Und schon wieder auf Job-Suche

Es nervt. Ich hoppe durch die Firmen und es nervt nur noch. Jedesmal stehe ich da und zack, nach ein zwei Wochen, aber da denke ich noch: Das geht eh jedem so. Das Paradies auf dem Arbeitsmarkt gibt es nicht.

Und wenn die Kollegen nerven, dann bin ich immer noch die lustige Nette, weil kurz nach acht bin ich eh daheim und bin das alles wieder los.

Nun ist ja im November dieses blöde Knie operiert worden und ich bin bis Mitte Januar an Krücken gelaufen. Bis zum 4. konsequent, weil es ging ohne gar  nichts und danach habe ich mich gezwungen, die Dinger weg zu lassen. War nicht einfach. Wirklich nicht, aber seit zwei Wochen geht es bergauf und ich übe seit zwei Tagen , die Treppe wieder normal runter zu gehen. Nicht einfach, meine Lieben. Überhaupt nicht einfach. Aber mit dem Satz „Und wenn es nur zwei Stufen sind, dann ist es schon ein Anfang.“

Das erste Mal in meinem Leben komme ich nur mit „Ich will“ vorran. Es tut weh, macht mir auch schlaflose Nächte, dieses Knie, aber ich will laufen. Und ich will wieder los.

Nun bin ich Anfang Januar ins Krankengeld gefallen. Das wird aber noch nicht ausgezahlt, weil meine Chefin das Formular für die Krankenkasse noch nicht ausgefüllt hat.

Ich habe angerufen und sie erklärte mir lachend, dass ihr bewußt sei, dass die Krankenkasse da  noch ein paar Daten von ihr bräuchte. Sie lachte wie ein Teenie. Nicht böse.  Das war Anfang der Woche.

Sie hat das immer noch nicht geschafft.

Wir haben auch darüber gesprochen, dass ich wiedereingegliedert werden soll. Möchte ich auch gern machen. Sie will aber, dass ich sämtliche Untersuchungsergebnisse dem Betriebsarzt offen lege.

Darüber habe ich nachgedacht. Und immer wieder dachte ich: Alles, was in mir drin ist, ist absolut meins. Das gehört mir. Und ich will das alles nicht jedem zeigen. Und ich will mir auch meinen Arzt aussuchen.

Dann musste ich wieder zu meinem Orthopäden, der von Wiedereingliederung sprach. Und ich finde das eine gute Idee. Sagte ihm aber auch, dass die Firma wolle, dass ich dem Betriebsarzt in Oker alle Befunde offen lege. Und das ich das nicht wolle. Er sei doch der Fachmann und nicht irgendein Betriebsarzt.

Der Betriebsarzt habe mit der Wiedereingliederung nichts zu tun, erklärte er mir und füllte die Zettel aus.

Die brachte ich heute in die Firma. Wenn meine Chefin genauso lange für das ausfüllen dieser Zettel braucht wie für das Ausfüllen meines Zettels für das Krankengeld, das ja meinen Lohn ersetzt, dann ist mein Vertrag vorher ausgelaufen, bzw.  ab Anfang Mai nehme ich meinen Resturlaub von 26 Tagen, weil mein Vertrag im 15. Juni endet.

Die Krankekasse meinte, ich sollte doch, wenn ich nichts aus der Firma höre, dort am Ende der nächsten Woche anrufen. Wenn ich nicht bis zum Ende der nächsten Woche mein Krankengeld habe, dann ruft da höchstens ein Anwalt an. Das Krankengeld ist mein Lohn.

 

Aufruf- Jobangebot

Meine Firma hat einen Aufruf bei FB gestartet und deshalb kann ich darüber auch hier schreiben:
Und weil ich meinem TL gesagt habe, das ich das Plakat an mein Auto hängen will und er nichts dagegen hat, kann ich es auch hier veröffentlichen, denke ich. Zumindest den Inhalt:

Wir haben nämlich eine Aktion „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“: Es ist die Sonderaktion „Garantiert keine Überstunden“.
Es gehe ganz einfach, steht da. Ich muss nur bis zum 31.08.2014 einen neuen Kollegen werben, dann „entfällt fürDich und Deinen neuen Kollegen die Überplanung bis Ende des Jahres“. Die Prämien für geworbene Mitarbeiter würden wir on top erhalten, was auch immer das ist. Die Aktion betreffe alle Kollegen aus dem Telekommunikationsbereich.

Ich wäre so dankbar, wenn sie irgendjemand meiner erbarmen würde und bereit wäre, einen Arbeitsvertrag mit 7,50 Euro brutto Stundenlohn zu unterschreiben, eine sechs Tage Woche, Wechselschicht, Sonn- und Feiertagsarbeit ohne Zuschläge.
Dann wäre meine Mehrarbeit wenigstens bis Ende des Jahres weg.
Ich habe einen 35 Stunden Arbeitsvertrag und bin derzeit in der Spätschicht für 45 Stunden geplant. Wenn ich jetzt noch zu den neun Stunden eine mehr machen würde, dann würde ich sogar für die 10te 3 Euro brutto mehr kriegen und diese 3 Euro würden mir sogar ausgezahlt! Der Rest des Stundenlohns würde natürlich nicht ausgezahlt und ginge wie immer auf das Jahresarbeitszeitkonto.

Ich wäre dann nicht mehr 15 Stunden aus dem Haus! Keine Sorge, Hatz4 stockt auch weiterhin auf, weil soviel ist der Monatsverdienst wohl auch bei 40 Stunden nicht, hat mir zumindest ein Kollege erzählt.

K. ist gestern mit mir zu Arbeit gefahren und hat versucht, auf dem Bahnhof einen neuen Kollegen zu werben:
„Entschuldigen Sie? Haben Sie Interesse an einem schlechten bezahlten Job mit jeder Menge Überstunden?“
Der Mann wollte nicht. Er war schon da und hatte unter der Standortleitung gearbeitet, als die noch Team-Leiter war.