Corona, Hausarrest, Schule und Hüttenkoller

Tag 12. Tag 12 ist wie Tag 11 nicht mehr einfach.

Zunächst dachte ich, es ist wichtig, über die Länge der Zeit die ganze Geschichte als Normalität zu sehen. Das ist durchaus nicht einfach.

Alle sind zuhause. C. musste gleich am 16. März ins Home-Office. Wegen der Kinder. Nicht, das es Probleme mit deren Betreuung gäbe.

Mein Arbeitslosenantrag steckt in der Bearbeitung fest, nachdem die Frau im Büro meiner ehemaligen Firma das Ding so ausgefüllt hatte, das es zur erneuten Bearbeitung in die Firma zurück geschickt werden musste.

Beispiel: Die Frage war, wer das Arbeitsverhältnis gekündigt habe.

Dann stand da: „Durch:…“. Sie hat eingetragen bei „Durch:“ „Ohne Angabe von Gründen“. Außerdem hatte sie im Formblatt angegeben, das mein Arbeitsverhältnis dort erst am 01.01.2018 begonnen hätte und ich in dieser Zeit nicht halbtags, sondern nur auf 450 Euro dort gearbeitet hätte.

Und nun kommt Corona. Und nichts geht mehr….Gestern kam mit der Post die Ablehnung meines Arbeitslosenantrages vom Mai letzten Jahres. Wenn sowas normales schon so lange dauert, dann hoffe ich, das ich mein jetziges Arbeitslosengeld noch vor meiner Rente in 14 Jahren bekomme.

Jedenfalls bin ich derzeit aus dem Krankenversicherungsschutz raus und es hat mich einen ganzen Vormittag und eine Rechtsberatung durch die Rechtsschutz gekostet, den Antrag auf freiwillige Familienversicherung bei der Krankenkasse zu bekommen.

Aber: Geschafft. Finanzielle gesehen bin ich jetzt am Arsch, weil 1000 Euronen pro Monat fehlen, aber….was soll ich machen. Hartz4 beantragen? Geht nicht, weil ist dauerbesetzt die Leitung dort.

Seit mehr als einer Woche bin ich bemüht, die Schulkinder zu unterrichten. Boah. Schulkinder, Haushalt, Bettruhe, Einkaufen….und normalerweise auch noch Bewerbungen schreiben für das Arbeitsamt.

Da mache ich mich am Wochenende dran. Vielleicht sind ja nach Corona noch Firmen über….

„Gehen Sie doch mit den Kindern in den Wald!“ war die Ansage der Pflegestellenunterstützung.

Guter Witz. Zig Wege im Harz sind für die Öffentlichkeit gesperrt. Und laufen kann ich auch nicht ohne Gehstützen und schon gar nicht lange.

Wir sind also zuhause und im Garten. Zwei Gärten weiter spielen die Nachbarskinder. Diese und die meinen haben eins System entwickelt, wie sie gemeinsam, durch den Garten von Herrn Doktor und sin Fruwe getrennt in zwei Gärten verstecken spielen können. Sie sind einsam. Alle. Sie vermissen ihre Freunde.

Hanni hatte Mini täglich angerufen, obwohl sie bei ihrem Vater in anderswo ist. Und gestern rief sie an, sie könne jetzt 7 Tage nicht anrufen, weil sie in die andere Wohnung fahren…..Aber sie werde sich dann wieder melden.  Mini hat bitterlich geweint.

Hin und wieder telefonieren wir Mütter. Aber es ist nicht dasselbe. Überhaupt nicht. Da hilft es auch nicht, das jeder  seinen eigenen Kaffee trinkt.

Abendessen bei uns ist ganz leise. Es gibt ja auch nichts mehr zu erzählen. Wir erleben ja alle dasselbe. Von morgens bis abends.

Manchmal habe ich mich gefragt, ob C. auch daran denkt, das die in China zur Scheidung Schlange stehen……Ob wir das als Paar überstehen? Schon letzte Woche kam von seinem Arbeitgeber der Bogen zur Kurzarbeit.

Am Arsch. Wir sind alle am Arsch.

 

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