Wurstebrot

„Tante Mathiesen?“

„Was haste denn, Irenchen?“

„Tante Mathiesen, ich habe Hunger.“

„Und was willste essen?“

„Ein Wurstebrot, Tante Mathiesen, ein Wurstebrot…“

Omma erzählt von ihrer Schwester nach dem Krieg, als sie bei Mathiesens untergebracht worden waren….Irene, ihre Schwester ist 1988 von der Autobahnbrücke bei Bockenem gesprungen.

Ich mache ja Familiengeschichte. Und bin nun durch viele Bücher durch.

Diese hier:

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und bin nun bei Sirgrid Chamberlains „Adolf Hitler, die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“.

Ja, stimmt schon, irgendwie auch verzettelt. Aber das kam, als ich, und eigentlich ist das eigentlich ja klar,  dieses Buch war dran, als ich las, das Erziehung ja nicht mit 1945 aufhört und das das Erziehungsbuch der Johanna Haarer noch bis 1962 verlegt und verkauft wurde….

Es ist im Moment eine sprachlose Zeit,  sprachlos, wie sie früher schon war. Und erschreckend. Einfach erschreckend.

Aber immerhin kann Omma erzählen, von Irenchen, der Uroma und dem Wurstebrot.

„Irene, was haste denn da?“ Omma macht ihre Uroma nach.

„Ein Wurstebrot..“ Omma macht Irene nach.

„Gibbe mal ha…“ Und dann erzählt Omma, das ihre Oma der Irene das Wurstebrot erstmal abgenommen hat und eine Scheibe vom Brot der Familie abgeschnitten hat, die Zentimeter-Dicke Wurst von dem einem Brot auch auf dem anderen verteilt hat, so das beide Kinder ein Wurstebrot hatten.

„Ich war halt so still und hätte mich nie getraut zu fragen“, sagt Omma. Und Irene, die wär‘  halt so ein hellblondes Kind mit lauter Locken gewesen, da wären alle drauf abgefahren.

 

 

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