Olhof

Olhof ist ein Stadtteil von Goslar. Man hat den Eindruck, einheitlich am Reißbrett geplant und später auch so gebaut. Sozialer Wohnungsbau in Backsteinoptik, lauter Strassen mit Ring und Weg am Ende und Ein-Familienhäuser, mit ein und zwei Familien drin, manchmal laut Klingel auch vier.

Wir sind dort seit Dezember unterwegs und tragen dort Zeitungen. Wenn ich bei Familie L. zum Briefkasten will, hören sie mich, denn jedesmal stolpere ich auf ihrem Weg zum Haus, weil ein Baum mit seinen Wurzeln die Platten des Weges hochdrückt, denn jedesmal fluche ich, weil es mich nervt, fast zu fallen. Vielleicht können die sich ja irgendwann hinreißen lassen, ihre Büsche doch wieder so zurück zu schneiden, das die überwachsenen Gehwegplatten wieder frei sind und man nicht mehr über die Wurzelholperstrecke muss.

In Olhof leben u. a. Lehrer, Direktoren, Professoren, Doktoren und C. sagt, seid wir in diesem Monat jede Woche eine Beschwerde bekommen, dass er froh ist, nicht dort zu leben.

Vor zwei Wochen hatten wir eine Beschwerde, wir würden immer nur nachmittags ausliefern oder aber montags. Ich bin dann mit meinen Stundenzetteln zur Zeitung und habe gefragt, wer das macht, das montägliche Ausliefern und habe erklärt, das ich keinesfalls noch einmal bei Dunkelheit dort austrage, weil ganz viele Häuser kein Licht am Haus haben.

Diese Woche ließ uns jemand ausrichten, er habe zwei(!) Zeitungen bekommen, wolle jedoch nur eine und wir hätten die 24 weißen Plastikbänder von den Zeitungsbündeln auf seinem Eckgrundstück entsorgt. Sind hier eigentlich langsam alle bescheuert? Was sind denn das dann für Plastikbänder, Plastikbandarolen und Zettel mit Großbuchstaben, die ich im Müllbeutel in meinem Kofferraum sammele? Und warum sollte ich nur die Bänder wegschmeissen?

Aber egal. Krönend ist wirklich folgendes: Wir sollen die Zeitung in den Zaun stecken, weil sich ein Hund auf dem Grundstück befindet. Der vorherige Auträger habe das auch gemacht.

C. meinte nur: „Wenn ich nicht will, das jemand mein Grundstück betritt, dann mache ich den Briefkasten vorn an den Zaun.“ Sehe ich leider genauso. Der nächste möchte, das ich sie im Kellerfenster hinten links deponiere oder was?

Schlängeln wir uns seit Wochen über Grundstücke, an zwei oder sogar drei Terassen vorbei auf die Tückseite des Hauses zu einem riesigen Eingang, sind wir gleichzeitung froh, das es bei den Besitzern dieses Hauses nicht zu mehr Grundstück gereicht hat, weil wir dann wahrscheinlich noch durch den halben Garten laufen müssten, um an den Briefkasten zu kommen. Und ich bin zu er festen Überzeugung gelangt, das das Masche ist, der Besucher sich den ganzen Reichtum angucken muss.

Es gibt eine Regel: Klebt auf dem Briefkasten ein Schild, auf dem nicht explizit „keine kostenlosen Zeitungen “ steht, sondern nur „Keine Reklame“, bekommt der Haushalt eine Zeitung. Und es gibt Menschen, die flippen einfach aus, wenn sie nur „Keine Reklame“ am Briefkasten haben und dennoch eine Zeitung bekommen. Klebt doch einfach den richtigen Aufkleber dran und gut.

Ein besonderer Trend ist auch der „Ein Briefkasten“ für vier Haushalte und kein Name drauf. Die Klingel ist dann am Seiteneingang am hinteren Ende der Treppe.

Dann hatten wir eine Beschwerde, man habe seit mehr als vier Wochen keine Zeitung bekommen. Wir hin, das Haus ist mit verteilt worden. Sollen wir jetzt sonntags klingeln?

Besonders schön ist auch folgendes: Grundstück. Vorne rechts Hauseingang, hinten links ein Rundbogen in Hausfarbe, der offensichtlich in den Garten führt. Pustekuchen, noch ein Haus.  Da muss man erstmal drauf kommen! Und sowas gibt es öfter. Ich kann doch nicht einfach über fremder Leute Gartengrundstück krauchen, zumal letzte Woche die Polizei im Schritt an uns entlang gefahren ist.

Was ist mit Euch los, Leute?

 

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2 Gedanken zu “Olhof

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