Letzten Sonntag

also nicht heute, sondern letzten…

Da habe ich so meine Zeitungen ausgetragen und an einem geschlossenen Fitnessstudio einen Obdachlosen im Schlafsack aufgeschreckt. Ich hatte nix dabei, nur die Zeitungen, keinen Tabak, kein Geld, kein Gar Nix.

„Da is keiner mehr.“ sagte er zu mir.

„Ich weiß, aber mein Chef will, das ich alle Briefkästen beliefere und solange den irgendwer leer macht…..“

Weg war ich.

Abends auf FB finde ich eine Eintrag, das jemand dort eben jenen Obdachlosen auch gefunden hätte, ihm zehn Euro und ne Pizza gegeben hätte und dann aber die Polizei gerufen habe, weil wir 13 Grad Minus kriegen sollten. Die sollten den unterbringen. Und nun wollte der Schreiber wissen, ob das auch passiert sei, weil man den hinterher nicht mehr dort an dem ehemaligen Fitness-Studio gefunden habe.

Und ich dachte nur: „Na, was werden die Bullen schon gemacht haben?“ Genau, ins Auto gezwängt und mit Handschellen in der Obdachlosenunterkunft untergebracht? Garantiert nicht. Eher vertrieben.

Das mit der Kohle und dem Essen, das finde ich noch okay, aber das mit der Polizei geht mir persönlich zu weit und erinnert mich an Tierheim. Die, die ich bisher kannte, die, die auf der Strasse lebten oder vielleicht auch noch leben, die wußten ganz genau, wann sie wo hin mussten und bei wem man unterkommen konnte. Ich frage mich, ob ich das zu eng sehe…

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7 Gedanken zu “Letzten Sonntag

  1. nein, finde ich nicht……ich glaube eher, die Person wollte ihn loswerden und um sein Gewissen zu beruhigen, hat er ihm Geld und Pizza gegeben, weil er sich schlecht fühlte!

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  2. Ich kenne berufsbedingt viele Obdachlose und aus ihren Erzählungen geht hervor, dass sie bisher immer noch ne Unterkunft gefunden haben, wenn sie es wollten.
    Die Polizei erteilt wohl eher einen Platzverweis, als dass sie ihm einen Platz zuweist -.-

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  3. Hab auch schon einige kennengelernt, genau genommen war ich auch mal 6 Monate obdachlos, aber nur offiziell, hatte ja genug Kollegen und damals gab´s ja auch noch viele besetzte Häuser.
    Viele sind freiwillig obdachlos, einer hier aus der Ecke wehrt sich seit 9 Jahren erfolgreich gegen die
    Wohnungsvermittlung des Sozialamtes, pennt hier und da. Ein anderer wohnt in seinem LKW, hat den nett ausgebaut innen. Und auch die, die draußen pennen: Pizza und Bier und Kleingeld ist ok, aber NIEMAND will die Pigs.

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