Mein lieber Herr Sohn, werte werdende Schwiegertochter,

(ich weiß, daß ich mit Sicherheit eins übergebraten krieg, aber ich kann grad nicht anders!)
Ihr beiden kommt aus Familien, in denen es mehr als das statistische Anstandskind gibt. Ihr beide habt kleine Geschwister und habt sie wachsen sehen und wenn ihr nicht grade das Gedächtnis eines schwarzen Loches habt, dann dürfte Euch vieles in Erinenrung sein….
die nächtlichen Koliken, die Schreiattacken mit zwei-Uhr-Knopf-an und egal, was du tust oder nicht tus, um acht-uhr-wieder -aus,das Verschenken des Windelvorrates, weil nach zwei Wochen diese Sorte Windeln eine Windeldermatitis auslöst, das Wachsen von Mullwindeln, weil nichts mehr hilft,  die Milche , bei der ein Wochenvorrat 46,50 Euro kostet, und  und und…

Gerade Du, mein lieber Sohn, solltest nicht vergessen haben, wie es war, als Deine jüngste Schwester nachmittags um vier krampfte, ich das Kind hielt und ihr, Du und Dein Bruder A,., sowohl vom Handy als auch vom Festnetz versuchtet, einen Krankenwagen zu ordern, beide Telefone , in der Hoffnung einer ist schneller.

So. Nun werdet Ihr beide also selber Eltern. Du , meine Schwiego(= Scheigertochter),, steckst noch mitten im Mutter-Tochter-Konflikt, altergerecht, aber in dieser Situation völlig unpassend, und Du, mein Sohn, kriegst trotz allem Schieben, Drücken, Betteln, Locken immer noch nicht wirklich was auf die Reihe.
Und nun werdet Ihr Eltern.
Musste das sein? Gab es wirklich keinen anderen Weg in die eigene Wohnung? Konntet ihr nicht einfach noch ein bißchen erwachsen wachsen???

Keine Sorge, ich habe mit Deiner Oma gesprochen, Sohn, und Du kannst auf uns zählen, aber das wußtest Du schon lange vorher, weil es eigentlich immer so ist, egal, welche Scheiße Du baust. Du wartest einfach nur brav ab, bis die Wut vorrüber ist.
Manchmal wäre ich gern konsequenter. Aber ich bin nunmal Deine Mama.

Es ist mir egal, was die vom Jugendamt sagen oder die Mama von  Dir , Schwiego, unsere Aufgabe ist es, egal welche Zwist es gibt, egal, wie fähig oder unfähig ihr seid, Euch und das Kindchen dahingehend zu unterstützen , dass Ihr der Aufgabe gerecht werdet, denn das ist nix, wo man die Batterien rausnehmen kann.

Aber eine Frage bleibt: Musste das sein???
Soviel kann ich zur Entspannung gar nicht kochen und backen, als das die Sorgen nachlassen würden…..

Aber ich verspreche Euch, alles, was ich kann und habe, daran zu setzen, daß Ihr beiden das schafft, Eltern zu sein und dem Kind das zu geben, was es braucht.  Aber Ihr müßt mitmachen.

In Liebe,
Mama

3 Gedanken zu “Mein lieber Herr Sohn, werte werdende Schwiegertochter,

  1. Hallo liebe Mama und werdende Oma –
    dieser Eintrag ist nicht nett – wirklich nicht.
    Hättest Du doch besser Kondome zum Geburtstag oder Weihnachten verschenkt.
    Nun ist es geschehen – und nun brauchen die jungen Leute vor allem das Vertrauen der Eltern und werdenden Großeltern und sogar das noch lange nicht geborene Enkelkind braucht Deinen Optimismus und Dein Vertrauen.
    Es wird – weil es werden muss.
    Bisher ist noch jede junge Mutter damit klar gekommen und ist an den Aufgaben gewachsen – und das gilt mit ein bischen Optimismus und Vorfreude auch für den jungen Vater.
    Meine Kinder haben mich auch nicht gefragt, ob ich Oma werden will – sie haben mich nur davon in Kenntnis gesetzt.
    Und ich erinnere mich, dass ich auch meine Eltern damals nicht um Erlaubnis gefragt habe – Trotzdem war diese Zeit die schönste in meinem Leben.
    Es braucht keinen materiellen Reichtum – es braucht Freude, Willkommen, Ehrfurcht vor dem göttlichen Geschenk – und ja und Vorfreude.

    Du bist zu beneiden.
    Rosel

    Liken

    • Liebe Rosel,

      natürlich soll mich niemand um Erlaubnis fragen. Und hier geht es nur um Ehrlichkeit.
      Ich weiß, das Kinder nie passend auf die Welt wollen, sie kommen immer unpassend.
      Aber ich finde doch, daß es etwas anderes ist, ob das Leben noch durch Turbulenzen der Pubertät läuft oder nur noch die letzten Ausläufer hat.
      Ich stimme Dir nicht zu, daß bisher jede jungen Mutter damit klar gekommen, dafür gibt es viel zu viele Gegenbeispiele hier in meinem Waldkindergarten und leider nicht nur hier.
      Und ich denke, daß alte Leute wie ich auch Zweifel haben dürfen und di eauch äußern dürfen, wenn alles so sehr verkoddelt wie in diesem Fall ist.
      Optimismus allein wird nicht genügen. Und das ist das Fatale.

      Viele Grüße

      Liken

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