Herr K. vom Schobzenta

Das Jobcenter hier hat einen Herrn K.. Aber anders als der Herr K. von Brecht…..
Zur Vorgeschichte:
K. strandete ja nach seinem Aufenthalt in Zwickau hier. Nachdem nun die Unterbringung in der Nacht geklärt war, stand das Jobcenter auf dem Plan. Er hin einen Antrag gab´s nicht, nur einen Termin, um ein Antragsformular abzuholen. Das macht b esonders Sinn bei Mittellosen, immerhin besteht die Chance, das sie sich bis dahin umgebracht haben oder aber einfach verhungert sind oder aber notgedrungen straffällig sind.
Ich K. gesagt, er soll sich da keinen Kopp machen, den Antrag gibt es auf den Seiten des Agentur für Arbeit, kann er das Procedere verkürzen, wir drucken einen aus, er bringt den hin. Fertig.
Wir also einen ausgedruckt, er den ausgefüllt, und wieder hin. Aber die haben den nicht entgegengenommen. Als K. mit dieser Nachricht kam, habe ich ihn wieder hingejagt und er hat ihn notgedrungen dort in den Briefkasten geworfen.
So. Nun hatte er ja noch den Termin für die Aushändigung des Antrages. Allerdings hatten wir zwischenzeitlich Bewerbungen geschrieben und er hatte genau an diesem Dienstag, nämlich dem letzten, das Vorstellungsgespräch. Er angerufen und Bescheid gesagt und zum Vorstellungsgespräch gefahren.
Donnerstag morgen treffen wir uns in meiner Küche. Also, er war beim Jobcenter, um ein Darlehen zu beantragen. Er hat nämlich gar nichts mehr und ich auch nicht. Mein Kühlschrank sieht heute aus wie der eines saufenden Hartz4-Empfängers. Eine Scheibe Käse ist noch drin, ein Stück Meerrettich….und Sauerteig zum Brotbacken und ein Stück Butter. Na immerhin.
Er war also da und der Sachbearbeiter  erklärt ihm, das er, weil er am Dienstag ja nun nicht da war, den von K. schon eingereichten Antrag ablehnen wird und K einen neuen Antrag stellen muss und verweist nur auf seinen Termin am Dienstag nächster Woche. Begründung für die Ablehnung des Antrages, der über den Briefkasten gestellt werden musste: Meldeversäumnis.
Okay. Ich sage: Da musste noch mal hin. Und genau zu diesem Zeitpunkt klingelt das Handy von K. und meine Firma ist dran, er hat heute seinen ersten Arbeitstag.
Gut, er lässt mir eine Vollmacht da. Ich also hin, um für ihn ein Darlehen zu beantragen, für die Miete der neuen Wohnung, die er hat, für den Lebensunterhalt im Dezember, weil erst Ende Dezember das erste Geld kommt…..Und was sagt Herr K.?
K. habe Dienstag einen Termin, da soll er kommen.
Er hat heute seinen ersten Arbeitstag. Und dann arbeitet er von neun bis 15 Uhr plus eine Stunde Fahrtzeit für eine einfache Fahrt.
Es geht mir nicht in den Kopf, wie man fordern kann, das man gleich am dritten Arbeitstag frei nehmen muss, weil ein Mensch vom Jobcenter sich weigert, einen Antag zu bearbeiten, wobei er ja recht hat, es fehlen ja auch noch zwei Dinge. K. soll nämlich belegen, das er kein AlgII mehr in seinem früheren Wohnort bezieht und auch kein Bafög bekommt, wobei er ja nicht mal eine Ausbildung macht. Ich habe K geraten, noch zu belegen, das er NICHT im Lotto gewonnen hat.
Also. Bis heute dachte ich ja, es läge an meinem Sohn K.. Dann bin ich dem Sachbearbeiter begegnet. Ich lege ihm die Vollmacht vor , sage das ich im Auftrag meines Sohnes ein Darlehen beantragen möchte, zur Überbrückung des Dezembers, weil er ja nun den ersten Tag in Arbeit ist. Es liegt kein Arbeitsvertrag vor. Ja, den gibts ja auch bei der Firma frühestens heute, wenn  nicht erst Montag. Herr K. nimmt keinen Antrag entgegen und verweist wieder auf den Dienstag. und das vorliegende Formular, mit dem er nichts anfangen könne. Als ich wissen will, was denn an Unterlagen fehlen würde, verweist er auf Dienstag.
Ich sage ihm mehrfach, das mein Sohn k. da arbeitet. Dann soll halt ich kommen. Ich arbeite da auch.Und frage nach einem Termin morgens um sieben oder nach 17 Uhr. Aber die gibt es nicht, weil die im Jobcenter arbeiten erst ab acht. Und nach 17 Uhr schon mal gar nicht, obowhl auf der Website steht, Donnerstags bis 18 Uhr.
Als ich den Eindruck habe, der will das einfach ablehnen, sage ich ihm, das ich ja bisher eher dachte, es läge am Temperament meines Sohnes, diese komisches Verwaltungsweise des Anliegens und sage ihm, er möge sich doch bitte Gedanken darüber machen, ob er diesen Fall nicht an einen anderen Sachbearbeiter weitergibt, weil seine Vorgehensweise nicht gesetzeskonform ist. Es war ein versteckter Wink, weil ich den Eindruck hege, er lebt seine Ablehnung gegen K., und die darf er haben,  unter Nutzung seiner Amtsgewalt.
Zuhause spreche ich mit dem Anwalt. Der sagt, ich soll noch mal vorbei und um einen neuen Termin bitten. Und das ganze auch noch mal schriftlich einreichen.
Gut. Ich also noch mal rum und komme dann zu Frau Brathuhn oder so ähnlich. Ich trage, wie mir der Anwalt gesagt hat, die Angelegenheit noch mal vor. Und bitte erneut um einen Termin. Und möchte auch hier noch mal einen Antrag auf ein Darlehen wegen Arbeitsaufnahme beantragen, aber auch hier rutscht das runter.
Frau Brathuhn ruft den Sachbearbeiter an. Im Gespräch fallen Sätze, ob man denne rwarten könne, das sie( also die Sachbearbeiter des Jobcenters) wirklich länger arbeiten sollen. Ich verweise auf den Donnerstag und denke: Hey, ic h muss auch arbeiten zu Zeiten, wo meine Kunden Zeit haben.
Und wie wenn ich es schon weiß: Donnerstags gibt es einen Termin. Richtig. Um 14 Uhr. Ich habe den Eindruck, der Sachbearbeiter will einfach nicht.Da sollen K oder ich kommen oder einen dritten beauftragen. Ich frage, ob ich meine Mutter schicken soll ? Immerhin hatte mir ja der Sachbearbeiter vorher erklärt, er könne mit dem Antragsformular der Agentur für Arbeit zur Beantragung von Leistungen nach SGB II nic hts anfangen. Da muss ich ja dann jemanden schicken, der ihm das erklären kann.
Frau Brathuhn ist zickig, erklärt mir, das sie gar nichts damit zu tun habe, und ich sage ihr, das ich nichts dafür kann, das man mich vom Empfang zu ihr geschickt habe. Und sie erklärt mir, er wäre mir doch alles von Herrn K. schon erklärt worden und ich sage ihr, das ich nur mache, was mir der Anwalt gesagt hat. Sie erklärt das Reden zur Zeitverschwendung. Und ich gehe und frage mich, ob ich auch so wäre, wenn ich da sitzen würde.
Weihnachten fällt also dies Jahr aus. Ommas Weihnachtsbudget geht für die erste Miete der neuen Wohnung  von K.drauf und meins für die Fahrkarte und Essen wird halt weiter geteilt.
Weil K. nun auch nicht mehr das Zimmer in der Pension zahlen kann, zieht er zum gewordenen Vater auf´s Sofa in dessen neue Wohnung.

