<-wird langsam wieder normal

Ich habe eine Freundin, die mir sehr viel bedeutet. Sie wohnt nicht grad um die Ecke und wir haben uns im letzten Jahr nach München kaum gehört und geschrieben, sehen ist eh durch die Entfernung schwierig.
Vor Weihnachten kamen wir das erste Mal wieder in Kontakt.
Und ich freute mich einfach, das sie da ist, das es sie gibt, weil ich ihren Humor, ihre direkte Art sehr liebe, sie mir aber auch beigebracht hat, andere Menschen besser zu verstehen. So sagte sie mir, das man Fremdsprachen sehr gut autodidaktisch lernen könne, in dem man sich ein Kinderbuch in der Sprache kaufe, weil das kenne man ja inhaltlich.
Sie lehrte mich, C. zu verstehen. Nicht mehr alles typisch frau völlig zickig zu nehmen.
Sie lehrte mich, seine Romatik zu verstehen.
Beispiel:
C. sagte, sein persönliches Ziel sei, das die Kinder und ich Mitte diesen Jahres aus dem Hartz4 raus seien.
Ich fand das sehr romantisch.  Und er erinnert mich immer wieder daran, indem er wieder und wieder Wohnungsanzeigen durchgeht. Aber ohne meine Freundin hätte ich das gar nicht verstanden, es blöd gefunden und dabei ist es sehr liebevoll, dieses vorsichtige „Willst Du mit mir durchs Leben gehen?“.

Sie ermutigte mich zu diesem Blog. Ohne sie gäbe es ihn gar nicht. Und immer, wenn ich ihn öffne, schreibe, dann denke ich an sie.

Nun versuchten wir einen vorsichtigen Kontakt. Allerdings liegt mein Skype auf einem alten Rechner, den ich unter der Woche eher wenig nutze. Ein alter Institutsrechner, der durch eine dämliche Einstellung in einen offiziellen Ruhemodus geht, jedoch, wenn ich irgendwo im Netz unterwegs bin, dort online bleibt. Eigentlich ne witzige Sache.
Ich habe mich gefreut, von ihr zu lesen.
Aber ich war erstaunt, das sie mir schrieb, sie werde jetzt langsam wieder normal und ob ich dann auch noch da sei.
Ich fragte nicht, weil ich immer denke, es möge jeder selbst erzählen.
Ich ließ ihr da, wie es mir geht. Auch wenn man nicht immer voneinander hört, heißt es nicht, der andere sei vergessen.

Dieser Satz mit „wird langsam wieder normal“ fiel öfter.  Und mittlerweile denke ich oft: Geh doch da weg, Snitte! Geh doch bitte da weg! Was sind das nur für Menschen um Dich herum, die Dir sagen, Du bist nicht normal????
Die Dich damit so sehr klein machen?

Wann immer man sich verändert, wird das Umfeld, in dem man gelebt hat, komisch. Es wird immer komisch und sie fragen, wenn die Veränderung zu groß ist, was denn mit einem los sei. Sie erklären einem, das man ihnen früher viel besser gefallen habe, da war man soviel mehr nett, lieb, toll…..was auch immer. Und man wird unsicher, ob das, was man macht, richtig ist, ob das, wie man was sieht, ob das richtig gesehen ist.
Ja, man macht richtig! Ja, man sieht richtig! Menschen, die einen nicht lassen, sich nicht entblättern lassen, die sagen, das man komisch ist, das man nicht normal ist. Und genau, wenn das passiert, dann weiß man, das man selbst auf dem richtigen Weg und muss den weiter laufen und nicht wieder versuchen, wie ein Ei in so eine bunte Plastikform mit Hasenkopf wieder in die alte Form zu passen. DAS macht krank. Wir sind keine Eier und man muss nicht jedes Paar Schuhe anziehen, dass einem hingestellt wird.

