Alle Sorge werfet auf ihn, denn er sorgt für euch.

Erdbeeren. Nein, ich habe nicht auf unser Omma gehört und die alten Pflanzen mit Strunk und Stiel rausgerissen und gegen neue ersetzt, sondern habe sie gelassen in meinen ca. 6 mal 2 Metern Vorgarten.

Und in Runde zwei habe ich heute morgen die große Schüssel voll gemacht.

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Und morgen muss ich wieder raus, weil die Schüssel zwar voll ist, aber der Garten noch nicht leer und immer noch welche wachsen. Und als ich so durch das Beet stakste, die Erbeer-Pflanzen vorsichtig und behutsam….da stellte sich mir unter den Augen von Frau Dr. P., die an ihrem Fenster genau achtete, ob ich meine Arbeit ordentlich erledigte, genau also da stellte sich mir die Frage, ob ich nicht den Nachbarn wegen der Nachbarschaft was von meinem roten Reichtum geben müsste. Der Nachbarschaft wegen, zumal mir Herr. Dr.  P. ja Kirschen von seinem Kirschbbaum angeboten hatte.

Auch, als ich die Ausbeute des heutigen Tages in Marmelade und Kompott verwandelte, da stellte ich mir immer wieder die Frage, aber die Antwort hat sich erledigt, ist nichts übrig geblieben vom Verarbeiten.

C., der irgendwann in die Küche kam, um sich das Essen von gestern noch einmal warm zu machen, erfuhr von mir, dass ich denke, dass wir ein bischen, vielleicht sogar ein bischen viel Strafe für unsere Nachbarn sind. Für die hochkulitivierten Dr.’s von Nebenan, die einen Holunder weghauen, wenn er die Früchte verliert und Herr Dr. sich zum zweiten Mal auf den Sitzmöbeln der Terasse eine Hose verdorben hat, für Hampelsmanns mit den Eltern und der stinkenden Feuerschale auf der Terasse, für den Oberbrandmeister und seine Frau, die Tiere mal so gar nicht mag, und für Winters über uns, wobei Herr Winter ein Mann der katholischen Kirche, ….

„Ja, wir passen hier so nicht rein. Also nicht richtig.“ C. rührte sein Essen um. „Aber, was haben wir schon mit denen zu tun?“

Die Erbeeren bleiben meins. Ganz egoistisch. Sie sind für uns gewachsen.

 

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Liebeserklärung

Mein Garten. Das ist eine von C.s Liebeserklärungen an mich. Den hat er für mich, für mich ganz allein mitgekauft. Er selbst hätte nur Rasenmäher, wenn überhaupt.

Jedenfalls wohnen über uns die Winters. Unser Grundstück hat Hanglage, dann kommt eine Stützmauer und etwa einen Meter fünfzig höhrer als unseres beginnt Winters Grundstück.

Als wir hier einzogen, kamen Winters und begutachteten die Mauer, weil sie gehört hatten, sie sei kaputt. Ist sie ja auch. Auf der Mauer war ein Zaun und direkt an schloß sich ein Dickicht aus irgendwas und Efeu. Aus den Fugen wuchs Efeu und Schöllkraut. Wir einigten uns darauf, dass ich die Fugen neu verschmierte, was ich auch tat. Das hielt gerade mal über den ersten Winter.

Als ich mich im nächsten Jahr wieder daran machte, die Dinger zu füllen, musste zwischen das Geschmiere Steine, weil ich in verschiedene Fugen meine Hand bis zum Handgelenk stecken konnte und hinten noch nicht ankam. Und ich rupfte Efeu und Schöllkrau, Steinbrach und schnitt den Überhang, der wie ein großer Baldachin mein Bett beschattete und trocken hielt so lange zurück, bis ich einfach an die Wildrosen- und sonstigen Zweige nicht mehr mit der Maschine für Astschnitt samt langem Stiel heran kam. Die Pflanzen drückten den ersten Stein samt Zaunfahl raus.

Ich gab Bescheid und Frau Winter erklärte mir, man habe einen Meter fünfzig hinter dem Zaundickicht neu gepflanzt und wollte warten, bis das großer sei. Naja. Ich habe Bescheid gesagt, mir war es egal. Der Efeu hatte schon den Zaun samt Eckpfosten eingedrückt, also….mir egal.

