„Nein“, sagte ich.

Heute morgen war kein guter Sonntag morgen. Kurz nach sechs wurde ich wach, der Strom war ausgefallen und weil der FI immer wieder rausflog, hatte ich Sorge, irgendeines der kleinen Mädchen hätte…..hatte aber nicht.

Und dann rief mich Angus an. Morgens, kurz um neun. Er ist in Hamburg. Dort war er erst bei Amazon, dann in der Leiharbeit.

Ich solle ihm die Telefonnummer seines großen Bruders in  Braunschweig geben. Er wolle bei ihm wohnen. Die anderen hätten ihn aus der WG geworfen, weil er immer rausgehe.

„Dein Bruder wohnt in einer Ein-Zimmer-Wohnung mit seiner Freundin!“

„Ja, ich weiß!“

„Die können Dich jetzt nicht rauswerfen, es gibt jetzt keine Wohnungen, es gibt jetzt gar nichts.“

„Wo sind Deine Sachen?“

„Unten.“ Damit meinte er eine andere Wohnung.

„Okay, ich versuche, Deinen Bruder zu erreichen, aber der wird noch schlafen.“

Irgendwann rief ich in der WG bei Angus an.

Am Vorabend hatte ich dort schon angerufen, weil Angus mich immer wieder und wieder versuchte, zu erreichen. Sei Mitbewohner hatte mir erklärt, er säße in Quarantäne, er habe einen Test gemacht und sei positiv.

Bähm!

Heute rief ich noch mal an, als ich Angus auf seinem Telefon nicht erreichte, noch einmal an.  Nach einem längeren Gesprächsversuch, ich spreche keine Sprache aus Afghanistan und mein Gegenüber sagte immer nur : „Mein Deutsch ist nicht so gut.“, hatte ich den zweiten Mitbewohner auch von anderswo am Telefon. Er erklärte mir, bei ihm sei es nicht so schlimm, er habe nur Muskelschmerzen und werde Montag getestet, aber Angus, der gehe immer raus und das koste 20 000 Euro und man dürfe das nicht.

Also habe ich meinem Sohn, der telefonisch nicht erreichbar war, eine Sprachnachricht geschickt, das er weder zu mir noch zu seinem Bruder könne. Und ich kann das Gefühl nicht beschreiben, meinem Sohn, der mich morgens verschnupft oder heulend, ich weiß es nicht, die Nase lief, angerufen hat und um Hilfe bat, das ich genau diesem diese jetzt verweigere.

Die Gründe wie die anderen Kinder, unser Omma, all das tröstet nicht. Und klar war auch, das wenn man viele ist, es einen aus der Familie erwischt, oder zwei oder drei oder alle, aber Scheisse ist das trotzdem.

 

Ein Gedanke zu “„Nein“, sagte ich.

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