Und denke dran: Er oder Sie ist ver-rückt. Das heißt nichts anderes, das er oder sie nicht mehr an seinem angestammten Platz steht. Und was kann daran falsch sein, eine Veränderung durchzumachen und über sich selbst und die Welt um einen herum und damit auch über die anderen und das Beziehungsgeflecht zu lernen? Nichts. Nur für die, die sich auf den Schultern des Ver-Rückten bisher aufgebaut haben und das auch weiter wollen, nur für die ist das schlecht, denn es kann sein, das man merkt, wie klitzeklein die sind, das man sie so sieht, wie sie sind. und wenn man selbst zu dem Schluß kommt, das der angestammte Platz besser war, kann man ja da wieder hin.

Also, Carla, wenn Dir noch mal jemand sagt, Du seist nicht normal, dann guck Dir die Beziehung zu dem genau an und frage Dich: Warum braucht der mich anders? Warum braucht der mich wie ich vorher war? Was hat der davon?  Und oft wirst Du feststellen, dass, wenn Du dich veränderst, der andere sich auch verändern müsste, und davor einfach nur Angst hat.  Und Du und ich, wir wissen doch: Vor der Angst sollte man nicht weglaufen. Man sollte sich rumdrehen und ihr ins Gesicht gucken, weil man dann sieht, wie klein sie in Wirklichkeit ist.

Minimi

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Lissabon, Ozeanum, Minis Baby.

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Mini hat diese Bilder veranlaßt. Im Ozeanum mussten wir alles mögliche fotorgrafieren. Mini fotografierte auch, in dem sie mit ihren Händen ein Rechteck bildete und durchguckte oder C. oder mich anschrie, wir sollten dieses oder jenes fotografieren….

Anwalt

Ich habe es satt. Ich habe ihm geschrieben und ihn um Hilfe gebeten. Und er hat geantwortet. Ich soll ihn anrufen. Und ich kann die Last übergeben.
Mein persönlicher Arbeitskampf geht los.
Meine Kollegen haben Schichtpläne. Ich bekomme keinen.
Es sind Leute für das Wochenende eingestellt worden, damit wir nicht mehr so viel am Wochenende arbeiten müssen.
Ich kriege dafür einen Tag in der Woche frei, wenn ich am Sonntag arbeite und habe damit wieder sechs Tage Wochen. Arbeite ich samstags kriege ich keinen Tag frei.
Beispiel: Diese Woche inklusive Samstag und da gleich mal neun ein halb Stunden.  Gerechnet werden neun, ist ja ne halbe Stunde Mittag drin.  Sonntag frei, dann bis Mittwoch, den frei ( Was ich damit soll, ist mir nicht wirklich klar.) Und dann Donnerstag und Freitag, Samstag frei und dann wieder Sonntag und Montag geht es gleich weiter.
Ich will einen Schichtplan. Die anderen haben auch einen.
Ich will nicht jedes Wochenende in der Firma sitzen. Das Angebot, ich könne unter der Woche zwei Tage am Stück frei haben, nutzt mir nix. Da sind meine Kinder nicht da.
Ich will schriftlich haben, das sich die Arbeitszeit verschoben hat, nämlich von Früh-Spätschicht-Wechselschicht hauptsächlich auf Spät und Wochenendarbeit.
Ich hab  keinen Bock mehr auf Überstunden. Ich habe einen 35-Wochenstunden-Vertrag und auch nur für den werde ich bezahlt.  Ich will nicht mehr vierzig oder 45 Stunden machen.  Die Praxis, Überstunden während ihrer Entstehung abzubauen, ist mir zu langweilig.
Ich finde, das es genug ist, wenn ich alle 14 Tage am Wochenende arbeite, aber eigentlich bin ich lieber bei meinen Kindern, denn Zuschläge gibt es nicht.
Ich will, das mein Jahresarbeitzszeitkonto ordentlich geführt wird. Beim Übertrag auf das neue System sind mir mal eben die bezahlten Schulungsstunden vom Anfang ersatzlos getrichen worden, damit fehlen mir 35 Stunden.
Ich will, wenn ich meinen Urlaub anmelde, nicht an einem Losverfahren teilnehmen müssen, weil die Urlaubskontigente zu knapp sind.

