Samstag vormittag in der Unterführung am Bahnhof

Hallo H.,

ja, die Polizei hat mir Deinen Namen gesagt. Du bist der, der in irgendeiner Form daran beteiligt ist, das mein Sohn F. jetzt im Krankenhaus liegt.
Danke der Nachfrage, H., es geht ihm soweit ganz gut. Die Knochen sind nicht gebrochen, nur noch Schwellungen am Kopf  und im Nacken, das blaue Jochbein habe ich mit Arnika wegbekommen. Außerdem hat er wahnsinnige Kopfschmerzen, was sicherlich auf die Tritte an den Kopf zurück zu führen ist, nachdem er umgehauen war und auf dem Boden lag.
Ich bin dankbar, das irgendwer einen Krankenwagen gerufen hat. Mein Sohn ist zäh, das weiß ich. Aber das….

H., Du hast billigend in Kauf genommen, das mein Sohn zu Tode hätte kommen können. Da reicht eine lächerliche Sickerblutung , die erst nach einem halben Jahr wirklich Probleme macht.
H., Du brauchst mir nicht mit Gründen kommen, es gibt immer Gründe, es gibt so viele, das man eigentlich nur noch sagen muss: Ich hatte meine Gründe, ihre Art ist recht egal, denn sie ändern an der Tat nichts. Man tritt niemanden, der schon am Boden liegt.
Das gehört so nicht.

Es steht Dir nicht zu, jemand anderen zu verletzen, dermassen zu verletzen, dass es weitaus schlimmer kommen könnte.

Und auch , wenn alle anderen Deine Gründe verstehen mögen, ich werde kommen, wenn es zu Gericht geht und Dir ins Gesicht gucken. Ich will die Augen sehen von jemandem, der sowas macht. Mitten am Tag, mitten in der Stadt. Das ihr Jungens Euch prügeln müsst, naja. Is halt so, wenn man mitten in der Pubertät steckt oder auch drin stecken geblieben ist, das kann ich so nicht sagen. Ich kenne Dich nicht. Aber ich hoffe, das Du jung und dumm genug bist, noch in dem Alter zu sein, in dem man sich prügelt.

Ich bete zu Gott, das mein Sohn bald aus dem KH kommt. Ich bete zu Gott, das nichts zurück bleibt. Und ich hoffe, das Du das auch tust, weil Du Dich eines Besseren besonnen hast.  Ich weiß, dass Du Dich entschuldigen musst, damit es bei Gericht besser ankommt. Aber ich wünschte, Du würdest es tun, weil Du Dich eines besseren besonnen hast.

Die Mutter von F.

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