Böse Mutter, schlechte Mutter ich!

Soeben ist mein Kind in die Traumwelt gesunken. Klar — sie ist ja auch erst um 6:00 Uhr aufgewacht und hat ganze zehn Minuten Mittagsschlaf gehalten. Zum Glück ist aber kein Jugendamt da. Einige von denen fanden es kindeswohlgefährdend wenn unser Kind nach sieben (gutmütige nach acht) ins Bett ging. Was soll ich machen? Sie […]

über 23:42 Uhr — Kind schläft — Die 3-jährige Simmi wird vom Jugendamt vor ihren zu intelligenten Eltern geschützt *ironyoff*

Ich teile das mal. Ich habe das „Ich“ angehängt, damit sich Simmis Mama nicht so sehr erschreckt.

Ende der achtziger, anfang der neuziger  war Kindererziehung noch ganz anders. Japp, da gingen Kinder noch um sieben ins Bett, wenn sie noch nicht in der Vorschule waren. Und es war völlig wumpe, wieviel sie am Tag geschlafen hatten, wie hell es war, wie warm, gute Eltern schickten ihre Kinder mit dem Satz „Leg Dich hin, Du wirst schon schlafen!“ ins Bett.

Gott, was habe ich diesen Satz gehaßt. Schon als Kind. Und ich konnte mich an viele Nächte, besonders im Sommer, erinnern, in denen ich in meinem Bett hinter zugezogenen Gardinen, dumm rumliegend, den Sonnenuntergang erlebte.

Aber man wollte gute Mutter und so.

Die Sommer mit ihren hohen Temperaturen setzten dem jedoch endlich ein Ende und eröffneten mir neue Einblicke.

Da ich viele Kinder habe, brauchte jedes seine Ego-Nische.zum Kuscheln, zum Plauschen, zum Klagen, zum Jammern, einfach zu allem Mutter-Kind-Ding leben.Und das muss sich eben über den Tag verteilen.

Außerdem mussten die, die in die Schule mussten, ja irgendwann ins Bett. Da war es doch einfacher, wenn die Kleinstkinder dahinter noch eine Stunde anhingen.

Und während der heißen Sommer konnte man mittags draußen nicht spielen. Toll. Also wurde die Schlafenszeit geteilt. Mittags in der größten Sommerhitze nach einem leichten Mittagessen dümpelten wir alle gemeinsam auf dem Sofa. Und dann schob sich die Schlafenszeit einfach nach hinten raus.

Klar, für Eltern ist das richtig angstrengend, weil dadurch rucki-zucki 18 Stundentage entstehen, auf der anderen Seite ….hat man nicht das abendliche „Ich kann nicht schlafen, Mama!“.

Irgendwann, im Laufe dieser Entwicklung, habe ich festgestellt, daß der einzige Zeitpunkt, seinen Tagesablauf selbst zu bestimmen, der vor Kindergarten und Schule ist. Nur in dieser Zeit darf man schlafen, wenn man es braucht, essen, wann man es will, auf sein, wie man will. Später braucht man Kaffee und eine Uhr.

„Wann gehen denn Ihre Kinder schlafen?“  war einer der ersten Fragen meiner Familienhilfe.

„Die Schulkinder zwischen acht und neun.“

„Und die ganz kleinen?“

„Wenn sie müde sind. Die schlafen oft noch mittags ein-zwei Stunden.“

„Aber wenn die in die Schule müssen, dann müssen die doch auch früh aufstehen…“

„Machen die auch. Und wenn sie müde sind, können sie sich ja auch mittags hinlegen, wenn die wollen. Die einzige Zeit, in der wir Menschen frei bestimmen können, ist die Zeit vor der Schule. Ab dann ist vorbei.“

„Und essen Sie mit den Kindern gemeinsam?“

„Ja, abends um sechs. Da habe ich gekocht und wir treffen uns alle in der Küche. Das Essen findet zwischen sechs und sieben statt.“

„Und mittags?“

„Mittags??? Da kommen doch alle in einem Zeitraum von vier Stunden aus der Schule. Soll ich etwa das Essen so lange warm halten? DAS ist doch ekelig.Mittags ist jeder, wenn er Hunger hat.“

„Frühstück?“

„Jeder, wie er braucht.Die gehen doch alle verschieden los.“

Meine Güte, was für Diskussionen. Mal ehrlich. Statistisch schläft ein zweijähriges Kind 11 Stunden plus eine Stunde Mittagsschlaf, hat mir C. mal eröffnet.

Und warum gehen dann nicht   drei  Stunden über Tag und neun in der Nacht oder sechs und sechs?

Minimi ist fünf Jahre alt. Als sie bei den Tagsmüttern anfing, verschlief sie anfangs fast die gesamte Betreuungszeit dort und das machte mir das Studium nicht gerade einfacher, denn irgendwann muss so ein Kind ja auch mal wach sein.

Ich führe auch heute noch Diskussionen. Und zwar mit C.. Mini verschläft die Zeit von elf bis zwei bei der Tagesmutter und ist dann abends bis neun, halb zehn wach, wenn ich zuhause bin. Bei Papa läuft das anders. Da ist sie um acht im Bett. Okay, also nicht , wenn ich Frühschicht habe, da geht sie mit mir um halb neun ins Bett, um mich einzuschläfern.

Und auch nicht, wenn ich Spätschicht habe. Da holt sie mich noch gern ab oder aber wartet an der Tür…..Aber, wie er immer sagt, bei ihm läuft das besser…

Meine Güte, lasst die Kinder! Sie werden schon wissen, wann sie Hunger haben oder schlafen wollen. Das Muß kommt noch früh genug!

 

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3 Gedanken zu “Böse Mutter, schlechte Mutter ich!

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