Schule

Never ending story. Heute war ich in A.`s Schule.
Hatte ich noch vorgestern mit der Sekretärin gesprochen und ihr mein Kommen angekündigt, stand ich heute vor verschlossenen Türen. Sie waren alle zu und es ging auch niemand ans Telefon.
Sauer, ich.
Am 13. Juli hatte ich einen formlosen Antrag gestellt, A. die Schule wechseln zu lassen – bis heute keine Antwort.
Dann habe ich noch einmal eine Mail geschrieben. Die Sekretärin hat mir den Eingang bestätigt und mir erklärt, sie habe diese ausgedruckt und dem Direktor auf den Tisch gelegt. Immer noch keine Antwort.
Und heute sollte ich vorbeikommen, um ihn einfach dort abzumelden.
Morgen ist Freitag, da ist niemand im Büro. Toll. Und heute war niemand da. Auch toll. Und Montag muss ich ihn an der anderen Schule anmelden. Vor der Spätschicht, da ist nie viel Zeit.

Ich war stinksauer und bin zu dem Schluß gekommen, das ich A. formlos abmelde und schriftlich per Post mit Einwurfeinschreiben und eine Kopie geht an den leitenden Schuldirektor des Schulaufsichtsamtes. Fertig.

Minimi

Das ist ein schwieriges Thema.
C. hat da so eine Erwartungshaltung. Er macht mir ihr Sport, damit sie sich genug bewegt, sie bekommt musikalische Frühförderung und er ist mehr als enttäuscht, das sie immer noch nicht sauber ist und das sie immer noch nur bis fünf zählt und das sie im Moment keine großen Entwicklungen hat, stattdessen viele Unfälle in der letzten Zeit.
Anfangs fiel sie im neuen Haus oft die Treppen runter. Und ich fragte mich schon, ob sie nicht Treppen laufen kann. Unser sozialer Wohnungsbau war ebenerdig.
Dann saß ich auf der Terrasse und sie wollte eine Topfblume in den Garten stellen. Ich konnte sie durch die Fenster des Wintergartens  sehen, als sie die untere Treppe hoch gelaufen war. Sie wollte über mein kleines Kräuterbeet hochtsteigen und streckte urplötzlich das linke Bein völlig durch, so daß es im rechten Winkel zum rechten auf Höhe der Hüfte war und saß auf dem Hintern. Sie weinte und ich war nur froh, das sie nicht die Betontreppe runtergefallen war.
Ich habe mir angwöhnt, wenn wir im Gespräch sind und sie plötzlich so einen Anfall bekommt, bei dem sie schmatzt, lautiert und die Augen verdreht, das vorher gesagte einfach noch einmal im selben Tonfall zu wiederholen, weil sie einfach nicht mehr weiß, worüber wir gesprochen haben. Seit dem muss sie nicht mehr abrupt weglaufen, wenn sowas im Gespräch auftritt.
C. ist heute einfach nur sauer. Er macht sich Sorgen, wei Mini heute Kinderturnen hatte und dort einfach nicht mitmachen wollte. Er hat es dann wütend abgebrochen und war den ganzen restlichen Tag nicht mehr ansprechbar.
Ich habe mir gedacht: Okay. Sorgen machen wir uns beide, aber anbrüllen lassen muss ich micht nicht.
Ich habe den Kindern Pizza gemacht und meine Mini bekuschelt und sie darf auch immer auf der Gartenliege in meinem Wintergarten einschlafen und ich mache ihr den Elektropüsterich auch an, damit es ihr nicht zu kalt ist.
Irgendwann kam C.. Er setzte sich zu Mini und streichelt ihr den Kopf.
Da habe ich ihm gesagt, wie ich es sehe.
Wir haben am 10. September den Termin in beim Kinderneurologen. Es ist nicht zu ändern, das, was jetzt ist. Ich kann es nicht wegmachen, nicht wegzaubern, nicht wegbeten, gar nichts. Ich kann damit nur leben und ich kann dieses Kind stärken, in dem ich es liebe, diese kleine Mädchen, in dem ich es tröste und vorsichtig achte, das ihr möglichst wenig passiert.
Sie ist in der Badewanne gefallen und die Beule an der Stirn hat 14 Tage gebraucht, bis sie wieder weg war. Und Mini hat Glück gehabt, es hätte ganz böse sein können. Ich weiß, dass sie Spaß hat, wenn eins ihrer großen Geschwister mit ihr badet oder auch Mama, und es fällt ihr gar nicht auf, das viel weniger Platz in der Wanne zum Hampeln ist.
Und wenn sie nicht studieren können sollte, dann ist das so. Unsere Tagesmutter kennt eine junge Frau, die das auch hatte und damit Krankenschwester geworden ist und heute, die junge Frau ist 25 , da sind diese Anfälle weg.
C. bemängelt, das Minimi so sehr zickig ist. Und ich nerve ihn, wenn ich nur sage: Ach, C., die ist grad dreieinhalb. Die muss zicken, bocken, wütend brüllen. Das ist wichtig und sie macht es doch gut.
Und bei allem ist doch positiv zu werten, das man sie aus dem Anfall wecken kann, in dem man einen Topf samt Deckel fallen lässt. Die blöden Edelstahl-Töppe passen nur so sauschlecht in meine Hosentaschen!
Das Leben ist doch nicht rum, nur weil man sowas hat.  Es ist anders, aber nicht rum. Und es kann immer noch alles anders werden.
Und alle Komplikationen, die auftreten können, die gucke ich mir dann an, wenn sie auftreten. Vorher will ich nichts wissen.

