‚Sehr geehrte erwachsene Kinder mit eigenen Haushalten!

Meine lieben Nachkömmlinge,

hier ist jetzt mal gut. Hier ist definitiv Feierabend. Fertig ist. Hier wird jetzt einiges anders!
Ihr habe mich viele schlaflose Nächte gekostet, weil Ihr mal wieder getrennt wart, Euer Leben eben an die Wand gefahren habt, im Knast saßt oder aber einfach mal wieder Eure Arbeit hingeschmissen habt. Und vor allem war das nach Eurer Volljährigkeit.

Ich bin es leid, permanent Eure Neuanschaffungen zu bewundern; mir ist es scheissegal, was ich für ein Auto fahre, hauptsache, die Karre läuft, wenn ich es brauche! Warum soll ich dann dauernd Euren BMW bewundern? Euch zu Liebe? Das habe ich nun lange genug gemacht.

Ihr wißt, das ich  Eure ältere Schwester hier nicht im Leben haben will. Ich will nicht. Vor zwölf Jahren war einfach genug. Und das ist es auch heute noch. Und dennoch unterstützt Ihr es, wenn sie hintenrum in das Leben Eurer jungen Geschwister kommt über die sozialen Medien…
Ist Euch eigentlich bewußt, das ich an jedem dieser Kinder merke, wer grade im Hintergrund mit rum erzieht? Ob es der gewordene Vater ist, der mal wieder einem meiner jüngeren Kinder kostengünstig irgendeine Spielekonsole abkaufen will! Oder ob im Hintergrund irgendein wichtigtuender Berater ist, der genau das Gegenteil von mir sagt, wie C. sagt, interveniert!
Und immer habe ich mit Euch geredet. Und nun gründe ich eine Gruppe, um Euch die Ansage zu machen: Die bleibt aus der Familie raus und Ihr müsst da keine Kontakte zu den jüngeren Geschwistern herstellen, zwischen der, die vor 12 Jahren gegangen ist und denen, die hier sind. Und was macht Ihr?? Ihr fangt an, zu diskutieren und mich zu beschimpfen? JETZT ist es gut. JETZT ist es wirklich das erste Mal gut.

Wie habt einer von Euch geschrieben? E. ist 12, sie kann selber entscheiden, mit wem sie Kontakt hat. Okay, dann hätten wir das mit dem Real-Life-Kontakt, der sie dazu motivierte, sich die Arme auf zu ritzen, das hätten wir dann auch nicht unterbinden sollen! Ihr habt sie doch nicht mehr alle.
Und wenn Kinder in dem Alter wirklich in der Lage wären, alles allein zu entscheiden, dann wäre eine Anwort gut. Nämlich auf die Frage, wie es zu Stande kommt, das aus der Jaqueline, die Groß E. oder irgendein anderes Kind im Internet kennen gelernt hat, am Treffpunkt vor dem Real dann plötzlich  ein Thorsten werden kann.

Hört mit dieser Besserwisserei auf! Es reicht lange Meter. Und es ist schön, das Ihr eigene Probleme habt. Ja, habe ich auch. Und einige von Euch sind ein Teil davon!

Ist gut jetzt. Ich brauche nicht mit Euch zu diskutieren. C. hat versprochen, das wenn Ihr Kinder habt, er auch zu denen geht, wenn die 12 sind und sagt: „Hier, Du bist jetzt alt genug…“. Nein, macht er nicht. Wir sind ja nicht doof.

Macht Ihr Euers und ich mache meins.
Der Vorteil an erwachsenen Kindern ist: Die soziale und finanzielle Abhängigkeit ist in der ‚Regel aufgelöst, will heißen, man muss nicht mehr miteinander Kaffee trinken.

In diesem Sinne,
Frau Safa

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