Ich bekomme trozt meines theoretischen Hintergrundes keine weiteren Schulungen. Der T-Shirt-Verkäufer schon. 
Ich fühle mich gemobbt. Ich finde, meine Kinder werden gemobbt. Und letzeres kann ich ÜBERHAUPT NICHT ab.
Und warum gehe ich nicht einfach??
Weil ich finde, das jeder von uns eine gesellschaftliche Verantwortung hat. Mobber suchen sich neue Opfer, es sei denn, jemand weißt ihnen Grenzen auf. Richtig Grenzen. Die müssen so knallhart sein, das sie mit neuen Mitarbeitern ordentlicher umgehen. So sehe ich das.

Reden wir über Kinder, reden wir über Wertschätzung…

Okay. Besprechen wir zunächst einmal die Ausgangssituation:
Kinder haben kein Mitbestimmungsrecht, ob, wann und in welche Situation hinein sie geboren werden.
Kinder können sich ihre Eltern nicht aussuchen und Eltern ihre Kinder nicht.
Wie bei allen Säugetieren sind Kinder auf die Aufzuchtsperson fixiert. Ich wähle diesen Begriff, weil es ja durchaus auch sein kann, das die eigenen Eltern  aus Gründen an der Aufzucht gehindert sind. Also quasi ein bischen wie die Gänse von dem Lorenz( hieß er so? Ist zu lange her.).
Im Klartext: Kinder lieben ihre Eltern, was in Höhlenzeiten dafür sorgte, das sie den Anschluß an die Gruppe hielten und somit ihr Überleben erstmal gesichert war.

Andersherum ist es leider auch wie im Säugetierbereich. Von Großkatzen aus Zoos, Eisbären und Hunden wissen wir: Es kann passieren, das der erste Wurf totgebissen wird oder verstossen. Beides ist nicht unbedingt bei uns moralisch verankert, also gilt es nicht unbedingt als Lösung.Leider sind unsere moralischen Vorstellungen so dämlich, dass es wenige Eltern gibt, die, wenn sie feststellen, das das mim ersten Wurf irgendwie problematisch ist und den Totbeißreflex auslöst, die dann dem Kind eine wirkliche Chance geben und den Mut haben, andere dem kleinen Menschen ein gutes Zuhause suchen zu lassen. Unsere Gesellschaft ist schon irgendwie schizophren. Bei Tieren ist sowas überhaupt kein Problem Da ist es durchaus zulässig, zu erklären, man komme mit dem Goldfisch nicht mehr klar und zack, sind da nicht nur Leute, die ein neues Zuhause suchen, sondern es ist auch noch gesellschaftlich anerkannt.

So. Gehen wir mal davon aus, es läuft alles soweit glatt und die Sympathien zwischen Eltern und Kindern beruhen auf Gegenseitigkeit.
Was zur Aufzucht von Kindern gehört, muss hier nicht ausgeführt werden. Müssen das Kinder wertschätzen? Das Windeln, Füttern, nächtliche Rumtragen, Bäuchleinstreicheln, Trösten beim Fallen, ersten Liebeskummer? Sich gegen andere Erwachsene stellen, um den Rahmen des eigenen Kindes einfach zu vergrößern?
Ich sage mal klar: Nein. Denn im Gegensatz zum Kind kann ich mich informieren bei der Entscheidung dafür oder dagegen, was da so auf mich zu kommt, wenn so ein kleiner Mensch geplant oder im Anmarsch ist.
Müssen sie dankbar sein? Wieso sollte man für normale Dinge dankbar sein? Warum sollten sie dankbar sein, das ich mich entschieden habe, diese Kinder zu bekommen und groß zu bringen?? Seit wann ist das ein Lotto-Gewinn,  Kind von jemandem zu sein?