Ich suche einen Hund

Wir suchen einen Hund. Zu einer Familie gehört klar MINDESTENS ein Hund. Sonst ist das Rudel einfach nicht vollständig.
Was ich suche? Völlig einfach:
Wie sollte er sein? Ein Er bitte.  Die kleckern nicht alle halbe Jahr rum.
Ich hatte mal ne Dogge und da hatte das echt Ausmaße.
Also ein Er.
Und eine gewisse Größe sollte er haben. Ich meine, bei einem Bodybuilder sieht ein aprikotfarbener Zwergpudel witzig aus, bei mir nicht. Außerdem mag ich Pudel nicht. Die haaren zwar nicht, aber sie sind irgendwie doch weit vom Hund entfernt, so innerlich halt.
Einen Mops will ich auch nicht, ich weiß, wie die geboren werden und DAS finde ich gruselig.
Fellfarbe? Wenig weiß, kommt auf die Rasse an, aber am liebsten wenig weiß, ich mag es nicht, wenn die Haut in der Sonne zu Ekzemen neigt und weiß mit schwarze Punkte ist raus, weil wenn ich den „Arschloch!“ nenn, weil er sich so benommen hat, dann soll er das auch hören! Tanzen ala Walldorf, da hält der mich doch für blöd.
Weiter:
Was erwarte ich von dem? Keine Stöckchen-Macke, da krieg ich nämlich eine! Schäferhund ist eh ein Nogo. Für mich jedenfalls.
Was soll er denn nun können:
Er sollte eigentwillig sein, manchmal zickig, klug genug, um zu wissen, das man dem Kind das Würstchen nicht aus der Hand, klaut und intelligent genugt, es doch so zu tun, das nichts außer einem heulenden Kind überbleibt, weil die Wurst wech ist, aber kein Stück von der Hand.
Natürlich sollte er wissen, das der Zaun um den Garten auch für ihn gilt. Das sollte jedoch nicht unbedingt ein Hinderungsgrund sein. Allerdings erwarte ich außerhalb des Zaunes diese legere Art „Ich pinkel mal überdie Markierung vom Erzfeind und dann geh ich heim.“.
Wenn Freindschaften ausgetragen werden müssen und das müssen sie, dann bitte so, das niemand wirklich verletzt wird.

Und so ließe sich die Reihe fortsetzen.
Eine Kollegin hatte mir Akita Inu vorgeschlagen.  Die Beschreibung des Rasseprofils gernial, wobei ich ja ursprünglich lieber nen Bloodhound gehabt hätte.
Aber C und das Sabbern eben. Mir isses wurscht, is eher witzig, aber C.? Jedenfalls schau ich nach Aktita inu und ich kauf garantiert nix aus Tchechien. Und….ich brauch auch keinen Stammbaum bis zur Arche Noah zurück. Also bin ich auch nicht bereit, mehr als den Kaufpreis meines Autos für einen Hund zu bezahlen.
Bordeaux-Doggen sind auch was Feines, aber ich würde wahrscheinlich den ganzen Tag Muffins werfen, um das Gesicht schlabbern zu sehen….

Jedenfalls war ich heute im Tierheim um mal zu gucken. Und was schlägt der mir vor? Eine dreijährige verfettete Schnauzermischlingshündin. Der helle Terriermix, der wäre ja nix, weil der bleibt nicht allein und müsste dann raus in den Garten. Außerdem hätte der noch andere Macken….aha. Aber die Hündin ist nett. Ja, echt nett. Richtig nett.
Tja…..also geht die Suche weiter. Was ich nur nicht verstehe ist, dass in jedem Profil eines etwa einjährigen Hundes steht, das er keinerlei Erziehung genossen habe. Äh, hallo? Irgendwie habe ich das was falsch verstanden. Aber ich dachte bisher, dass so mim dreiviertel Jahr bis ein Jahr die Geschlechtsreife kommt und das Ding seine eigene Pubertät macht und muckt und NIX mehr von dem nutzt, was es mal gelernt hat.. Wie Menschen in dem Alter auch. Aber das bin ja nur ich.

