„Die tatsächlichen Nazis sitzen doch da in der Schulleitung!“

C. ist stinksauer und ich zucke zusammen. Sowas von ihm?

„Was??“

„Ja, die machen das wie die Nazis mit den Juden. Die picken sich wen raus und deportieren ihn! Wenn denen die Nase nicht passt, sie im Flur „Biete!“ rufen, abschieben!“

 

Meine Schwägerin nannte das Ganze Sippenhaft.

 

Was war passiert? A. ist ja an die BBS gekommen. Eine doch sehr seltsame Geschichte, man erinnere sich. Nachdem die Direktorin der Oberschule in Vienenburg meinen Sohn an die Polizei in Vienenburg rausgegeben hat, obwohl es keinen Haftbefehl und keine Gefahr im Verzug gab (Das Verfahren ist übrigens eingestellt worden. Es wollte wohl niemand erklären, wie es zu dieser Aussage kam.) und ich ihr gesagt hatte, dass sie damit ihre Kompetenzen nicht nur überschritten hat, sondern auch meine Email-Adresse nicht hätte rausgeben dürfen, hat sie A. innerhalb einer Woche einen Schulplatz in Harzburg besorgt, obwohl die Anmeldefrist längst rum war. Und wir waren wirklich verwundert, dass A. plötzlich in Klasse 8 versetzt worden war.

A. ging nun also in eine Klasse, die man besuchen kann, wenn man Klasse 9 erreicht hat.

Und am 30.09.2016 wurde ich in die Schule geladen. Es ging um A. und D. und um eine mögliche Beteiligung an der Sache mit dem Gabriel und seinem Stinkefinger. Meine Söhne seien im rechtsradikalen Mileu unterwegs. Ich sollte erklären, ob ich einen Jost oder Jürgen, irgendwas mit  J. aus Jürgenohl kenne, der den Kindern Kampfsport bei bringe und bei dem sie übernachten könnten. Die Spitzel der Sozialpädagogen da oben sind wohl nicht so genau.

Jedenfalls versprach ich, mir das Video im Netz anzugucken. Die Sozialpädagogin erklärte, ich könne da eh niemanden erkennen, die seien maskiert. Und ich sagte ihr, das man seine eigenen Kinder am Habitus und den Bewegungsabläufen genauso erkennen könne. Sie wohl eher nicht.

Video angeguckt und keiner meiner Söhne dabei. Sache vom Tisch.

Denkste , Puppe!

Am 7. September fand ich eine Benachrichtigung, dass ich ein Einschreiben abholen müsse. Am 8. September erfuhr ich telefonisch von meinem Sohn, dass am 13. September um 16:45 Uhr eine Klassenkonferenz sein soll. Ich teilte der Schule sofort mit, dass ich an dem Termin nicht teilnehmen könne (Besuchsreglung mit den anderen Großeltern) und bat um Verschiebung des Termin. Die Schule wollte nicht. Ich rief bei der Dezernentin in Braunschweig ein, sie setzte sich ein, die Schule wollte nicht. Sie erkundigte sich sogar bei der Rechtsabteilung. Nichts zu machen.

Die Klassenkonferenz lief ohne uns. Und beim Gespräch am 21. September in der Jugendwerkstatt in Goslar  verwies man immer nur auf die Klassenkonferenz.

C. war mit da. Er konnte es sich nicht nehmen lassen.

U.a. ist für die Begründung der Maßnahme( und da gibt es vier) unter

1.3 aufgeführt:

Auf den Jugendlichen treffen ein oder mehrere Kennzeicher sozialer Unterprivilegierung zu, z.B::

  • materiell unterprivilegierte häusliche Verhältnisse (Sozialhilfeempfänger, längere bzw. regelmäßig wiederkehrende Arbeitslosigkeit o.ä.)
  • geschiedene oder getrennt lebende Eltern bzw. vielköpfige Famlien (natürlich nur insofern als offensichtl soziale Benachteilung beding),
  • kriminelles bzw. gewalttätiges Milieu ( ohne verfestigten kriminellen Karrierebeginn bzw. hohe, unkalkulierbare Gewaltbereitschaft des Jugendlichen)
  • Drogenmilieu ( ohne Drogenabhängigkeit bzw. Alkoholismus des Jugendlichen ) und
  • bildungsbenachteiligtes Milieu

DAS hat C. persönlich genommen. Und DAS nimmt er auch noch persönlich. Es gibt auch andere Einrichtungen, die andere Ziele bieten.

Aber….C. geht davon aus, weil die Dame aus der Maßnahme schon erklärte, dass es noch freie Plätze gäbe und wo die seien, dass es sich einfach um eine Absprache handelt. Und ich nannte es gegenüber der Pädagogin abekatetes Spiel.

A. soll nun also in eine Maßnahme der Diakonie, die beibringen soll, Pünktlich zu sein, Anwesend zu ein , Bierbänke abschleift und Vogelhäuschen baut.

Und in deren Formblatt wird nach den Wohnverhältnissen gefragt und den finanziellen Mitteln.

Eigentum und Gut habe ich eingetragen. C. hat recht. Ich würde sie nur nicht Nazi nennen, sondern Gott-König. Da müssen Zähne gezogen werden

Und angesichts der Tatsache, dass D. einige Stunden, nachdem ich mit der Sozialpädagogin angelegt habe, aus der Schule verwiesen wurde, weil er angeblich rechtsradikale Sprüche im Unterricht gemacht habe, die er nicht gemacht hat, weil er seinen Kopf auf den Tisch gelegt hatte und zwei Jungs zuguckte, die tatsächlich über rechts fachsimpelten, werde ich wohl doch mal in die Offensive gehen und den stellvertretenden Direktor wegen übler Nachrede anzeigen.

 

PS: Am gleichen Tag fand noch eine Klassenkonferenz statt. Ratet, wo der Junge jetzt hin soll? Richtig. Werkhof.

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2 Gedanken zu “„Die tatsächlichen Nazis sitzen doch da in der Schulleitung!“

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