Und jetzt, in diesem April, da holten sie eine Firma, die das gesamte Dickicht weg häkselte, gruben einen Graben einen Meter fünfzig hinter der alten Hecke, wo doch eigentlich, aber…was soll’s. Legten diesen Graben mit Folie aus…und irgendwann trafen wir uns beim Unkrautzuppel und Herr Winter sagte:

„Da kommt bald der Maurer, der kommt mal gucken.“

„Okay.“

Der Maurer kam zusammen mit Frau Winter, als ich nicht da war. C. ließ sie in den Garten. Zwischen meinem alten Hisbiskus, der schon zwei Meter hoch war, und den ich letztes Jahr  wirklich rapide auf die Hälfte gekürzt hatte und der noch keine Blätter trug, meiner Himmbeere, die eine grüne Wand bildes, meinen Palmlilien, den alten Rosen,  zwischen all dem erblühte ein Meer aus Schollkraut, das, nachdem die Gestrüppüberdachung weggerissen war, explosionsartig aus der Erde geschossen war.

Der Maurer guckte sich das alles an und erklärte C., dass wir alles wegreißen müssten auf einer Breite von 50 cm. Und Frau Winter erklärte, mein Hibiskus, der nach dem Radikalschnitt wesentlich später dran war als letztes Jahr, der sei ja tot und das gelbe Zeug Unkraut, das müsse ich sowieso rausreißen. Und der Rest eh.

DAS ist jetzt irgendwie schon mal strategisch nicht so gut. Ich möchte daran erinnern, dass C. diesen Garten für mich gekauft hat. Er hat nicht einfache Kantensteine zur Rasenbegrenzung gekauft, nein sondern solche, die ich bepflanzen kann. Und er rupft da nix raus. Er macht das Stückchen Rasen. Und er lacht mich nicht aus, wenn ich abends meinem Pflaumenbaum den Stamm kühl abpsüle, wenn es heiß draußen ist….

Jedenfalls sprachen wir darüber und ich ging mit C. in den Garten und sagte, dass ich auch meine Himbeere, die nach drei Jahren das erste Mal richtig tragen wird, jetzt nicht einfach rausreißen kann, ebenso wenig die dunkelblau blühende, großblütige Irisi und die pfahlwurzelige Palmlilie eh nicht, auch nicht bei gelbblühender Forsythien-Busch, auch wenn er nicht mehr blüht.

Nuna, ich hatte gelesen, dass es Post gibt und wartete darauf, ebenso, den Nachbarn Herrn Winter erneut im Garten anzutreffen. Aber beides nix.

Und vorgestern fand ich mittags auf der Arbeit folgende What’s-App-Nachrichten von C.:

7:56 : Der Nachbar von oben war gerade da, der Maurer würde gleich anfangem zu arbeiten.

7:57 : Er hätte erst gestern abend Bescheid bekommen.

7:57 : Warum hast du nicht mit denen gesprochen??

8:54 : Sie fangen jetzt beim  Nachbarn an und würden gerne heute mittag mit dir sprechen. Sie haben auch einen Gärtner dabei.

8:55 : Es würde nur diese Woche dauern, wenn das Wetter mitspielt.

 

Meine Antwort:

12:24 : Mit ist deren Gärtner scheiß egal.

Ich bin dann nach Hause gefahren und fand C. vor.

„Wenn Du es um des lieben Friedens Willen möchtest, dann sollen sie mein Beet roden.“

Und C. erklärte mir, dass es mein Garten sei und mein Beet und wenn ich das nicht wolle, dann würde da nichts gerodet. „Es ist Dein Garten!“ Das waren seine Worte.

Wenn ich das also nicht wolle, dann solle ich doch rausgehen und es ihnen sagen.

Also bin ich in meinem Kittel raus.

Frau Winter kam und fragte mich, was wir jetzt machen wollten.

„Ja, hier in meinem Garten und in meinem Beet nichts. Ich will meinen Hibiskus behalten. Nach der Wuchsperiode nehme ich die gern raus, aber jetzt nicht, weil ich sonst alles wegwerfen kann. Mein Bärlauch hat sich auch noch nicht zurück entwickelt und meine Forsythie bleibt auch!“

Wir hätten doch gewollt, das die Mauer gemacht werde, so Frau Winter und dann mischte sich der Maurer ein und bemängelte seinen Ton. Warum ich so reden würde.

Ich stehe ja drauf, wenn jemand meinen Ton bemängelt und schon grad so einer, der grade kurze Auftragsflaute mit dieser Mauer überdeckt.

„Warum ich so rede? Weil ich schon seit sechs Uhr arbeite, genau wie Sie!“ Ruhe war. Arbeitet wohl keiner seit sechs außer mir.

Und Frau Winter redete und ich dachte mir:

„Ich hab alles gesagt. Ich geh jetzt.“ Und das tat ich dann auch.

Der Maurer: „Sie können doch jetzt nicht einfach gehen!“

Ich:“Doch. Es ist alles gesagt und ich lasse mich nicht umstimmen.“

Der Maurer: „Aber Sie sind doch Nachbarn.“

Davon habe ich nun wirklich nichts gemerkt. Und was ist das für ein Argument?