Am kuhlsten finde ich, das ich jetzt am Wochenende bis ganz nach oben schreiben werden, weil der Arbeitsvertrag kommt. Ob nun heute oder Montag…..

4 Gedanken zu “Herr K. vom Schobzenta

  1. Erstaunlich, dass du so ruhig bleiben konntest. Da bekommt man doch große Lust, das nächste mal mit der laufenden Kettensäge in der Hand anzuklopfen.
    Man fragt sich, sind die Jobcenter-Leute für die Menschen da oder sind die Jobsuchenden für das Jobcenter da.?

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    • Die Aufgabe des Jobcenters ist nicht, die Leute in Lohn und Brot zu bringen. Dann wären nämlich die selbst arbeitslos. Die müssen schon ihre eigenen Jobs sichern.
      Kettensäge ist nicht so schön. Das macht so viel Sauerei. Aber Argumentationshilfe mit breitem Streuwinkel. Ich bin mir sicher, wenn man einmal in so ein Zimmter getreten ist und in die Decke geschossen hat, dann ist Ruhe. Dann geht das ordentlich, wie es sein soll.

      Da sowas aber nicht in meine Handtasche passt, nutze ich lieber das Handy und den Anwalt.

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  2. Oh, wie gut ich das kenne!! Ich bin dann zum Chef der Sachbearbeiter gegangen, um alles zu schildern. Davor hatte ich ihm und an den Chef des JobCenters per Einschreiben geschrieben und alles geschildert. Wie lästig das ist und es geht einem so auf die Nerven. Ich denke immer, so blöd kann gar keiner sein, aber die Leute da sind so. Ich habe jedenfalls erreicht, was ich wollte. Geh doch wirklich mal an die Presse, die sind doch ganz heiss auf solche Stories.
    LG

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    • Es ist so zeitaufwendig. Ich weiß oft gar nicht, wann ich dieses gesammte Geschreibe noch machen soll. Arbeiten, Kinder, Haushalt, Lernen will ich auch noch und dann kann ich ganze Tage einplanen, um denen ihre Arbeit zu erklären. Ich möchte gerne dafür bezahlt werden, dann mache ich das gern.

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