Immer von hinten links, wenn man nicht irgendwie drauf vorbereitet ist….

kommt diese Nachricht. Da bin ich mit E. aus dem Edeka zu C. , noch den Zucker vorbeibringen, den er vergessen hat und eine Tüte Chips einfach mal so und ich seh in seinem Gesicht. Er kann es mit nicht sagen, mit nur die SMS zeigen, die er mir geschrieben hat, die ich nicht mal gelesen habe, weil nicht gehört im Edeka. P. ist heute morgen gestorben,steht da. Sein Bruder.
Und man denkt, jetzt, genau jetzt müsste die Welt stille stehen, weil alles in einem selbst still steht. Aber sie steht nicht, nicht in dieser halbwachen Nacht…..und auch nicht am Morgen.
Nach schlechtem Schlaf wacht man auf, stellt fest, es ist wirkich so und wundert sich mit Kindermine, warum so unerbittlich die Sonne aufgegangen ist, der Kochgeruch nach schlechtem Essen an Feiertagen von der Nachbarin durch das Treppenhaus in die Wohnung zieht, die Nachbarskinder wie immer an freien Tagen schreiend  im Garten spielen……alles wie immer ist, wo es doch völlig anders sein müsste. Es ist aber nichts anders, die Erde dreht sich, unberbittlich geht jeden Morgen wie gehabt die Sonne auf……nur im eigenen Leben ist es ganz leise geworden und alle denken drüber nach, was sie hätten anders machen sollen, fühlen sich schuldig, wegen der fehlenden Weihnachtsgrüsse,   dem nicht gemachten Geburtstagsanruf und ich sage, weil ich nicht gut im Trösten bin, das so lange man den Menschen in seinem Herzen trägt, er nicht vergessen und auch nicht tot ist.

Und ich stehe in der Küche, koche Kartoffeln, nur den kleinen Topf, ich denke das wird heute reichen, mache den Braten und binde die Soße und komme mir komisch vor, so wie wenn es irgendwie falsch ist. Das Essen ist leise, leise wie sonst nie.

Abriss auf katholisch

Nun habe ich heute mal so rumgefragt, was denn nur werden wird aus dem Haus hier mit den dicken „Bebieh“, wie die Schnitte sie nennt, unter der Decke im Flur.
Also…noch is nix fest, aaaaaaaaaaaber…..man denkt an, das hier lauter  Familien mit verhaltensauffälligen Kinder einziehen sollen oder alte Leute, die Unterstützung brauchen.
Das find ich mal ne gute Idee.  Es gibt hier genau zwei Busse, einen um kurz vor halb acht und einen um halb drei und der nächste Laden ist  gut drei Kilometer Luftlinie weit weg und die Kinder müssen mit dem Taxi von hier aus in die Regelschule gefahren werden……aber….Geniale Idee. Man muss nix renovieren, keine neue Heizungsanlage, keine neuen Fenster…nix. Man schafft also ein eins -A neues Ghetto in altem Ambiente; ich gehe davon aus, das man die Kirche räumen wird, aber …Schulverweigerer können weiterhin mit Kaffee trinken  und Federball spielen auf den normalen Weg gebracht werden. Die Polizei kann vorn im Flur eine Außenstelle einrichten, dann spart man sich die Fahrt hier her. Oder vllt werden doch lieber wieder Tore eingebaut? Aber bei allem Gemecker: Ein Gutes hat es. Diejenigen, die dieses Elend dann hier verwalten, die haben einen sicheren Job. Die, die hier untergebracht werden, werden sich gegenseitig durch die Isolation nur nach unten ziehen.
Menschen mit Handycaps, ob psychisch oder körperlich , gehören in ein normales Umfeld und nicht in ein Gehege vor den Toren der Stadt. Wie sollen sie denn anders werden,die verhaltensauffälligen Kinder, die in e-Schulen lernen müssen, und dann auch noch hier in der Abgeschiedenheit, also am Arsch der Welt, nur von anderen verhaltensauffälligen Kindern umgeben sind? Nix für ungut, aber hier will man doch wieder nur am Elend verdienen…..

Doch, ich weiß, wovon ich rede, ich habe ein regressives Kind, das die Grundschullehrer in genau solche Einrichtungen stecken wollten. Er macht dieses Jahr seinen Hauptschulabschluss auf einer regulären Schule, nicht berauschend, aber er macht ihn, er hat Freunde, auch nach dem Umzug vor einem Jahr hier her und es gab auch schon die ersten Freundinnen. Er hat klare Vorstellungen, was seine berufliche Zukunft angeht, die auch noch realistisch sind. Ob das wohl auch so in den psychiatrischen Einrichtungen gewesen wäre……*am kopfkratz*