Doch, ich habe unsere Rechtsschutz genutzt. Die Premiumausführung.  Und ich weiß:

Morgens klingeln und sagen: „Gleich kommt der Maurer und es geht los.“, DAS geht so nicht. Auch nicht für Winters, die was Besseres sind.

Ich war durch, aber ganz durch. DAS ist mein Garten und meine Monster-Hibskus, der letztes Jahr noch größer als ich war und mein Bärlauch und mein Rainfarn und was bildet sich Herr-Pseudo-Englischer-Rasen-Mit-Drei-Beeten,-die-Aussehen-Wie-Gräber-Winter und seine Frau eigentlich ein, mir vorschreiben zu wollen, was in MEINEM Garten wachstumsberechtigt ist und was nicht?

Und dann hatte der mitgebrachte Gärtner wohl in Gegenwart von C. geäußert, dann dann auch endlich meine Brennessel, die ich neben der Himbeere hege und pflege wegkäme, wenn sie durch das Beet marschieren.

C. fragte mich, was ich damit mache.

„Letztes Jahr habe ich Löcher im Gewächshaus gegraben, Brennessel rein, Tomate drauf und die expandieren in die Höhe und Breite wie Knallfrösche. Dieses Jahr waren die Brennesseln beim Einsetzen noch nicht so weit, deshalb muss ich dieses Jahr Brennesseljauche machen. Damit kann man nicht nur prima Düngen, sondern das ist auch gegen Blattläuse super gut.“

Heute abend sagte C.:

„Wenn Du da Brennessel im Garten haben willst, dann bleibt die da.“

Er will, wenn sich die Sache gesetzt hat, also ich soll am Ende der Wuchsperiode 50 cm Beet an der Mauer frei machen. Er will dann Bauzaun setzen und dann sollen sie zusehen. C. ist echt sauer.

Gekündigt

Berwebungen schreiben kann ich. Doch, das geht. Ratzi -Fatzi-Blablabla…Aber die zwei Sätze mit kündige ich fristgerecht und Resturlaub, DAS dauerte.

Dann zweimal ausgedruckt und neben C. gestanden:

„Mist, der Punkt ist ein Strich.Mist…Naja, ist egal, ich druck das nicht noch mal. Ist ne Kündigung, das geht schon.“

C. guckt mich an.

„Okay, okay. Ich korrigiere…“

Wieder runter in mein Zimmer, aus dem Bindestrich einen Punkt gemacht, Druckerauftrag, zack, fertig. Von wegeles zack, aber naja.

Letzte Woche hatte ich schon an die oberste Chefin geschrieben und um die Kündigung gebeten. Aber meine Einrichtungsleitung wollte ihre neue Putzfrau einfach nicht gehen lassen. Und dabei hatte ich DAS Argument. Es kam immer wieder zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen meiner Altkollegin und mir. Und da wir einfach nur sind, wie wir sind, und sich das Team langsam in zwei Lager und eine heulende Putzfrau (meine Kollegin) im Haus zwischen den Kurdamen…Außerdem habe ich kein Handycap, meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind besser. Und wenn was nicht passt, dann muss man nach was suchen, was passt. Es war nicht nur die Kollegin, sondern auch noch Arbeitssicherheit, aber. …

Aber nein, sie wollten das nicht. Statt dessen wurde Buch geführt, über die Fehler, die die Kollegin machte. Und als auf dem einen Klo eine Rolle Toilettenpapier fehlte, da wurde gefragt, wer den Bereich macht, ihr Name wurde genannt, zack, auf geschrieben. Wäre es meiner gewesen, dann…naja, kann ja mal und so. Irgendwie war es da richtig vorbei. Aber ganz richtig. Nein, sie wollten mich nicht gehen lassen, sie wollten die andere…

Hatte ich doch aber in der Woche krank Bewerbungen geschrieben und auch schon, nachdem ich wieder auf meiner Arbeit war, in meiner Freizeit  Probe gearbeitet und der neue Arbeitgeber will auch, also konnte ich nun die Kündigung schreiben.

Sauer. Stinksauer.Nicht ich.

Und gestern bin ich dann in meinen Urlaubsanspruch gegangen, Dienstag mache ich noch einmal einen Kurwechsel mit und dann bin ich weg.

Heute nun rief es an. Also meine vom Chef entgegen genommene Kündigung sei unwirksam, ich könne auch in der Probezeit nur zwei Wochen zum Monatsende kündigen. Und entweder würde ich jetzt noch bis Ende Juni dort Arbeiten und die Kollegin werde in den Zwangsurlaub geschickt oder ich nähme einen Auflösungsvertrag, aber das müsste ich mit Hannover klären.

Ratet, was ich genommen haben? Richtig Tor zwei, den Auflösungsvertrag.