Garten haben is nich einfach!

Sodele. Weil der Garten voll, und damit meine ich wirklich VOLL, mit diesen blöden Bodendeckern und Petersilie ist, habe ich C. überzeugt: Wir brauchen so´ne Kompostkiste.
Gesagt – Getan! Ich heute morgen los in den handelsüblichen Baumarkt, Kompostkiste kaufen.
Eine Dame im Polo-Hemd mit Firmenlogo wies mir den Weg.
Und da stand ich nun vor einer kleinen Auswahl von Kompostkisten.
Das kniehohe Bettlatten-Modell für 16,95 Euro ohne Deckel fiel aus. Das kriegt man für zehn Euronen bei Ikea mit Band zwischen den Brettern. Da hätt ich einen schönen Ärger hier, wenn ich sowas mitbringen würde.
99,95 Euronen für Plaste mit Deckel in grün, fand ich teuer, zumal die anderen beiden Modell, die um 60 Euronen billiger waren, ja auch Plaste in grün mit Deckel waren und sich mir nun nicht der Grund für den weitaus höheren Preis erschloß.
Um nix falsch zu machen, habe ich das von 60 Euronen auf die Hälfte runtergesetzte Modell Kompostkiste genommen.
Der Preis war schon weggegammelt, aber dennoch.
Zuhause gleich rein in die alten Klamotten, Kompostkiste aufbauen.
Ich packe das Ding aus und stehe vor einem echten Problem.
Ich das erstmal so zusammgebaut, wie ich mir so denke, Deckel drauf und paßt.
C. angerufen.
Er will sofort wissen, welches Problem ich habe.
Ich sage es ihm: „Schatzi, ich hab doch ne Kompostkiste gekauft.“
„Warste im Lidl.“
„Näh, im Toom, unserem Zweitwohnsitz.“
„Ja, ich dachte ja, du wärst Lidl, weil die da grad im Angebot sind..“
„Näh, ich Toom. So. Und ich hab das aufgebaut.“
„Ja, und?“
„Ich habe zwei große Teile über und sechs kleine schwarze. Einen Deckel und eine Seitenwand….“
Schweigen am anderen Ende der Leitung.
Verzweiflung macht sich bei mir breit.#
„Schatzi, ich weiß nicht, wie ich die fünfte Seitenwand da einbauen soll und wo der zweite Deckel hinkommt!“
„Tja,….“ eine gedankenschwere Pause folgt. „Da kann ich Dir nun auch nicht helfen. Ich gucke mir das an, wenn ich nach Hause komme.“

Was´n Chaos!

Umgezogen. Wir sind umgezogen. Aus die Maus. Nix mehr sozialer Wohnungsbau, sondern Doppelhaushälfte. Aber ein bischen gewohnte Umgebung ist noch. Oben, am Anfang der Strasse, da sind noch soziale Wohnungsbauten und die ersten Kontaktaufnahmen endeten für die Kinder gewohnt:
„Was glotzt Du so?“
„Halt´s Maul!“
Erfolgversprechend, oder?

Alles hat mehr gekostet als es sollte, aber das ist wohl auch normal.
C. hat einen neuen Herd bestellt. Der kommt morgen. Ich war von dem alten, den meine Mutter schon zehn Jahre vorher benutzt hatte, arg begeistert, aber er will ihn nicht mehr in der Küche haben. Schade.
Der war mal echt teuer und richtig schnell in allem. Und die Brotbackerei hat nur fünf Euro im Monat mehr an Strom gemacht.
Hoffentlich ist der Neue besser als mein oller Bosch.
Er hat eine Waschmaschine gekauft, weil meine alte nun nach Jahren nicht nur lustige Geräusche machte, sondern auch stank.
Die neue hat ein seltsames Programm: Selbstreinigung.
Was auch immer das sein soll. Es ist mir dermaßen unheimlich, das ich mich nicht traue, es zu nutzen.
Mein alter drei-Bein-Geschirrspüler durfte auch nicht in die Küche, sondern nur für die großen Teile in die Waschküche. Jetzt geht er bestimmt kaputt. Da bin ich mir sicher.

Nun sitze ich vor meinem Wört und weiß nicht, wie ich dem Schobcenter schreibe, das ich raus bin. Also nicht nur ich, sondern die Kinder eben auch…..

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit teile ich Ihnen mit, das ich zum 1. September umgezogen bin und damit raus bin.
MFG,

Immerhin habe ich C. versprochen, denen nicht zu sagen,w arum ich raus bin. Er hat sich arg über diese Leute geärgert.
Nun, ich kann ja noch ein bischen hin und her basteln.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ausgezogen bin ich nun
und hab ab heute  mit Ihnen erstmal nix mehr  zu tun.

Klingt auch nett, aber ob die den Sinn verstehen, weiß ich nicht.

In diesem Sinne,