicht mehr machen lassen…..aber ein Szintigramm ist sowas von harmlos…..aber meist wollen sie dann gern noch punktieren… seeeehr unangenehm!

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    • Szintigramm und Punktion hatte ich schon. Und da, wo punktiert wurde, ist dann über die Jahre gewachsen. Also würde ich mal so sagen: DAS lassen wir mal. Szintigramm kann nicht harmlos sein, weil als meine erste Tochter geboren wurde, hatte ich keine Betreuung und musste mit ihr zum Drüsendoc. Die sind ausgerastet. Wegen dem radioaktiven Krams und haben bei mir nur eine Sonographie gemacht und ins Wartezimmer durfte ich auch nicht.

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  2. Eine Operation ist eigentlich nie harmlos, aber wenn die schilddrüse raus muss würde ich es auch machen lassen, das ist heute nicht mehr schlimm. Ich habe meine seit 1988 entfernt ich hatte neun Knoten drin und man hat es auch gesehen, der hals war ganz dick, da hab ichs machen lassen, ich lebe immer noch. 🙂

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    • Meine Schmerzgrenze ist bei 45 Kilo Körptergewicht. Dann lasse ich das machen und bis jetzt kann ich die siebzig Kilo mit zwei Tafeln Schokolade pro Tag und einer 1,5 Liter Flasche Wasser in der rechten Hand beim Wiegen noch halten.Ausserdem schickt mir Omma das Rezept für Griesbrot. Das hat meine Uroma gebacken und denen an der Front geschickt. Und das ist soooooooooooooooooooooooooooo lecker, aber ich durfte als Kind da immer nur ganz wenig von, weil macht fett. Ich lass da noch nicht machen. Die haben hier meinem Sohn das Fingergelenk operiert. Und Freitag kamen die Drähte wieder raus und da haben sie festgestellt, das sie ihm schon bei der ersten Operation so eine Dehnungsschiene für den Finger hätten verschreiben müssen. Aber wenn die jetzt nicht mehr hilft, dann soll er noch mal ins Krankenhaus kommen. Hey, die lass ich doch nicht an meinen Hals, oder?

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