Das Zauberwort ist einfach Respekt. Respekt vor einander als Mensch. Denn was Kinder von Geburt an sind, ist Mensch, nicht mehr und nicht weniger.
Respekt beinhaltet es, sie in ihren Bedürfnissen ernst zu nehmen und dabei geht es nicht darum, ob ich als „Erwachsener“  es so sehe, wie das Kind, sondern es geht um die Sicht des kleinen Menschen. Und ganz klar: Liebe. Und wie es immer so ist, so gilt es von Geburt an: Ich muss mit dem kleinen Menschen nicht einer Meinung sein, ich muss nur mit ihm einen alltagstauglichen Konsenz finden. Niemals vergessen, was man am anderen liebt, denn sonst wird eine Eltern-Kind-Beziehung ganz schnell komisch.
Und Respekt beinhaltet auch, dass keiner unfehlbar ist. Weder die Eltern, noch Kinder. Aber wenn wir einfach davon ausgehen, das sich jeder nach besten Wissen und Gewissen bemüht, ist das nicht schon was?

Ja, und ich habe meine Kinder nicht stundenlang rumschreien lassen. Weil ich mir gedacht habe, das es unmenschlich ist, dass wenn ein Neugeborenes das Hungergefühl als lebensbedrohlich erlebt, wie ich es mir dann herausnehmen kann, diesen Menschen ohne Not in so ein Gefühlslage zu bringen, nur weil irgendjemand festgelegt hat, das Kinder so und so viele Stunden zwischen den Mahlzeiten haben müssen.

So. Und Lehrer sitzen vor mir, wieder und wieder und erklären mir, wie klug meine Kinder sind. Die würden ja mindestens, wenn nicht noch mehr. Aber diese Kids stehen da, klettern lieber auf Bäume, lesen gerne andere Bücher als  Schulbücher, gehen lieber Fußballspielen und Schwimmen und ich soll sie zwingen, weil Lehrer vor mir sitzen und sagen: DAS Kind könnte sooooooooooooooooooooooo viel mehr….Ja, könnte es.   Ja, und es stellt jetzt seine Weichen für sein weiteres Leben. Genau. Und weil ich mit meinem Abitur meine Weichen vor Ewigkeiten gestellt habe, arbeite ich als Hilfsarbeiter und habe zehn Kinder. Keine Phrasen mehr. Es gibt nur eine Kindheit und ein Leben. Also, holen wir die kleinen  Menschen dort ab, wo sie stehen und unterstützen sie dabei, glücklich  zu werden und geben ihnen alles an die Hand, um die Stolperfallen des Lebens besser zu überstehen. Wir helfen ihnen also, sich zu entwickeln , und zwingen sie nicht, unsere Vorstellungen von der Umsetzung ihrer Fähigkeiten zu erfüllen.
Frei nach Hegel: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit.

Also: Wertschätzung, Hochachtung und Danke-Schön, nur weil man Eltern ist? Auf gar keinen Fall. Nur weil jemand einen Titel hat, heißt es doch nicht, das er wirklich kompetent ist.  Denkt mal dran: Nur weil man viel Geld hat, muss man kein toller Mensch sein.  Also, warum sollte da etwas anderes für Eltern gelten?

Keiner da!

