Spurensuche

Wie lernt man über andere, wenn man nicht fragen kann, wenn man mit ihnen nicht leben kann?

Ich habe Kochbücher bestellt. Dieses und jenes, mit Bildern und Familiengeschichten, und allen möglichen Rezepten und, obwohl es doch 5 Bücher waren, ist nur eine hand voll standardisierter Rezepte drinnen.

Wie wenn sie nur Klöße gegessen haben oder nur dütt und datt oder aber vielleicht haben sich einfach nur immer dieselben Leute mit Rezepten an der Entstehung dieser Kochbücher mit Rezepten aus Schlesien beteiligt.

Dann lag das Projekt wieder auf Eis.

Man denke an die Post. Und dann hatte ich hier geschrieben und suchte wieder nach den Erfahrungsberichten der Menschen, die vielleicht ein wenig sehr illusioniert über ihre Kindheit in in den Anfängen des letzten Jahrhunderts erzählten und fand nicht wirklich was, stolperte von Klötzchen auf Hölzchen durch das Internet, die unbekannte Landschaft, wie unser Frau Merkel ja mal sagte, und landet erneut auf Vermißten-Listen und landete, wie und warum auch immer, wieder beim Volksbund. Und nun weiß ich ja, wo mein Großvater liegt und kam, völlig aus dem Nichts, auf die blöde Idee, seinen Bruder, der auch in diesem Krieg verloren gegangen ist, zu suchen.

„Vielleicht liegen sie ja zusammen auf dem selben Friedhof. Na hoffentlich konnten die sich gut leiden….“ Auf was man auch immer so kommt.

Also: Online-Suche auf. Name , Geburts- und Sterbedatum rein. Nix.

Aha.

Und dann gibt es neben dem Negativ-Ergebnis eine Rubrik, was der Laie, also ich tun soll, wenn das Ergebnis negativ ist. Okay.

Nehmen Sie das Sterbedatum raus.

Okay.

Nix.

Aha.

Nehmen Sie das Geburtsdatum raus.

Okay.

Bämm. Ein Erich. Vermißt seit dem 1.1.1945. Na, der hatte ja echt keinen guten Start ins Neue Jahr.

Also ein ganz anderes Datum des Todes.

Aha.

Und ein anderes Geburtsdatum.

Aha.

Ich drucke das aus.

Omma kommt rum.

„Hier! Guck mal!“

Sie guckt. Und es dauert eine Weile, bis sie die Unterlagen verglichen hat.

„Naja, die haben ja damals auch viel falsch eingetragen….“

Aha.

Die Suche war jetzt nicht so erfolgreich und ich mochte auch noch nicht wieder beim Roten Kreuz eine Anfrage stellen,  also habe ich mir Bücher bestellt, die über das Leben in der Zeit vor dem Krieg berichten.

Ich hoffe nicht, Statements über die „schmucken Uniformen“ zu finden, sondern einfach mal nur was aus dem Leben zu lesen.

Ob das überhaupt geht? Unsere Erinnerung macht ja Dinge immer gern irgendwie rosa…

Also habe ich noch ein Buch bestellt über die Kehrseite des deutschen Wunders, um einfach mehr über die Ursprünge zu erfahren…

Und vielleicht brauche ich doch mal Zeitungsarchive und Universitätsbibliotheken.

 

3 Gedanken zu “Spurensuche

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