Als wir gestern beim Einkaufen waren, war C. wie immer dran, einen Sonntagsbraten auszusuchen. Er wollte nicht. Er sagte: „Wir essen einfach mal nicht zuhause!“-„Wir sind also nicht zuhause….“-„Nein, wir sind da, aber wir essen nicht zuhause.“ Er habe es satt. An jedem Wochenende kommen die Großen. Und natürlich essen sie dann mit. Der gewordene Vater, M. mit seiner neuen Wohnung. K., der hält sich einfach zurück. Aber sie kommen nicht, um Muttern zu besuchen, sie kommen um die Rechner im Zimmer der Jungs zu blockieren. Ob die Jungs mit Fieber oder Kopfschmerzen im Bett liegen, oder aber es spät ist und sie ins Bett müssen….alles egal.
Und dann fehlt immer hier und da irgendwas und das kommt dann aus diesem Haushalt und die Vorräte sind eifnach gleich Montags wieder leer….
C. will nicht mehr und ich eigentlich auch nicht, aber… es sind meine Kinder und ich habe dauernd ein schlechtes Gewissen. Und dabei sind sie groß und erwachsen und können ihre eigenen Fehler machen…..

Also kauften wir gestern ein. Bauten das zweite Bücherregal auf, das ich mir schon seit  letztem Herbst gewünscht hatte, aber seit Oktober…..naja. Egal.
Und heute morgen wurde der Sperrmüll weggefahren und um kurz vor zwölf saßen wir im Auto und fuhren ins Schwimmbad nach Bad Sachsa. Wir waren wirklich nicht da. Und wir blieben.  Minimi ließ sich im Wasser treiben, mit ihren Schwimmärmeln bewaffnet, fast den ganzen Nachmittag auf meinem Arm und meinte zu schwimmen. und die vier anderen, die sich sonst immer nicht grün sind, die endlich einmal durch Untertauchen und Nassplatschen ihre Konflikte ausmachen könnten…..die waren in einer einigen Horde unterwegs, schwammen und plantschten hier und dort, kamen zu uns und Mini und Mini forderte immer wieder, zu ihnen zu dürfen.

Am frühen Nachmittag kamen sie. Die typische Großfamilie mit vier Kindern. In Erlebnisbäder gibt es nicht mehr diese großen Becken, sondern sowas wie Wasserläufe , einen Meter dreißig tief. und Treppen hinein und darüber. Die Großfamilie enterte den Kanal, der zwischen Strudel und Draußen-Becken war. Und  zwischen uns allen löste der Vater seine Konflikte mit der Mutter, in dem er  mit einem dieser billigen Styroporschwimmbretter seine Angetraute naß machte und die gesamt Umgebung gleich mit. Es war kein Durchkommen mehr von einem Becken zum anderen, denn kaum hatten sie  den Treppenbereich verlassen, sassen sie auf den eingelassen Sprudeldüsen an der zweiten Treppe kurz vor dem Außenbecken und auch hier kam der Vater seiner Konfliktlösungstrategie nach, in dem er unablässig seine Kinder tauchte, tunkte, und mit dem Brett mit Chlorwasser versorgte, ebenso seine Frau.

Mini und ich suchten das Kinderbecken auf. Als wir kamen, war das Becken noch recht leer. Aber wie immer es so ist, kaum saß dort eine dicke Frau sichtbar auf dem Rand, kommen andere. Das Becken füllte sich mit schwimmbeflügelten  Kindern ins Swimmies mit und ohne Badenmoden darüber und den dazugehörigen Müttern mit Vätern und ohne. Und dann kam Patrick! Patrick stürzte an mir vorbei, in dem er das Minis Aufblaskrokodil zu Seite wischte, sich den leere Plastikhülle der Schwimmbrille griff, die ihm gar nicht gehörte, sondern in meinen Haushalt, sie aber sogleich, als er Mini mit einem der bunten Schwimmbretter , die das Erlebnisbad dort zur Verfügung stellt, erblickte, wieder achtlos fortwarf, um Mini vom Schwimmbrett wegzureißen. Alles ging wahnsinnig schnell, aber Patricks Vater war schneller. „Patrick!!LASS DAS!“ Während er das sagte, griff er sich den klobig wirkenden kleinen Jungen und schleppte ihn an das andere Ende des Beckens zur Rutsche, wo offensichtlich schon ein befreundetes Ehepaar samt Nachwuchs wartet. Mini und ich entdeckten, das wir blöd hinterher geguckt hatten, als wir uns ansahen.
„Alles gut.“ sagte ich ihr und sie spielte mit dem Brett weiter.

Dann wollte Mini dort auch Rutschen. Fatal. Vier Erwachsene saßen im Aufschlagbereich am Ende der Kleinkinderrutsche. Als wir ankamen, saß Patrick gerade auf einem der Erlebnisbad-Bretter in Form eines Bootes, als er von dem Mann des zu seinen Eltern dazugehörigen Paares dermaßen stark angschubste wurde, das er gegen die Beine seiner Mutter(?) mit dem Boot schoß und sich überschlug. Er lag unter dem Boot-Schwimmbrett, niemand half ihm und er wurschtelte sich hoch, mit hochrotem Kopf und man sah, das ihm das weh getan hatte, aber er weinte nicht und in dem Moment tat er mir leid.
Bevor Mini rutschen konnte, rutschte Patricks Vater und Patrick tat mir noch mehr leid. Mini rutschte und trotz ihres Gezeters bestand ich darauf, C. zu suchen.

Wir haben die Kinder eingesammelt und sind Essen gegangen. Als wir wieder kamen, war zumindest die taufende Großfamilie wieder weg.

Ich wollte gerne eine Rauchen. Und weil ich bei letzten Besuch einfach schnell mal vor die Tür konnte, habe ich mich angezogen und bin nach vorn an die Kasse.
Dort kamen die nächsten, bei denen ich mich im falschen Film fühlte. Eine Mutter samt Mann, Tochter und Enkelkind standen an der Kasse. Das Enkelmädchen hing auf dem Thresen und klar fummelte es an allen Sachen dahinter herum, die es erreichen konnte.
Die Mutter sagte dem Mädchen, sie solle aufhören, ließ sie aber in der Grabschposition und grinste mich blöd an, wie wenn ich es lustig finden sollte. Ehrlich, ich wußte nicht, das Stilldemenz zu derartigen Dauerschäden führen kann. Denn sie wiederholte blödgrinsend die Ansage an das Kind und mir lag schon ein:“Maaaaaaaaaaaaaan, dann nimm die Lüdde doch da ma fort!“ auf der Zunge, als der Großvater diesen Dienst übernahm und aussprach, was ich dachte. Aber es prallte an der Grinserin ab.
Die Kassiererin erklärte mir dann, wo ich die Raucherecke im Bad finde.

C. war mittlerweile in das obere Kinderbecken gewechselt, als ich vom Rauchen kam.Ihm war kalt, mir war kalt und Mini spielte. Und dann kam Patrick. Diesmal Patricks Vater nicht mehr in Begleitung der Dürren im rosa Bikini, sondern der Dicken im schwarzen Bade-Anzug mit Rock.
Als ich C. auf Patrick hinwies, wechselten wir wieder das Kinderbecken…..
Auf dem Weg dorthin konnten wir durch die Glasscheiben des Ganges die übrigen vier sehen. Mini sah sie auch und rief winktend:
„Hey Ladies!! Ich komme gleich!“ Mini, das mit den Ladies, das mein Spruch, obwohl er bei ihr viel cooler ist.

Im zweiten Kinderbecken gesellten sich drei der vier anderen Kinder zu uns. Sie mochten nicht mehr. Naja, viereinhalb Stunden Spassbad, das reicht. Irgendwann ist mit Spass auch Schluß. Nur A. klar nicht, der wollte immer weiter.

In der Umzugskabine brüllte Mini ohne Unterlaß und neben uns war ein Vater in der Kabine, der es wohl völlig lustig fand, dauernd zu sagen: „Nein, Mongo ist kein Obst.“ .

So. Zuhause. Auto versteckt geparkt.  Klingel aus. Telefon aus. Gardinen zu. Keiner da. Und A., der gar nicht nach Hause wollte, ist der erste, der im Bett verschwunden war und schläft.